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Alles ändert sich...

Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Übernatürlich / P16 / MaleSlash
06.01.2013
21.02.2015
14
22.067
 
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06.01.2013 1.007
 
Gib jedem eine zweite Chance, denn irgendwann brauchst du sie selber!

Desinteressiert wie immer saß ich auf dem Stuhl meines Sitzplatzes und starrte aus dem Fenster. Das tat ich immer, wenn der Unterricht mir zu langweilig wurde und es interessannter war die Wolken draußen zu beobachten, wie sie sich langsam davon bewegten. Mein Lehrer schien das aber anders zu sehen. "Azura! Wende deinen Blick doch bitte ins Klassenzimmer!" Genervt seufzte ich und drehte meinen Kopf wieder nach vorne zu meinem Mathelehrer, der irgendwas von Zahlen gefaselt hatte. Wodrum es genau ging wusste ich nicht, aber in Mathe ging es doch dauernd um Zahlen oder? "Hab ich", antwortete ich ihm ruhig, stützte meinen Kopf auf einer Hand ab und schaute meinen Lehrer gelangweilt an. Dieser schien nichts weiter dazu sagen zu wollen und fing wieder an weiter zu reden. Ich verstand nicht wodrum es ging. Jedes seiner Worte schien an mir abzuprallen, was wohl nur an meinem riiiesigen Interesse liegen konnte. Ich spürte dann, wie ich angetippt wurde und sogleich drehte ich mich zu meiner besten Freundin um, die mich schmollend anschaute. "Du musst wirklich mal aufpassen. Ich kann dir doch nicht jeden Tag Mathenachhilfe geben, wo du doch auch hier mitmachen kannst.." Stirnrunzelnd schaute ich sie einfach nur an, pustete eine meiner weißen Haarsträhnen aus meinem Gesicht und schaute dann wieder nach vorne. Von hinten hörte ich deswegen nur einen genervten Ton meiner Freundin. Natürlich. Sie hatte ja Recht. Ich sollte besser aufpassen, dann müsste sie nicht ständig nach all ihren Freizeitaktivitäten auch noch Zeit für meine Nachhilfe finden, aber kommt schon! Wer hatte bitte schon große Lust diesem Zahlentypen da vorne zu zuhören. Ich war doch nicht die Einzige, die absolut kein Interesse hatte!
Nachdem die Schule endlich zu Ende war stand ich am Schultor und hielt Ausschau nach meiner Freundin. Wir gingen immer zusammen nach Hause, also konnte ich nicht einfach gehen. Allerdings wartete normalerweise sie immer auf mich und nicht andersherum. Grummelnd lehnte ich mich an das Tor der Schule und schaute in den Himmel. Hatte sie mich jetzt stehen gelassen, nur weil ich sie ignoriert hatte? Das wäre jetzt ziemlich gemein von ihr. Ich wollte doch nur nichts sagen, was sie noch wütender macht. Manchmal war es klüger zu schweigen, als irgendwas Dummes zu antworten, oder etwa nicht? Seufzend senkte ich den Blick langsam wieder und zuckte kurz zusammen, als mich ein paar grüne Augen fragend anglubschten. "Maan Taiko! Erschreck mich doch nicht so!" meckerte ich ihn wütend an, erhielt von ihm aber außer einem Grinsen keine Antwort. Taiko ist ein komischer Junge aus meiner Stufe... Er labert viel komisches Zeug. Oft versteh ich gar nicht, was er von mir will, wenn er mit mir redet. Das Gute daran: Er redet selten mit mir. "Was ist denn?", fragte ich ihn ein wenig patzig. Er konnte zwar nichts für meine schlechte Laune, aber momentan war es nicht schlecht diese schlechte Laune irgendwie rauszulassen. Und wenn er nicht einfach ging, naja seine Schuld. Taiko setzte allerdings nur ein schiefes Lächeln auf und meinte: "Ina-chan ist schon gegangen. Ihre Mutter hatte wohl angerufen, sie muss nach Hause..." Weiter sprechen ließ ich ihn gar nicht. Ich zog grimmig an ihm vorbei und schaute verärgert auf den Gehsteig vor mir. Ihre Mutter hatte angerufen sie muss nach Hause?! Also bitte! Die zwei Minuten die sie immer auf mich warten musste, die machten doch wohl nichts aus! Sie hatte mich sitzen lassen, so sah die Realität aus. Sie war sauer, nur weil ich sie mal ignoriert hatte! Wenn sie es mir heimzahlen wollte, bitte. Sollte sie dann aber nicht am nächsten Tag wieder angekrochen kommen!!
Zu Hause angekommen zog ich im Hausflur meine Schuhe aus und schloss die Tür hinter mir. "Bin wieder daaa!" rief ich einmal durch die Wohnung, bevor ich meine Tasche neben dem Schrank im Flug liegen ließ und in die Küche ging. Meine Mutter saß mit etwas zerzausten Haaren am Tisch und lächelte mich an. Ich schnappte mir wortlos etwas von dem Essen und wollte gerade schon auf mein Zimmer gehen, bevor ich an der Tür stehen blieb und meine Mum nochmal anschaute, die nun wieder in die Zeitung vertieft war. Heute war der Jahrestag, an dem mein Vater sie verlassen hatte, ja geradezu im Stich gelassen hatte. Obwohl sie mich angelächelt hatte, sie war nicht glücklich... das wusste ich genau... Als wüsste sie was ich dachte schaute sie von ihrer Zeitung auf und machte eine wegscheuchende Bewegung mit der Hand. "Na hopp ab in dein Zimmer. Du musst nachher noch einkaufen gehen, also beeil dich ja?" Ich lächelte matt und nickte, bevor ich auf mein Zimmer ging. Gerade im Zimmer angekommen klingelte mein Handy, das auf dem Schreibtisch lag. Ich hatte total vergessen es heute mit in die Schule zu nehmen. Seufzend stellte ich also den Teller ab und ging ans Handy. "Was gibts Ina?", fragte ich genervt. Einen moment antwortete Ina nicht, scheinbar hatte sie nicht damit gerechnet, dass ich so genervt klinge. "Tut mir sooo Leid, dass ich nicht auf dich gewartet habe. Meine Mum hat mich mit dem Auto abgeholt. Wir sind sofort zum Tierarzt gefahren weißt du? Mein Hund ist angefahren worden... Bist du mir böse? Ich hab Taiko geschickt... hat er dir das ausgerichtet?" Nach diesen Worten schwieg sie erstmal kurz und ich seufzte etwas. "Er meinte deine Mutter hat dich angerufen." "Waaas? Nein das stimmt nicht! Sie hat mich abgeholt! Er war doch dabei!", rief Ina aufgeregt in das Handy und ich lachte leise. "Ist schon gut Ina. Geht es deinem Hund besser? Soll ich morgen mal zu euch kommen?" fragte ich sie lächelnd und nachdem Ina zugesagt hatte, unterhielten wir uns noch eine Weile, bevor ich dann auflegte. Ich hätte es ja wissen müssen. Ina war meine beste Freundin. Wieso sollte sie mich auch einfach versetzten? Wie dumm konnte ich manchmal sein... Sie würde mich niemals hängen lassen!
 
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