Traumtherapie

KurzgeschichteRomanze, Freundschaft / P18 Slash
Castiel Dean Winchester Gabriel/Trickster Sam Winchester
05.01.2013
02.02.2013
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Traumtherapie

Dean, frisch der Hölle entsprungen, muss sich mit der Erinnerung an eine grausame Folter quälen und Sam ist machtlos dagegen. Aber dann steht plötzlich Castiel im Zimmer, aber er ist nicht der einzige Engel, der die Winchesters besuchen kommt…
Dean/Castiel und Sam/Gabriel.
(Das ganze spielt in etwas in der ersten Hälfte der vierten Staffel)


„Du weißt, dass dein Bruder direkt neben dir Höllenqualen erleidet?“
Sam fuhr erschrocken zusammen als die ruhige Stimme erklang, den Laptop, der von seinen Knien rutschte als er aufsprang, konnte er grade noch vor dem Aufprall auf dem Motelzimmerboden bewahren.
„Verdammt!“, stieß er hervor.
„Keinesfalls.“, erwiderte Castiel ruhig.
Sam drehte sich zu ihm um und sah, dass Castiels Blick auf Dean ruhte, der mit einem Buch auf der Brust auf seinem Bett eingeschlafen war.
„Was willst du, Castiel?“, fragte Sam und strich sich sein Haar zurück.
Castiel trat an Deans Bett heran und sah dann Sam über die Schulter hinweg an.
„Er erleidet Dinge, die du dir nicht vorstellen kannst.“
Sam sah auf seine Füße. Als ob er das nicht wissen würde! Aber was sollte er denn dagegen tun? Er hasste das Gefühl der Machtlosigkeit und dieses erfüllte im Moment jede Pore seines Körpers, ohne dass er es verhindern könnte.
Jetzt stand Castiel vor ihm und sah ihn forschend an, „du siehst besorgt aus, Sam.“
Sam konnte nichts gegen das kühle Lachen unternehmen, das aus seinem Mund kam, „gut erkannt.“, lobte er lieblos. Bei diesen blauen Augen, die ihn musterte, war es ihm als würde die Hilflosigkeit ihn überschwemmen, „Was soll ich tun, Castiel? Er bittet mich nicht um Hilfe!“, brach es aus ihm heraus.
„Und warum bittest du nicht um Hilfe?“
Die Frage stand unbeantwortet im Raum, bis sich Castiel wieder zu Dean begab und auf ihn hinabsah.
„Kannst du ihm denn helfen?“, fragte Sam misstrauisch. Er traute Castiel noch nicht ganz, er konnte ihn nicht einschätzen und das schreckte ihn mehr ab als er wollte.
„Du musst auf diese Hülle achtgeben.“, erklärte Castiel ruhig und fasste sich an die Brust, „für eine solch gefährliche und lange Reise muss ich sie verlassen.“
Verständnislos starrte Sam ihn an, „was?“, brachte er schließlich verwirrt hervor, „wo gehst du denn jetzt schon wieder hin?“
„In sein Unterbewusstsein. Er ist weit weg.“
Ohne ein weiteres Wort setzte sich Castiel auf die Bettkante von Deans Bett und legte seine Hand auf die warme Stirn unter sich.
„Danke!“, stieß Sam aus, auch wenn er sich noch immer nicht sicher war, wie genau Castiel seinem Bruder helfen wollte. Er war dankbar für jeden Versuch.
„Bedanke dich nicht. Ich tue das für Dean.“
„Trotzdem.“, Sam trat schnell zu Castiel, beugte sich hinab und zog ihn in eine feste Umarmung, bevor sich dieser wehren konnte. Erst war der Engel völlig steif und regungslos, doch dann fiel sein Kopf auf Sams Schulter und sein Körper sackte in Sams Händen zusammen.
Vorsichtig legte er Castiel auf das Bett und fühlte sicherheitshalber nach seinem Puls.
Aber dort war kein Puls und auch als er ein Ohr an seinem Mund legte, konnte er keinem Atem spüren. Der Körper war kalt und reglos.
Sam schluckte und schaute sich verwirrt im Raum um, aber es war vollkommen still, sogar Deans Atmung wurde ruhig und gleichmäßig.
Noch einmal fühlte er den Puls an Castiels Körper und betastete seine Stirn. Hätte er nicht eben noch mit dem Engel gesprochen, so würde er jetzt nichts anderes als einen toten Mann vor sich sehen. Der Anblick machte ihm Angst und er lief zum Fenster um Luft zu schnappen.
„Was sehe ich denn dort für ängstliche Rehaugen?“
„Herrgottnochmal!“, erschrocken wirbelte Sam herum.
Gabriel sah sich entsetzt im Raum um, die Hände in den Hosentaschen, „ich hoffe doch nicht!“, sagte er und zwinkerte Sam dann zu.
„Freust du dich gar nicht mich zu sehen?“, fragte er.
„Wirklich, Gabriel, das ist eine ganz, ganz schlechte Angewohnheit von euch, euch von hinten an mich anzuschleichen. Irgendwann hab ich einen Revolver in der Hand und erschieße dich oder Castiel oder sonst wen ausversehen!“
„Oh, ich hoffe doch darauf, deinen Revolver zu sehen.“, sagte Gabriel und grinste schelmisch. Dann brach er in Gelächter aus.
„Und Castiel beschert deinem Bruder süße Träume, ja?“, fragte er und schlenderte zu dem Bett.
„Er war auf einmal-“
„Weggetreten. Naja, das kann schon passieren.“
Sam nickte. Vielleicht konnte Castiel Dean ja wirklich helfen.
Plötzlich stand Gabriel ganz nahe vor ihm und sah zu ihm auf, „und wer kümmert sich um meinen Lieblingsmenschen?“, fragte er und ließ seine Hand in Sams hintere Hosentasche wandern, „gebe es schon zu! Du hast mich vermisst!“
Ohne sich weiter aufzuhalten umfasste er Gabriels Gesicht mit beiden Händen und beugte sich zu einem tiefen Kuss herab, „ja habe ich.“, antwortete er ihm in den geöffneten Mund, „wehe du verschwindest wieder für so lange, Gabriel.“
„Ich hatte meine Gründe, das weißt du.“, Gabriel biss ihm leicht in die Unterlippe und lächelte, „aber eigentlich sind das deine Gründe, Sammy.“
Sam seufzte und zog Gabriel wieder näher zu sich, „es hat sich noch nicht ergeben.“
„Er wird es eh erfahren.“, Gabriel zuckte mit den Schultern und funkelte Sam von unten herauf an, „und jetzt-“, er schnipste und plötzlich standen sie beide auf dem Flur einer warm beleuchteten Wohnung, „jetzt machen wir hier weiter.“