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Because you're different-Weil du anders bist!

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
30.12.2012
03.02.2015
13
21.599
 
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30.12.2012 2.288
 
Herzhaft biss ich in einen grünen Apfel. Der saure Saft verteilte sich in meinem Mund und ließ mich schauernd. War das Ding überhaupt schon reif? Scheiß egal. Kopfschüttelnd biss ich noch mal rein und fing an zu kauen. Ich hatte doch gewusste das die zweite Massachusetts meinem Tipp glauben schenkte, doch hatte ich nicht warten wollen und war schon los gelaufen. Natürlich hatte ich sie im glauben gelassen, dass ich volle Kanne wütend wäre.
Stampfend beschleunigte ich meine Schritte. Im Hintergrund hörte ich schon die Motoren der verschieden  Transportmittel. Es würde nicht lange dauern da waren sie bei mir angelangt. Miss- mutig schob ich meine Unterlippe nach vorne und zog einen Schmollmund. Der geklaute Apfel hatte sich von mir verabschiedet und war in den schwarzen Sand gefallen. Manchmal waren meine Reflexe auch echt für den Arsch. Trotzdem hockte ich mich hin und nahm ihn mir wieder. Dreimal drehte ich ihn in der Hand. Durch die Reflexion der Sonne glitzerte er ein bisschen. Lange starrte ich auf den Apfel. Einfach ohne Grund und Hintergedanken, bis ich plötzlich das Geräusch von quietschenden Autoreifen vernahm. Langsam stand ich auf und richtete mich wieder auf. Da der Apfel jetzt vollkommen dreckig und nicht mehr zu retten war, schmiss ich ihn an den Straßenrand. Konnten sich die wenigen Lebewesen der Erde noch daran  erfreuen.
Autotüren wurden zugeschmissen und Menschen redeten. Mit einem nichtssagenden Blick drehte ich mich um. Ein kleines Schmunzeln folgte. Da standen sie alle in Reihe und Glied. Aus den hinteren Autos kamen immer mehr neugierige Menschen angelaufen. Ganz wahrscheinlich wollten sie sehen warum sie stoppten. Ich sah Captain Weaver abwartend ins Gesicht. Seine Gesichtsmuskeln waren angespannt. Gelassen verschränkte ich die Arme und wartete. So etwas fiel mir nie schwer. Abwarten und sehen wie sich mein Gegenüber quält. Mit einem Fuß tippte ich seicht im Takt. Es hinterließ einen kleine Abdruck meiner Schuhe.
Mit der rechten Hand fuhr er sich über die Haare und nahm so sein BaseCap mit. Noch mal strich er sich über das graue Haar bis er  das Teil wieder fest auf seinen Kopf platzierte. ,, Wir haben uns entschieden deine Informationen wahrzunehmen und dieser Straße zu folgen. Schließlich bringt sie uns auch zu unserem Ziel und Charlton rennt uns ja nicht weg. Da du ja den gleichen weg einschlägst, kannst du in unserem Krankenwagen  mitfahren. Es ist der gelbe Schulbus dahinten. Doktor Glass wird sich  über Gesellschaft freuen.“ Dankbar Lächelte ich ihn an und folgte der Brünette.  Die Herumstehenden gingen auch zurück zu ihren Fahrzeugen. Ich beschleunigte meine Schritte um mit der Doktorin schritt zu halten. Nach wenigen Metern waren wir gleich auf. Kurz sah ich sie stumm an. ,, Neben sie mich in so´nen Dingen nicht so ernst! Schlechte Erfahrungen.“ Zügig war ich an ihr vorbei gelaufen und verschwand auch schon in dem umfunktionierten Schulbus. Doch hörte sich sie noch murmeln, das ich das schon mal gesagt hatte.
Gleich auf beiden Seiten lagen Verletze. Ein braunhaariges Mädchen kümmerte sich gerade um einen von ihnen. Beide waren bewusstlos. Das Mädchen sah kurz auf als wir den Bus betraten und lächelte uns aufmunternd an. ,, Hallo,“ sagte sie zurückhaltend.Ich schenke ihr ein kleines Lächeln und ein nicken, ging an ihr vorbei und steuerte das hintere Abteil an. Am Ende war eine gepolsterte Bank auf der ein kleiner Junge saß, der mir schon am Vortag aufgefallen war. Seine kurzen Locken hingen ihm ein bisschen in sein süßes Gesicht. Sein Kopf war hinter einem Buch vergraben. Enthusiastisch kritzelte er darin herum. Lächelnd betrachtete ich den Kleinen. Er schien nicht der große Redner zu sein. Auch schien er nicht so selbstbewusst wie sein Vater zu sein. Mir kam er eher schüchtern vor, doch hatte ich gestern schon bemerkt das er denn gleichen Kampfgeist wie Tom hatte. Doch war er noch viel zu jung für den Krieg auch wenn er auch schon dabei ein wollte. Doch waren wir das nicht eigentlich alle?
Als ich mich neben ihm fallen ließ streckte er auf.Tatsächlich hatte er mich nicht bemerkt. Kurz sah er mich an, bevor er sein Buch zuklappte und ein Stück von mir wegrutschte. Er lehnte sich an die Metallwand des Sanibusses und hatte die Beine angewinkelt. ,,Wer bist du?“ Aufmunternd lächelte ich ihn an. Egal was er machte er wurde mir einfach sympathischer. Er war ein kleiner Junge. Gehörte zu den reinsten Seelen der Welt und außerdem war er mir ein bisschen ähnlich. Ich hatte früher auch viel gelesen. Mich in meine eigenen kleine Welt gezaubert und da ich keine wahren richtigen Freunde hatte, hatte ich mir welche ausgedacht. Sie hieß Ver,  eigendlich Vera.  Ver war alles was ich nicht gewesen war. Taff, stark und cool. Egal was gewesen war, sie hatte sich nie war anmerken lassen. Sah nur das beste in der Welt und hatte immer einen passenden Spruch auf Lager. Mit ihr fühlte ich mich wie die stärkste Person, schon gar wie eine Superheldin. Mit ihr wirkte die verkorkste, graue Welt schon nicht mehr so grau. Sie war da bis die Aliens kamen. Ab da wurde mir regelrecht der Boden unter den Füßen weggerissen. Ich fiel in die harte Realität und Ver, die Person die mich am besten Verstand, starb. Seitdem hatte sich alle verändert. Ich bekam zwar Ver´s Charakterzüge, schließlich war sie ja sozusagen ich gewesen, doch fehlte mir ihr Gefühl. Die Überzeugung, das die Welt mein Tor zum Glück war und so war ich auch nicht glücklich, sondern unglücklicher als je zuvor. Der Kleine aber war anders.
Langsam hielt ich ihm meine Hand hin. ,, Ich heiße Marry und du?“ Zögernd ergriff er meine diese. Seine kleinen Finger schlossen sich um Meine. ,, Matt,“sagte er stotternd. Schnell zog er die Hand zurück und schloss seinen Arm wieder um seine Knie. Das passte alles nicht zu ihm. ,, Freut mich Matt. Was hast du da ?“Fragend sah ich in die Richtung des Buches. Als er meinen Blick folgte umklammerten er das Buch noch mehr. Da er keine Anstalten machte etwas zu sagen sprach ich einfach weiter:,, Weist du früher als das alles hier noch anders war habe ich auch viel gelesen.,“ein Ruck ging durch den Wagen und er nahm fahrt auf. Gedankenversunken an die Bücher die ich damals alle gelesen hatte erzählte ich weiter, „ Ich habe mir immer vorgestellt das ich der Hauptcharakter wäre und die Abenteuer selbst erlebte. Meist habe ich immer die ganze Nacht durch gelesen, weil ich immer so neugierig war  und wissen wollte wie es weiter geht. Ich fand es faszinierend wie die Autoren eine kleine Welt erschufen, ihre Gedanken einfach frei aufschrieben und ihre Gefühle ausdrückten. Ich hatte mir immer so gewünscht selbst in einer dieser Welten zu leben. Vielleicht mal als Pirat die Meere unsicher zu machen oder einen Drachen zu zähmen und auf ihm fliegen zu können. Davon zu träumen hatte mir immer sehr großen Spaß gemacht.“ Ich lachte leise auf und löste mich von den Wäldern die vor dem Fenster auftauchten und wieder verschwanden. Lächelnd sah ich Matt in die Augen. Sie funkelten ein kleines bisschen. ,,Ich mag es auch zu lesen,“ sagte er leise und bestimmt. Ich schwang meine Beine auf die Bank und setzte mich im Schneidersitz vor ihn. Seine weißen Zähne blitzten bei einem kleinen Lächeln auf. ,, Ja? Das ist ja großartig. Schade das es nicht mehr so viele Bücher gibt..“ Als Antwort nickte er einmal. ,, Weist du seit meine Mama nicht mehr da ist, hab ich auch keins mehr gelesen. Früher hat sie mir immer vor dem schlafen gehen etwas vorgelesen..“ Das Lächeln war verschwunden und der Glanz in seinen Augen erloschen. Ich sah wie sein Blick in die Ferne ging und er ihn alten Erinnerungen schwelgte. Ich musste ihn irgendwie ablenken. Es war nicht gut das er in so jungen Jahren schon seine Mutter verloren hatte. Aus eigener Erfahrung konnte ich sagen das es einen innerlich zerbrach. ,, Hey weist du was..,“Sein Kopf schnellte zu mir. Ich beugte mich runter zu meiner Tasche und fing an zu wühlen. Irgendwo mussten sie ja sein. Als ich unter meinen ganze Sachen die zwei Bücher gefunden hatte, zog ich sie heraus. Behutsam legte ich sie in meinen Schoß. Sie waren alles was von meiner Mutter übrig geblieben war, als sie mich und meinen Vater verlassen hatte. Das eine war etwas dünner als das andere und hatte einen roten Einband. Er war schon mal erneuert worden, doch war er an den Ecken schon etwas fransig und  löste sich. Mit schwarzer Schrift stand der Titel des Buches in kursiv.  Du denkst du kennst mich.  Ich hatte es bestimmt schon  zwanzig Mal gelesen. Immer wieder faszinierte es mich aufs neue. Das andere Buch war silver-gold. Auf den Cover war ein junge Frau abgebildet. Der Name des Buches war Silberlicht. Es handelte von eine Seele die schon ewige Jahrhunderte hier auf der Welt weilte. Es waren fantastische Geschichten und ich las sie immer wieder. Sie spendeten ein kleines bisschen Trost. Ich schlug das eine Buch auf und sah Matt an. „..ich lese dir jetzt etwas vor.“ Seine Augen weiteten sich. Schnell rutschte er an mich ran.  Mit einem nicken gab er mir zu verstehen das ich anfangen konnte. ,, >>Du stirbst nicht, Vogel, du lebst ewiglich!<< Als sie die vertrauten Worte rezitierte, begriff ich, was ich war. Stundenlang, so kam es mir vor, blieb ich an ihrer Seite, voller Angst, das ich wieder in die Hölle zurückgeworfen würde. Wenn ich mich von ihr abwandte oder versuchte, mich an meine Vergangenheit zu erinnern..,“stundenlang laß ich, „..Auf einmal wurde ich von einem fallenden Gefühl aufgeschreckt, das so stark war, dass ich nach Luft schnappte.[Silberlicht, Laura Whitecomb,PAN]“ Eine Bewegung von Matt ließ mich aufsehen. Er war eingeschlafen und sein Kopf ruhte jetzt auf meinem Oberschenkel. Er benutzte mein Bein als Kissen. Lächelnd legte ich das Buch neben mich und sah Matt lächelnd an. Kinder waren schon das schönste auf der Welt. Ihr Lachen zauberte einem selbst eins ins Gesicht. Es war so rein und echt. Bei Erwachsenen sah das schon anders aus. Sie konnten es fälschen. Ich habe soetwas schon oft gesehen. Nicht nur die Menschen hier haben es, weil bei ihnen langsam die Hoffnung stirbt. Auch damals, in der ach so heilen Welt hatten sie es schon. Ich hab es jeden morgen bei meiner Mutter gesehen als sie zu ihrem Aushilfsjob in dem kleinen Imbiss um die Ecke gegangen war. Und dann als sie Abends erschöpft wieder heim kam von dem viel zu spärlich bezahlten Job und sich dann noch mit meinen Vater stritt, der schon wieder besoffen und teilnahmslos auf der Couch lag. Doch als sie einmal ging, mit einem wahren Lächeln war es das letzte Mal das ich sie gesehen hatte. Erst später war es mir klar gewesen.
Gedankenverloren strich ich Matt durchs Haar.
Sie hatte dieses  falsche Lächeln gehabt, weil sie mich nie richtig geliebt hatte.Sie wollte mich nie haben, doch war sie schon in jüngsten Jahren mit mir schwanger und um mich abzutreiben war es schon zu spät gewesen. Im tiefsten inneren hatte sie mich gehasst. Dafür was ich ihr angetan hatte. Als ihre Freundinnen feiern gehen durften, musste sie auf mich aufpassen. Ich hatte ihre ganze Jugend gestohlen. Jeden Abend hatte ich sie mit meinen Vater streiten hören. Meist hatte meine Mutter ihm Vorwürfe. Sie hatte andauernd beteuert das ich ihr Leben zerstört hatte. Immer und immer wider hatte ich mich deswegen in den Schlaf geweint, bis ich es einfach irgendwann ignoriert habe. Ich habe sie geliebt. Mir war egal was die in der Schule von ihnen sagten. Ich hatte sie verdammt noch mal geliebt, doch wer liebt verliert und so hatte ich sie auch verloren. Meiner Mutter war das frei gewesen, sie war einfach gegangen, doch mein Vater war noch für mich da. Ich wusste das er das nicht wollte. Doch er hatte keine Wahl.
Ich schüttelte den Kopf und sah den Kleinen an. Es machte keinen Sinn an damals zu denken. Ich konnte es nicht ändern, doch hätte ich mir jetzt gewünscht, damals einfach mal den Mund aufgemacht zu haben. Vorsichtig beugte ich mich zu meinen Rucksack rüber und griff hinein. Zum Vorschein kam ein weißer A4 Block. Auf den erste paar Seiten hatte ich schon etwas gezeichnet. Also schlug ich die dritte Seite auf, nahm den Bleistift der in dem Block steckte und fing an Matt zu zeichnen. Ich mochte es zu malen. In meiner Kindheit so erinnere ich mich, habe ich jegliche meiner Fantasien gezeichnet. Von irgendwelchen Kreaturen bis zu Friedhöfen. Doch nie hatte jemand sie gesehen. Es waren nämlich nur meine Bilder. Meine ganz alleine, den sie erinnerten mich an schöne Momente. Doch warum nicht auch Menschen. Menschen die in meinem Leben war verändern. Ich zog einen Strich nach dem anderen. Arbeitete mich langsam voran und vergase die Zeit.

Den letzte Linie an seiner Zeichnung war gezogen und auf den Blatt zeigte sich ein schlafender Matt. Lächeln betrachtete ich mein Werk, bevor ich den Block zusammen klappte und ihn wieder in meiner Tasche verstaute. Er war so niedlich wie er dort lag und selig schlief.
Bei seinem Anblick überkam mich ein Schwall der Müdigkeit. Ich hatte gar nicht gemerkt wie die Zeit verstrichen und die Sonne schon vor Zeiten untergegangen war. Draußen war es stockdunkel und die Sterne Funkelten am Firmament. Leise vernahm ich das rattern des Busses wenn er über Unebenheiten der Straße für. Hier und da hörte ich noch einen einsamen Wolf aufheulen. Lourdes    hatte sie auch eine Pause gegönnt. Es wirkte alles so Still und friedlich.
Ich lehnte mich mit meinen Kopf an das kalte Metall des Fahrzeuges. Langsam und träge vielen mir meine Augen zu und zum ersten Mal seit Wochen fiel ich in einen traumlosen Schlaf.
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