Tiefe Trauer

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P12
Artie Nielson Claudia Donovan Myka Berring Pete Lattimar
19.12.2012
19.12.2012
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Tiefe Trauer

Petes POV

Sie war fort. Myka war fort. Und sie würde nicht wiederkommen.
Kraftlos und völlig fertig ließ sich Pete auf einen der Stühle in der Küche des B&B's fallen. Auf dem Stuhl gegenüber hatte Myka immer gesessen.. Sie hatten hier zusammen gelacht. Hatten mit Artie und Claudia die neuen Fälle beredet.
Leena hatte immer Teller ihrer leckeren Kekse auf den Tisch gestellt, über die er sich natürlich sofort hergemacht hatte und während Claudia aus dem Lachen gar nicht mehr hatte herauskommen können, versuchte Myka immer, ihn in Sachen Manieren beim Essen zu belehren, doch eine ernste Miene wahren, das hatte selbst sie nicht hinbekommen.
Pete konnte es noch immer nicht glauben. Sie schrieb, er sei für sie der große Bruder, den sie nie hatte. Und doch war sie fort. Myka hatte ihn allein gelassen. Pete konnte und wollte das nicht ertragen. Ohne sie waren das Warehouse und das B&B so unglaublich leere, freudlose Orte. Er wollte nicht mehr daran denken müssen, daran, dass sie fort war.
Sein Blick glitt von Mykas Stuhl zum Kühlschrank. Es gab nur Eines, das ihn vergessen lassen konnte. Pete erhob sich und öffnete den Kühlschrank. Darin fand er in der Schranktür eine Flasche hochprozentigen Weins. Er wusste, dass es schlecht und schwach war, was er nun tun würde und hasste sich augenblicklich dafür.Doch was blieb ihm übrig? Ihm, den Myka verlassen hatte?
Pete nahm die Flasche heraus und schenkte sich ein Glas ein. Eigentlich war er seit 8 Jahren trocken und hatte seitdem kein einzigen Tropfen Alkohol getrunken. Dennoch fand er, dass dies bedeutungslos war, jetzt, wo er so schrecklich einsam war. Er musste vergessen.
Pete setzte das Glas an seine Lippen und begann in tiefen Zügen das Glas zu leeren. Nicht lange und er schenkte sich das Nächste ein. Die anderen waren bis morgen weg; also würden sie ihn nicht stören.
Pete hatte nach etwa 10 Minuten die gesamte Flasche geleert und doch wusste er noch immer, dass Myka fort war. Dabei war es doch genau das, was er vergessen wollte! Er wankte schon beträchtlich, als er erneut zum Kühlschrank taumelte und die nächste Flasche griff. Hätte er geahnt, dass das B&B über einen solchen Vorrat an Alkohol verfügte, nun, dann hätte er diese Möglichkeit wohl schon früher in Betracht gezogen.
Viel zu viele Gläser später, legte sich endlich ein dunkles Tuch des Nichtswissens um Petes Verstand. Es war der Moment, in welchem er das Bewusstsein verlor.

Claudias POV

Claudia und Artie kehrten ziemlich spät ins B&B zurück und waren beide erschöpft von der langen Reise. Da Pete wegen Mykas Verlassen des Warehouses erst einmal kein Auftrag zuzumuten war, waren sie und Artie selbst nach Arizona geflogen, um das Artefakt zu holen.
Das hieß natürlich nicht, dass sie Myka nicht vermissten- nein im Gegenteil. Sie hofften so sehr, dass sie zurückkehren würde, dass es schon verrückt war, denn es war völlig absurd, dass sie sich umentscheiden würde. Myka war ein Mensch, der eine Entscheidung nicht leichtfertig traf und gründlich darüber nachdachte. Sie würde also niemals wieder zurückkommen.
Artie schüttelte gerade seinen Regenschirm aus und Claudia tat es ihm gleich. Draußen regnete es in Strömen und zum Glück hatte Claudia auf Artie gehört und zwei Regenschirme mitgenommen. Sie stellte den Schirm in einen dieser doch ziemlich antiken Schirmständer und hängte ihre Jacke auf.
Ob Pete noch wach war? Sie musste ihm unbedingt erzählen, was ihm alles entgangen war! Oh ja, sie würde es ihm regelrecht unter die Nase reiben, in der Hoffnung, dass es ihn auf andere Gedanken bringen würde.
"Ich werde jetzt duschen und mich dann aufs Ohr hauen, Claudia. Gute Nacht'". "Okay, Artie. Nacht". Sie hörte, wie Artie nach oben ging und musste lächeln. Er war doch tatsächlich wie ein Vater für sie geworden.
Und jetzt musste sie Pete finden.
Claudia legte sich schon ihre Worte zurecht und betrat die Kücke, als sie mitten im Gehen stoppte. Nein! Das war nicht wahr! Das konnte nicht wahr sein! Es musste ein verdammtes Trugbild sein! Pete saß ein paar Schritte entfernt und sein Kopf war auf die Tischplatte gesunken. Auf dem Tisch standen ein Glas und vier leere Flaschen Wein. Auf dem Boden lagen Scherben und Claudia vermutete, dass es einmal ein Glas gewesen war. Sie stürzte auf Pete zu und rüttelte ihn, doch er bewegte sich nicht. Sie fühlte seinen Puls. Es war wirklich ein verdammtes Wunder, doch er lebte noch; glücklicherweise! Gleich im nächsten Moment wurde ihr etwas bewusst. Pete trank wieder und das war verdammt nochmal kein gutes Zeichen! Sie musste Artie benachrichtigen!
Claudia stürmte die Treppe herauf, um Artie zu holen. In dem Moment, in dem sie an die Tür hämmern wollte, öffnete sie sich.
"Artie! Du musst herunterkommen. Schnell!!", rief sie hastig, als er sie fragend ansah. Sie stürmte voraus und Artie hatte Mühe mitzuhalten.
Als beide in der Küche waren, hielt der Ältere sich beide Hände an den Kopf und wiederholte immer und immer wieder ein Wort. "Nein, nein, nein!".
Claudia kam nicht wieder aus ihrem schockähnlichen Zustand heraus.
"Ruf Myka an! Du musst ihr sagen, was geschehen ist und sie soll so schnell wie möglich hierher kommen!".
Claudia nickte hastig und machte sich daran, Myka anzurufen.

Mykas POV

Myka konnte nicht schlafen. Sie war vollkommen durcheinander. Und das obwohl SIE gegangen war. Es war ihre eigene Entscheidung gewesen, die sie selbst getroffen hatte. Da dürfte sie eigentlich nicht durcheinander sein, oder doch? Sie hatte wirklich keine Ahnung und wollte nur noch schlafen. Darüber konnte man schließlich auch morgen noch nachdenken. Müdigkeit überfiel sie und mit einem Mal fühlte sie sich unendlich ausgelaugt. Als hätte sie seit ihrem Anfangen im Warehouse nicht mehr richtig geschlafen.
Gerade als Myka dabei war, in einen traumlosen Schlaf zu sinken, klingelte ihr Handy. Fluchend knipste sie das Licht an. Jetzt wieder wach, wühlte sie hastig in der Schublade und siehe da- das Handy! Sie wollte schon herangehen, doch als sie die Nummer erblickte, zögerte sie. Es war Claudia. Sie sollte lieber nicht herangehen..- und wenn es ein Notfall war?
"Ja?".
"Hör zu, Myka. Du musst nach South Dakota kommen! Und zwar so schnell wie möglich, verstanden?".
"Claudia, ich dachte, das haben wir schon durch! Ich-".
Claudia unterbrach sie hektisch.
"Nein, Myka, es ist ein verdammter Notfall! Pete trinkt wieder. Und du weißt ganz genau, weshalb er wieder angefangen hat".
Myka war wie gelähmt. Sie hatte schon aufgehört Claudia zuzuhören, als diese gesagt hatte, Pete trinke wieder.
"Ich komme", sagte sie nur tonlos und legte auf.

Petes POV

Als Pete erwachte, fühlte er sich mies. Wirklich mies. Sein Kopf hämmerte, als wäre er darauf gefallen und seine Zunge fühlte sich pelzig an. Da fiel es ihm alles wieder ein. Er hatte getrunken. Wegen Myka. Jetzt wollte er noch eine Flasche Wein. Sie war ihm wieder in den Sinn gekommen.
Beinahe unwirklich drang mit einem Mal ihre Stimme an sein Ohr und er glaubte zu halluzinieren. Pete schlug die Augen auf. Glücklicherweise war es im Raum dämmrig, denn bei jeglichem Anzeichen von Licht, wäre er wohl erblindet. Seine Augen suchten den Raum nach der Quelle dieser Stimme ab und fand sie sofort. Im Türrahmen stand wirklich Myka und unterhielt sich leise mit Artie! Eine Welle von Freude überkam Pete.
"Myka! Bist du real? Bist du wirklich da?".
Myka drehte sich um und eilte auf ihn zu, während er sich vorsichtig aufrichtete.
Sie umarmte ihn heftig und sie flüsterte ihm ins Ohr: "Ja. Ich bin da. Pete, erschreck mich nie wieder so, ja? Nie wieder!".
Pete hörte die Tränen in ihrer Stimme und spürte, wie auch er begann zu weinen.
"Oh, Myka. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich dich vermisst habe! Den einzigen Ausweg, den ich gesehen habe war..Oh, Mykes, es tut mir so leid!".
"Nein, Pete. Ich allein trage die Schuld, an dem, was passiert ist! Ich hätte dich niemals zurücklassen dürfen. Wir beide, wir gehören zusammen".
Pete nickte und zog Myka enger in die Umarmung. Ein warmes Gefühl machte sich in ihm breit. Für einen Augenblick konnte er das Gefühl nicht zuordnen, doch dann wusste er mit einem Mal, was es war. Es war Liebe. Pete liebte Myka von ganzem Herzen.  Sie war für ihn wie eine kleine Schwester, seine Partnerin und..ja, was war sie eigentlich noch? Er konnte ohne sie nicht Leben, soviel stand fest.
Ohne, dass einer der beiden wusste was sie taten, näherten sich ihre Lippen einander. Der Kuss war feucht von Tränen und sanft. Sehr sanft. Genau so hatte Pete sich einen ehrlichen Kuss immer vorgestellt. Sanft und aufrichtig. Als sich ihre Lippen lösten. lächelten sie beide und Pete wusste, dies hier war ein Versprechen.

So, das war meine Pyka-Story:)
Hinterlasst ihr ein Review mit eurer Meinung? Wäre nett;)

LG KaLoNafall
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