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Because you're different-Weil du anders bist!

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
30.12.2012
03.02.2015
13
21.599
 
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30.12.2012 1.521
 
Klirrend schlug ich das Fenster eines kleinen alten Kiosk ein. Vorsichtig schlug ich mit dem Ende meines Gewehres die restlichen Splitter an dem Rahmen ab, um mich beim Einstieg nicht zu verletzen. Ich hatte seit fast vier Tagen nichts gegessen und hatte mich hier in ein Gebiet gewagt, dass sehr starke Aktivität von Aliens aufwies. Aber der Hunger hatte mich hier her getrieben. Im Wald war mir seit Tagen kein einziges Tier mehr begegnet. Zwei Tage nichts essen war normal und dies hielt ich gut aus, aber ab dem dritten Tag wurde es schwieriger. Meine Konzentration nahm ab und war ich nicht ganz bei der Sache,war ich ein leichtes Ziel. Ich sah mich um. In dem kleinen Laden sah es wüst aus. Regale waren umgestoßen, aufgerissene Verpackungen lagen auf dem Boden und es hatte sich überall Dreck und Staub abgesetzt. In meinem Gehirn lief ein kleiner Film ab, der widerspiegelte, was hier vor einiger Zeit sich abgespielt haben muss. Überall liefen schreiende Menschen umher, die sich um die letzten Lebensmittel stritten.
Ich schüttelt den Kopf. Ich ging einige Schritte weiter in den Raum und fing an zwischen den Regalen nach Brauchbarem zu suchen. Ich hockte mich hin um zwischen den leeren Verpackungen etwas zu finden. Scharf zog ich die Luft ein und zog meine Hand aus dem Haufen Dreck. Blut rann aus einem großen Schnitt an der Handfläche, meine Hand hinunter und tropfte in den Staub. ,,Verdammt,“ murmelte ich. Ich biss meine Zähne zusammen und riss ein Streifen an einem Lacken, das in dem Laden herumlag, ab. Ich wickelte es um meine Handfläche um die Blutung zu stoppen und fing wieder an, weiter zu suchen. Hier musste es doch etwas geben. Genervt drehte ich mich einmal um die eigenes Achse, bis ich die Theke erblickte auf der einst einmal die Kasse gestanden haben muss. Ich drehte mich weiter, doch dann vernahm ich ein rascheln. Aufgeschreckt wanderte meine Hand an meine Taille, wo mein Messer hing. Ruhig blieb meine Hand an dem Knauf liegen. Es kam wieder ein Geräusch aus der Richtung. Dies einmal war es anders. Es hörte sich an wie ein Schnaufen. Langsam setzte ich einem Fuß nach dem Andere und nahm mein Messer krampfhaft in meine verletzte Hand. Ich hielt mich an der Theke fest und lugte vorsichtig und bedacht schnell wieder Rückzug einzuschlagen. Ein Knurren schlug mir entgegen und entsetzt rückte ich ein paar Zentimeter zurück. Misstrauische Augen blickten mich. Ich atmete ruhig ein und ging mit einer ruhigen Bewegung in die Hocke. Ein Knurren entwich der Kehle des Tieres, dass mir jetzt auf Augenhöhe gegenüberstand. Ich sah mir das Tier genauer an. Es war ein Schäferhund, der sehr einem Wolf ähnelte. Er war mager und sein Fell war lang, dreckig und sehr verfilzt. Er war in einem sehr schlechten Zustand. Seine Ohren waren angelegt. Er hechelte stark und hatte Anzeichen von Wassermangel. Er konnte sich kaum auf den Beinen halten. Langsam ließ ich meine Tasche von meinem Rücken gleiten. DerHund ließ mich nicht aus dem Augen und beobachtete jede meiner Bewegungen. Bedacht öffnete ich eine Seitentasche und holte eine Thermoskanne heraus.  Ich hatte selber nicht viel, aber ließ wollte kein Tier unnötig sterben lassen. Seit ich die zweite Massachusetts getroffen hatte, habe ich gelernt, dass alle es wert sind zu leben. Zitternd goss ich das Wasser in den Deckel des Thermoskanne und und hielt diese ihm hin. Er knurrte als meine Hand ihm näher kam. Ich stellte den Deckel auf den Boden und nahm meine Hand zurück. Danach robbte ich noch ein paar Zentimeter zurück um dem Tier noch etwas Freiraum zu geben. Der Hund senkte seinen Kopf und schnüffelte. Seine Augen fixierten mich weiter. Er ging zwei Schritte die Wasserschale zu. Beim gehen kippte er leicht nach links. Er zog sein rechtes Hinterbein hinterher. Sein Bein musste schon längere Zeit so sein, was auch erklären würde, warum er so ausgemergelt war. Er konnte deswegen nicht jagen. Er zögerte noch kurz, trank danach aber gierig. Das brachte mich etwas zum lächeln. ,,Trink ruhig aus.“ Ich flüsterte um ihn nicht zu erschrecken. Seine eines Ohr drehte sich zu mir. Als er ausgetrunken hatte, humpelte er einen Schritt zurück. Er schüttelte sich leicht und seine Zunge hing aus seinem Maul. Ich nahm den Deckel und packte alles wieder weg. Das Tier kam mir näher und streckte die Nase in die Luft. Ich sah ihm tief in die Augen und irgendetwas verleitete ihn, mir näher zu kommen. Ich hielt dem Hund meine Hand entgegen, an Dieser er kurz roch und sie dann ableckte. Ich hatte sein Vertrauen gewonnen. Vorsichtig streichelte ich seinen Kopf. Er fiepte und legte sich neben mich. Ich setzte mich neben ihn in den Dreck und streichelte sein zerzaustes Fell. ,,Guter Junge.“ Ich lächelte. Ich sah zu seinem Bein. Er hatte sich sein Bein aufgerissen und da niemand die Wunde saubergemacht hat, hatte diese sich entzündet. Es musste höllisch weh tun. Ich wickelte den Fetzen an meiner Hand ab und legte es auf dem Tier ab. Er beobachtete mich aus dem Augenwinkel. Ich drehte mich zu meinem Rucksack und holte eine kleine Flasche Vodka aus der Tasche. Wenn ich diesen nicht aus Frust trank, desinfizierte ich damit Wunden. Ich hoffe nur, das er mir das nicht übel nahm. Ich streichelt ihn noch einmal über den Bauch und fing dann an mich um seine Wunde zu kümmern. Er zuckte als ich das Hochprozentige über seine Verletzung kippte, jedoch blieb er tapfer. Danach wickelte ich das Tuch um seinen Fuß und lehnte mich dann gegen die Wand der Theke. Ich hatte zwar nichts zu essen gefunden, aber wenn ich mich so umsah hatte ich Alkohol. Zigaretten und einen neues Freund. Essen und ein neuer Freund wäre aber auch ganz gut Gewesen. Ich atmete tief ein und nahm einen Schluck aus der Vodkaflasche, danach kippte ich den restlichen Inhalt auf meine Handfläche. Es brannte wie Feuer. Ich schluckte hart und spannte voller Schmerzen meine Hand an.
Nach ein paar Minuten war der Schmerz vergangen und ich sah müde zu meinem kleinen Freund. Gequält stand ich auf und packte die ganzen Vodkaflasche, die hinter der Theke standen ein. Lusteshalber steckte ich auch noch eine Packung Zigaretten ein. Ich hatte früher einmal geraucht. Vielleicht brauchte ich sie noch einmal. Ich schulterte meine Tasche und streckte mich noch einmal. Der Schäferhund hob den Kopf und sah mich zweifelnd an. Lächelnd streckte ich meine Hand aus und streichelte über seinen Kopf. Er schmiegte sich an meine Hand. ,,Ich lass dich nicht hier.“ Ich hockte mich wieder hin. ,,Du suchst doch auch nur jemanden der dich liebt.“ Ich stellte mich hin und er tat es mir gleich. Ich ging ein paar Schritte, aber ich wusste das er er nicht lange aushalten würde zu laufen. Ich drehte mich zu ihm um und stellte mich neben. ,,Ich trage dich.“ Ich hockte mich auf die Knie und hievte ihn über meinen Rucksack auf den Rücken. Er war trotz seiner Unterernährung schwer. Ich musste mich beeilen. Mit ihm war es noch schwerer aus dem Gebiet unentdeckt raus zu kommen, aber mich musste es schaffen. Jetzt hing unser beider Leben daran ab. Ich spähte durch das zerstörte Fenster und sah mich um. Es war alles ruhig. Wie angestochen fing ich an, dicht an den Hauswänden entlang zu rennen. Ich hatte nicht genug Kraft um lange durchzuhalten, also musste ich schnell den Wald erreichen. Nach knapp zehn Minuten hatte ich den Rand der kleinen Stadt erreicht. Der Hund fing an unruhig zu zappeln. Kurz blieb ich stehen um um Atem zu ringen, als ich auf einmal Geräusche hörte. Mechanisches Trampeln. Entsetzt   sah ich mich um. Nein, dass durfte doch jetzt nicht wahr sein. Vier Blöcke von mir ein Mech aus einer Seitenstraßen. Der Hund auf meinem Rücken bewegte seinen Kopf und fiepte leise. Ich nahm die Beine in die Hand und fing an wie eine Irre zu sprinten. Es war nicht gut in meiner Verfassung so zu rennen, aber ich wollte hier nicht sterben. Die Schritte im Hintergrund wurden immer schneller. Im Augenwinkel erkannte ich, dass das Ding mich entdeckt hatte. Ich hatte es fast geschafft. Nur noch drei Meter und ich konnte in den dichten, schützenden Wald flüchten. Ein lauter Knall ertönte hinter mir und die Druckwelle riss mir den Boden unter den Füßen weg. Ich schrie kurz auf. Hart knallte ich in einen Baum. Mir tat alles weh. Tränen schossen mir in die Augen, aber der Kleine und ich waren noch nicht in Sicherheit. Gequält stand ich auf und hievte den Hund wieder auf meinen Rücken. Gebückt lief ich so schnell ich konnte weiter. In meinen Kopf halten die Schritte wieder, aber sie verklungen immer mehr bis sie irgendwann verschwunden waren. Erschöpft fiel ich auf die Knie. Vorsichtig lief ich den Hund von meinem Rücken und legte ihn ins Gras. Liebevoll schmiegte er sich an mich. Ich streichelte seinen Kopf und lehnte mich an einen Baum. ,,Geschafft, kleiner Freund. Wir sollten uns jetzt erst einmal ausruhen.“ Er schüttelte sich und irgendwie kam es mir vor als würde er mir zustimmen. Ich lächelte. Die Erschöpfung zog mich auf einmal so sehr runter, dass ich sofort einschlief.
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