Once upon a time in France

von anyrei
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 Slash
05.01.2013
01.03.2013
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Dieses Kapitel
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(Vielen Dank für alle eure Kommentare! Ihr seit echt toll *umarm*! So das ist das vorletzte Kapitel. Das letzte habe ich auch schon fertig geschrieben, liegt aber noch bei meinem Beta ^^. Sollte hoffentlich aber nicht lange dauern, bis ich es hochladen kann. Ich hoffe ihr schreibt wieder fleißig Reviews, weil ich sehr gespannt bin auf eure Gedanken!)

Kapitel 7: Die Schatzkiste

Diese Nacht konnte John kaum schlafen. Er wälzte sich hin und her und dachte die ganze Zeit darüber nach, wie der morgige Tag mit Sherlock aussehen würde. Würden sie einfach so tun, als wäre nichts geschehen?
Was wäre, wenn Sherlock ihn noch einmal küssen würde?

John seufzte und drehte sich zum gefühlten dreihundertstenmal Mal auf die andere Seite, nur um in das nun wache Gesicht seiner Schwester zu blicken. Harry hatte einen Gesichtsausdruck der zwischen schlaftrunken, besorgt und verärgert aussah – eine Kombination, die nur sie zustande brachte.

„Was ist los?“, murmelte sie.

„Ich kann nicht schlafen. 'Tschuldigung, dass ich dich geweckt habe.“

„Nicht so schlimm. Möchtest du drüber reden?“

John dachte eine Weile darüber nach. Seine Schwester erzählte ihm immer alle ihre Probleme, auch wenn er sie nicht hören wollte. Sie hatte ihm noch nie angeboten über seine zu sprechen. Andererseits hatte er auch fast nie welche. Er wusste, dass sie ihm vertraute und das beruhte auf Gegenseitigkeit.

„Ich weiß nicht. Es ist wirklich ernst und du machst dich bestimmt über mich lustig.“

„Das werde ich nicht. Ich verspreche es.“

Etwas in Harrys Stimme war eigenartig. Sie klang sehr viel erwachsener, als er es von ihr gewohnt war. John überlegte wie und wo er anfangen sollte.

„Ich habe dir doch von Sherlock erzählt...“

„Der Junge, mit dem du hier so viel Zeit verbringst.“ Es war mehr eine Feststellung, als eine Frage.

John nickte: „Wir verstehen uns echt gut. Aber er fährt übermorgen nach Hause. Morgen ist unser letzter Tag zusammen.“

„Das ist immer schade, wenn man jemand Tolles im Urlaub trifft und die Person nachher wahrscheinlich nie wieder sieht.“ Harry sah traurig aus, als sie das sagte. „Aber ihr könntet Adressen austauschen. Immerhin kommt er auch aus England. Vielleicht ist es gar nicht so unrealistisch, wenn ihr beide tatsächlich befreundet bleibt.“

John schaute kurz weg und räusperte sich. Harry blickte ihn grinsend an. „Das ist nicht alles, was dir auf dem Herzen liegt, oder?“

Ihr Bruder schüttelte den Kopf. „Er hat mich heute Abend geküsst... auf die Wange.“

Harry schaute ihn groß an. „Echt? Und was ist dann passiert?“

„Nichts. Er hat sich umgedreht und ist in sein Hotel geflüchtet. Wir hatten uns für morgen verabredet. Und ich weiß nicht genau, wie ich darauf reagieren soll.“ John fuhr sich seufzend mit der Hand durchs Gesicht.

„Magst du ihn denn auch? Ich meine so, wie er dich anscheinend mag“, fragte Harry vorsichtig.

John hörte nichts, was annähernd nach Verurteilung oder Belustigung klang in der Stimme seiner Schwester.

„Ehrlich gesagt, weiß ich das nicht. Ich meine, ich stehe nicht auf Jungs.“

„Ich auch nicht.“

„Was?“ Für einen Moment schaute John Harry nur ungläubig an.

Harry zuckte die Schultern und schaute weg.
„Aber du hast mir doch die ganze Zeit von diesem Jungen erzählt, in den du so verschossen bist...“

„Aber in Wirklichkeit habe ich die ganze Zeit von Chloé gesprochen. Sie ist wirklich wundervoll, aber nach unserem Urlaub sehe ich sie wahrscheinlich nie wieder.“ Eine Träne lief Harry übers Gesicht und sie wischte sie ärgerlich weg.

John verzog das Gesicht und drückte seine Schwester an sich, die schließlich richtig an fing zu weinen.
Er strich ihr über die Haare und versuchte sie irgendwie zu trösten. Langsam verebbten ihre Tränen und sie lachte kurz bitter.

„Das ist wieder typisch ich, oder? Du hast ein Problem und es endet damit, dass ich dir meine auflade.“

John schüttelte den Kopf. „Dafür bin ich doch da.“

Harry lachte und wischte sich die letzten Tränen aus dem Gesicht.

„Weißt du, manchmal verliebt man sich einfach in jemanden, weil man diesen Menschen wundervoll findet. Da spielt es keine Rolle, ob man normalerweise auf Mädchen oder Jungs steht.“

„Ist das so?“

Ja. Du Dummerchen“, lachte Harry und wuschelte ihrem Bruder über den Kopf. „Das heißt, wenn du morgen deinen letzten Tag zusammen mit ihm verbringt, mach einfach das, was dein Herz für richtig hält und hinterfrage es nicht.“

Er lächelte seine Schwester breit an. „Danke.“

Sie schüttelte grinsend ihren Kopf und warf sich übertrieben zurück auf ihre Luftmatratze.

„So und jetzt lass mich schlafen. Ein Mädchen braucht ihren Schönheitsschlaf.“

„Aye, aye Sir!“


~~~~~~


Um kurz nach neun stand Sherlock schon an ihrer Campingstelle, als John mit seiner Familie noch mitten beim Frühstücken war. Johns Mutter erblickte ihn zuerst.

„Hallo Sherlock. Komm setzt dich zu uns. Du kannst gerne noch was mitessen.

„Hallo. Ich hab schon gegessen. Danke.“

„Ach, ja? Was?“, meinte John lakonisch und grinste ihn dann breit an, als Sherlock sich neben ihn auf die Bank setzte.

Sherlock grinste zurück. „Ach, du weißt schon... Frühstück.“

„Du hast nur eine Tasse Tee getrunken, oder?“

„Wie auch immer. Beeil dich, der Tag ist ja schon fast herum.“

John schüttelte den Kopf und schob Sherlock ein paar Apfelstücke hin.

„Iss einen, dann beeile ich mich auch mit meinem Essen.“

Sherlock grummelte etwas, doch nahm schließlich ein Apfelstück – natürlich das kleinste.

Harry lachte und schüttelte den Kopf über die Beiden, die sich schon benahmen wie ein altes Ehepaar.

„Kommt ihr heute Nachmittag so gegen drei Uhr zum Strand, wo wir immer sind? Wir wollen ein Picknick machen“, fragte Johns Mutter freundlich.
John blickte Sherlock fragend an und der zuckte nach kurzer Zeit nur die Schultern.

„Okay, plan uns mit ein“, meinte John und wischte ein paar Krümel von seiner kurzen Hose. „Ich hol noch gerade meine Tasche, dann können wir los, Sherlock.“


~~~~~~

Eine ganze Weile gingen sie schon beide schweigend nebeneinander her in Richtung ihres Schiffswracks.

„Hast du irgendwas Bestimmtes im Kopf, was wir heute machen?“, meinte John schließlich, um das Schweigen zu brechen.

„Ich dachte, wir könnten das Schiff noch mal durchsuchen, vielleicht finden wir noch was Interessantes.“

„Wenn wir auf das Schiff klettern, könnten wir auf die Brücke kommen“, schlug John nach kurzem Nachdenken vor.

„Glaubst du, wir kommen über die Reling? Das Schiff liegt in einem sehr ungünstigen Winkel, um da hoch zu klettern.“

„Zusammen schaffen wir das schon. Wir machen einfach eine Räuberleiter.“

Sherlock nickte lächelnd, als sie an der Klippe angekommen waren.

Es war tatsächlich einfacher auf das Schiff zu klettern, als Sherlock gedacht hatte. Sie mussten trotzdem ziemlich vorsichtig sein – an einigen Stellen war das Schiff morsch, auch Metallteile waren durch das Wasser vom Rost zerfressen. Die Tür zur Brücke war sehr stark eingedellt und daher auch leicht zu öffnen. Sherlock stellte sich mit leuchtenden Augen ans Steuerrad und schaute aus den kleinen Fenstern.

John grinste und überließ Sherlock erst einmal seiner Piratenkapitän-Fantasie. Die Rückwand des Schiffs war mit einem alten Fischernetz geschmückt, in dem Seesterne und Muscheln hingen. Einige Holztruhen standen an der Wand – nur wenige davon waren verschlossen. John fand einige vergilbte Seekarten und alte Kleidungsstücke.

Sherlock war inzwischen neben ihn getreten und befreite eine der schönen Muscheln aus dem Fischernetz, um sie dann in seinem Rucksack zu verstauen. Es war nicht das erste Mal, dass Sherlock Fundsachen mit einer gewissen Ästhetik in seinem Rucksack verschwinden ließ. John musste darüber innerlich lächeln, denn er hatte früher auch oft schöne Steine und andere Dinge in seiner Hosentasche gesammelt. Da er immer Ärger von seiner Mutter bekommen hatte, die diese Fundsachen schließlich in der Waschmaschine fand, hatte John irgendwann mit diesem Sammeln von Schätzen aufgehört.

„Hast du wieder dein Werkzeug dabei, um die verschlossenen Truhen auf zu bekommen?“, meinte John, der vor einer der verschlossenen Truhen kniete. Sherlock schaute ihn kurz an und nickte schließlich. Er war heute viel stiller als sonst und schien tief in Gedanken versunken. Fast so, als wäre er bedrückt. Sherlock kniete sich neben John und fing an das Schlüsselloch der Truhe mit einem Dietrich zu bearbeiten.

„Ist alles okay mit dir?“, Johns Stimme war sehr sanft und warm – und sehr nahe an seinem Ohr.

Sherlock nickte knapp. Er fühlte Johns skeptischen Blick auf ihn ruhen und wusste, dass sein Freund es wohl nicht darauf beruhen lassen würde. Seufzend lehnte sich Sherlock zurück und blickte John an.

„Ich hätte das gestern nicht machen sollen. Entschuldige.“

John blickte ihn überrascht an. Anscheinend machte sich Sherlock Gedanken darüber, ob er ihre Freundschaft mit diesem Kuss in Gefahr gebracht hatte.

„Es ist alles in Ordnung. Es ändert nichts.“

Sherlock schaute John überrascht an, der ihn aufmunternd anlachte. „Und kriegst du die Kiste jetzt auf?“

Sherlock grinste erleichtert. „Nichts leichter als das.“

Der Vormittag verging wie im Flug. Viel Interessantes oder Wertvolles hatten die beiden nicht entdeckt, aber sie hatten sehr viel Spaß dabei, sich der Piratenfantasie hinzugeben und mit ihrem Schiff die Weltmeere zu besegeln. Ein Vormittag voll mit Abenteuern des berüchtigten Piraten Kapitäns Sherlock und seinem mutigen Schiffsarzt Watson. John hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß gehabt. Sie kletterten überall auf dem Schiff herum und lieferten sich ein Säbel Duell mit zwei alten Holzplanken, aus dem John eindeutig als Sieger hervorging – nicht wegen seines Könnens, da hatte ihm Sherlock mit einigen Fechtstunden viel voraus, sondern einfach nur, weil er stärker als Sherlock war und ihn irgendwann einfach entwaffnete, indem er Sherlock kitzelte. Sherlock beschwerte sich zwar, dass Kitzeln in einem Piraten Duell nicht erlaubt war, stieß mit seiner Argumentation aber auf taube Ohren.

Ein Blick auf die Uhr beendete leider irgendwann ihr Abenteuer, da sie noch am Strand verabredet waren und John mittlerweile richtig Hunger hatte.


~~~~~~


Die Sonne stand immer noch hoch am Himmel, obwohl es schon Nachmittag war, als Sherlock und John endlich am verabredeten Platz zum Picknicken angekommen waren. Harry kam ihnen mit einem breiten Grinsen entgegen und knuffte ihren Bruder zur Begrüßung unsanft gegen die Schulter.

„Na, habt ihr einen schönen Tag gehabt, bisher?“

Ihr Bruder nickte und lächelte flüchtig, was ihm einen zweideutigen Blick seiner Schwester bescherte.

„Was gibt es zu essen? Ich hab einen Bärenhunger.“

„Tapas, Salat und so.“

„Oh man, ich könnte einen Elefanten essen, gefüllt mit noch einem Elefanten, der mit anderen leckeren Sachen gefüllt ist“, seufzte John.

Sherlock grinste John belustigt an. „Das sagst du nur so. Kaum hättest du das Elefantenohr gegessen, wärst du satt.“

„Das Ohr? Ich würde mit dem Rüssel anfangen.“

„Ach, du würdest nicht mal die Hälfte des Rüssels schaffen.“

„Und worauf begründest du deine Annahme?“

„Du bist viel zu klein um so ein großes Tier zu essen“, grinste Sherlock.

„Na warte!“ John fing wieder an Sherlock zu kitzeln, doch Sherlock lief lachend vor John weg. Weit kam er allerdings nicht, denn John holte Sherlock schnell ein, warf ihn in den Sand und setzte sich auf ihn, damit er nicht weglaufen konnte.

„Meuterei!“, rief Sherlock lachend, als John ihn wieder kitzelte.

„In Ordnung, ich gebe auf“, lachte Sherlock keuchend. „Du bist nicht klein. Du bist konzentriert.“

John blickte ihn gespielt böse an und drohte ihn wieder zu kitzeln.

„Und du könntest den ganzen Elefanten essen“, kicherte Sherlock immer noch außer Atem.


„Das lasse ich zählen“, meinte John großzügig.

Immer noch lachend gesellten sich die beiden zur Picknick Decke, wo Johns Eltern schon Allerlei leckere Speisen aufgestellt hatten. Es war ein lustiger Nachmittag, den sie am Strand verbrachten. Harry hatte es sogar geschafft die beiden zu einer Partie Strandvolleyball zu überreden. Harrys französische Freundin Chloé war nach dem Essen zu ihnen gestoßen und sie spielten eine Runde Mädchen gegen Jungen. Harry und Chloé gewannen haushoch. Allerdings hatte John auch nichts anderes erwartet, da seine Schwester im Volleyball Verein ihrer Schule war. Sherlock war mit dem Ergebnis allerdings nicht zufrieden und forderte eine Revanche. Bei der zweiten Runde versuchte Sherlock John durch die Gegend zu scheuchen und ihm ständig Befehle zuzurufen. Aber auch diese Taktik war nicht von Erfolg gekrönt, denn die Mädchen gewannen schon wieder.

Die Sonne ging schon langsam unter, als Johns Vater beschloss, ein Foto von Sherlock und John zu machen. John stellte sich grinsend neben seinen Freund und legte ihm seinen Arm auf die Schulter. Sherlock mochte es nicht besonders gern, fotografiert zu werden, aber bevor er etwas sagen konnte, hatte Johns Vater das Foto schon gemacht.

Sherlock bemerkte wie glücklich und unbeschwert er sich heute gefühlt hatte. Johns Familie war so anders als seine. Viel einfacher und freundlicher. Niemand stellte Erwartungen an ihn, und für diese kurze Zeit konnte Sherlock einfach nur so sein, wie er war. Diese Stimmung wurde heftig zerschlagen, als Sherlock Mycroft erblickte. Sein Bruder kam nicht zu ihm, sondern zeigte nur mit übertriebener Gestik auf seine Uhr.

Die untergehende Sonne ließ Johns blonde Haare rötlich leuchten, und Sherlock blickte seinen Freund melancholisch an. Seine Stimmung spiegelte sich in Johns Augen wieder. Es war Zeit für den Abschied.

„Ich habe hier was für dich!“ John hielt Sherlock einen Zettel hin. „Das ist meine Adresse. In einer Woche bin ich auch wieder zu Hause, und vielleicht hast du Lust mir zu schreiben.“

Sherlock lächelte John breit an und nickte. „Danke.“ Er packte den Zettel in seinen Rucksack und wühlte ein wenig darin herum.

„Ich habe auch was für dich.“ Sherlock hielt John das kleine Metallkästchen, was sie auf der Pluto gefunden hatten, hin. In der Schatzkiste war die schöne Muschel, die Sherlock auf der Brücke des Schiffs gefunden hatte, ein paar glitzernde, bunte Steine vom Strand und die Notizen über den „fünf Orangenkerne Fall“, die Sherlock sich in der Bibliothek gemacht hatte.

„Ich hoffe wir bleiben Freunde“, meinte Sherlock leise.

„Das werden wir. Danke.“ John lächelte und drückte Sherlock an sich und nach kurzem Zögern legte dieser seine Arme um ihn.

„Sherlock, komm jetzt endlich!“, rief Mycroft ungeduldig. „Du musst noch deine Sachen packen.“

Sherlock lies John langsam los und schaute ihn traurig an.

„Hey, wir sehen uns wieder.“ John stupste Sherlock aufmunternd auf die Schulter.

„Versprochen?“

„Versprochen. Du kannst ja auch schlecht ohne Schiffsarzt durch die Gegend segeln, oder?“

Sherlock grinste und nickte. Er nickte John zu und drehte sich schließlich um, um zu Mycroft zu gehen, der schon ungeduldig vor sich hin gestikulierte.

„Na endlich. Lass uns endlich gehen“, meinte Mycroft kalt.

Sherlock drehte sich noch einmal zu John um, der immer noch am Strand stand und ihm hinterher blickte. Sherlock hob zum Abschied die Hand und sein Freund erwiderte die Geste. Sherlock seufzte und folgte Mycroft dann langsam zum Hotel.

~~~~~~

Sherlock wollte John schreiben. Er überlegte sich schon im Flugzeug nach London, was er John alles erzählen wollte. Sicherlich war eine Menge davon, wie sehr sein Bruder ihm zur Zeit auf den Keks ging. Er hatte seinen Bruder sogar dabei erwischt, wie er seinen Rucksack durchwühlt hatte. Angeblich um alles ordentlich zu sortieren und Müll oder Tiere aus seiner Tasche zu entfernen. Nur weil Sherlock ein paar Mal Ratten und Frösche in seinem Rucksack hatte, hatte Mycroft sich in den Kopf gesetzt ständig seine Sachen zu kontrollieren.

Sherlock öffnete seinen Rucksack um Johns Adresse herauszunehmen. Sein Rucksack enthielt alle seine Sachen, die er auf dem Flug dabei haben wollte. Zwei Bücher, seinen Walkman und etwas zu schreiben. Die Adresse von John hatte er in sein Lieblingsbuch gelegt. Doch als Sherlock das Buch öffnete war die Adresse nicht mehr da. Erschrocken schüttete Sherlock den Inhalt des Rucksacks auf seinen Schoß, was ihm einige Seitenblicke von anderen Passagieren bescherte. Doch das interessierte Sherlock nicht im geringsten. Er wolle einfach nur die Adresse finden. Als er alles durchsucht hatte, schaute er geschockt Mycroft an, der neben ihm saß und tief in eine Zeitung versunken war.

„Mycroft, wo ist der Zettel aus meinem Buch?“

„Mmmhhh?, machte Mycroft ohne aufzublicken.

„Der Zettel! Mit Johns Adresse. Hast du ihn aus meinem Rucksack getan?“

„Ich hab keinen Zettel gesehen. Ich habe nur Müll aus deinem Rucksack weggeworfen.“

Sherlock spürte wie er sich innerlich verkrampfte und Wut und Verzweiflung in ihm hochkochten.

„Du hast die Adresse von meinem Freund weggeworfen“, flüsterte er leise.

„Mach dich nicht lächerlich. Du hast keine Freunde. Ich bin der Einzige, der sich um dich kümmert.“
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