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Ein Briefwechsel zwischen Rohal und Borbarad

von Ainstein
Aufzählung/ListeFantasy / P12 / Gen
19.12.2012
19.12.2012
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Auszüge aus dem Briefwechsel zwischen seiner Exzellenz Reichsbehüter Rohal, dem Weisen und Spektabilität Tharsonius von Bethana:

Brief Tharsonius´ von Bethana, Fasar, 550 BF

Geehrter „Reichsbehüter“,

nach der äußerst unterhaltsamen Lektüre der „Gespräche“ komme ich nicht umhin, euch auf einige Denkfehler eurer Philosophie hinzuweisen.
Gewiss ist es der Calix viae nach Freiheit zu streben, ist doch die Freiheit das älteste Privileg der Welt! So nahm sich LOS die Freiheit SUMU zu erschlagen, ebenso wie er sich die Freiheit nahm aus ihrem Leibe die Welt zu creaeren.
Doch ist die Freiheit, welche sich LOS hier nahm mitnichten selbige, die Ihr, werter Herr Reichsbehüter, euren kriecherischen Schülern lehrt. (..)„Die Freiheit des Einen beginnt da, wo die Freiheit des Anderen aufhört“(...) So sprecht ihr und steht es in den Gesprächen. Doch wo sehet ihr in dem Kampfe aus dem die Schöpfung entstand, dass LOS die Freiheit SUMUS respektierte? Er übertrat sie und zeigte auch die Macht seine eigene Freiheit durchzusetzen, also sage ich: „Die Freiheit, so wie sie LOS erwünschet, ist nicht die Ordnung, die da die Sonnenanbeter predigen nach deren Lehre von Geburt an, die Macht der einzelnen Menschen festgelegt ist, sondern die Freiheit, die durch Macht bestimmt ist. Wer die Möglichkeit hat, sich über die Freiheit anderer Lebewesen hinwegzusetzen, der kann und sollte damit seine Freiheit erweitern.(...)

Brief von seiner Exzellenz Rohal dem Weisen, Gareth 550 BF

(...)Es freut mich zu sehen, dass euer philosophischer Geist ungebrochen ist, Spektabilität. Natürlich steht es euch frei, mich auf Denkweisen meiner Philosophie hinzuweisen und richtig zu stellen. Es ist mir unangenehm eure Denkschule ebenfalls anzufechten, nur fehlt in dem von euch gezeichnetem System der Freiheit ein wichtiges faktatum. Mitleid. Um bei eurer eigenen Analogie zu bleiben: LOS bereute es SUMU erschlagen zu haben und im Erkennen seiner eigenen Schuld, nämlich seinen Grenzen übertreten zu haben, entschloß er sich SUMUs Leib mit seiner Kraft zu bedecken und somit ihren langsam verendenden Lebenshauch festzuhalten. So lässt sich eher jener Schluss ziehen, dass LOS den ersten Frevel unserer Geschichte tat und es eher kosmisches Gesetz ist SEINE festgelegte Ordnung zu befolgen und Seite an Seite zu existieren, ohne das es nötig wäre die Grenzen der Freiheit des jeweils anderen zu beschneiden. (…)

Brief von Spektabilität Tharsonius von Bethana, Fasar, 551 BF

(...)Und so zeigt sich Euer Denken, eingeengt von Dogmen, konservativen Moralvorstellungen und anderen gesellschaftlichen Fesseln, die zur letztendlichen Selbsbeschneidung und damit Unmündigkeit des menschlichen Volkes führt. Was anderes, als meine Philosophie anwenden, exerzieren denn die Zwölfe vor? Sie nehmen sich die Freiheit, die Freiheit anderer Rassen zu beschränken und diktieren ihnen Verbote auf um sie auf lange Zeit gefügig zu halten. Gemäß Ometheon erhalten sie sich somit ihre Kräfte und generieren neues Nayrakis. Die Götter wissen ganz genau um das Potential der Rassen Deres, ganz im Gegensatz zu euch Reichs“behüter“!
Ich habe das Potential erkannt und auch die Möglichkeiten entdeckt, die Menschheit aus ihrer teilweise auch selbst vercshuldeten Unmündigkeit herauszuführen(...)

Brief seiner Exzellenz Reichsbehüter Rohal, Elenvina, 551 BF

Ich habe Mitleid, Tharsonius, dass Ihr nicht erkennt, dass der Weg der Freiheit, den Ihr postuliert, der Weg der Verdammten ist. Ihr lehnt eine klare Ordnung der Mächte ab, stattdessen fordert ihr, dass jene die Macht haben, sich ihre Freiheit nehmen zu herrschen. Das ist der Weg des Chaos. Der Weg der Siebten Sphaire. Denn welcher Weg ist der Beste um wahrlich große Macht zu erhalten? Es ist der Vertrag mit einem der Gegenzwölfe, auf dass der Nayrakisfunke, der im Leben mächtigen, nach dem Tode die Quelle aller niederhöllischen Kräfte sein soll (…)

Brief von Tharsonius von Bethana, Fasar, 551 BF

Erinnert Ihr euch noch? Seinerzeit hatten wir einen interessanten Disput über das Wesen des Naranda Ulthagi. Ihr erklärtet mir, dass die Macht jenes Opus Magnum früherer Zeiten nicht für die Hände jener bestimmt sei, die nicht damit umzugehen wissen und deren „Hände zu klein seien, diese Macht zu fassen“. Ich berichtigte euch, dass ich dazu in der Lage sei. Ähnlich verhält es sich mit den Verträgen mit den Fürsten in den Niederhöllen. Auch hier kann ich mir die Freiheit nehmen, die ohnehin beschränkte Freiheit der Erzfürsten noch weiter einzuschränken. Erst im Tode würde mein Nayrakisfunken zwischen die Mahlsteine der Seelenmühle gelangen und dies zu verhindern ist ziemlich einfach: Weise Boron von dir! (…) So gestaltet es sich für mich als schwierig an ein Exemplar jenes sagenumwobenen Zauberwerkes zu gelangen um euch zu beweisen, dass ich damals im Recht lag. Geschah dies auf Euer Zutun? Wollt Ihr mich an meiner maximalen Freiheit hindern?(...)

Brief von Tharsonius von Bethana, Samra, 554 BF

(...)Und es hat sich mir offenbart, wessen Geist ich habe(...)So freut es mich unsere Bestimmung fortzuführen. Es wird sich schon bald herausstellen wer der Stärkere ist...und damit auch wessen Philosophie die Wahre! Auf dieses Aufeinandertreffen freue ich mich schon, Bruder. Ich prophezeie dir, dass sich schon bald die Freiheit, die du predigst gegen dich wenden und vom Throne stürzen wird und dann werden wir sehen, wie ernst dir deine Lehre ist. Sicherlich wirst du mich in dieser Hinsicht enttäuschen, Rohal. Das hast du schon immer(...)
Dein Bruder, Borbarad (…)
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