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Inferno

von Nathaira
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Dante Eva Mundus Sparda Vergil
06.01.2013
26.02.2015
46
233.039
14
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Dieses Kapitel
14 Reviews
 
 
06.01.2013 1.970
 
Halt! Einen Moment noch bitte :) Zuerst möchte ich noch etwas zu der Geschichte klarstellen. Sie basiert auf den Charakteren und dem Universum des Dmc 5, auch Dmc Reboot genannt. Das heißt im Klartext, dass Dante seinen Zwillingsbruder Vergil eigentlich überhaupt nicht kennt, da seine Erinnerung seit dem 7. Lebensjahr kaum vorhanden ist. Auch Kat, die neue weibliche Nebenrolle und Adjutantin von Vergils Organisation ¨der Orden¨ ist hier mit dabei. Doch die Geschichte nimmt bei mir von der Handlung aus gesehen einen anderen Verlauf. Bei mir gibt es andere Missionen, andere Bosse und nun, die Beziehung zwischen Dante und Vergil steht bei mir an erster Stelle, deshalb wird es auch viele Situationen innerhalb des Orden-Hauptquartiers geben. So gesehen nehme ich die Figuren und das Dmc 5 Universum als Basis, doch der Rest ist von mir frei erfunden :D Nur damit ihr nicht verwirrt seid ;)   

Sooo und jetzt genug gequatscht. Hier ist der Prolog ^^  

Prolog :  

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Ein unwilliges Brummen ausstoßend öffnete Dante die Augen.

Als sein verschlafener Blick eine dunkle Zimmerdecke traf, verspannten sich seine Muskeln. Wo war er? Nicht in seinem Wohnwagen, soviel stand fest.
Die Decke, die er sonst in den späten Morgenstunden oder gegebenfalls am frühen Abend betrachtete, zeichnete sich durch ihr gewelltes, an mehreren Stellen verkratztes Metall aus, unverkennbar in seinem stumpfen Glanz und den Blessuren, die das fortgeschrittende Alter des Vehikels erahnen ließen. Da diese jedoch verschwunden und mit einem nichtssagenden dunklen Anstrich ersetzt worden war, fühlte sich Dante mit leichter Panik konfrontiert, als er sich aus dem, ihm ebenfalls völlig unbekannten, Bett schwang. Seine Verwirrung stieg noch weiter an als er sah, dass er nur eine Boxershorts trug.
Wo zum Henker war seine Kleidung? Und seine getreuen Pistolen? Er wollte diese Dinge keine Sekunde missen, vor allem dann nicht, wenn er nicht einmal wusste, wo genau er sich hier befand und was das alles zu bedeuten hatte. Anscheinend hatte er diesmal wohl wirklich einen über den Durst getrunken wenn er mit einem derartigen Filmriss gegrüßt wurde. Aber hatte er gestern überhaupt ein Bierflasche angefasst? Wie war das denn Gestern abgelaufen? Welcher Tag war heu-

Als hätte jemand diese Gedanken vernommen, öffnete sich eine Tür, die an der gegenüberliegenden Wand eingelassen war. Herein trat ein junger, attraktiver Mann.
Sein Haar war zurückgekämmt und strahlte weiß, die Iris seiner Augen funkelte in graublauer Schraffur. Trotz ihrer kalten Farbe schien beim Anblick von Dante ein Funken Wärme in ihnen zu glimmen. Er besaß dasselbe Gesicht wie jener, sogar dieselben Augen. Selbst sein Lächeln kam Dante seltsam vertraut vor, obwohl es sich in freundlicher Absicht gestaltete.
Wenn Dante jemanden anlächelte, dann wollte er diejenige Person meist nur damit verspotten. Daher erschien es ihm fast ironisch, eine Spur von Sanftmut in ebenjenen Mundwinkeln zu finden, die sich sonst im Spiegel nur zu einem abfälligen Grinsen nach oben schwangen.
Als hätte man einen undurchdringlichen Vorhang zurückgerissen, fiel dem Halbdämon plötzlich wieder vage ein, wo er war und vor allem, welche Verbindung er angeblich mit dem vor ihm stehenden Mann teilte. Beinahe automatisch glitt der Name des weißhaarigen Fremden, der in Wirklichkeit gar kein Fremder sein sollte, über seine Lippen.

¨Vergil.¨.

Damit löste sich auch das letzte bisschen Verwirrung in seinem Inneren auf und seine aufkommende Panik flaute ab, minimierte sich, sodass er sie nicht mehr beachten musste. Vergils Lächeln verbreiterte sich um einen weiteren Zentimeter, als er Dante seinen Namen sagen hörte.
¨Guten Morgen. Ich hoffe, du hast... gut geschlafen? ¨
Seine Stimme klang neutral,höflich, nur ein aufmerksamer Zuhörer konnte jedoch die Spur von bemühter Ruhe herausfiltern, die ebenfalls darin im Ton mitschwankte.
Dante nickte bloß fahrig, sein Schweigen blieb.
Er war so kurz nach dem Aufwachen nicht wirklich in Stimmung, eine ungezwungene Plauderei zu führen. Außerdem interessierte ihn viel mehr Vergils Erscheinungsbild, als dessen Worte. Dieser balancierte ein üppiges Frühstück auf seinen Armen. Speck, Eier, Toast – all das fand auf einem großzügig ausgelegtenTablett Platz.
<<Als würde man ein ein Zuchttier mästen>> schoss es Dante unwillkürlich durch den Kopf.
Doch diesen Gedanken behielt er vorsichtshalber für sich. Schließlich hatte Vergil wohl kaum vor, ihn abzuschlachten. Jetzt zumindest noch nicht. Aber sicher konnte man nie sein, das hatte Dante in seinem Leben früh genug lernen müssen.

Zwei Tage war es her, dass er Vergil begegnet war.
Zwei Tage, in denen er immer noch eine Information zu verarbeiten versuchte. Die Information, dass dieser Mann, genannt Vergil, sein Zwillingsbruder war und er somit so etwas wie einen verbliebenen Familienangehörigen besaß.
Dante hatte zuvor immer gedacht, er wäre alleine auf der Welt und dass sich niemand auch nur einen Dreck um ihn scheren würde, sollte er einmal qualvoll dahinsiechen. Nun gab es aber jemanden, der sich tatsächlich um ihn zu kümmern schien, was ihn zunehmend irritierte. Doch aus welchen Gründen sein obskur in die Realität getretener Zwilling das tat, war Dante immer noch schleierhaft. Er glaubte nicht daran, dass Vergil ihn einer perfiden ¨Bruderliebe¨ wegen all die Zeit gesucht hatte. Vielmehr lag es wohl an den Kräften, die sie beide als Nephilim innehatten. Gewaltige Kräfte. Mächte, mit denen sie Mundus, den Dämonenkönig, für alle Zeiten in die dunkelsten Gefilde der Hölle zurückverfrachten könnten.

Nun, sie waren die einzige Hoffnung. Nicht gerade optimistisch.

Immer noch zaghaft lächelnd, ging Vergil auf seinen Bruder zu, stellte das Tablett auf einem kleinen Beistelltisch ab und setzte sich neben ihn auf das Bett. Einem plötzlichen Impuls folgend rückte Dante etwas von ihm ab, als er Gefahr lief, ihn mit seinem Arm zu berühren. Etwas, was der Draufgänger selbst nicht so recht verstand. Normalerweise waren ihm Berührungsängste fremd. Das hatte er all den Frauen bewiesen, die sich jemals auf eine abenteuerliche Nacht mit ihm eingelassen hatten. Spätens beim ersten Morgenlicht natürlich nur noch namenlose Gestalten, doch beschwert hatte sich bei ihm keine Einzige. Nur bei seinem Zwilling sträubte er sich.
Der geringste körperliche Kontakt beherbergte für ihn einen rasenden Puls und weitere Verwirrung. Vielleicht hatte er Angst, dass Vergil in Wirklichkeit nur eine Illusion war? Eine Täuschung, die sein eigener, trunkener Geist mit der Absicht heraufbeschworen hatte, ihn endgültig um den Verstand zu bringen? Wer wusste schon, ob ein einziges zufälliges Antippen das lächelnde Antlitz Vergils nicht in Luft auflösen und ihn damit wieder alleine zurücklassen würde?

Dantes Instinkt hatte, bevor dessen Gehirn auch nur mit der Verarbeitung solcher Theorien beginnen konnte, bereits beschlossen, dass das Risiko, den neuen Familienangehörigen so rasch wieder zu verlieren, zu groß war, um ignoriert zu werden. Daher verhielt sich Dante Vergil gegenüber immer noch wie ein Schatten, ein eher stummer Gast wenn es um intimere Konversation ging, die den Orden nicht betraf. Niemand konnte von ihm ernsthaft erwarten, dass er in der Zeit eines Wimpernschlags zarte Geschwisterbande mit diesem weißhaarigen Ebenbild knüpfte. Dafür fehlte ihm die Erinnerung, und die jahrelange Trennung von seinem Zwilling hatte jedes ¨Bruderherz¨-Gerede im Keim erstickt.

Dante sah in das Gesicht seines Bruders, folgte den Bewegungen seiner Lippen.
Vergil schien ihm gerade von dem Auftrag zu erzählen, den er heute im Namen des Ordens auszuführen hatte. Dabei machte er ein paar unterstreichende Gesten mit den Händen. Dante kannte das. Auch er machte Gesten, wenn er etwas erzählte, hauptsächlich wenn es sich dabei um einen zurückliegenden Kampf handelte. Doch im Gegensatz zu Vergil waren seine Gesten nur stupides, unkoordiniertes Rumgefuchtel, wie er sich selbst eingestehen musste.
Allein in diesen kleinen Bewegungen schaffte es der Ältere, elegant und gefasst zu wirken. Niemals verlor er die Kontrolle. Ein Wunder, dass sie beide tatsächlich Zwillinge sein sollten.
Dante fand, dass sie überhaupt keine Gemeinsamkeiten besaßen. Bis auf das identische Aussehen und die unmenschlich große Kraft, die ihnen innewohnte. Aber… ob er mit der Zeit doch die eine oder andere Ähnlichkeit würde herausfinden können? Er musste zugeben, dieser Gedanke reizte ihn.

Vergil redete und redete, doch Dante machte sich nicht einmal die Mühe zuzuhören, es würde eh dasselbe wie letztes Mal sein. Einen rießigen, hässlichen Dämonen ausfindig machen, mit ihm in Kürze einen Spaziergang durch den Limbo durchführen und dann nach allen Regeln der Kunst zerfleischen. Eigentlich war es merkwürdig. All die Zeit war er von Dämonen gejagt worden, jeder Tag war für ihn ein erneuter Kampf ums nackte Überleben und er wusste nie womit er das Alles überhaupt verdient hatte.
Und jetzt?
Jetzt saß er auf einem Bett, welches in einem Zimmer nahe des Hauptquartiers einer Geheimorganisation stand und hörte neben sich einen Mann, der ihm vor weniger als 48 Stunden erzählt hatte, dass nur sie diejenigen Wesen waren, die Mundus zur Strecke bringen konnten. Mundus, der Dämon, gegen den sich ihr Vater, Sparda, gestellt hatte. Und der Eva, Dantes und Vergils Engelsmutter, getötet hatte. Er war der Hauptverantwortliche für ihre Trennung gewesen, hatte ihre Familie zerstört. Obwohl Dante erst seit kurzer Zeit ein paar seiner Erinnerungen wiedererlangt hatte, wusste er bereits, dass es ihm ein persönliches Vergnügen sein würde, diesen Mundus zur Strecke zu bringen.

Anscheinend hatte Vergil mit seinen Anweisungen geendet, denn er klopfte Dante freundschaftlich auf die Schulter und erhob sich. Als seine behandschuhte Hand die nackte Haut berührte, erfasste Dante eine Art elektrischer Impuls, die in einer flächendeckenden Gänsehaut ausartete. Zum Glück schien Vergil dies nicht zu bemerken, und wenn er es doch ahnte, dann schwieg er dazu. In seinem betont ruhigen, kontrollierten Gang begab er sich zu einem Wandschrank, der nur wenige Meter von dem Kopfende des Bettes entfernt lag. Indem er den Schrank öffnete, holte er dessen Inhalt hervor. Dantes Klamotten. Sein graues Unterhemd, seine schwarze Jeans und sein geliebter, charakteristischer Mantel. Sie schienen gewaschen und gebügelt worden zu sein, denn sie strahlten förmlich vor Sauberkeit. Mit einer einladenden Handbewegung wies Vergil ebenfalls auf das Pistolenpaar Ebony & Ivory, welche gut sichtbar auf einem kleinen Schreibtisch, in der hinteren Ecke des Zimmers lagen. Dante hatte sie im ersten Moment nicht bemerkt, wurde jedoch von einer Welle der Erleichterung überrollt, als er sie erkannte.
Egal wo er war, wenn er seine Pistolen in der Nähe wusste, gab dies ihm ein Gefühl der Sicherheit. So konnte er sich jederzeit verteidigen, sollte es auch hier, im Hauptquartier, zu dämonischen Auseinandersetzungen kommen. Vergil wünschte ihm noch einen guten Appetit, was das Frühstück betraf, dann verließ er das Zimmer wieder.

Dante starrte noch ein Weilchen sinnend auf die geschlossene Tür, dann schüttelte er den Kopf und widmete sich hungrig seinem Frühstück.
Würde er es überhaupt je über sich bringen können diesen Vergil besser kennen zu lernen?
Würde er ihm jemals vertrauen können? Als Person, als Bruder, vielleicht sogar als Freund?
Dante wusste es nicht.
Jede Person bei der er bis jetzt den Fehler gemacht hatte ihr zu vertrauen, hatte schließlich versucht ihn zu töten. Ausnahmslos jede, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Gesinnung.
Nachdem er zu Ende gegessen hatte, zog er sich an und packte seine Pistolen, rauschte förmlich durch die Tür. Nun wurde es Zeit Kat über das auszufragen, was er eigentlich schon von Vergil vernommen hätte, hätte er seinen Instruktionen gelauscht. Sie war eine gute Seele, keines dieser arroganten Mädchen, daher würde sie ihm bestimmt alles Nötige ein zweites Mal erläutern ohne einen bissigen Kommentar abzugeben.
Doch obwohl seine Gedanken eigentlich bereits bei seiner neuen Mission hängen sollten, schweiften sie automatisch wieder zu dem Gesicht Vergils ab.

Er musste sich eingestehen, dass er es versuchen wollte, diese Beziehung. Ja, er musste es sogar. Zum ersten Mal gab es einen Strohhalm, an den er sich klammern konnte. Einen Bruder, mit dem er möglicherweise so etwas wie eine familiäre Bindung bilden konnte. Endlich jemand, zu dem er gehörte und vielleicht… ja, akzeptierte.
Was war schon eine weitere Enttäuschung für den Ausblick auf einen Mann, den er tatsächlich ¨Bruder¨ nennen durfte?  

Selbst zu diesem Zeitpunkt hätte Dante niemals auch nur im Entferntesten daran gedacht, diesen Mann bald sogar als seinen Liebhaber zu bezeichnen. Hätte man ihm dies im Hier und Jetzt erläutert, er hätte womöglich lauthals aufgelacht.

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Hallo nochmal :3
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¨Kekse und Cola hinstell¨  
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