Breathless 1 - 4  (Roswell Version)

GeschichteRomanze, Familie / P12
Maria deLuca Michael Guerin
23.12.2012
23.12.2012
4
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Disclaimer: Roswell und deren Charaktere gehören The WB, Jason Katims und Melinda Metz!

Spoiler: nach Season 3
Anmerkung: Lyrics von Vanessa Amorosi - "Everytime I close my eyes"

Erstveröffentlichung: 23. December 2006



Breathless


"Mommy, erzählst du mir eine Geschichte?", fragte die kleine Mackenzie gähnend und setzte sich auf den Schoß ihrer Mom. "Was für eine Geschichte möchtest du denn hören?", fragte Maria Guerin.

"Ich weiß nicht, irgendwas", antwortete ihre dreijährige Tochter und kuschelte sich fest an sie, sie war so müde, dass ihr eigentlich schon die Augen zufielen.

Sanft strich ihr Maria über den Kopf und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn, da bemerkte sie, dass Mackenzie auch schon eingeschlafen war und leise vor sich hin seufzte.

Lächelnd stand sie mit ihrer Tochter auf und brachte sie in ihr Zimmer, wo ihr flauschiges Bett stand und sie sicher besser schlafen konnte als auf dem Schoß ihrer Mom.

Maria legte sie in ihr Bett, deckte sie zu und drückte ihr noch einen Kuss auf die Stirn. "Ich habe dich lieb, Mackenzie", flüsterte Maria und schloss die Tür hinter sich.

Sie ging wieder ins Wohnzimmer und holte die Geschenke aus dem kleinen Kasten, der dort stand. Noch hatte sie nicht alle eingepackt und deswegen tat sie das jetzt.

Im Kamin brannte ein kleines Feuer und es war hell genug im Zimmer, so dass sie das Licht nicht aufdrehen musste, denn das würde sie als störend empfinden.

In Ruhe packte sie die restlichen Geschenke ein, trank dabei ihren Kaffee und aß die Weihnachtskekse, die Michael gebacken hatte. Als sie an ihn dachte blickte sie auf die Uhr und seufzte.

Maria nahm das Telefon in die Hand und wählte seine Nummer, nach ein paar Mal läuten hob er ab. "Guerin!", sagte er müde. "Hey, ich bin's", entgegnete Maria.

"Schatz, was gibt es denn?", fragte Michael, als er die Stimme seiner Frau hörte. "Wann kommst du nach Hause?", fragte Maria. "Bald, mein Schatz, bald", antwortete Michael.

"Wann ist bald?", fragte Maria. Er musste schmunzeln und setzte sich auf die Couch, bevor er auf ihre Schulter tippte. Maria fuhr erschrocken herum und sah ihn an.

"Michael", sagte sie und hielt sich die Hand über das Herz.

Wortlos nahm er ihre Hand und zog sie auf seinen Schoß. Sie kuschelte sich sofort an ihn und zog tief seinen wahnsinnig guten Duft nach Mann und Duschgel ein.

"Ich habe dich vermisst", flüsterte Maria an seinem Ohr und strich dabei über seinen Arm. "Ich habe dich auch vermisst", entgegnete Michael und schlang fest seine Arme um sie.

"Schläft Mackenzie?", fragte Michael leise, während er über ihre Haare strich. "Ja, tief und fest", entgegnete Maria und blickte in seine braunen Augen.

"Wir sollten ebenfalls schlafen, es war ein anstrengender Tag", sagte Michael leise und strich über ihre Wange. Maria nickte, er hatte Recht, es war ein langer und anstrengender Tag gewesen.

*******

Kurz darauf schloss Maria die Tür zu ihrem gemeinsamen Schlafzimmer und ging zum Bett, in dem Michael schon lag. Lächelnd legte sie sich neben ihm und strich ihm durchs Haar.

Er hatte sich nur geduscht, war zu seiner Tochter gegangen und danach todmüde ins Bett gefallen. Sanft strich Maria ihm weiter durch die Haare und lächelte zufrieden.

Sie sah auf den Wecker neben sich und stellte fest, dass es zwar schon sehr spät, aber sie dennoch nicht wirklich müde war. Michael drehte sich auf die Seite in ihre Richtung und suchte ihre Hand.

Maria nahm sie und legte sich dicht zu ihm. "Ich liebe dich, Maria", nuschelte Michael im Schlaf und zog sie an sich. Lächelnd strich sie ihm ein weiteres Mal durch die Haare.

"Ich liebe dich, Spaceboy", flüsterte Maria und drückte ihm einen kurzen Kuss auf die Lippen. Sie betrachtete ihn, wie er friedlich schlief und dachte ein paar Jahre zurück.

*******

*Kurz vor Weihnachten 2002*
"Wie lange dauert es noch?", fragte Maria müde und sah zu Michael, der hinter dem Steuer saß und sich auf die leere Landstraße konzentrierte, die nicht zu enden schien.

"Ich weiß es nicht", entgegnete er leise und nahm einen Schluck aus der Wasserflasche, die neben ihm in der Halterung stand. Er hörte Maria seufzen und blickte aus dem Augenwinkel zu ihr.

"Du hättest in Roswell bleiben sollen", sagte Michael leise. Maria drehte sich zu ihm und schüttelte den Kopf. "Sie hätten mich ausgefragt und nie in Ruhe gelassen", antwortete Maria.

Michael schwieg und hielt das Auto am Straßenrand an. "Was ist?", fragte Maria und sah zu ihm. "Ich muss mir kurz die Beine vertreten", entgegnete Michael und stieg aus dem Auto.

Sie sah ihm kurz hinterher und kuschelte sich in ihre Jacke, ihr war kalt und sie wollte in einem richtigen Bett schlafen, nachdem sie einmal heiß geduscht hatte.

Doch das ging nicht, sie waren auf der Flucht vor dem FBI und konnte nie lange an einem Ort bleiben, denn sonst könnte es sein, dass sie geschnappt wurden.

Leise seufzend schloss sie die Augen und dachte an Liz und ihre Mom, die sie sehr vermisste. Vor etwa vier Tagen hatten sie alle beschlossen, dass es wohl besser wäre, wenn sie getrennte Wege gingen.

So waren Liz und Max nach Südamerika aufgebrochen und Kyle mit Isabel nach Australien, während sie sich mit Michael auf den Weg nach Kanada gemacht hatte.

Natürlich an den Arsch der Welt, aber sie wollte sich nicht beschweren, immerhin hatten sie für den Anfang ihre Spuren verwischen können und so fuhren sie nun seit Tagen in irgendein kleines Nest in Kanada.

Maria hörte, dass Michael wieder in das Auto stieg, öffnete die Augen und sah ihn an. "Soll ich fahren?", fragte Maria leise. "Nein, du bist so und so schon müde, lass mich nur fahren!"

Sie nickte und schloss wieder die Augen, er hatte Recht, sie war so müde, dass sie nur noch schlafen wollte und zwar in einem kuscheligen, weichen Bett.

"Michael?", fragte Maria nach ein paar Minuten leise. "Hmmm", entgegnete er genauso leise und sah zu ihr. "Können wir in einem Hotel übernachten?", fragte Maria.

"Es ist zu gefährlich, wir sollten noch ein paar Tage warten", antwortete er und starrte auf die noch immer leere Straße. Er vernahm ein leises, verzweifeltes Seufzen von ihr und danach nichts mehr.

Maria war tief und fest eingeschlafen und das obwohl der Beifahrersitz mehr als nur unangenehm war, denn der Fahrersitz war es genauso und er hasste es.

Nachdem Michael mehr als zehn Kilometer gefahren war, entdeckte er einen leeren Rastplatz und stellte das Auto dort ab. Leise stieg er aus dem Auto und ging darum herum.

Er öffnete die Beifahrertür und hob Maria vorsichtig aus dem Auto, um sie nicht zu wecken. Schließlich legte er sie auf die Rückbank und deckte sie mit der Decke zu.

Mit seinen Kräften manipulierte er die Heizung, so dass sie die ganze Nacht lief, ohne dass sie Treibstoffverluste hatten. Danach klappte er die Rückenlehnen der hinteren Bank um und legte sich zu Maria.

Sanft zog er sie an der Hüfte zu sich und deckte sie noch einmal zu, denn sie hatte die Decke weggestrampelt. "Gute Nacht", flüsterte Michael und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.

Sie seufzte leise im Schlaf und kuschelte sich näher an ihn. Michael schloss nach einer Weile müde die Augen und versank ins Land der Träume, genauso wie Maria.


*******

Verschlafen öffnete Maria am nächsten Morgen die Augen und sah sich um. Es war schon helllichter Tag und Michael lag neben ihr und schlief noch friedlich.

Noch etwas müde richtete sie sich auf und sah sich in der Gegend um, wo alles weiß vom Schnee war. Gähnend streckte sie sich und sah auf die Uhr, die halb zehn Vormittags zeigte.

Wieder blickte sie zu Michael um ihn zu wecken, doch sie brachte es nicht übers Herz. Er schlief so friedlich und sah dabei zu süß aus, dass sie ihn schlafen ließ.

Maria kletterte nach vorne auf den Fahrersitz und stellte ihn auf ihre Größe ein. Nur Minuten später fuhr sie von dem Parkplatz in Richtung des kleinen Nestes, dessen Namen sie sich nicht mal merken konnte.

Während sie die Straße entlang fuhr, auf der sie schon seit zwei Tagen kein anderes Auto mehr gesehen hatte, dachte sie an ihre Mom, die in Roswell sicher verzweifelte.

Maria hatte in nur kurzen Worten geschildert, warum sie weg musste und hoffte, dass Amy sie nicht suchen würde. Es wäre so und so sinnlos, denn Michael verstand es seine Spuren zu verwischen.

Leise seufzend fuhr sie weiter und blickte nach hinten, wo Michael noch immer tief und fest schlief. Er war die letzten Tage nur gefahren und es war ein Wunder, dass er dabei nicht eingeschlafen war.

Am Rand der Straße tauchte ein Schild auf, das zur nächsten Ortschaft zeigte, Fairbanks 50km. "Na toll", flüsterte Maria vor sich hin und strich sich eine braune Strähne aus dem Gesicht.

Sie wollten nach Barrows, das an der Nordwestküste von Kanada lag und noch kleiner als Roswell war, also genau das Richtige für sie beide, dort fand sie kein Mensch.


*******

"Endlich geschafft", sagte Maria erleichtert als sie vier Tage später in Barrows ankamen. Michael war ebenfalls erleichtert, er wollte in den nächsten Tagen kein Auto mehr besteigen.

"Sieht ganz nett aus, was meinst du?", fragte Michael, als sie die kleine Hauptstraße entlang fuhren. "Ja, sieht nett aus und sie haben genau das, was wir brauchen", entgegnete Maria.

Michael sah zu ihr und grinste, sie war ja so was von optimistisch, dass es einem die Haare aufstellte. "Was denn, ist doch so, ein Frisör, ein Café, ein Supermarkt, eine Tankstelle usw...", zählte Maria auf.

Er grinste noch immer und fuhr von der Hauptstraße runter in einen kleinen Waldweg. "Wo fahren wir hin?", fragte Maria verwundert. "Ich habe gestern angerufen ob sie eine Wohnung oder ähnliches haben!"

"Die Frau am Telefon sagt mir, dass eine alte Holzhütte schon seit Jahren leer steht und wir dort einziehen können. Wir brauchen auch keine Miete zahlen, nur den Strom und das Wasser!"

"Das ist gut, wirklich sehr gut", entgegnete Maria und sah zu ihm. Michael nickte lächelnd und hielt das Auto vor einem kleinen Haus mit zwei Stockwerken.

"Die Frau hat mir gesagt, dass es einen kleinen Keller gibt, eine Garage, im unteren Stockwerk ist ein Vorzimmer, Wohnzimmer, ein kleiner Essbereich und die Küche samt einer kleinen Speisekammer."

"Im oberen Stockwerk, sind Badezimmer, Toilette, ein großes Schlafzimmer und zwei kleinere, darüber ist noch ein kleiner Dachboden", sagte Michael leise und stellte sich neben Maria, die das Haus ansah.

"Lass uns reingehen, hier draußen wird es mir zu kalt", sagte Maria und zog die Jacke fester um ihren zierlichen Körper. Michael nickte und legte einen Arm um sie.

Gemeinsam gingen sie zu der kleinen Terrasse und Michael nahm den Schlüssel unter der Türmatte hervor, die Frau am Telefon hatte ihm gesagt, dass er dort lag.

Die Beiden betraten das Haus und drehten erst mal das Licht auf, da es stockfinster war und sich auch schon die Sonne verabschiedete. In ein paar Minuten war es sicher stockfinster.

"Wieder ein Tag um", flüsterte Maria.

Michael zog sie fest in seine Arme und strich über ihre braunen Haare, die ihm nicht wirklich gefielen, blond stand ihr besser. "Maria?", fragte er leise.

Sie seufzte an seiner Brust und blickte zu ihm auf. "Lass mich deine Haare wieder blond machen", sagte Michael und blickte in ihre grünen Augen, die ihn liebevoll anblickten.

"Okay", entgegnete sie und lächelte ihn kurz an. Ihr gefiel die Farbe auch nicht mehr, sie war ausgewaschen und der Haaransatz war wieder blond, also konnte sie auch wieder ganz blond werden.

Michael legte seine Hand auf ihren Kopf und konzentrierte sich auf seine Kräfte, in Sekundenschnelle war Maria wieder blond und er lächelte sie glücklich an.

"Danke", sagte sie leise und löste sich von ihm, damit sie sich das kleine Haus einmal genauer ansehen konnte. Michael folgte ihr und betrachtete ebenfalls ihr gemeinsames neues Zuhause.


*******

Nachdem Michael noch einmal mit der Frau vom Telefon gesprochen hatte und zwar dieses Mal, persönlich war er zum Haus zurückgekehrt und hatte auch gleich noch ein paar Lebensmittel mitgebracht.

Er hatte auf dem kleinen Herd Spaghetti aus dem Packerl gemacht und sich mit Maria vor den Kamin gesetzt, da das Feuer schneller in Gang zu bringen war als die Heizung, die etwas länger brauchte.

"Was hat die Frau so gefragt?"

"Nicht viel, sie wollte nur wissen was wir in so einem kleinen Nest wollen und ob wir schon lange verheiratet sind", entgegnete Michael, der Spaghetti auf die Gabel wickelte.

"Verheiratet?", fragte Maria verwundert. "Ich habe ihr gesagt, dass wir einfach aus unserem Alltag raus wollten und dass wir nicht verheiratet sind", antwortete Michael.

Maria nickte und aß ihre Spaghetti weiter, sie hätte zwar nichts dagegen gehabt mit Michael verheiratet zu sein, aber zu diesem Zeitpunkt war es irgendwie komisch, sie waren ja nicht mal richtig zusammen.

Michael merkte, dass Maria über etwas nachdachte und stellte seinen und ihren Teller auf den kleinen Tisch vor sich. "Was ist los?", fragte er leise und drehte ihren Kopf zu sich.

"Nichts", schummelte Maria und gähnte.

Skeptisch sah er sie an. "Wir sollten schlafen gehen, es ist schon spät", sagte Michael, der nicht weiter darauf einging, dass Maria ihn eben angeschwindelt hatte.

Sie nickte und stand vom Boden auf, um die Teller in die Küche zu tragen. Michael löschte das Feuer im Kamin und wartete auf der Treppe, bis Maria aus der Küche kam.

Gemeinsam gingen sie in den ersten Stock und standen schließlich vor zwei Schlafzimmertüren. Stillschweigend hatten sie sich ausgemacht, dass jeder fürs erste für sich war.

"Gute Nacht, Michael", sagte Maria leise und lächelte leicht. "Gute Nacht", entgegnete er genauso leise und betrat sein Zimmer, genauso wie Maria ihres.


*******

Mitten in der Nacht wurde Michael plötzlich wach und sah sich etwas verwirrt in dem noch ungewohnten Zimmer um. Es war zuerst still, doch dann vernahm er leises Schluchzen.

Er stand auf und ging zu Marias Zimmer, denn von dort kam das herzzerreißende Schluchzen. Michael legte sich zu Maria auf das schmale Bett und strich über ihren Arm.

Der Mond schien ins Zimmer und so konnte er Marias rote Wangen und ihre verweinten Augen sehen, die ihn ansahen. "Hey", sagte er leise und strich ein paar Tränen weg.

"Was bedrückt dich?", fragte Michael. Sie schluchzte wieder und vergrub ihren Kopf in seinem Nacken. Sanft strich er über ihre Haare und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.

Michael wusste, dass Maria etwas Zeit brauchte, um alles zu verarbeiten, aber er würde ihr gerne dabei helfen und deswegen musste er wissen, was mit ihr los war.

"Sag mir, was dich bedrückt", flüsterte Michael an ihrem Ohr und strich weiter durch ihre Haare. Maria schluchzte unaufhaltsam, hob den Kopf und blickte in seine braunen Augen.


*******

Do you remember
The time we used to spend
Doing what, we used to do back then
But the only thing
That's different now
You won't admit your love
That's if you love me again

Everytime I close my eyes
The visions reappear
And when I wake up you're not near
Could you fall in love with me again?
Cause all I see is you
Every time I close my eyes


*******

"Es tut so weh", flüsterte Maria und Michael merkte sofort, dass ihr die Worte ziemlich schwer fielen, was für sie untypisch war, denn sie trug ihr Herz sonst auf der Zunge.

"Ich weiß, aber es wird leichter, versprochen", entgegnete Michael und drückte sie noch ein Stück näher an sich. "Nein, Michael, ich glaube nicht daran", hielt Maria dagegen.

"Shhh, nicht, sag so etwas nicht, auch wenn es vielleicht lange dauern wird, es wird vorbei gehen, es tut nach einiger Zeit nicht mehr weh", antwortete Michael.

Maria löste sich ein wenig von ihm und sah ihn an, wie konnte er so etwas sagen, es ging doch schließlich um ihn! Michael merkte, dass Maria ihn anders ansah und fragte sich warum.

"Hier geht es nicht um deine Mom und Liz oder?", fragte Michael leise und strich über ihre Wange. Schluchzend nickte Maria und drehte sich weinend in die andere Richtung.


*******

When you look at me
I wish that you were mine once again
Cause now I love you
More than I did then
And I'm hoping
That we can mend it all back
Cause when we're together
The spark is there and the flame comes back

Should I say this to you
And just let it go
Tell you what I fee
And just let it show
No matter how hard
That I think this through
My feelings are the same
I'm in love with you


*******

"Maria", sagte Michael dicht an ihrem Ohr und strich wieder über ihren Arm, doch sie antwortete nicht. Plötzlich, ohne, dass er es wollte, bekam er eine gewaltige Vision.

Er sah, was in Maria gerade vorging und er begriff, warum sie so am Boden zerstört war. Sie glaubte, dass es nie wieder so wie früher sein würde, dass sie nie wieder so fühlen würde, wie damals.

Doch Michael wusste es besser, schließlich liebte er Maria über alles und tat alles, damit es ihr so gut wie möglich ging in dieser verrückten Situation.


*******

Cause all I see is you
Everytime I close my eyes
Everytime I close my eyes
Everytime I close my eyes


*******

Als die Vision vorbei war, drehte er Maria sanft zu sich und hielt ihren Kopf in seinen Händen. "Zwischen uns wird es so sein wie früher einmal, als wir noch nicht so große Probleme hatten."

"Wir werden hier ganz normal leben und nicht weglaufen müssen, wir werden wieder glücklich sein, ich mit meinen vielen Macken und du wirst dich darüber beschweren."

"Es wird wieder so sein, wie damals, als das alles mit uns angefangen hat und es wird noch besser werden, das verspreche ich dir, Maria!", sagte Michael leise.

"Michael", setzte Maria leise an, doch er unterbrach sie indem er einen Finger auf ihre Lippen legte. "Sag nichts, ich weiß, was du denkst", flüsterte Michael.

Sie nickte und schloss müde die Augen. "Bleib bitte hier", flüsterte Maria und öffnete noch einmal die Augen. Dieses Mal lag es an Michael zu nicken, während Maria die Augen wieder schloss.

Er wartete so lange bis sie wieder tief und fest eingeschlafen war, bis auch er sich wieder ins Land der Träume begab und von einer friedlichen Zukunft träumte.


*******

"Guerin!", rief Maria sauer, als am nächsten Morgen die Couch auf einmal ihren Geist aufgab, als sich Maria darauf setzte. Michael, der den Lärm gehört hatte eilte ins Wohnzimmer.

Als er Maria auf dem Boden sitzen sah musste er grinsen und half ihr schließlich wieder auf die Beine. "Na klasse, wo sollen wir jetzt eine neue Couch herbekommen?", fragte Maria.

"Das nächste Möbelhaus ist sicher nicht um die Ecke!", fuhr sie schimpfend fort und wischte sich den Staub vom Gewand. "Nur die Ruhe, ich bekomm das schon hin", entgegnete Michael.

"Na, das will ich auch hoffen, schließlich will ich nicht auf dem Fußboden sitzen und essen schon gar nicht, ich mag zwar die asiatische Kultur, aber nicht unbedingt in meinem Wohnzimmer!", beschwerte sich Maria.

Michael legte beide Hände auf ihre Schultern und blickte in ihre grünen Augen, die ihn anfunkelten. "Geh mal spazieren oder einkaufen, ich werde hier alles in Ordnung bringen!"

"Michael", wollte Maria widersprechen, doch er ließ es nicht zu, er legte einen Finger auf ihre Lippen. "Geh einfach, vertrau mir, Maria!", entgegnete Michael eindringlich.

Sie nickte schließlich und verließ das Wohnzimmer, um sich warm anzuziehen, denn in Kanada herrschten Minustemperaturen, die sie nur aus dem Fernsehen kannte.

Von Roswell war sie ein völlig anderes Klima gewohnt. Es war das ganze Jahr über warm, sogar im Winter. Es kam selten vor, dass es wirklich richtig kalt wurde.

Sie konnte sich noch an den Dezember vor drei Jahren erinnern, wo sie eine Hitzewelle in Roswell hatten und sie mit Michael den Schleifraum der Schule zum Kochen brachte.

Maria musste bei dem Gedanken grinsen und setzte sich ihre Haube auf, als Michael ins Vorzimmer kam und sie ansah, wie sie da stand und vor sich hin grinste.

"Maria", sagte Michael ruhig.

Sie drehte sich zu ihm und blickte in seine braunen Augen. Er ging auf sie zu und blieb dicht vor ihr stehen, so dass sich ihre Körper schon fast berührten.

Wortlos nahm er sie in den Arm und drückte sie fest an sich. "Bis später", sagte er leise und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. "Okay", entgegnete Maria.

Nur Moment später verließ sie das kleine Haus, um in die Stadt zu gehen, die nur fünf Minuten von hier entfernt war. Da sie sicher noch einige Zeit hier leben würde, musste sie sich damit anfreunden.

Als Maria den Supermarkt betrat, der gleich das erste Geschäft war, das am Weg zum Haus lag, kam ihr sofort eine ältere rothaarige Frau entgegen und lächelte sie freundlich an.

"Sie müssen Amy Carlton sein", lächelte die Frau noch immer und schüttelte ihre Hand. Maria nickte und lächelte sie ebenfalls an, ja sie war jetzt laut Ausweis Amy Carlton.

Da sie natürlich landesweit gesucht wurden, konnte sie ihre wahre Identität nicht preisgeben und so waren Michael und sie zu James Whitt und Amy Carlton geworden.

"Wie war die erste Nacht in dem alten Haus, ich hoffe doch nicht zu unangenehm?", fragte die Frau. "Nein, nein, es war alles in Ordnung, James und ich haben gut geschlafen!", antwortete Maria.

"Das ist sehr schön, soll ich Ihnen ein wenig die Stadt zeigen, ach und bevor ich es ganz vergesse, ich bin die Bürgermeisterin hier, Darlene Rice", stellte sich die rothaarige Frau vor.

Wieder schüttelte Maria ihre Hand und lächelte sie an. "Nett Sie kennen zu lernen", sagte Maria und ließ sich von der Bürgermeisterin durch den Supermarkt und danach durch die Stadt führen.


*******

Michael, der gerade von der Küche ins Wohnzimmer wollte, hörte, dass Maria die Tür aufsperrte und lief schnell hin. Mit seinen Kräften versperrte er die Tür, so dass sie nicht hinein konnte.

"Michael!", rief Maria von draußen. "Nur einen Moment, Maria, ich bin gleich fertig, dann kannst du rein", entgegnete Michael und ging schnell ins Wohnzimmer.

"Beeil dich, hier draußen sind sicher mehr als fünfzig Grad minus!", rief Maria. "Na so viele nun auch wieder nicht", flüsterte Michael vor sich hin, obwohl er wusste, dass sie ihn nicht hören konnte.

Er stellte schnell die letzten Sachen auf dem Tisch ab und ging wenige Minuten später wieder zur Haustür, vor der Maria herumhopste, was er von drinnen schon sehen konnte.

"Michael, mach end...", das Wort blieb Maria im Hals stecken, da er öffnete. "Na endlich, ich dachte ich muss hier draußen übernachten und danach auch noch erfrieren!"

Grinsend zog er sie am Arm ins warme Haus und half ihr aus der dicken Winterjacke und nahm ihr auch noch die Einkaufstaschen ab. "Das können wir später einräumen, ich will dir etwas zeigen!"

Verwundert sah Maria ihn an. Was hatte er bloß gemacht? Sie hoffte sehr, dass sie nicht gleich vor lauter Schreck in Ohnmacht fiel! Er kannte ihren Gesichtsausdruck und beruhigte sie sogleich.

"Keine Panik, es wird dir gefallen, versprochen!", sagte Michael beruhigend und hielt ihr von hinten die Augen zu. "Lass dich einfach überraschen, Maria!"

"Was bleibt mir denn anderes übrig, wenn du mir die Augen zu hältst", antwortete Maria und versuchte durch seine Finger durch zu schauen, doch es ging nicht.

"Okay, ich nehme jetzt die Hände weg", sagte Michael, als sie im Wohnzimmer standen. Als Maria das Wohnzimmer sah, blieb sie sprachlos stehen und sah sich um.

Stolz lächelte Michael, denn, wenn es Maria einmal die Sprache verschlug, dann konnte das nur heißen, dass er seine Sache gut gemacht hatte. Lächelnd drehte sie sich zu ihm um und fiel ihm um den Hals.

"Danke, Michael!", flüsterte Maria an seinem Ohr. Michael drückte sie fest an sich und zog ihren wunderbaren Duft nach Vanille ein. "Gern geschehen, Maria!"

Langsam löste sie sich wieder von ihm, blickte in seine braunen Augen und sah sich danach noch einmal das Wohnzimmer an, das so herrlich weihnachtlich aussah.

Michael hatte mit seinen Kräften ganze Arbeit geleistet, die Wände strahlten ein helles Orange aus, während die paar Möbel in einem mittleren Braunton hervorstachen.

Der Kamin hatte seine ursprüngliche Farbe zurückbekommen, genauso wie der Parkettboden, die waren dunkelbraun und strahlten irgendwie eine Ruhe aus, die Maria angenehm fand.

Der kleine Wohnzimmertisch hatte das gleiche Holz wie die anderen Möbel und eine Glasplatte oben drauf, unter der ein paar Weihnachtssterne und Mistelzweige lagen.

Die alte gammelige Couch von heute Morgen war ebenfalls verschwunden, nun stand eine große, flauschig weiche rote Couch vor dem Tisch und lud direkt ein, dort gemütliche Abende zu verbringen.

Das Prunkstück im ganzen Raum war aber der große Weihnachtsbaum mit den vielen Lichtern, den bunten Kugeln, dem Stern auf der Spitze und den kleinen Engelsfiguren.

Der Duft, der durch das ganze Haus ging, machte alles noch perfekter und Maria freute sich sehr darüber. Leise seufzend schlang sie beide Arme um Michaels Hüften und kuschelte sich an ihn.

Er hatte einen Arm um sie gelegt und drückte ihr einen Kuss auf den Kopf. Minuten lang standen sie im Wohnzimmer und genossen die Stille, die nur vom Knistern des Feuers unterbrochen wurde.

Maria blickte zu ihm auf und lächelte ihn aus ihren grünen Augen überglücklich an. Sie war so froh, dass sie ihn hatte, dass sie es gar nicht richtig in Worte fassen konnte.

Langsam stellte sie sich auf die Zehenspitzen und kam seinen Lippen immer näher. Michael schlang seinen anderen Arm ebenfalls um sie und zog sie zu sich hinauf.

Sie verloren sich in den Augen des anderen und wollten sich nur noch küssen und sich noch mehr darin verlieren, sie wollten einfach alles für einige Momente vergessen.

Doch beide wurden mit einem Mal aus ihren Gedanken gerissen, als Michaels Handy lautstark läutete. Grummelnd sah er aufs Display und hob ab, denn es war Max.

"Was ist?", fragte Michael sauer. "Ja, uns geht es gut, nein, niemand weiß wer wir sind", fuhr Michael fort und sein Ton war nicht gerade freundlich gegenüber seinem besten Freund.

Maria, die noch immer dicht neben ihm stand strich über seinen Rücken und seufzte leise. Sie war zwar auch nicht begeistert, dass Max gerade jetzt anrief, aber so sauer wie Michael war sie nicht.

Der pfefferte das Handy wenige Minuten später auf die Couch und ging grummelnd in die Küche, wo er die Einkäufe in die Schränke räumt. Wortlos folgte Maria ihm und blieb in der Küchentür stehen.

"Michael", sagte sie leise und sah zu ihm. Er drehte sich zu ihr und blickte in ihre Augen. "Ruh dich aus, ich mach uns etwas zu essen", war Michaels einziger Kommentar.

Seufzend fuhr sich Maria durch die Haare und ging ins Wohnzimmer, wo noch immer alles so herrlich aussah, aber die Stimmung war einfach weg und sie würde nicht so schnell wieder kommen.


*******

Am Weihnachtsabend saß Maria auf Michaels Schoß und spielte mit seinen Knöpfen am Hemd, während er durch ihre Haare strich. Das Feuer im Kamin tanzte fröhlich vor sich hin und erhellte das Zimmer.

Vor etwa einer Stunde hatten sie sich ihre Geschenke gegeben und nun saßen sie hier und genossen die Ruhe, die nur ab und zu durch das Knistern des Feuers unterbrochen wurde.

Maria hatte Michael eine kleine Staffelei besorgt, mit allen möglichen Malutensilien, die sie finden konnte, denn sie wusste, dass er es liebte zu malen, auch wenn er es nicht oft tat.

Michael hatte nicht so recht gewusst, was er ihr schenken sollte, schließlich war er der Meister im Versauen von Weihnachtsgeschenken, er hatte nie eine Ahnung, was sie sich wünschte.

In ihrem ersten Jahr hatte sie nichts bekommen, im zweiten Jahr hatte Isabel ihm aus der Patsche geholfen, denn die Stoßstange war zwar nett gemeint, aber nicht passend.

Ihr drittes Jahr verbrachten sie zwar zusammen, aber sie waren kein Paar mehr und sie hatten sich nur gegenseitig eine Karte geschenkt, was Michael im Nachhinein komisch fand.

Dieses Jahr hatte er sich wirklich Gedanken darüber gemacht und hatte das perfekte Geschenk gefunden. In dem kleinen Nest, gab es doch tatsächlich einen Elektroladen, wo er einen DVD-Player kaufte.

Natürlich gehörte zu einem DVD-Player auch eine DVD und da er wusste, was Marias Lieblingsfilme waren, da sie ja ständig davon sprach, hatte er gleich alle gekauft, die er finden konnte.

Michael wurde aus seinen Gedanken gerissen, als Maria, die noch immer auf seinem Schoß, saß auf einmal seufzte. "Was hast du?", fragte Michael leise und blickte in ihre Augen.

"Heute ist Weihnachten und du hast dir wirklich alle Mühe gegeben, dass alles perfekt ist und ich bin dir auch sehr dankbar dafür, aber es fehlt trotzdem etwas!", antwortete Maria.

Michael nickte, er wusste, was sie meinte und er würde ihr den Wunsch erfüllen, der ihr noch auf dem Herzen lag. Er nahm sein Handy und setzte kurz seine Kräfte ein.

Danach tippte er Amy DeLucas Nummer ein und gab Maria das Telefon. Total perplex sah sie ihn an und nahm das Handy an sich, um nur noch auf den grünen Knopf zu drücken.

Es läutete ein paar Mal bevor Amy DeLuca ran ging und zwar total verschlafen, da es in Roswell kurz vor fünf Uhr früh war. "Hallo", sagte Amy am anderen Ende müde.

"Mom", sagte Maria leise und Tränen liefen über ihre Wangen. "Maria!", antwortete ihre Mutter und war schlagartig putzmunter. "Wie geht es dir, Maria?", fragte Amy besorgt.

"Mir geht es gut, Michael ist bei mir und uns kann nichts passieren!", entgegnete Maria leise und schluchzte. "Gib ihn mir bitte", sagte Amy und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.

"Hallo Mrs. DeLuca", sagte Michael. "Michael, du wirst meine Tochter gut behandeln, sie respektieren und ehren und es wird ihr an nichts fehlen, versprich mir das!"

"Versprochen, Mrs. DeLuca, frohe Weihnachten!", entgegnete Michael leicht lächelnd. "Gib sie mir bitte noch einmal und Michael, auch dir frohe Weihnachten!"

"Mom, es tut mir so leid, dass ich einfach weggegangen bin, aber ich konnte nicht anders. Ich will, dass du weißt, dass ich dich über alles lieb habe und ich wünsche Dir frohe Weihnachten!"

"Ich habe dich auch lieb, Maria, frohe Weihnachten!", antwortete Amy und danach brach die Verbindung ab, da es hier draußen für ein Handy fast keine Verbindung gab.

Maria legte das Handy wieder weg und blickte in Michaels braune Augen, bevor sie in Tränen ausbrach und ihren Kopf in seinem Nacken vergrub. Michael drückte sie fest an sich und strich durch ihre Haare.

"Shhh, es wird alles gut, versprochen, Maria!", flüsterte Michael in ihr Ohr und drückte sie fest an sich. Sie schluchzte unaufhaltsam und zitterte am ganzen Körper.

Michael schob Maria ein Stück von sich und nahm ihr Gesicht in seine Hände, damit sie ihn ansehen musste. Sanft wischte er ihre Tränen weg und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.

"Du wirst deine Mom und auch die anderen wieder sehen, das verspreche ich dir, ich weiß zwar nicht wann, aber du wirst", sagte Michael leise. "Du kannst das doch gar nicht wissen!", flüsterte Maria.

"Doch, das weiß ich, du wirst sie alle wieder sehen und wir werden Weihnachten wieder zusammen verbringen, das verspreche ich dir, was auch passieren mag!"

Michael meinte es total ernst, denn er wollte sie nie wieder so sehen, wie sie jetzt war. Schluchzend nickte Maria, denn sie sah es in seinen Augen, dass er es sehr ernst meinte.

Sanft bettete er sie auf die Couch und legte sich neben sie. "Versuch ein wenig zu schlafen", sagte Michael leise und strich dabei ein paar blonde Strähnen aus ihrer Stirn.

"Michael?", fragte Maria leise. "Was liegt dir noch auf dem Herzen?", stellte er eine Gegenfrage. Sie öffnete die Augen wieder und strich über seine Wange.

"Ich liebe dich!", flüsterte Maria und wieder liefen Tränen über ihre roten Wangen. Er lächelte sie liebevoll an und küsste sie schließlich auf die Lippen.

Maria erwiderte den Kuss und in dem Moment wussten beide, das sie wieder zusammen waren, nie wieder wollten sie getrennt voneinander sein und das würden sie auch nicht.

Nach Minuten, als die Luft knapp wurde, lösten sie sich voneinander und blickten einander in die Augen. "Ich liebe dich, Maria!", flüsterte Michael und küsste sie wieder.

Nach weiteren Minuten löste er sich von ihr und zog sie noch fester an sich, er wollte sie diese Nacht nicht mehr los lassen. Maria vergrub ihren Kopf an seiner Brust und atmete tief durch.

Nur wenige Augenblicke später war sie tief und fest eingeschlafen und träumte von einer schönen Zukunft, die sie mit Michael und den anderen irgendwann haben würde.

Michael dagegen lag noch lange wach und sah ihr zu, wie sie in seinen Armen schlief. Sanft strich er durch ihre Haare und manchmal auch über ihren schmalen Rücken.

Sie wieder in den Armen zu halten und zu wissen, dass sie nie wieder getrennt voneinander sein würden, machte ihn glücklich und atemlos, denn er liebte Maria so sehr.

Er hatte vor über einem Jahr alles für sie aufgegeben und er würde ohne mit der Wimper zu zucken, das Gleiche wieder tun, denn eine Zukunft ohne Maria gab es für ihn nicht mehr.

Glücklich lächelte er vor sich hin und hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn, bevor auch ihm die Augen zufielen und er ins Land der Träume abdriftete.


*******

*Weihnachtsmorgen 2006*
Noch etwas verschlafen schlug Maria am nächsten Morgen die Augen auf und blinzelte gegen die Wintersonne, die ins Zimmer schien. Sie blickte zu Michael, der noch friedlich schlief und sie musste lächeln.

Vorsichtig löste sie sich von ihrem Mann, da sie ihn nicht wecken wollte und stieg aus dem Bett. Leise ging sie zu dem großen Fenster und blickte hinaus.

Der Anblick raubte ihr noch jeden Morgen den Atem, es war einfach nur wunderschön dort hinaus zu sehen. Zufrieden setzte sie sich auf das Fensterbrett und betrachtete weiter die Landschaft.

Sie sah nach einer Weile zum Bett, wo Michael noch immer seelenruhig schlief. Zufrieden lächelte sie und dachte an die letzten Jahre, die sie hier verbracht hatten.

Maria wurde aus ihren Gedanken gerissen, als die Schlafzimmertür leise geöffnet wurde und Mackenzie mit ihrer Schmusedecke und ihrem Stoffteddy ins Zimmer kam.

Lächelnd hob Maria ihre Tochter auf ihren Schoß und strich über ihre hellbraunen Haare. "Guten Morgen, Spätzchen", sagte Maria leise und lächelte ihre Tochter an.

"Morgen, Mommy", gähnte die Kleine und kuschelte sich fest an ihre Mom, die sie noch immer anlächelte. "Hast du gut geschlafen?", fragte Maria leise und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.

"Ja, ich habe vom Weihnachtsmann geträumt", flüsterte Mackenzie grinsend und gähnte noch einmal herzhaft. Maria erhob sich mit ihr und ging mit ihr zum Bett.

Sie legte sie sanft zu Michael und decke sie zu. "Schlaf noch ein wenig, mein Spätzchen", flüsterte Maria und küsste noch einmal ihre Stirn. Mackenzie nickte und schlief ein.

Leise ging Maria hinunter und machte dort für alle Frühstück. Als der Kaffee durchlief und sie die Zeitung geholt hatte, nahm sie Michaels altes Handy und wählte eine Nummer.

Da Michael das Handy vor Jahren mit seinen Kräften manipuliert hat, konnte keiner das Handy orten und so konnte sie vom FBI nicht gefunden werden, was ihr Glück war.

Nach ein paar Mal Läuten hob ihre Mom ab und nuschelte etwas in den Hörer. "Mom", sagte Maria leise und Tränen liefen über ihre Wange. "Maria", entgegnete Amy glücklich.

"Frohe Weihnachten, Mom", sagte Maria. "Die wünsche ich dir auch, mein Kind, geht es euch gut?", antwortete Amy besorgt. "Ja, uns geht es gut", sagte Maria leise.

Sie hörte ihre Mom schluchzen und es brach ihr jedes Jahr aufs Neue das Herz, ihre Mom an Weihnachten nicht zu sehen. "Ich melde mich wieder, bye Mom", sagte Maria.

"Bis bald, mein Schatz!", entgegnete Amy und schon brach die Verbindung ab, wie immer eigentlich, denn die Verbindung war noch genauso schlecht, wie vor vier Jahren.

Maria legte das Handy weg und nahm sich ein Häferl mit Tee, denn der Kaffee war für Michael. Sie blickte aus dem Fenster und seufzte leise vor sich hin.

Michael betrat ein paar Minuten später die kleine Küche und sah seine Frau beim Fenster stehen. Leise ging er zu ihr und schlang seine Arme sanft um sie.

"Guten Morgen", flüsterte er an ihrem Ohr und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. "Morgen, Spaceboy", entgegnete Maria und kuschelte sich fest an ihn.

Minuten lang standen sie still da und blickten aus dem Fenster in den Garten, wo der Schnee immer mehr wurde. Maria drehte sich in seinen Armen um und vergrub ihren Kopf in seinem Nacken.

Michael wusste wie sie sich fühlte und drückte sie einfach nur fest an sich. Sanft strich er über ihren Rücken und küsste ihren blonden Kopf. So standen sie weitere Minuten vor dem Fenster.

"Klasse!", rief auf einmal Mackenzie aus dem Wohnzimmer und riss ihre Eltern somit aus ihren Gedanken. Maria blickte lächelnd in Michaels Gesicht, der ebenfalls grinste.

Gemeinsam gingen sie ins Wohnzimmer, wo ihre kleine Tochter in einem Berg von Geschenken und Papier saß. Fröhlich lächelnd holte sie noch ein Päckchen aus dem Stapel und riss es auf.

Wieder lachte sie und drückte ihren neuen Teddy an sich. Maria und Michael standen in der Tür zum Wohnzimmer und lächelten, sie waren glücklich, dass Mackenzie sich so sehr freute.

Maria kuschelte sich an Michaels starke Brust und seufzte zufrieden. Er legte einen Arm um sie und drückte sie fest an sich. "Ich liebe dich, Michael!", sagte Maria leise.

Er blickte in ihre grünen Augen und lächelte sie an. "Ich liebe dich, Maria", flüsterte er, bevor er sie sanft auf die Lippen küsste, die ihn noch immer atemlos machten.

Mackenzie hatte ihre Eltern bemerkt und grinste fröhlich vor sich hin, sie hatte die besten Eltern, die sich ein kleines dreijähriges Mädchen nur wünschen konnte.

Lachend lief sie auf ihre Eltern zu und zog an Michaels Boxershort, damit er sie hoch hob. Dies tat er auch lächelnd und drückte seinen kleinen Schatz an sich.

"Alles Gute zum Geburtstag", sagte Maria und drückte ihrer Tochter einen Kuss auf die Wange. "Fröhliche Weihnachten noch dazu!", lächelte Michael und sah seine Tochter an.

Die Kleine strahlte über das ganze Gesicht und kuschelte sich fest an ihren Daddy. Zu dritt gingen sie zu der roten Couch und setzten sich zufrieden darauf.

Maria strich ihrer Tochter über die Wange und blickte liebevoll in ihr kleines Gesicht, das sie so sehr an Michael erinnerte. "Willst du nicht deine Geschenke weiter aufmachen?", fragte Maria.

Mackenzie schüttelte den Kopf und kuschelte sich noch näher an Michael, sie war viel zu müde dazu. Michael zog eine Decke über ihren kleinen Körper und bettete sie auf seiner starken Brust.

"Schlaf noch ein wenig, mein Schatz", sagte er leise und strich dabei über ihren Kopf. Mackenzie schloss müde die Augen und schlief wieder friedlich ein.

"Sie ist genauso eine Schlafmütze wie du", lächelte Maria überglücklich und kuschelte sich an Michaels Schulter. Der legte ebenfalls lächelnd einen Arm um sie und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.

"Unsere Kleine hat aber auch sehr viel von dir", entgegnete Michael leise und sah zwischen ihnen hin und her. "Was denn?", fragte Maria und blickte in seine braunen Augen.

"Sie macht mich genauso atemlos wie du, ihr seid das Wunderbarste, was mir je passieren konnte", flüsterte Michael. Maria liefen vor lauter Glück Tränen über die Wangen.

"Ich liebe dich", flüsterte Maria genauso atemlos und küsste ihn stürmisch auf die Lippen. Michael zog sie näher an sich und erwiderte den Kuss genauso.

Sanft löste er sich von ihr und strich über ihre Wange, um die Tränen weg zu wischen. Überglücklich lächelte er seine Frau an und legte seine Stirn gegen ihre.

"Ich liebe dich!", sagte Michael leise. "Kannst du dich noch erinnern, als Mackenzie kam?", fragte Maria nach einer ganzen Weile, die sie nur still da gesessen hatten.

"Wie könnte ich das vergessen, es war das stürmischste Weihnachten aller Zeiten hier und gerade dann wollte unsere Tochter auf die Welt, niemals werde ich das vergessen", entgegnete Michael lächelnd.

*******

Seit Stunden stürmte und schneite es in Barrows und es schien kein Ende zu nehmen. Alles war komplett zugeschneit und seit gestern konnte man nicht mehr aus dem Haus.

Die Telefonverbindung war schlecht und würde sicher bald ganz abbrechen, wenn es so weiter ging. Zur Sicherheit hatte Michael ein Walkie-Talkie besorgt, damit sie mit den anderen in der Stadt in Verbindung blieben.

Michael sah in die Landschaft hinaus, wo noch immer der Sturm tobte und noch mehr Schnee vom Himmel fiel. Sein Blick schweifte vom Schneesturm zur Couch, wo Maria lag.

Er machte sich Sorgen um sie, denn sie war ziemlich schwach, aß kaum etwas und schlief die meiste Zeit. Okay, sie war im neunten Monat schwanger und war nicht mehr so wie vor der Schwangerschaft, aber trotzdem.

Sie beide wussten, dass dieses Baby etwas Besonderes war, denn es würde das erste Baby zwischen einem Außerirdischen und einem Menschen sein und sie wussten nicht genau, was alles passieren konnte.

Leise seufzend ging Michael zur Couch und ließ sich dort vorsichtig nieder, da er Maria nicht wecken wollte. Aber da hatte er die Rechnung ohne sie gemacht, sie wurde wach.

"Was hast du?", fragte Maria leise und sah ihn aus ihren grünen Augen streng an. Wieder seufzte er und zog sie schließlich in die Gerade, damit er sie umarmten konnte.

"Ich mache mir ein wenig Sorgen, da draußen tobt seit Tagen ein Schneesturm und er hört einfach nicht auf", sagte Michael leise und drückte sie sanft an sich.

"Was noch?", fragte Maria weiter, die genau wusste, dass sie ihm alles aus der Nase ziehen musste. "Dein Zustand, so habe ich dich noch nie gesehen, Maria", flüsterte Michael.

Sie nahm sein Kinn zwischen ihre Finger und drehte seinen Kopf zu sich, damit er sie ansehen musste. "Mach dir keine Sorgen, Spaceboy, es wird alles schon gut gehen!", entgegnete Maria.

Michael nickte und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. Er wünschte sich es wäre so, aber er glaubte nicht daran, denn tief in seinem Inneren wusste er, dass es nicht gut ausging.

Leise seufzend drückte er sie fester an sich und strich über ihren runden Bauch, wo ihr gemeinsames Baby gerade friedlich schlief. Maria, die ebenfalls müde war, schlief auch ein.


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"Michael", hörte er es leise von der Couch und drehte sich besorgt um. Maria hatte eine Hand auf ihrem Bauch liegen und ihr Gesicht war schmerzverzerrt.

Er machte drei große Schritte und war sofort bei ihr. "Was ist los, Maria, was hast du?", fragte Michael und seine Stimme überschlug sich vor lauter Panik.

"Ich glaube das Baby will raus", sagte Maria leise und unterdrücke einen Schrei. Michael sah sie an und schüttelte den Kopf, nein nicht jetzt, nicht jetzt!

"Maria, ich kann dich nicht ins Spital bringen, da draußen ist ein Schneesturm, wie ich ihn noch nie gesehen habe", sagte Michael leise und strich über ihre glühende Wange.

"Ich habe Angst", flüsterte Maria und Tränen liefen über ihre Wangen.

Sanft strich er sie weg und nahm Maria in den Arm. "Ich verspreche dir, es wird alles gut", entgegnete Michael genauso flüsternd und strich dabei beruhigend über ihren Rücken.


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Michael sah Maria an und wusste nicht mehr, was er tun sollte, seit mehr als drei Stunden lag sie nun in den Wehen und er konnte nichts tun, konnte ihr nicht helfen.

Als eine Wehe vorbei war öffnete sie die Augen und sah ihn an. "Geht's wieder?", fragte er vorsichtig und drückte ihre Hand. Total übermüdet und fertig nickte sie nur mit dem Kopf.

"Bitte, Michael, hol es mit deinen Kräften, bitte", flehte Maria ihn an, die keine Kraft mehr hatte. Michael hätte es sofort getan, wenn er nicht zu große Angst gehabt hätte ihr weh zu tun.

"Das kann ich nicht, Schatz, das ist viel zu gefährlich", antwortete Michael und strich über ihren Kopf. Sie schluchzte in sein T-Shirt und hielt sich den schmerzenden Bauch.

Michael drückte sie noch fester an sich und wusste nicht, was er noch tun sollte. Er war kein Arzt und ein richtiger Arzt war auch nicht in der Nähe, sie waren vollkommen abgeschieden.

Das Telefon funktionierte nicht mehr und auch das Walkie-Talkie hatte vor Stunden den Geist aufgegeben. "Michael", wisperte Maria und drückte seine Hand so fest sie konnte.

Die nächste Wehe war im Anmarsch und würde ihr genauso viele Schmerzen bereiten, wie die anderen zuvor. "Versuch ganz ruhig zu atmen, ich helfe dir dabei!", flüsterte Michael.


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"Michael, ich kann nicht mehr", schluchzte Maria verzweifelt und immer mehr Tränen liefen über ihre roten Wangen. Er kam zu ihrem Kopf und strich ihr den Schweiß von der Stirn.

"Sieh mich an Maria, bitte!", sagte Michael leise und eindringlich. Mühevoll öffnete sie die Augen. Sanft strich er über ihre Wange und blickte in ihre grünen Augen.

"Du musst nur noch einmal pressen, dann ist es da, das verspreche ich dir Maria, nur noch einmal!", sagte Michael. Er sprach so beruhigend auf sie ein, dass auch Maria sich ein wenig beruhigte.

"Wenn die Wehe kommt, dann holst du tief Luft und danach presst du noch einmal, dann ist alles vorbei!", flüsterte er und küsste sie sanft auf die Lippen.

"Ich liebe dich! Du schaffst das, Maria!", machte Michael ihr noch ein wenig Mut und sah wieder nach dem Baby, das schon fast auf der Welt war und von dem er den Kopf schon sehen konnte.


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"Ahhh, Michael!", schrie Maria und ließ sich total erschöpft auf die vielen Kissen fallen. Die letzte Presswehe war die Schlimmste gewesen und sie hatte keine Kraft mehr, sie wollte nur noch schlafen.

Nur Sekunden nach Marias Schrei, schrie auch ihr Baby lautstark durch das kleine Haus. Überglücklich hielt Michael seine kleine Tochter in den Händen und lächelte.

Er wickelte sie sogleich sorgfältig in ein warmes Handtuch und durchtrennte die Nabelschnur. Das kleine Mädchen in seinen Armen beruhigte sich sofort und gähnte herzhaft.

Vor lauter Glück liefen Michael Tränen über die Wangen und er drückte seine Tochter an sich. Er wollte sie Maria zeigen, doch als er zu seiner Freundin blickte, sah er, dass sie eingeschlafen war.


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Ein paar Stunden später öffnete Maria verschlafen die Augen und sah sich um, sie war im Schlafzimmer und das Bett war frisch überzogen, das roch sie am frischen Vanilleduft.

Noch etwas müde drehte sie den Kopf nach rechts und sah dort Michael mit dem Baby im Arm auf dem Schaukelstuhl sitzen. Als er bemerkte, dass Maria wach war, lächelte er und ging zu ihr.

"Guten Morgen", sagte er leise und legte sich zu ihr auf das große Doppelbett. Maria lächelte ihn an und betrachtete das Baby, das friedlich schlief.

"Michael", flüsterte Maria gerührt und berührte die winzigen Finger des Babys. "Sag mal hallo zu deiner Tochter!", flüsterte Michael und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.

"Wir haben eine Tochter", flüsterte Maria und Tränen liefen über ihre Wangen. "Ich liebe dich, Michael!" Er küsste noch einmal ihre Stirn und lehnte seinen Kopf an ihrem.

"Wie gefällt dir der Namen Mackenzie Amy?", fragte Michael leise, um seine kleine Tochter nicht zu wecken. Maria blickte auf und in seine braunen Augen.

"Der ist wunderschön, Michael!", antwortete Maria und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen. "Genauso wunderschön und atemberaubend wie du, Maria", entgegnete Michael.

Sie lächelte ihn glücklich an und betrachtete weiter ihre schlafende Tochter, die an ihrem Schnuller nuckelte und ihr den Atem raubte, da sie ein kleines Wunder war.


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Maria öffnet die Augen und blickte auf ihre nach wie vor immer schlafende Tochter, die sich noch mehr an ihren Dad gekuschelt hatte. Drei Jahre war sie heute und raubte Maria noch immer dem Atem.

Mackenzie war das Wunderbarste, was Maria je passiert war, na ja und Michael natürlich auch. Sanft strich sie ihr über die Wange und lächelte zufrieden.

Michael, der seine Arme um seine beiden Mädchen gelegt hatte, lächelte glücklich und drückte ihnen je einen Kuss auf die Stirn. Maria blickte zu ihm auf und lächelte.

"Ich liebe dich, Michael!", sagte Maria leise. "Ich liebe dich, Maria", entgegnete er genauso leise und lächelte sie überglücklich an. "Ach, Spaceboy, ich muss dir noch etwas sagen!"

"Was denn, mein Schatz?", fragte Michael neugierig und blickte in ihre leuchtend grünen Augen. "Wir sind bald nicht mehr zu dritt", flüsterte Maria an seinen Lippen und küsste ihn leidenschaftlich.


-The End-
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