Atlantis

GeschichteAbenteuer, Romanze / P12
Baron Haru Yoshioka
19.12.2012
06.01.2013
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19.12.2012 1.188
 
Es war nun bereits mehrere Wochen her seit dem ich an einem ganz normalen Tag auf dem nach Hauseweg einen kleinen, fast schwarzen Kater gerettet hatte. Um genau zu sein waren es 4 Wochen, 12 Tage, 6 Stunden und 24 Minuten und der Kater war nicht schwarz gewesen sondern eher Anthrazit mit zwei unterschiedlichen Augenfarben und sein Name war Lune gewesen, Prinz der Katzen. Sicherlich haltet ihr mich jetzt verrückt wenn ich euch sage, dass das Treffen mit diesem Prinz mein Leben von Grundauf veränderte. Doch damals mit meinen einfältigen 18 Jahren verstand ich noch nicht was ich geschenkt bekommen hatte und ich begann zu vergessen. Begann es als Traum abzutun der nie real gewesen sein konnte.

Aber eine Sache, oder besser gesagt jemand, wollte mir einfach nicht aus dem Kopf gehen: Baron Humbert von Gikkingen, diese einmalige Katzen Figur die durch die Liebe seines Erschaffers zum Leben erweckt wurde und nun wie ein echter Gentlemen jedem half der um seine Hilfe bat. Natürlich stempelte ich ihn auch als Traum ab, als einen verzweifelten Versuch in Männern, die mich immer wieder enttäuschten doch noch etwas Gutes zu sehen.

Ja mit Männern hatte ich nie einen guten Draht gehabt und so blieb es auch noch als ich 18 war. Machida interessierte mich nicht mehr, denn durch meinen Traum über das Königreich der Katzen und den Baron hatte ich meine eigene Vorstellung davon wie ein Mann sein musste um mir zu gefallen. Die meisten Jungs in meinem Alter waren nur Luftpumpen die ihre Luft verloren sobald sie ein Mädchen erobert hatten und Machida war einer davon gewesen. Tsuge, einer seiner Besten Freunde war da nicht anders, doch Hiromi, meine beste Freundin schien auf solche Typen zu stehen und die beiden waren, zu meiner großen Überraschung, glücklich miteinander. Nachdem wir nun die High School beendet hatten gingen wir größtenteils getrennte Wege. Ich blieb hier in Tokio und studierte Kunst, während Hiromi in Nagasaka Psychologie studieren wollte und Tsuge ging natürlich mit ihr.

Aber das bedeutete natürlich nicht, dass wir uns nicht wiedersahen. Einmal im Monat trafen wir uns zu einem Mädchentag an dem wir alles das taten was Mädchen nun einmal machten. An einem dieser Tage entschied ich mich dann Hiromi von meinen Träumen über das Königreich der Katzen zu erzählen.

„Das ist ja wirklich verrückt. So einen realen Traum hatte ich noch nie!“, rief Hiromi begeistert aus, als ich ihr alles berichtete hatte. „Bei mir springen sie immer hin und her und manches passt nicht zusammen, aber das …. Wow, du hast echt Phantasie Haru!“ Ja das hatte ich. Phantasie war einer der Gründe warum ich mich für das Kunststudium entschieden hatte. Ich wollte die Bilder die sich in meinem Kopf ausbreiteten auf Papier bringen.

Doch meistens bestanden meine Bilder aus ein und demselben Thema, meinem Traum. Ich malte mich selbst als eine aufrecht stehende Katze und meistens teilte ich mir die Leinwand mit einem roten Kater, der ebenso aufrecht stand wie ich. Manchmal trug er eine Maske und einen langen blauen Umhang und erinnerte etwas an die Musketiere, manchmal trug er jedoch auch seinen beigen Anzug mit seinem Hut, seiner blauen Fliege und seinem Spazierstock. Das war der Baron Humbert von Gikkingen wie ich ihn in Erinnerung hatte und wie er mir immer in Erinnerung bleiben würde, sei es nun ein Traum oder doch die Realität.

Als ich wieder nach Hause kam konnte ich meine Gedanken wieder einmal nicht von meinem Traum, mittlerweile glaubte ich selbst, dass es tatsächlich nur ein Traum gewesen war, abwenden. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, wenn ich Hiromi nie davon erzählt hatte. So war alles wieder weiter an die Oberfläche gedrungen. Jetzt konnte ich mich auch wieder an seinen Britischen Akzent erinnern der besonders hier in Japan alles andere als üblich war und ich konnte mich daran erinnern was er zu mir gesagt hatte.

Ohne noch einen Moment länger nachzudenken schnappte ich mir meine Malerkreide und begann die Leinwand die nun vor mir stand mit dem Bild in meinen Gedanken zu füllen. Ich begann mit dem Hintergrund, einem blauen sternenbeschienenem Himmel und dann malte ich langsam und sorgfältig die einzelnen Lagen die, zusammengeführt die Person ergaben die ich nicht vergessen konnte. Diesmal trug er wieder diesen langen, myteriösen Umhang und einen Federhut in genau derselben Farbe. Seine Maske ähnelte dieses Mal eher einer kleinen Venizianischen Maske als einer großen und er lächelte nach unten blickend, doch seine Augen waren durch den Schatten nicht zu sehen.

Aber ich wusste wo er hinsah, wusste genau, dass ich es war die er anblickte. Ich in meiner mit mittlerweile nun so vertrauten Katzengestalt. Doch ich war anders als er. Er hatte die Hände eines Menschen. Ich in meiner Katzengestalt hatte jedoch Pfoten. Sanfte und man konnte die Krallen nicht sehen, aber es waren dennoch Pfoten. Das einzige dass ich aus meiner Menschlichen Gestalt übernahm waren die Haare die meinen Kopf herunter hingen, aber von zwei Katzen Ohren auf meinem Kopf in ihrem Fluss behindert wurden. Ich malte mich mit einem Gelben, sehr pompösen Kleid mit einem Stehkragen wie man es vielleicht aus dem 16. Jahrhundert kannte, doch er gehörte für mich dazu.

Als ich fertig war betrachtete ich das Bild für einen Moment und lächelte leicht. Ja so war es gewesen, genauso. ein anderer Teil in mir verneinte das, denn immerhin wurde es im Königreich der Katzen nie dunkel. Es war also ein reines Wunschdenken. Aber es hatte mich inspiriert und ich liebte dieses Bild schon jetzt. Man konnte die einzelnen Striche sehen die ich gemacht hatte und dank etwas Glanzspray, das auch gleichzeitig die Farbe fixierte sah das Bild einmalig aus.

„Das ist wundervoll, wie nennst du es?“ fragte meine Mutter. Ich hatte gar nicht bemerkt wie sie mit einem Tablett voll mit Essen und Getränken in mein Zimmer gegangen war. Ich sah meine Mutter verwundert an. Natürlich viele Bilder hatten einen Namen, doch ich selbst hatte noch nie darüber nachgedacht meinen Bildern Namen zu geben, vor allem weil ich nicht der Meinung war, dass andere sie sehen sollte.

„Belive in who you are.“, sagte ich dann und blickte Gedankenverloren auf das Bild. Das war der Satz gewesen, den Baron zu mir gesagt hatte. Der Satz der mir Selbstbewusstsein gegeben hatte. Als ich wieder zu meiner Mutter sah hatte sie Tränen in den Augen und ich wusste nicht wieso. Dann auf einmal nahm sie mich so fest in den Arm wie nie zuvor, so als wolle sie mich nie wieder loslassen.

„Mein Mädchen wird erwachsen.“, sagte sie schließlich und ich sah immer noch die Tränen. Doch dann verließ sie mein Zimmer wieder und lies mich alleine. Ja ich wurde erwachsen, doch das wäre niemals passiert hätte ich nicht diesen … Traum gehabt. Diesen einen, realen Traum der mich verändert hatte. Der mir gezeigt hatte wie wichtig es war man selbst zu sein und niemand andere sein zu wollen. Ich war Haru und das war gut so.


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Das Bild das mich hierzu inspiriert hat und das Haru in diesem Prolog gemalt hat findet ihr hier:

http://www.deviantart.com/morelikethis/18262672#/d42gaic

Wenn euch der Prolog gefallen hat würde es mich freuen, wenn ihr mir ein Review hinterlasst ^^
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