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Survival-Die Kunst zu überleben

von Linny01
GeschichteSci-Fi, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Ben Mason Captain Dan Weaver Dr. Anne Glass
06.01.2013
09.03.2013
9
26.586
 
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Dieses Kapitel
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06.01.2013 1.047
 
Prolog
Nichts außer Hoffnung

Oft ist Hoffnung das einzige, was uns noch bleibt. Wir halten an ihr fest, wohl wissend, dass sie nicht mehr als eine Lüge ist. Aber sie hilft uns, in den schlimmsten Situationen unseres Lebens einfach den Kopf zu heben und weiter zu machen. So lange bis das letzte Fünkchen Hoffnung in uns erlischt… Genau so lange, bis wir unseren letzten Atemzug tun.

„April! April, Lauf!“ Mein Vater schubst mich immer weiter in Richtung Wald. Ich stolpere über meine eigenen Füße und umklammere das Maschinengewehr in meinen Händen.
„Mach schon! Beeil dich! Sie dürfen dich nicht finden!“

Ich reiße meine Augen auf und schrecke hoch. Mein Atem geht stoßweise und mein Kopf wirbelt von einer Richtung in die Andere.
Keine Aliens. Nur ich allein habe mich aus den Tiefen dieses Alptraums gerettet. Ich verharre einen kurzen Moment in dieser Halb liegenden, halb sitzenden Position und lausche angestrengt. Es ist alles still. Dann, nach einigen Sekunden, greife ich nach meinem Rucksack, schäle mich aus meinem Schlafsack und schwing mich von meinem Ast. Ich lande sicher auf allen vieren auf dem weichen Waldboden.
Ich war schon immer gut im Klettern gewesen. So etwas musste man als Parcourläufer einfach können. Doch da gibt es ein Problem… Die Skitters sind besser im Klettern. Besser als ich, und besser als jeder andere Mensch es jemals sein könnte.
Ich trete den Rucksack, den meine Freundin Jessy als provisorisches Kopfkissen benutzt, achtlos weg. Obwohl, Freundin kann man nicht sagen… Sie ist eher eine Art Gefährtin von mir.
Ihr Kopf kommt mit einem dumpfen Geräusch auf dem Boden auf.
„Boa ey. Hast du se’ noch alle beisammen, Bambi?!“, mault sie und betastet ihren Schädel. Bambi, das ist der Spitzname, den sie mir, herrisch wie sie manchmal ist, bei unserer ersten Begegnung im Camp gegeben hat.
Aber in der Regel ist sie zu ertragen. Vielleicht ist sie mir schon ein bisschen ans Herz gewachsen…
„Sorry, Jessy.“, ich lächele sie an „Aber wir sind im Krieg“ Ich deutet auf die MP7, die ich mit einem Gurt am Rücken festgeschnallt habe und setzte eine Unschuldsmiene auf.
Jessy grinst und fährt sich durch ihr zerzaustes pechschwarzes Haar: „Ach ja. Da war ja noch was!“ Sie schnippt sich gegen die Stirn und rappelt sich auf.
Dann schultert sie ihren Rucksack, greift nach ihrer Waffe, einer G36, und sieht mich auffordernd an. „Was jetzt?“
Schon vor einigen Wochen hatten wir uns darauf geeinigt, dass ich die Führung dieser 2 Mann starken Gruppe übernehmen würde, da ich als einzige von uns eine Karte besitze und sie auch noch lesen kann. Beides konnte man jedoch nicht von Jessy behaupten…
Ich krame in einer Tasche meiner Hose, die seitlich an meinem Oberschenkel angebracht wurde und hocke mich auf den Boden. Dort breite ich meine Karte aus. Ich tippe mit meinem Zeigefinger auf eine große grüne Fläche im unteren Teil der Karte: „Ungefähr hier sind wir…“
Jessy beugt sich interessiert zu mir herunter und nickt knapp.
„Und wo genau soll Boston sein?! Sorry, Bambi aber ich bin Grotten schlecht im Kartenlesen…“ Sie lässt sich mit einem Seufzen im dichten Grass der Lichtung nieder und starrt ratlos meine Karte an.
Ich fange an zu lachen: „Jessy, du bist nicht nur schlecht im Karten lesen, du hast auch noch ein Orientierungssinn wie ein kalter Toast!“ Mir kommen schon Tränen vor Lachen, als Jessy ein Schnute zieht und beleidigt ihre Arme vor der Brust verschränkt.
„Dafür bin ich besser im Skitters töten…“ Als ich den Stolz, der leise in ihrer Stimme mitschwingt, bemerke, senke ich kopfschüttelnd mein Gesicht und fixiere meine Karte. Mein Blick verfinstert sich.
„Mit töten hat das gar nichts zu tun. Du quälst sie. Erst die Beine, die Arme und dann der Kopf. Das ist Verschwendung von Munition…“, ich senke meine Stimme und fahre mit meinen verschmutzten Fingern geistesabwesend die Linien meiner Karte nach.
Ja. Jessy ist mit ihren 17 Jahren eine von den Menschen, die es lieben die Skitters langsam aber qualvoll zu töten. Allerdings leidet bei solchen Aktion die Munition besonders darunter. Ich bevorzuge eine schnellere Variante des Tötens. Die Skitters sind es mir einfach nicht wert, so viel Munition auf einmal zu verballern.
„Haben sie etwas Besseres verdient?!“
Und sie ist so ziemlich die reizbarste Person die ich kenne…
Jessy fuchtelt aufgebracht mit ihren Händen vor meinem Gesicht herum, sodass es mir schwer fällt, mich auf die Karte zu konzentrieren.
Manchmal wünsche ich mir, dass nicht nur wir beide die letzten Überlebenden der 4. Massachusetts sind. Obwohl, dass wir die letzten sind, wissen wir nicht genau. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass noch jemand anderes überlebt hat ist sehr gering. Er müsste uns doch dann mal über den Weg gelaufen sein…
„Hallo?! Hast du mir überhaupt zugehört???“ Jessy reißt mich aus meinen Gedanken. Allerdings sind Jessy und ich ein gutes Team. Das hätte ich selbst nie gedacht…
„Ja, hab ich…“, knurre ich sie an und hebe kurz meinen Kopf. „Aber ich ziehe es halt vor, wenn man sie mit einem Schuss in den Kopf, oder eher gesagt in die Kehle, direkt erledigt. Spart Stress, Dreck und Munition.“ Bevor sie noch etwas erwidern kann lächle ich sie an und tippe auf einen Fluss, der sich im Oberen Teil einmal quer über die ganze Karte zieht. Sie würde als weiteres Argument eh nur behaupten, dass Skitters töten auch noch Spaß macht. Um das vorherzusehen kannte ich sie inzwischen gut genug.
„Das ist der Southern Tonic River. Das einzige, was ich weiß, ist, dass sich die 2. Mass in der Nähe von Boston aufhält. Und Boston befindet sich auf der anderen Seite dieses Flusses. Naja, falls noch etwas von Boston übrig ist… Aber die 2. Mass hat, so weit ich weiß, die Anweisung, in der Nähe von Boston zu bleiben. Und da die 2 Mass die einzige Kampfeinheit ist, die sich in Unmittelbarer Nähe von uns aufhalten sollte, müssen wir den Fluss also irgendwie überqueren…“ Ich höre mich nicht gerade überzeugt an, aber die 2. Massachusetts ist nun mal unsere einzige Chance diesen Krieg zu überleben…
„Das dumme ist, dass wir nur hoffen können. Hoffen, dass die 2. Massachusetts überhaupt noch existiert…“
Ich zucke kurz in mich zusammen, weil ich weiß, dass sie Recht hat. Ich nicke ernst.
Ja, und wieder ist Hoffnung auf Rettung so ziemlich das Einzige, was uns noch bleibt…
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