Geschichtsstunde der Dicloniuskriege

GeschichteRomanze, Fantasy / P16
01.01.2013
12.01.2013
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Mit Leichtigkeit war es mir gelungen, die neue Professorin in mein Labor zu locken. Ich hatte ihr gesagt, ich wolle ihr meine Fortschritte bei der Forschung an einem recht neuen Zugang, an dem sie sehr interessiert war, erläutern. Tatsächlich hatte ich herausgefunden, dass sie ein Diclonius war. Dass ich das wusste, davon hatte sie natürlich keine Ahnung.
"Kathalia war der Name, richtig?", fragte ich. "Ja, Professor Maxwell", antwortete sie freundlich, vieleicht ein wenig schleimend, doch das war ich gewohnt. Noch immer war ich der gottverdammt Beste hier in dieser Forschungsanstalt. "Nun, Kathalia, dann nehmen sie doch bitte einmal hier Platzt", sagte ich und deutete auf einen Tisch. "Ich..äh...bin Besuch nicht gewohnt und meide ihn normalerweise; daher keine Stühle. Für sie mache ich da natürlich eine Ausnahme aber...naja; ich habe keine Stühle hier; tut mir leid." Lächelnd sah sie mich an und setzte sich wortlos auf den Tisch. "Ich hohle gerade eben die Akten", sagte ich und verschwandt hinter meinen Regalen voller Chemikalien und Ihresgleichen. Ich griff mir eine Spritze mit einem ziemlich starken Betäubungsmittel und schlich mich auf einem Weg, auf dem sie mich nicht sehen konnte, hinter Kathalia. Diese schaute währenddessen interessiert, fast naiv, durch mein Labor und schaukelte mit ihren langen Beinen, die den Tisch herunterbaumelten. Ich stand hinter ihr und stieß ihr die Spritze in den Hals. Sie wurde sofort ohnmächtig; wie ich erwartet hatte. Ich löste die Schleifen, die sie im Haar hatte. Ha! Da waren Hörner. Hatte ich doch richtig gesehen! Ich ging wieder in den hinteren Bereich meines Labors und suchte eine meiner neusten Erfindungen; ein Schockhalsband, welches Diclonius daran hintern sollte, ihre Vektoren nutzen zu können. Ich drehte mich um und sah auf den Tisch. Er war leer. "Fuck", sagte ich leise mit einem gefrorenen Lächeln im Gesicht. Sie war weg. Ob sie wohl die harmlose Gestalt angenommen hatte?
"Ich habe bereits gehört, dass sie der beste auf ihrem Fach sein sollen, Professor Doktor Simon Maxwell", erklang von irgendwo aus meinem Labor. Es schien von mehreren Richtungen her zu kommen; weswegen ich ihren Standpunkt nicht eindeutig lokalisieren konnte. "Ich hatte schon befürchtet, dass sie mir auf die Schliche kommen könnten und habe ein paar Vorkehrungen getroffen", sagte sie. Mein gefrorenes Lächeln wich einer Grimasse der Furcht. Langsam bewegte ich mich in Richtung der Tür. Plötzlich erfasste mich ein Vektor, der mich in die andere Seite des Raums katapultierte. landete unsanft auf dem Boden. Meine Nase blutete ziemlich heftig und meine Brille war etwas von mir weggerutscht. Nein! Mein Brille! Sofort hastete ich zu ihr, setzte sie mir auf die Nase und presste sie mir fest ins Gesicht. Solange ich diese Brille aufhatte, würde ich nicht sterben. Die Brille schütze mich vor Vektoren und lies mich sehen, wo sie waren. Ich drehte mich auf den Rücken und erkannte mit Schreck, dass Kathalia über mir
stand. "Ich....i.. ich...muss.... dich.... warnen....", brachte ich hervor; am ganzen Körper zitternd. Sie schob mir langsam einen Vektor entgegen, zuckte damit jedoch zurück, als sie mich berührte. Meine Brille machte ganze Arbeit! "Hmmm...", machte sie und schlug mir mit einem Vektor ins Gesicht. Ich presste meine Brille weiter mit aller Kraft in mein Gesicht. Auch weiterhin zitterte ich stark; hatte auch einen Schweißausbruch. Kathalia lachte leise. "Als ob es mich aufhalten würde!", flüsterte sie. Ob es an mich gewandt war, wusste ich nicht genau. Was ich dagegen genau wusste war, dass sie einen Vektor auf mich zuschob, mich damit am Hals packte, mich daran hochhob und mir dann einen anderen Vektoren ins Hirn schob. "Was...wie können sie..", würgte ich hervor. "Ich bin eine Königin", antwortete sie darauf mit einem Lächeln. "Ja, es tut weh. Aber mein Wille, durchzukommen, ist stärker. Keine Sorge; ich bezweifle, dass das jemand anders gelingen würde."
Sie ließ mich zu Boden fallen. Ich versuchte, weg zu kriechen; jedoch setzte sie sich auf meinen Bauch. Von dort sah sie mit einem Lächeln auf mich herab. "Professor. Lassen sie uns mal von Angesicht zu Angesicht reden. Ich will sie als Verbündeten. Sie wollen nicht sterben. Wie wäre es damit, dass sie jetzt und für den Rest ihres Lebens für mich arbeiten und ich sie dafür nicht töte?"
Zitternd lag ich auf dem Boden. Ich konnte ihr Angebot nicht ausschlagen, doch...
"Ich werde niemals für sie arbeiten, nur um mein Leben zu schützen!", sagte ich. Ich klang so mutig, wie ich konnte. Natürlich war das Ganze ein einziger Bluff. "Schade", machte sie. "Dann haben sie für mich keinen Wert" Langsam, als wollte sie mir die Möglichkeit, meine Meinung zu ändern, bieten, schob sie ihren Vektor in mein Hirn. Ich hoffte, dass sie auch bluffte. Das tat sie nicht. "Halt!", schrie ich halblaut voller Panik. "Das...das war doch nur ein Scherz...ein Scherz unter Kollegen...sie wollen mich doch nicht wirklich...Tod sehen...oder....." panisch sah ich zu, wie sie darauf reagieren würde. Immerhin hatte sie ihren Vektor wieder aus meinem Hirn gezogen. "Um ehrlich zu sein..",  begann sie "..ich würde es für eine Verschwendung halten, sie zu töten. Aber..wenn sie nicht für mich arbeiten...Nun, wissen sie, es besteht doch ein gewissen Risiko für mich, dass sie mich verraten würden." Mein Herz klopfte Sturm. Sie spürte es sicherlich; sie saß darauf. "Ja....was das angeht...." Ich wusste nicht, ob die Panik aus mir sprach oder ob ich selbst unter diesen Umständen rational bleiben konnte. "Kathalia....ich...ich würde ja jetzt auf die Knie fallen, aber..." Ich zitterte. Ich sprach zittrig. Alles in mir deutete auf schiere Panik hin. "Gib mir deine Brille, Maxwell, und ich nehme dich in meine Dienste", sagte sie ruhig. Wenn ich ihr meine Brille gab, könnte sie mich Problemlos töten....Ach, verdammt nochmal! Ich lag her zwischen in einem Labor, in dem verschiedenste Säuren gelagert wurden. Würde sie mich töten wollen, würde sie einen Weg finden. Und der hier erschien mir am wenigsten grausam.
Langsam hob ich meine Brille von meinem Gesicht weg und gab sie ihr. "Schön. Wie ich dachte; du konntest die ganze Zeit meine Vektoren sehen. Hihi..", machte sie. Sie kicherte. Sie erhob sich und legte mich einen Vektor um den Hals. Daran zog sie mich auf die Beine und setzte mir meine Brille auf. "Da die Brille Stärke hat gehe ich davon aus, dass sie die wirklich brauchen", sagte sie. Sie hatte mich nicht getötet...das war gut. Sie redete weiter: "Übrigens, der Neuzugang ist mein Sohn. Keine Sorge; er ist friedlich. Er weiß nicht, was er wirklich ist. Und wenn wir uns geschickt anstellen, wird er es auch nicht erfahren." Ich konnte...vieleicht konnte ich ja schnell hier weg und sie doch irgendwie...aber..sie hatte mein Leben verschont...ich war mir sicher, dass viele meiner Vorgesetzten das nicht getan hätten, wäre ich ohne meine Brille einem Diclonius begegnet. Kathalia lächelte erneut und sagte: "Ach, übrigens: Nur, weil ich dich jetzt am Leben gelassen habe, heißt das nicht, dass ich dich nicht töte, wenn du mich verrätst. Wenn du meine wahre Identität Preis gibst...nun, dann wirst du mich noch um deinen Tod anbetteln! Sei gewarnt und tue nichts Unüberlegtes."
Ja, ich würde sie nicht verraten. Ich wusste nicht, warum, aber ich hatte es im Gefühl, dass es so besser war. Ich würde mich wohl daran gewöhnen müssen, für eine Dicloniuskönigin zu arbeiten.
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