kiss you hard before I go

von Ava
KurzgeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
08.01.2013
08.01.2013
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Pre-Pilot. Blerena. Nicht ganz P-16, aber doch ein bisschen mehr als P-12, meiner Meinung nach.
Ich bin:
Heartbroken, dass die Serie nicht mit Blair/Serena geendet hat. Dass die Serie nicht wenigstens halbwegs akzeptabel geendet hat.
Leicht betrunken. Rotwein. Glitters.
Aus Sicht eines normalen Menschen unbegründet stolz auf mich. Ich habe einen OS geschrieben, obwohl ich nicht mehr rauche! Es war anstrengend, okay? Ausserdem bedeutet der Rotwein, dass ich nix weiss was Rechtschreibung, und doch, manche haben nüchtern deutlich weniger Ahnung von ihrer Muttersprache.
Kate.

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kiss you hard before I go


Es ist ein Abschiedskuss, nicht mehr, nicht weniger.

(Das ist, wie Blair es nennen wird, morgen oder nächste Woche, dann, wenn sie begreifen wird, dass Serena weg ist, dass Serena nicht wieder kommt, dass Serena gegangen ist, ohne Worte da zu lassen.

Für Serena ist der Kuss alles, das sie Blair jetzt noch geben kann, die Entschuldigung, die auch tausendfach nicht genug wäre –

tut mir leid, dass ich mit Nate geschlafen habe
tut mir leid, dass du mich auffangen musst, wieder und wieder
tut mir leid, dass ich trotzdem eine einzige Katastrophe bin

–, eine Erklärung, vage und ganze Geschichten zu kurz, um verständlich zu sein –

er ist tot, Georgina war dort und ich war dort und irgendwann, irgendwann zwischen zu feuchten Küssen und Schweiss und Pulver war er tot, und ich muss fliehen, das Grab ist nicht gross genug für zwei

– und vor allem, am wichtigsten:

Ich liebe dich.
Ich liebe dich und es ist nicht genug.
Leben ist immer noch kaputt, B, es ist kaputt und ich bin so kaputt, und ich liebe dich, immer.)

Sie schmeckt Wein, teuer und erlesen und in der genau selben Farbe wie der BH-Träger, der Blairs Schulter entlang Richtung nirgendwo, zieh ihn aus, BHs verbrennen für den Feminismus und so! rutscht, Kichern, hell und, noch ein letztes Mal, für die guten alten Zeiten, für zwölf Jahre Familie, so sorglos wie eh und je, und Blair lacht, indem sie die Augen verdreht.

Fingernägel, S!, mahnt Blair, und dem zweiten Träger lässt Serena absichtlich Kratzer folgen, als sie ihn Blair von den Schultern streift.

(Du wirst an mich denken, okay?, sagen Serenas Kratzer. Du wirst mich spüren und du wirst dich erinnern, und du wirst mich vermissen wie man seinen Teddy von früher vermisst, versteckt hinter anderen Gefühlen, an schlechten Tagen mehr und nur manchmal so sehr, dass es weh tut.)

Serena küsst sich an den Kratzern entlang, rosa und oberflächlich und deine Nägel auf meiner Haut gehen immer tiefer, B, du hast keine Ahnung, wie tief deine Spuren in mir gehen. Sie küsst die Kratzer und die Haut drum herum, und dann, mit dem nächsten Kichern, schnappt sie mit den Zähnen nach Blairs zu steif geschnittenem Kleid, zerrt spielerisch am Kragen.

Jetzt ist es Blair, die kichert, atemlos und so, wie nur sie es tut, als fände sie das ganze bloss albern, nicht als würde diese Albernheit sie irgendwo und irgendwie und noch genauso wie beim ersten Mal erregen und faszinieren und –

(Ich liebe dich, denkt Serena, die Lippen wieder auf Blairs, hart und verlangend und Gott, verdammt, es ist das letzte Mal, oder? Nur du und ich, ich und du, und die Welt wäre in Ordnung, fliegen und lachen und zufrieden sein, keine bodenlosen Löcher mehr.)

Es sind immer diese heissen Sommertage, faul und träge, in Blairs Zimmer verbracht (denn Sonne bedeutet Lärm, Kinder und Pärchen und Sollten-keine-nackte-Haut-zeigen, die laut lachend leben), eine Flasche Wein, manchmal zwei, manchmal Cocktails zwischendurch, als hätten ihre Eltern ihnen nicht gezeigt, wie man im UES-chic blau wird, Audrey Hepburn, Scrollen durch Gossip Girl, fliegende Kissen, kitzelnde Finger, ich ziehe dich auf und du ziehst mich auf, und mit dem Wein, den Cocktails, der Luft, die trotz der unauffälligen Klimaanlage stickig ist, werden die Gedanken träge und sie tun, was sie eben tun, wenn sie nichts sagen und für kurze Zeit nicht kämpfen, nicht gegeneinander und nicht gegen sich selbst.

(Serena weiss, dass Blair sie in die Unterlippe beisst, ganz leicht, wenn sie in den Kuss hinein lacht, dass Blair immer als erste abrückt, weil Serena die einzige ist, die nicht einfach loslässt und vergisst und Blair es braucht, manchmal die zu sein, die man jagt, weil man nicht ohne sie kann, und sie weiss, dass sie Blair am Ende das Selbe antun würde, das sie allen und sich selbst antut, auch wenn die Dinge anders stünden und sie mehr als die Scherben eines allein gelassenen jungen Mädchens wäre.

Darum, redet Serena sich ein, darum muss sie gehen. Wenn sie geht, bricht sie Blair nicht das Herz.

Ausser, dass sie genau das tut.)

S, was – ?, keucht Blair und beisst sich in die Nägel, dass der Chanel Lack splittert, ein atemloses Stöhnen auf den Lippen, als Serenas Hände mit dem Kleid nach unten wandern und ihre Zunge folgt.

Es ist okay, B., sagt Serena halblaut.

Es ist ein Abschiedskuss, der viele Abschiedsküsse ist –

(so wird Blair es nennen)

–, Serena küsst sie auf ihre lippenstift verschmierten Lippen, auf ihren Hals, ihre Schlüsselbeine, zwischen ihren Brüsten, eine verschlungene feuchte Linie von links nach rechts nach links über ihren Bauch, auf ihre Schenkeln und schliesslich dort, wo Serena selbst noch nie geküsst worden ist. Es ist nur okay, weil es heute besonders heiss draussen ist, sie besonders faul und träge sind, Audrey gleich zweimal in Folge über den Bildschirm flimmerte, neben dem Bett zwei Flaschen Wein und leere Cocktailgläser stehen, und Blair morgen nicht mit dieser Das ist nie passiert, S, sag kein Wort, nie! Miene in Serenas Augen blicken wird.

Serena wird im Zug sitzen, Wange an an die Scheibe gelehnt, Connecticut ihr Ziel, Gedanken, Herz und Seele zu Hause, und sie wird sich einreden, sie wäre gegangen, weil es das Richtige ist, nicht, weil sie die Kunst der Verleugnung von der Besten gelernt hat.
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