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"Ruhe in Frieden..."

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Beyond Birthday L
31.12.2012
31.12.2012
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3.354
 
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31.12.2012 3.354
 
Als die ersten Strahlen der Sonne in seinem Zimmer fielen, öffnete Beyond Birthday schlagartig die Augen. Ein letztes Mal würde er es erleben.
Ein letztes Mal konnte er als freier Mensch aufstehen und die Sonne von draußen genießen. Auch wenn er den Entschluss schon vor Tagen, ja sogar schon vor Wochen gefasst hatte, es war schon erschreckend wie schnell dieser Tag doch plötzlich gekommen war.
Mit einer Hand strich sich Beyond die Haare aus dem Gesicht und zog die Decke noch einmal über seinen Kopf.
Er wollte erst gar nicht aufstehen, wollte noch länger dieses Gefühl der Geborgenheit seines Bettes fühlen.
Aber nein, er hatte schließlich für heute noch viel geplant.
Beyond lugte unter der Decke hervor und schaute an die Zimmerdecke. Wie weiß sie doch war.
Beyond war das noch nie wirklich aufgefallen. Zwar war seine ganze Wohnung immer recht aufgeräumt, aber wirklich aufgefallen war ihm diese helle Farbe seiner Zimmerdecke noch nie.
Wer auch sitzt bei sich zu Hause rum und beobachtet seine Zimmerdecke.
„Alles nur Vorwände um nicht aufzustehen!“, wies sich Beyond selber zurecht und schlug energisch die Bettdecke zur Seite. Er schwang seine Beine aus dem Bett und setzte sich aufrecht hin.
Nach einem eingehenden Strecken, sprang der Schwarzhaarige auf und trottete ins Badezimmer. Beyond schaute in den Spiegel und streckte sich selber die Zunge raus.
Er fing an zu grinsen, und drehte den Wasserhahn der Dusche auf. Das Kalte Wasser auf seinem Körper tat ihm gut, und es half ihm endlich wieder richtig wach zu werden.
Doch schon nach 10 Minuten war er es leid und Beyond drehte den Hahn wieder zu. Die letzten Wassertropfen prallten noch auf seinem Körper und liefen seinen Rücken runter, und verschwanden in dem Abfluss.
Beyond wickelte sich ein Handtuch um die Hüften und ging in die Küche.
Dabei summte er ein Lied, ein Lied, welches er immer auf den Lippen hatte, wenn er jemanden ermordete seinem Hobby nachging.
Aus dem Kühlschrank holte er sich ein Marmeladenglas und setzte sich damit im Wohnzimmer aufs Sofa.
Auch hier war alles sehr sauber, nirgendwo war auch nur ein Staubkörnchen oder ein Fingerabdruck auf der Glasplatte des Tisches vor sich zu sehen.
Woher er diesen Putzfimmel hatte, war sich Beyond nicht mehr so sicher.
Im Wammys House hatte er es zumindest noch nicht. Da war er sich sicher. Während er die Marmelade einfach so und ohne ein Brot dazu aß, auf dem Sofa saß, versuchte er sich daran zu erinnern.
Er hatte damals im Waisenhaus ein Zimmer für sich alleine. Nachdem er zusehen, oder besser hören musste, wie seine Eltern bei einem Autounfall starben, war Watari plötzlich da und nahm ihn mit sich in das Wammys House.
Wenn Beyond genauer darüber nachdachte… Wieso war plötzlich der Leiter des Waisenhauses bei ihm?
Woher wusste er das Beyonds Eltern gestorben waren? Aber um auf diese Frage eine Antwort zu bekommen, war es jetzt zu spät. Mit Watari würde er nicht mehr sprechen können.
„Ah~ Was für ein Scheiß, eh…“, murmelte Beyond und rutschte etwas tiefer auf dem Sofa runter.
Doch dann setzte er sich plötzlich wieder kerzengerade auf.


Ein kleiner Junge mit schwarzen Haaren saß am Fensterbrett seines Zimmers und schaute draußen den anderen Kindern beim Spielen zu. Wie konnten diese Kinder so ausgelassen spielen, wenn sie wussten, dass sie alleine waren? Ihre Eltern oder Verwandte waren Tod, aber sie spielten hier auf dem Rasen so rum, als hätten sie das vergessen? Ein leises Seufzten entwich den Lippen des Schwarzhaarigen. Früher hatte er auch immer im Garten seines Hauses gespielt. Aber da wusste er, dass seine Eltern in der Nähe waren. Manchmal haben sie auch mit ihm gespielt. Sie haben Fangen gespielt oder Verstecken. Sein lachen hallte dann über die ganze Straße.
Beyond lehnte den Kopf an die Fensterscheibe und schloss für einen Moment die Augen, als es plötzlich klopfte. Ein Junge trat ein, und hatte einen Rucksack über die Schultern hängen.
„Hi du! Ich bin Alan! Man sagte mir, ich würde ab jetzt mit dir ein Zimmer teilen, ja? Du bist dann sicher Beyond. In dem Bett da schläfst du, oder? Gut, dann nehme ich das andere“
Beyond hatte sich nur kurz umgedreht, um den Neuankömmling zu mustern, und hatte dann vor wieder aus dem Fenster zu schauen, aber diese Fröhliche Art und dieses unaufhörliche Gerede, bannte ihn. Jetzt musste er sich auch noch ein Zimmer mit so einem Teilen.
„Mensch… Wie sieht das denn hier aus?“
Beyond beobachtete den Jungen, wie er seinen Rucksack auf das Bett fallen ließ und mit dem Finger über die Oberfläche des Nachttisches strich. Der Staub blieb ihm am Finger kleben, den der braunhaarige skeptisch musterte.
„Also, von Sauberkeit hast du auch noch nie was gehört, oder?“  Der Blick von Alan glitt von seinem Finger rüber zu Beyond. „Und sonderlich gesprächig scheinst du auch nicht zu sein. Ich geh jetzt erst mal was zum Sauber machen suchen“
Und schon wuselte der Junge wieder aus dem Zimmer und ließ einen sichtlich verwirrten Beyond hinter sich.


Beyond fuhr sich durch die Haare. Oh ja, das war es. Wegen A hatte er diesen Tick alles sauber zu machen.
Aber es war auch eine sehr Nützliche Angelegenheit. Wenn er zum Beispiel einen Tatort verließ. Grinsend stellte Beyond das Marmeladenglas ab und lehnte sich etwas entspannter wieder zurück.
Ja, die Tage im Wammys House zusammen mit Alan waren recht… anstrengend gewesen. Egal was Beyond auch versucht hatte, der Junge wollte einfach nie seine Klappe halten.
Vielleicht war das auch der Grund, wieso sich Beyond nach einer Zeit mit ihm richtig gut verstand. Ja, ihn sogar als Freund akzeptierte.


„Wenn du jetzt nicht langsam die Klappe hältst, schneide ich dir die Zunge raus!“ Beyond drückte den etwas kleineren Alan gegen die Flur Wand. Die Kinder die bis vor kurzem noch auf dem Flur waren, sind eilig in ihre Zimmer verschwunden, als sie merkten, dass Beyond nicht gerade bei bester Laune war. Was eigentlich so gut wie nie vorkam.
Ängstlich, vor dem Messer, welches Beyond plötzlich in seiner Hand und an Alans Hals hielt, nickte der Braunhaarige.
„Guter Junge“, flüsterte Beyond und ließ von ihm ab. Er ging gerade den Flur entlang weiter, um in das Zimmer zu gelangen, da hörte er auch schon wieder diese Stimme.
„Aber der Nachtisch war heute echt lecker beim Essen, fandst du nicht? Ich hoffe wir bekommen morgen noch mal so ein Eis mit Früchten“ Als wäre nichts gewesen, lief Alan schon wieder fröhlich drauflos plappernd hinter ihm her.
„Du…“, knurrte Beyond in einem gefährlich tiefen Ton und drehte sich zu Alan um.
„Krieg mich doch erst!“, lachte dieser nur und lief sogleich an Beyond vorbei, der es sich nicht zweimal sagen ließ und die Verfolgung auf den Braunhaarigen ansetzte.


Die Verfolgungsjagt endete in ihrem Zimmer, auf Alans Bett, wo Beyond ihm nur auskitzelte. Alan hatte es damals zum ersten Mal geschafft, dass Beyond wieder lachte. A hatte es immer geschafft.
Er schaffte es immer, die Wut die Beyond auf jemanden hatte, auf sich zu lenken, und sie am Ende ganz abklingen zu lassen. Ja, Alan war wirklich ein gute Freund für ihm gewesen. Doch dann…
Ohne es wirklich zu wollen, musste Beyond wieder daran denken.
Wie Watari zu ihm gekommen war und sagte, dass Alan nicht mehr wieder kommen würde. Dass er abgehauen war und er die Nachricht erhalten hatte, dass A nicht mehr am Leben sei.
Eine Welt stürzte für Beyond ein. Schon wieder. Schon wieder hatte er jemanden verloren, der ihm wichtig war.
Er hatte nie richtig auf die Restliche Lebenszeit von Alan geachtet, dass wusste Beyond. Er hatte es geschafft, sie nicht immer sehen zu müssen, aber wenn er es gesehen hätte…
Hätte er den Tod seines Freundes bestimmt verhindern können.
Es dauerte nicht lange, und auch Beyond hielt es nicht mehr im Wammys House.
Er war Alt genug um selber überleben zu können und auch er riss aus dem Waisenhaus aus.


„Hey, Beyond. Wir bleiben immer Freunde, versprochen?“
„Pff. Ich brauche keine Freunde. Ich komme auch alleine gut zurecht“
„Ich aber nicht. Bitte verspreche es mir. Für mich!“
„Das hört sich schon fast wie ein Heiratsantrag an“
„Dann trägst du aber das Kleid, Beyond!“
„Ha! Du würdest viel besser in einem Kleid aussehen, Alan“
„Versprichst du es mir?“
„Du wirst mich sonst nicht in Ruhe lassen, oder?“
„Niemals“
„Okey. Ich verspreche es dir. Wir bleiben Freunde.“
„Für Immer?“
„Für Immer, Alan“


Von wegen für immer.
Alan hatte ihn alleine gelassen.
War abgehauen, um zu sterben. Idiot.
Aber Beyond wollte jetzt nicht über den Tod nachdenken.
Er hatte heute noch viel vor…

Eine Stunde später stand Beyond angezogen draußen auf der Straße und schlenderte gelassen in Richtung Tankstelle.
Er brauchte etwas Feuerholz und Benzin. Und vielleicht noch etwas Marmelade?
Oder hatte er noch welche?


„Hier, probier mal“
„Bäh… Das sieht voll eklig aus!“
„Aber es schmeckt so lecker!“
„Das sieht aus wie Blut.“
„Och komm schon, Beyond! Lass uns mal Vampire spielen. Und Vampire ernähren sich von Blut.“
„Ich will aber nicht…!“
Zu spät. Alan schob ihn schon den Löffeln in den Mund, welcher mit Marmelade gefüllt war.
Beyond fing an zu husten, da er sich daran schon fast verschluckte.
„Hey! Das war un- Mhm… Das Schmeckt gut.“, murmelte Beyond und griff nach dem Marmeladenglas.
„Ich will mehr~!“
Alan fing an zu lachen. Der Punkt ging eindeutig an ihn.


Beyond entschied sich doch dafür, noch ein Glas von seiner Lieblingsmarmelade zu kaufen.
Schadet ja nicht.
Vollgepackt kam er schließlich wieder bei sich zu Hause an.
Das Brennholz verstaute er sorgfältig im Wohnzimmer, und den Benzinkanister stellte er daneben. Wieder fing er an eine Melodie zu summen.
Vielleicht ist sie ein wenig zu fröhlich dafür, aber das Lied passte einfach.
Ein Blick zur Uhr.
16 Uhr schon.
Wie schnell die Zeit vergeht.


„N-Nein! Bitte nicht! Ich bitte Sie!“
Gleichgültig schaute Beyond zu dem Mädchen vor sich. Sie hockte auf den Knien vor ihm und schaute ihn Angst erfüllt an.
„Ich habe doch gar nichts getan!“
„Aber natürlich hast du das nicht, meine Liebe. Du hast doch bestimmt auch ein Hobby, richtig?“
Das blonde Mädchen vor ihm nickte. Beyond kniete sich mit einem Lächeln im Gesicht zu ihr runter.
„Und das ist ein Hobby, was du gerne machst, stimmt es?“
Wieder ein nicken. Tränen rannen ihr übers Gesicht.
„Tja, und mein Hobby ist eben…“
Ihr entwich nicht mal ein Schrei. Stumm kippte sich nach vorne, als das Messer sich durch ihren Körper bohrte. Die Augen noch vor Schreck weitaufgerissen, sank sie an die Brust von Beyond, welcher das Mädchen vorsichtig auf das Fell eines Eisbären legte, welcher vor dem Kamin lag. Mit einigen Handgriffen hatte er sie so hingelegt, dass man meinen Konnte, sie würde schlafen.
Ein Buch schob er ihr noch unter die Gefalteten Hände, bevor er sich aufrichtete und leise das Haus verließ.


Das waren Erinnerungen. Seine Morde sollten in die Geschichte eingehen.
Jeder wird sich an BB erinnern, wie er der Polizei und auch L immer wieder entwischt worden war.
Und heute würde Beyond L ein letztes Mal an der Nase herumführen.


„Hallo L.
Ich denke, wir sind Alt genug um offen zu reden. Ich bin besser als du. Sieh es endlich ein. Ich war schon immer besser als du, und es war nur ein Zufall, dass du nun hinter deinen Monitoren sitzt und die Welt rettest. Du kannst die Menschen zwar vor den Verbrechen bewaren, die nichts drauf haben, aber du kannst sie nicht vor mir beschützen. Ich bin dir einen Schritt voraus, L.
Aber ich will nicht so sein. Ich will dir eine Chance geben, mein lieber L.
Du weißt zwar, wie sehr ich es hasse, die so anzusprechen, aber ich denke, damit du mit diesem Brief auch an die Polizei treten kannst, und dass hoffe ich , dass du das tust, nenne ich dich hier lieber L.
Mein nächster Mord wieder genau heute geschehen. Heute um 17 Uhr. Kennst du das Haus, direkt neben dem großen Süßigkeiten Laden? Natürlich kennst du ihn. Schließlich bist du hier schon Ehrengast. Niemand anderes als du, kauft in einer Woche so viel hier ein. Jetzt fragst du dich sicher, woher ich das weiß, nicht? Na, ich kenne dich doch, L.
Aber zurück zum Thema. In diesem Haus wird es einen Mord geben. Ein Mord, welchen ich begehen werde. Meinst du, du schaffst es ihn zu verhindern?

Ich wünsche dir Glück, L
BB


Den Brief hatte Beyond vor knapp zwei Stunden an der Hauptzentrale von L abgegeben.
Er war gespannt, ob L ihn schon gelesen hatte. Aber egal ob oder ob nicht. Beyonds Entschluss stand fest.
Heute würde es noch einen Toten geben.


„Er… ist Tod…“
Beyond kniete sich neben Alan, der einen kleinen Spatz in den Händen hielt.
„Er… hatte keine Chance…“
Tränen sammelten sich in Alans Augen, und tropften auf den Leblosen Körper vor ihm.
„Er ist jetzt… an einem besseren Ort, Alan.“
„Ich hätte die Katze verscheuchen sollen! Es ist nur meine Schuld!“
„Alan! Nein. Es ist nicht deine Schuld. So ist der Lauf des Lebens. Es war sein Schicksal.“
„Blödes Schicksal…“, murmelte Alan.
„Wir können es aber nicht ändern.“
„Ich will ihn begraben, Beyond“
„Meinst du, so wird er wieder kommen?“
„Nein, ich will so mein Gewissen beruhigen“
Beyond hielt nicht viel davon. Schließlich war der Vogel tot, ob nun unter oder über der Erde, er würde nicht wieder kommen. Trotzdem stand der Schwarzhaarige auf und holte eine Schüppe aus dem Sandkasten. Neben Alan begann er ein Loch direkt unter dem Baum zu graben, in dem Alan dann den Vogel nieder ließ. Vorsichtig schüttete Beyond die ausgegrabene Erde wieder drüber.
„Ruhe in Frieden kleiner Vogel“, flüsterte Alan.
„Ruhe in Frieden…“, sagte es Beyond ihm nach.


16.45 Uhr.
Beyond schaute auf die Uhr und nickte stumm für sich selber.
Es wurde Zeit. Er musste es langsam tun.
Fast schon hoffnungsvoll schaute er aus dem Fenster.
Aber es war niemand zu sehen. Niemand der ihn daran hindert wollte.
L hatte den Brief zu spät erhalten.
Noch einmal ging Beyond in die Küche und nahm sich die Marmelade.
Mit einem leicht gequälten Lächeln aß er seine letzte Mahlzeit. Sein… Totenmahl.


„Alan… Wie stellst du dir ein Leben nach dem Tod vor?“
„Was? Mh… Ich glaube, man wacht wieder auf“
„Du glaubst, man erwacht wieder zum Leben?“
„Im übertragenden Sinne. Du wachst im Paradies auf. Auf einer großen Blumen Wiese. Und überall sind dann die Leute die du gerne hast. Und du kannst alles machen, was du willst“
„Wirklich alles?“
„Ja! Du kannst so viel Spielen und Spaß haben wie du willst. Und es wird nie enden.“
„Meinst du nicht, dass es langweilig wird?“
„Wieso denn? Wir werden für immer zusammen sein!“
„Wir?“, fragte Beyond skeptisch.
„Aber natürlich! Oder willst du etwa nicht?“
„Doch. Aber ich kann es mir kaum vorstellen.“
„Wir wären ja nicht alleine. Ich würde meine Eltern wieder sehen, und du deine!“
„M-Meine Eltern?“
„Och komm Beyond! Das Wetter ist draußen zu gut, um über so ein ernstes Thema zu reden!“
Alan sprang von seinem Bett auf und griff nach Beyonds Hand.
„Lass uns draußen spielen gehen!“


„Ich werde meine Eltern wieder sehen… und dich, Alan“, flüsterte Beyond und nahm den Benzin Kanister in die Hand.
„Wir… werden alle glücklich sein, nicht wahr?“
Ohne es wirklich zu wollen, sammelten sich Tränen in den Augen von Beyond.
Sie waren nun noch röter, als sie es sonst waren, und trotzdem lächelte Beyond.
Ihm war klar, dass es ein Leben nach dem Tod nicht geben würde.
Zu mindestens nicht so ein schönes, wie Alan es ihm damals beschrieben hatte.
Dafür hatte Beyond zu viel Schlechtes getan.


„Wir bleiben immer Freunde, versprochen?“


Beyonds Stimme zitterte.
„Versprochen“
Fast um sich selber zu beruhigen, fing er an das Lied zu singen, was er den ganzen Tag schon über im Kopf hatte.
„M Is For Marie
Who Burned… To… A… Crisp…”
Seine Stimme zitterte zu stark, als er den leeren Benzin Kanister zur Seite stellte.
Es war wahrscheinlich der beißende Geruch, weswegen die Tränen über sein Gesicht flossen.
Natürlich war es wegen dem Benzin! Beyond würde doch niemals weinen!


„Weinst du etwa, Beyond?“
„Tue ich gar nicht!“ Beyond drehte sich vor Alan weg, und starrte die Wand an. Schnell fuhr er sich mit dem Handrücken über die Augen.
„Ich… weine nicht!“
„Du vermisst deine Eltern, oder?“
„Ich habe doch gesagt, ich weine nicht!“
Beyond merkte, wie Alan auf sein Bett stieg und zu ihm rüber gerutscht kam.
„Aber das ist noch nicht schlimm, Beyond…“
„Ich…“
„Du sollst nicht lügen, Beyond!“, tadelte ihn Alan mit einer nach gemachten Stimme von Watari.
Er grinste, und wusste, dass Beyond es auch tat, obwohl er nicht sein Gesicht sah.
„Ich vermisse meine Eltern doch auch“, fügte Alan hinzu und strich Beyond sanft über den Rücken.
„Aber dafür muss man sich doch nicht schämen“
„Du weinst auch nie deswegen! Du bist immer so fröhlich, obwohl du weißt, dass deine Eltern nie wieder kommen!“ Beyonds Worte waren verletzend, dass merkte er selber, aber er konnte gerade nicht anders. Doch Alan verstand es zum Glück.
„Ich weiß… Aber ich weine doch auch. Abends, wenn ich im Bett liege und mir sicher bin, dass du schläfst. Ich vermisse sie doch auch so schrecklich.“
„Wirklich?“ Beyond drehte sich um. Seine Wangen waren immer noch nass von den Tränen, die er sich so eilig wegwischen wollte, als Alan plötzlich ins Zimmer kam.
„Ja. Weil du doch immer so stark bist. Weil du nie weinst. Ich dachte immer, du würdest mich auslachen deswegen.“
„Dachte ich auch…“, murmelte Beyond.
„Und tue ich das?“
Beyond musterte Alan und schüttelte den Kopf.
„Na siehst du. Tränen sind nichts Schlimmes. Manchmal müssen sie einfach mal raus.“
Alan lächelte Beyond aufmunternd an.
„Aber… Ein Junge weint nicht.“
„Dann sei für einen Moment ein Mädchen und weine dich aus. Bleibt auch unter uns.“
„Ein Mädchen? Du spinnst doch wohl!“
Und wieder hatte es Alan geschafft. Beyond wischte sich ein letztes Mal über die Augen und fing an zu lachen.


Beyond wusste zwar, dass das Haus schon bald lichterloh brennen würde, trotzdem verteilte er das Holz noch an einigen Stellen im Haus.
Er schnappte sich ein Feuerzeug und hielt es vor sich in der Zitternden Hand.
17 Uhr.
„Wir sehen uns im Paradies wieder, Alan!“
Beyond klappte das Feuerzeug auf und Tränen fielen zu Boden.
„Weil wir… Freunde sind…“
Die Flamme schnappte sofort nach dem Benzin übergossenen Körper von Beyond.
Es waren nicht mal Sekunden, und schon stand er in Flammen.
Er schrie, aber niemand würde ihn hören.


„Wir werden für immer zusammen sein!“
„Ich bin Alan!“
„Du bist sicher Beyond?“
„Lass uns zusammen spielen!“
„Dafür musst du mich erst mal kriegen!“
„Wir bleiben für immer Freunde, versprochen?“
„Ich werde immer bei dir bleiben“
„Du hast ja schon wieder nicht aufgeräumt, Beyond!“
„Hey Beyond!“
„Du bist der beste Freund, den ich je gehabt habe, Beyond“
„Ruhe in Frieden…“


Die Feuerwehr und der Krankenwagen kamen zu spät.
Auch L las den Brief erst eine Stunde danach, als er die Meldung sah, dass ein Haus angezündet wurde, und man einen Toten fand.
„Ruhe in Frieden…“

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Okay, ich hatte eigentlich was anders für das Ende geplant.

Die Feuerwehr und der Krankenwagen kamen zu spät.
Auch L las den Brief erst eine Stunde danach, als er die Meldung sah, dass ein Haus angezündet wurde, und man einen Toten fand.
„Ruhe in Frieden, kleiner Vogel“, murmelte L und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück.
Er fuhr sich durch das schwarzgefärbte Haar. Man konnte schon wieder sehen, dass es am Ansatz wieder braun wurde. Er hatte es nie geschafft, Beyond zu sagen, wer er wirklich war. Viel lieber hat er sich hinter der Maske von L versteckt und Beyond zugesehen, wie er versucht hatte L sauer auf sich zu machen. Aber Beyond hatte es nie geschafft. Alan könnte nie sauer auf Beyond sein, egal, wie viele Morde er anstellen würde.

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Nya~ Ich habe Beyond sterben lassen!
Die Idee kam mir eigentlich durch diese Bilder:
http://www.youtube.com/watch?v=vB6Kwa32IrY

Und das Lied, was Beyond da singt ist von Creature Feature und heißt A Gorey Demise
Mir gehören keine Rechte an den Bildern oder der Musik.

Ich hoffe, es hat euch trotzdem gefallen.
^^
Ich wünsche euch ein guten Rutsch ins Neue Jahr :3
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