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Stupid Lovesongs

von Shygirl
KurzgeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
John Pope Margeret "Maggie"
25.12.2012
25.12.2012
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Als kleines Weihnachtsgeschenk - und zur Feier, dass Falling Skies endlich eine eigene Kategorie erhalten hat - gibt es einen kleinen Oneshot von mir. Er ist ziemlich spontan entstanden und dreht sich um zwei Charaktere, die eindeutig zu meinen Favouriten gehören.

Sollten irgendwo einzelne Buchstaben fehlen, tut mir das furchtbar Leid, allerdings hängen einzelne Tasten auf meiner Tastatur und ich merks leider nicht immer...

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!



Stupid Lovesongs


Mittags war es am Lautesten im Camp; natürlich, alle waren wach und sprachen mehr oder weniger darüber, ob dieser Tag der letzte sein würde. Kinder rannten herum, vertieft in ihr Spiel.
Maggie mochte diese Tageszeit nicht besonders, vielleicht auch weil die Müdigkeit dann immer am Stärksten war. Nachdem sie gemeinsam mit Hal die ganze Nacht auf Patrouille gewesen war, fühlte sie wie die Erschöpfung Besitz von ihr begriff. An Schlaf war jedoch nicht zu denken, viel zu sehr störte sie der Lärm. Also spazierte Maggie mit langsamen Schritten durchs Camp, versuchte nicht den Stimmfetzen zu lauschen, die zu ihr herüber drangen. Sie sehnte einen Moment ohne Gespräche über Skitters, Mechs, das Überleben in der Welt, wie sie jetzt war, herbei. Vielleicht auch jemanden, der sie zum Lächeln brachte.

„Was ist los Maggie? Angst, dein strahlender Prinz sucht sich eine andere?“ Ohne sehr überrascht zu sein, wandte Maggie sich um und entdeckte Pope auf der Ladefläche eines der Fahrzeuge.
Mit einem hämischen Grinsen auf den Lippen deutete Pope zu Hal und einer jungen Frau, die sich gerade angeregt unterhielten. Maggie folgte nur widerwillig seinem Blick, denn Pope war der Letzte, mit dem sie ein Gespräch beginnen wollte. Allerdings schien er mit seiner Anspielung nicht ganz unrecht zu haben. Das Bild, das sich ihnen bot, half Maggie nicht gerade dabei, sich besser zu fühlen. Hal und die junge Frau – Julie – waren ganz in ihr Gespräch vertieft. Sogar aus der Entfernung konnte Maggie ihr Lachen hören; offenbar hatten sie Spaß miteinander. Oder Julie war einfach freundlich genug um über Hals Witze zu lachen, die Maggie selbst oft nur ein müdes Lächeln entlockten.

„Er ist nicht mein…“, versuchte Maggie Popes Behauptung zu entkräften, kam aber nicht mehr dazu. „Lüg mich nicht, Maggie Mae; du magst den Schönling.“ Mit siegessicherem Grinsen wandte Pope sich um, denn auch wenn die Kämpferin eine ausgezeichnete Lügnerin war, konnte er sich leicht durchschauen. Vor allem wenn es um solche Dinge ging – und um Maggie.

„Nur scheint er schon die Nächste gefunden zu haben, die seine Heldentaten bewundern kann.“ Und es sah tatsächlich so aus, denn Julie spielte mit ihrem Haar und legte immer wieder ihre Hand auf Hals Arm. Die beiden wirkten vertraut miteinander, in einer anderen Welt könnten sie ein ganz normales Paar sein. Einfach zwei junge Menschen, die dabei waren sich ineinander zu verlieben. Hand in Hand über den Bürgersteig schlenderten, sich einen riesigen Eisbecher teilten oder in der letzten Reihe im Kino übereinander herfielen.

„Tja, Hal scheint ein ziemlicher Idiot zu sein…“, versuchte Pope die etwas niedergeschlagene Maggie aufzuheitern. „Ich meine, wer tauscht eine Frau wie dich für dieses Klappergestell ein?“ Langsam ließ er seine Augen über Maggies Körper gleiten, blieb bei ihrem Busen hängen. „Sie ist auf keinen Fall so gut gebaut wie du.“
Wütend verschränkte Maggie die Arme vor der Brust, denn sein Blick brannte sich förmlich durch ihr Shirt. „Hör auf mich anzustarren“, fauchte sie; hätte Pope am liebsten geschlagen, dafür dass er so wie ein Stück Fleisch ansah. Auch wenn das Kompliment gut getan hatte, selbst aus seinem Mund.

„Etwas empfindlich heute, was? Aber keine Sorge, auch wenn sie ganz nett aussieht, ist sie nicht dein Kaliber.“ Beinahe gleichzeitig wandten die beiden ihre Köpfe zu den Turteltauben um und Maggie nahm sich Zeit die andere Frau genauer zu mustern. Irgendwie hatte Pope recht, auch wenn sie das nur ungern zugeben wollte. Julie war mittelgroß, schlank und hatte dunkles Haar, das ihr Gesicht umrahmte. Ihre grünen Augen waren zwar ganz hübsch, waren jedoch hinter einer breiten, schwarzen Brille versteckt. Sie war noch keine Frau, jedoch auch kein Mädchen mehr. Sie steckte irgendwo im Teenageralter fest und die Welt wie sie jetzt war, war nicht immer gütig zu ihr gewesen.
„Sie hat Hasenzähne“, stichelte Pope weiter gegen Julie.
„Ach ja?“ Maggies Stimme klang bei weitem nicht mehr so wütend wie zuvor. Wenn sie ehrlich zu sich selbst war, machte ihr das Ganze sogar etwas Spaß. Über das arme Mädchen zu lästern, war zwar nicht sehr nett, doch das war ihr im Moment egal. Und Pope war sowieso erst richtig glücklich, wenn er über irgendjemanden herziehen konnte.

„Sieh nur wie sie sich an ihn heran wirft – wahrscheinlich hat sie Angst, dass sie keinen mehr abkriegt.“ Pope wandte sie zu Maggie um, legte ihr seinen Arm um die Schulter als er ihren bestürzten Gesichtsausdruck sah. Auch wenn er die ganze Situation außerordentlich genoss, war es nicht seine Absicht Maggie zu verletzen. Viel mehr wollte er ihr die Augen öffnen, denn auch wenn gegen Hal grundsätzlich nichts einzuwenden war, passte er Popes Meinung nach überhaupt nicht zu Maggie. „Keine Angst, du musst dir da keine Sorgen machen. Eine Frau wie dich würde jeder nehmen.“
„Das war ja klar.“ Maggie schüttelte Popes Arm ab, die Nähe zu ihm war ihr unangenehm, wenn nicht mehr so sehr wie früher. Viel mehr fühlte sich die Stelle, wo er sie berührt hatte, seltsam warm an.

„Hey, du bist wunderschön, schlagkräftig – auf mehr als nur eine Art – und klug.“ Pope grinste abermals, doch im Gegensatz zu vorhin wirkte das breite Lächeln auf seinem Gesicht ehrlich – sofern das überhaupt möglich war. Der Schalk war aus seinen braunen Augen verschwunden.

„Ein Kompliment; aus deinem Mund?“ Maggie sah ihn überrascht an. Pope schaffte es doch immer wieder sie zu überraschen, meistens allerdings im negativen Sinn. Doch diesmal freute sie sich wirklich über seine Worte. Es tat gut, zu hören, dass sie hübsch war, denn im Moment – vor allem ohne fließendes Wasser und Seife– fühlte sie sich ganz und gar nicht so. Schließlich trug sie mehrere Tage lang dieselben Klamotten und wusch sich nicht ganz so oft das Haar wie es nötig gewesen wäre. Mangels Parfüm oder Deodorant roch sie auch nicht gerade sehr vorteilhaft. Sie war keine von den Frauen, die auch ohne viel Aufwand umwerfend aussah. Nicht wie zum Beispiel Lourdes, der man es auf den ersten Blick nicht ansah unter welchen Umständen sie leben musste.
„Ähm, danke“, brachte Maggie schließlich hervor, schaffte es jedoch nicht die letzten Zweifel aus ihrer Stimme zu verbannen. Bei Pope wusste man nie woran man war und sie hatte schon früh gelernt auf der Hut zu sein, vor allem bei solchen Typen.

„Ich sage nur die Wahrheit, liebste Maggie“, verteidigte sich Pope. „Ich würde eine Frau wie dich immer der Kleinen dort vorziehen.“ Er nickte zu Hal und Julie hinüber, die noch immer nah beieinander standen. Es schien als würde ihr Gespräch niemals enden.
„Und wenn er das anders sieht, ist er der größte Idiot, den ich kenne.“ Einen Moment ließ Pope seine Gedanken in die Ferne schweifen, dachte an all die Menschen, die ihm schon begegnet waren. Und darunter waren einige zweifelhafte Objekte gewesen. Diebe, Vergewaltiger, Mörder. Sein eigener Bruder war nicht besser gewesen und er selbst – daran wollte Pope gar nicht erst denken. „Beinahe zumindest“, korrigierte er seine vorherige Aussage.

„Also mach dir keine Sorge, Maggie Mae“, rief Pope ihr im Gehen zu und grinste dabei breit. „Du stirbst nicht als einsame Jungfer.“
Maggie musste gegen ihren Willen lächeln und strich beinahe reflexartig über die Narben an ihrem Kopf. Auch wenn keiner sie sehen konnte, hatte sie manchmal das Gefühl, die feinen Linien brannten sich in ihre Kopfhaut. Doch heute war das nicht so, denn sie fühlte sich trotz zerschlissener Kleidung und strähnigem Haar hübsch. Und als Maggie abermals zu Hal und dem Mädchen sah, tat es nicht mehr ganz so weh.
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