Coming home for Christmas

GeschichteRomanze, Familie / P16
Maria deLuca Michael Guerin
19.12.2012
19.12.2012
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Disclaimer: Roswell und deren Charaktere gehören The WB, Jason Katims und Melinda Metz!

Spoiler: Alternatives Universum

Anmerkung: Lyrics von Michael Bublé – All I want for Christmas

Erstveröffentlichung: 23. December 2005



Coming home for Christmas


"Maria, Maria, Maria!", rief ein kleiner Junge ganz aufgeregt und lief auf sie zu. "Hey, Johnny", lächelte Maria und ging in die Hocke, damit sie auf gleicher Augenhöhe war wie ihr kleiner Freund.

"Ich weiß, wie viel fünf und fünf ist", grinste er stolz. Maria lächelte ihn an und strich ihm über die Haare. "Na, dann sag mir wie viel das ist", meinte Maria.

"Das sind zehn und ich habe es ganz alleine ausgerechnet", antwortete Johnny strahlend. "Das ist großartig, Kleiner", entgegnete Maria. "Wo ist denn deine Mommy?"

"Die ist an ihrem Schreibtisch und arbeitet", antwortete Johnny. "Na komm, wir zwei gehen raus und holen uns einen Hotdog, was hältst du davon?", fragte Maria.

Johnny strahlte sie noch mehr an als vorhin und nickte eifrig mit dem blonden Kopf. Maria nahm ihn an der Hand und ging mit ihm hinaus, um mit ihm einen Hotdog essen zu gehen.

"Maria, ist Mommy bald fertig mit ihrer Arbeit?", fragte Johnny auf dem Weg nach draußen. "Ja, in etwa einer halben Stunde ist sie fertig und dann fahrt ihr nach Hause", antwortete Maria.

Ihr Handy klingelte und sie blieb mit Johnny stehen. "Valenti", meldete sich Maria. "Hey, mein Schatz, wie geht es dir?", fragte ihre Mutter am anderen Ende gutgelaunt.

"Hey, mir geht es ganz gut, was ist bei euch so los?", entgegnete Maria. Sie machte sich auch schon darauf gefasst, dass es ein längeres Telefonat wurde, dann ihre Mom redete unheimlich gerne.

"Vieles, also weswegen ich anrufe, du kommst doch an Weihnachten nach Hause, kannst du mir dann etwas aus Australien mitbringen, so eine kleine Spielzeugoper für den Nachbarsjungen?", fragte Amy ihre Tochter.

Maria seufzte leise und schwieg für einen Moment, bevor sie die Bombe platzen ließ. "Mom, ich werde an Weihnachten nicht kommen können", antwortete Maria leise.

Die Stille, die nach diesem Satz herrschte, war fast gruselig. Maria schluckte hart und schloss die Augen. "Mom, bist du noch dran?", fragte sie genauso leise wie vorhin.

"Ja, bin ich! Wieso kommst du nicht? Maria es ist Weihnachten!", entgegnete Amy am anderen Ende. "Ich habe kein Flugticket mehr bekommen, es ist seit Wochen alles ausgebucht", sagte Maria.

"Wir hören uns, mein Schatz", antwortete Amy und legte auf. Wieder seufzte Maria und steckte ihr Handy ein. Johnny, der neben ihr saß, sah sie fragend an.

"Magst du deine Mommy nicht?", fragte der Kleine und er klang traurig. "Doch, ich mag meine Mom sehr, aber ich kann dieses Jahr nicht Weihnachten mit ihr verbringen, ich habe keinen Flug bekommen", entgegnete Maria.

Johnny nickte und nahm ihre Hand. "Komm, lass uns Hotdogs essen gehen, der Hotdog Verkäufer gibt dir sicher einen ganz großen!", meinte Johnny fröhlich lächelnd.

Kaum hatten die Beiden ihre Hotdogs, klingelte erneut Marias Handy. Sie setzte sich mit Johnny auf eine der Bänke im Park und hob schließlich tief durchatmend ab.

"Hey, Liz", sagte Maria.

"Sag mir nicht du hast keinen Flug bekommen, du hättest einen bekommen, wenn du nur gewollt hättest. Also sag mir den wahren Grund, Maria!", überfiel Liz sie sogleich.

Maria seufzte, das war typisch Liz, sie wusste einfach immer, was mit ihr wirklich los war. Keine andere kannte sie so gut, oder doch, eine weitere Person kannte sie genauso gut wie Liz.

"Ist es wegen ihm? Maria, Schätzchen, es ist schon so lange her", meinte Liz. "Ich weiß, Liz, aber ich kann einfach nicht, versteh das bitte", antwortete Maria.

"Wir werden darüber noch sprechen, aber jetzt versuch ich erst mal deine Mom etwas aufzuheitern, also bis später!", sagte Liz und hängte auch schon wieder auf.

"Hier steckt ihr, ich habe euch schon gesucht", sagte Johnnys Mom auf einmal. "Hey, Susan", lächelte Maria, als sie ihre Arbeitskollegin sah, die sich neben sie setzte.

"Gehen wir jetzt nach Hause?", fragte Johnny, der inzwischen auf den Schoß seiner Mom geklettert war. "Ja, wir fahren nach Hause, sollen wir dich mitnehmen?", fragte Susan.

Maria schüttelte den Kopf. "Nein, ich werde mit der U-Bahn fahren, aber danke für das Angebot", entgegnete Maria müde. "Okay, dann sehen wir uns morgen", meinte Susan.

"Bye, Maria!", grinste Johnny. Maria winkte den Beiden hinterher und blickte aufs Meer hinaus. Während sie dorthin starrte schwirrten ihre Gedanken in ihre Vergangenheit.

In eine Vergangenheit, die gute und schlechte Zeiten hatte und die sie eigentlich hinter sich gelassen hatte. Aber dennoch kam die Vergangenheit immer wieder in die Gegenwart zurück.

Auch, wenn sie sich dagegen sträubte, ihre Vergangenheit war eigentlich immer gegenwärtig. So wie jetzt, sie dachte wieder an diesen einen Tag, als es auf Liz Balkon nach ihrer Schicht passiert war.

Maria wollte es vergessen, aber es ging einfach nicht. Denn ihr Herz konnte einfach nicht loslassen. Diese Minuten ganz alleine mit ihm, waren die schönsten ihres Lebens, nie würde sie das vergessen.

*******

Michael betrat Liz Zimmer und ging zum Fenster, damit er auf den kleinen Balkon konnte, Maria lag dort auf der Liege und hatte die Augen geschlossen.

Leise ging er zu ihr, setzte sich auf die Kante und strich sanft über ihren nackten Unterarm. Müde öffnete sie die Augen und sah ihn an. "Hey!", lächelte Michael.

"Selber hey!", antwortete Maria.

"Bist du fertig mit deiner Schicht?", fragte Michael. Sie nickte und schloss wieder die Augen, Michael nahm ihre Hände in seine und zog sie in seine Arme.

"Michael, nicht, ich bin so müde", sagte Maria.

"Da weiß ich etwas, was dir hilft, gleich munter zu werden", flüsterte er in ihr Ohr. Maria bekam eine Gänsehaut, denn sein Flüstern war doch nur ein Hauch.

Michael zog sie in seine Arme und stand mit ihr auf. "Lass uns zu mir gehen!" "Ich bin so müde, nicht heute, Michael", nuschelte Maria und blickte in seine Augen.

Er grinste und drückte sie sanft gegen die Wand, sein starker Körper drückte sich an ihren zierlichen und durch beide Körper schoss eine gigantische Lustwelle.

Ihre Augen trafen sich kurz und nur Sekunden später ihre Lippen zu einem leidenschaftlichen Kuss. Michael stöhnte in den Kuss und zog Maria fester an sich.

Da spürte sie die Härte in seiner Hose und musste ebenfalls stöhnen, er war einfach nur heiß! "Wir müssen aufhören, was ist, wenn Liz kommt?", fragte Maria leise seufzend, als er sich an ihrem Hals festsaugte.

"Ist mir egal, ich will dich so sehr, das ich verrückt werde", antwortete Michael nuschelnd und ließ sie alles vergessen. Vier Hände gingen auf Wanderschaft und keiner konnte sie stoppen.

Michael nahm ihre Uniform und zog die Druckknöpfe auseinander. Sein Blick fiel auf ihren halbnackten Körper und eine weitere heiße Welle schoss durch seinen Körper.

Er sah in ihre Augen und erkannte das gleiche Feuer, das in ihm brannte. Ihre Münder trafen sich zu einem weiteren leidenschaftlichen, hungrigen Kuss.

Maria seufzte und drängte sich an ihn, Gott, sie wollte ihn so sehr, dass sie fast wahnsinnig wurde. Ihre Hände knöpften seine Jeans auf und fuhren hinein.

Michael stöhnte auf, als er ihre kleinen Hände spürte und küsse sie noch intensiver. Er wollte sie so sehr, dass es schon fast schmerzhaft war noch länger zu warten.

Als sie sich verbanden, stöhnten sie und klammerten sich aneinander.

"Maria!", seufzte Michael und fing an sich in ihr zu bewegen. Sie genoss jeden seiner Stöße und seufzte immer wieder leise auf. "Michael!", keuchte sie, als sich ihr Höhepunkt ankündigte.

Ihre Lippen waren fest miteinander verschlossen, als sich ihre Orgasmen über ihre Körper ausbreiteten. Glückshormone schossen durch ihre Körper und verbanden sie einmal mehr miteinander.

"Ich liebe dich, Maria!", keuchte Michael leise. Maria klammerte sich mehr an ihn und lächelte glücklich. Sie wollte nicht reden, sie wollte einfach nur hier mit ihm stehen.


*******

"Maria, du musst an Weihnachten nach Hause kommen!", rief Liz wütend ins Telefon. "Ich kann nicht, Liz, es geht einfach nicht und das weißt du!", rief Maria genauso wütend zurück.

Ihre beste Freundin schien wirklich nicht zu verstehen, dass es einfach nicht ging. Sie würde ja gerne, wegen ihrer Mom, aber es ging nicht. "Es ist mehr als fünf Jahre her, also vergiss es endlich!", schnaubte Liz.

"Nein, ich werde es nicht vergessen, verdammt noch Mal, lass mich doch in Ruhe!", schrie Maria wütend und pfefferte das Telefon in irgendeine Ecke, des Wohnzimmers.

Schluchzend ließ sie sich auf die Couch fallen. Es war ihr unbegreiflich, dass Liz sie nicht verstand. Immerhin war sie ihre beste Freundin und das seit sie fünf Jahre alt waren.

Liz wusste, was damals passiert war und sie wusste auch, dass sie noch immer darunter litt. Maria schluchzte und kuschelte sich in ihr Polster. Sie erinnerte sich an ein Weihnachten, als sie noch Teenager waren.

*******

"Du schenkst mir Kaugummi? Kaugummi, zu Weihnachten, wie kommst du bloß auf so eine Idee?", fragte Maria ungläubig, als sie Michaels Geschenk aufmachte.

Der zwölfjährige Michael zuckte mit den Schultern und steckte sich einen der Kaugummis in den Mund. Was regte sie sich so auf, war doch ein nettes Geschenk.

"Du magst doch Kaugummi, immer, wenn wir uns sehen hast du einen im Mund. Also schien es mir am Logischsten zu sein", antwortete Michael und grinste sie spitzbübisch an.

"Du bist echt blöd, Guerin, weißt du das!", schimpfte Maria und lief empört aus dem Zimmer. "Michael Guerin, was hast du nun schon wieder angestellt?", fragte Max, seinen besten Freund.

"Nur Maria ihr Weihnachtsgeschenk gegeben, wenn sie es nicht mag, hat sie selbst Schuld", entgegnete Michael und setzte sich auf die Couch. Max setzte sich neben ihn.

"Sag bloß, du hast ihr wirklich Kaugummi gekauft? Das ist doch kein Weihnachtsgeschenk für ein Mädchen", meinte Max aufgebracht und sah seinen besten Freund ungläubig an.

"Ja, aber sie kaut doch immer Kaugummi, das war halt etwas Praktisches", entgegnete Michael, der nicht verstand, worauf Max hinaus wollte und sah sich gelangweilt eine Zeitschrift an.

"Man schenkt einem Mädchen keinen Kaugummi zu Weihnachten, sondern etwas anderes, was Schönes, MICHAEL!", sagte Max eindringlich. "Schon kapiert, ich werd mich entschuldigen", meinte Michael mürrisch.

Er verschwand aus dem Wohnzimmer und lief in sein Zimmer, dort wühlte er in seiner alten Spielzeugkiste herum, schließlich hatte er das richtige Stofftierchen gefunden.

Zufrieden ging er damit wieder nach unten und traf im Wohnzimmer ein weiteres Mal alleine auf Maria. Sie saß auf der Couch, sah fern und beachtete ihn nicht.

"Hey", sagte er leise.

"Selber, hey!", entgegnete Maria sehr schlecht gelaunt und sah ihn noch immer nicht an. "Entschuldige, wegen vorhin, ich habe etwas anderes für dich", flüsterte Michael.

Verwundert sah Maria zu ihm und musterte ihn dabei gründlich. Seine braunen Augen blickten genau in ihre und Maria sah, dass er es wirklich ernst meinte.

Michael zog hinter seinem Rücken den Teddy hervor und streckte ihn Maria entgegen. Lächelnd nahm sie den Teddy an sich und drückte ihm einen schnellen Kuss auf die Wange.


*******

Maria öffnete die Augen und sah zu ihrem Kaminsims, wo dieser süße, kleine Teddy saß und eine alte Kaugummipackung in der Hand hielt, die man auf gar keinen Fall mehr essen sollte.

Sie wusste, dass es sein Lieblingsteddy als Kind gewesen war und dass er ihn ihr geschenkt hatte, machte ihn zu etwas Besonderem, sie liebte diesen Teddy über alles.

Das Telefon klingelte zum wiederholten Male an diesem Tag und Maria rappelte sich von der Couch auf. Sie schlurfte in Richtung Küche, wo das Schnurlostelefon gelandet war und hob ab.

"Hallo", sagte sie müde und ließ sich auf den Küchensessel nieder. "Es tut mir leid", sagte Liz leise. "Mir auch", antwortete Maria genauso leise, wie ihre beste Freundin.

"Ich weiß ja, dass du immer noch darunter leidest, aber es ist nun mal Weihnachten, deswegen bin ich, glaube ich, so ausgerastet", meinte Liz und seufzte.

"Tja, normale Menschen würden auch schon längst alles wieder vergessen haben, über so einen langen Zeitraum, aber ich bin nun mal nicht so wie manch andere Leute", entgegnete Maria etwas niedergeschlagen.

"Versprich mir etwas, Maria!", sagte Liz eindringlich.

"Okay", meinte diese ohne zu wissen, was es eigentlich war. Denn das taten sie schon seit Jahren, immer zuerst versprechen und danach erst erfahren, was es war.

Es war so eine Art Tradition zwischen ihnen beiden und sie würde wohl ewig so bleiben. Sie würden es auch noch im hohen Alter machen und sehr zufrieden damit sein.

"Überleg es dir noch einmal gründlich und benutze das Ticket, das in deiner Lade im Nachttisch ist. Wenn du wirklich nicht kommst, dann habe wenigstens schöne Weihnachten und verbringe sie nicht alleine!", sagte Liz.

"Ich habe dich lieb, Lizzy!", antwortete Maria, bevor sie auflegte.

Maria blickte auf ihre Uhr und stellte fest, dass es noch gar nicht so spät war, also nahm sie ihre Jacke, ihre Tasche und verließ tiefdurchatmend die Wohnung.

Sie musste noch einkaufen und besorgte die kleine Spielzeugoper für den Nachbarsjungen. Sie würde die Oper mit der Post nach Roswell schicken, damit Amy das Geschenk Jimmy geben konnten.

Wenn sie schon nicht nach Roswell flog, dann sollte er wenigstens sein Geschenk bekommen. Die Post war da ziemlich flott zurzeit, also kam es bestimmt rechtzeitig an.

*******

Michael stand in der Küche und machte sich gerade etwas zu Essen, als das Telefon klingelte. Er wischte sich die Hände an einem Geschirrtuch ab und ging hin.

"Guerin", sagte er noch etwas müde.

"Entschuldige bitte, ich wollte dich nicht wecken", antwortete Liz. "Hast du nicht, was gibt es?", fragte Michael und nahm sich sein Sandwich, das inzwischen fertig war.

"Ich wollte dir nur sagen, dass sie höchstwahrscheinlich nicht kommen wird", sagte Liz. Michael setzte sich auf die Couch im Wohnzimmer und seufzte so leise, dass es Liz nicht hörte.

"Bist du noch dran?", fragte Liz.

"Ja, bin ich, danke für die Information", entgegnete Michael leise. "Es tut mir leid, ich wünschte ich hätte bessere Nachrichten für dich", antwortete Liz.

"Ja, ich auch. Also wir sehen uns, Liz", meinte Michael und legte schon auf. Lustlos stellte er das Sandwich auf den Tisch ab und zappte Gedanken verloren durch die Kanäle.

Sie kam also nicht und ihm war alles an Weihnachten vergangen. Weihnachten ohne sie, war einfach kein Weihnachten, das war wie Weihnachten ohne einen Baum und Geschenke.

*******

"Guerin, du Arsch! Wieso schenkst du mir eine Stoßstange zu Weihnachten?", fragte Maria außer sich vor Wut. Sie konnte nicht fassen, was er sich jetzt schon wieder hatte einfallen lassen.

"Ich habe praktisch gedacht, deine ist kaputt und hängt somit auch am seidenen Faden, du würdest dir nie selbst eine kaufen, also habe ich es für dich getan", entgegnete Michael locker.

"Du bist wirklich ein Idiot", schimpfte Maria und lief aus dem Zimmer, hinaus in die Kälte ohne ihre Wintersachen. Michael stand noch ein paar Sekunden da, bevor er registrierte, dass sie weg war.

Schließlich schnappte er sich die Sachen und lief ihr nach. "Maria, warte, Maria!", rief Michael. Doch sie wollte nicht auf ihn hören und ging stur weiter.

"Lass mich in Ruhe, Michael!", rief sie zurück und schlang die Arme um ihren Körper, denn es war eiskalt. Michael, der sich inzwischen selbst auch angezogen hatte ging noch immer einige Schritte hinter ihr.

Er wusste, dass er sie nicht ansprechen sollte, aber sie holte sich hier draußen den Tod, wenn sie sich nicht bald etwas anziehen würde. Es war einer der kältesten Winter in Roswell und das seit Jahren.

Plötzlich, nach einigen Minuten, blieb sie stehen und wirbelte herum. Stinkwütend sah sie ihn an und hätten Blicke töten können, dann wäre er sofort umgefallen.

"Lauf mir nicht nach, Guerin!", schrie Maria. Michael ging auf sie zu und blieb dicht vor ihr stehen, er würde auf gar keinen Fall wieder zurückgehen, nicht ohne sie.

"Maria, du erfrierst hier gleich, also bitte, zieh deine Sachen an", sagte Michael leise und irgendwas in seiner Stimme beruhigte Maria auf einmal und so half er ihr in die Jacke und setzte ihr die Haube auf.

"Na also, geht doch und nun gehen wir zurück", meinte er lächelnd. "Können wir noch hier draußen bleiben?", fragte Maria leise. "Wenn du willst immer", entgegnete Michael.

Maria nickte und sie gingen nebeneinander durch den kleinen Park, wo sie sich gerade befanden. Es schneite nicht oft in Roswell, da es eigentlich viel zu warm war, aber heuer hatte es wieder einmal geschneit.

Das nutzten sie aus um Eislaufen zu gehen, ausgiebige Schneeballschlachten zu machen oder einfach nur durch die Gegend zu spazieren. Michael legte einen Arm um ihre Schulter und zog sie an sich.

Maria schob ihre Hand hinter seinen Rücken und kuschelte sich an ihn. So gingen sie eine ganze Weile ruhig nebeneinander her und sprachen kein einziges Wort.

"Lust auf heißen Kakao?", fragte Michael nach einer halben Ewigkeit. Maria sah zu ihm auf und nickte. Da sie eine Runde um den Park gedreht hatten, war es nicht mehr weit bis zum Guerin-Haus.


*******

Michael wurde aus seinen Gedanken gerissen, als es an der Tür läutete. Er stand auf und ging hin. Als er öffnete stand der Postbote mit einem Paket vor ihm.

"Ein Paket für Sie, Mr. Guerin", lächelte der Postbote fröhlich. Michael musste sich einen Kommentar verkneifen. Er unterschrieb wortlos das Papier, nahm das Paket und schloss die Tür wieder.

Mit dem Paket unter dem Arm ging er zurück ins Wohnzimmer und stellte es auf den Tisch ab. Das Ding konnte er auch später aufmachen, jetzt wollte er Fernsehen.

Irgendeine sinnlose Sendung lief und er versuchte sich darauf zu konzentrieren, aber irgendwie ging es nicht. Seine Gedanken waren ständig bei Maria und sie wollten einfach nicht loslassen!

*******

Maria saß in eine warme Decke eingewickelt und wartete auf Michael, der in der Küche den Kakao machte. Nach einigen Minuten kam er und setzte sich neben sie.

"Hier, bitte", meinte Michael und hielt ihr das Häferl unter die Nase. "Danke", nuschelte Maria und nahm einen Schluck davon. Michael hob die Decke hoch und rutschte darunter, denn ihm war auch etwas kalt.

"Willst du Fernsehen?", fragte Michael leise. Maria zuckte mit den Schultern und sah zu, wie er die Fernbedienung nahm und sich danach wieder zurück lehnte.

Nachdem er ein paar Minuten lang durch die Kanäle gezappt war blieb er bei irgendeinem Weihnachtsfilm hängen und blickte zu Maria. Die hatte ihren Kopf an seine Schulter gelegt und hielt ihren Kakao.

Michael legte einen Arm um sie und zog sie fest an sich. Leise hörte er sie seufzen und lächelte zufrieden. Es war also wieder alles in Ordnung zwischen ihnen.


*******

Als der Film zu Ende war streckte Maria sich kurz einmal durch, ihre Glieder waren müde von dem langem sitzen. Michael streckte ebenfalls seine Hände aus und sah zu ihr.

"Hast du Hunger?", fragte Michael. Maria zuckte mit den Schultern und zog eine Schnute. Michael grinste sie an und zog sie an der Hand auf die Couch zurück.

"Du redest heute nicht wirklich viel, was?", meinte er schmunzelnd. Sie nickte nur und kuschelte sich wieder an seine Schulter. "Ich weiß, wie ich dich zum Reden bringe!"

Maria zuckte wieder mit den Schultern und sah in seine braunen Augen. Er beugte sich zu ihr hinunter und starrte in ihre grünen Augen, die ihn etwas verwirrt ansahen.

Das was er jetzt vorhatte, war gefährlich und er hoffte, dass er keine gescheuert bekam, denn das wollte er nicht. Vorsichtig drückte er seine Lippen auf ihre und strich mit der Hand über ihre Wange.

Gott, ihr Lippen waren so weich, das er dahinschmolz. Maria genoss es genauso seine Lippen auf ihren zu haben und war einfach nur glücklich. Sanft löste sich Michael von ihr und blickte wieder in ihre Augen.

Wieder strich er über ihre Wange und sah sie einfach nur an, sie war wunderschön und unheimlich süß. Lächelnd drückte er ihr einen Kuss auf die Stirn.

Maria kuschelte sich an ihn und seufzte zufrieden.


*******

Michael öffnete die Augen und hatte ein glückliches Lächeln im Gesicht. Ihr erster Kuss war einfach nur toll gewesen, nie würde er den vergessen, denn er war mit einem wundervollen Mädchen passiert.

Noch immer lächelnd öffnete er das Packet und nahm seine neu reparierte X-Box heraus. In den letzten Wochen hatte er so viel damit gespielt, dass sie kaputt gegangen war.

Jetzt konnte er wieder spielen und hatte sicher seine Freude daran. Zusätzlich hatte er noch einige Steuerungen bestellt, damit sie auch zu viert spielen konnten.

An den Weihnachtsfeiertagen hatte die ganze Clique immer wieder zusammen irgendwelche Spiele gespielt. In den letzten fünf Jahren jedoch hatten sie Weihnachten nicht miteinander verbracht.

Aber dieses Jahr änderte sich das wieder, denn Amy hatte alle zu einem großen Essen eingeladen und sie würden auch alle kommen, alle bis auf eine Person - Maria würde nicht kommen.

Auf einmal war er fest entschlossen etwas zu tun, was er vielleicht schon vor fünf Jahren hätte tun sollen. Jedoch waren sie jung und so dermaßen stur gewesen.

Michael griff zum Telefon und tippte eine Nummer ein, die er zwar noch nie gewählt hatte, aber dafür in und auswendig kannte. Es läutete ein paar Mal bevor Maria hin ging.

"Valenti!", sagte sie fröhlich in den Hörer, setzte sich auf die Couch und nahm einen Schluck von ihrem Kaffee. Michael zögerte einen Moment bevor er sich meldet.

"Ich bin's", sagte er fast zu leise.

Marias Augen wurden groß und sie hätte fast das Telefon und das Häferl fallengelassen. "Michael?", fragte sie sicherheitshalber noch einmal nach, da sie sich doch nicht ganz sicher war.

"Ja", antwortete er. "Warum willst du an Weihnachten nicht kommen?" Maria schluckte hart und beschloss ihm nicht die Wahrheit zu sagen, denn es war für sie zu schmerzvoll.

"Ich habe keinen Flug mehr bekommen", entgegnete Maria und legte auf. Michael starrte sein Telefon an und konnte nicht glauben, dass sie ihn so einfach angelogen hatte.

Sie hatten sich fünf Jahre lang nicht gesehen oder gehört und dann das, enttäuscht pfefferte er das Telefon in eine Ecke und seufzte leise, das war typisch.

*******

Über Marias Wangen liefen Tränen und sie schluchzte unaufhaltsam. Nach fünf langen Jahren hatte er sich gemeldet und sie hätte sich gewünscht, dass sie das von damals klärten, doch so war es nicht.

Maria drückte auf eine der Kurzwahltasten und hatte kurz darauf Liz am Apparat. "Liz", schluchzte Maria. "Was ist denn los?", fragte Liz besorgt, als sie eine weinende Maria am anderen Ende hatte.

"Ich liebe ihn, warum tu ich das, ich... ich", stotterte Maria. "Ganz ruhig, atme einmal tief durch und dann erzählst du mir, was passiert ist", sagte Liz mit einer beruhigenden Stimme.

Maria tat das, was ihre beste Freundin gesagt hatte und beruhigte sich etwas. "Geht's wieder?", fragte Liz noch immer besorgt. "Ja", kam ein leises Schluchzten von Maria zurück.

"Okay, dann erzählst du mir jetzt, was passiert ist", antwortete Liz mit ruhiger Stimme, was wiederum Maria beruhigte, die im Moment ein Nervenbündel war.

"Michael, er hat mich angerufen, gerade eben, nach fünf Jahren ruft er an und fragt als erstes, warum ich an Weihnachten nicht komme", entgegnete Maria.

"Hast du es ihm gesagt?", fragte Liz und sie konnte sich die Antwort selbst darauf geben. "Ich habe ihm das Gleiche, wie meiner Mom erzählt", flüsterte Maria und wieder hörte Liz sie schluchzen.

"Warum hast du das gemacht?", fragte Liz. "Ich weiß es ja auch nicht, denn immerhin ist er ja nicht blöd und weiß bestimmt den wahren Grund", meinte Maria und schnäuzte sich.

"Wieso kommst du wirklich nicht, Maria, vielleicht wird wieder alles gut und das wollt ihr beide, das weiß ich doch!", sagte Liz leise und hoffte, dass es etwas bewirkte.

"Aber vielleicht wird es auch nicht wieder gut, vielleicht geht es genau dort weiter, wo es vor fünf Jahren geendet hat. Das will und kann ich nicht noch einmal durchmachen", entgegnete Maria.

"Wenn du dich deiner Vergangenheit nicht stellst, dann wird es ewig so zwischen euch beiden sein und das ist nicht gut!", sagte Liz und Maria wusste, dass sie Recht hatte.

Sie musste sich ihrer Vergangenheit stellen, nur hatte sie auch den Mut dazu? "Ich, ich lege jetzt auf, mach's gut, Lizzy", sagte Maria leise. "Ich habe dich lieb, Maria", antwortete Liz und hängte auf.

Maria legte ebenfalls auf und starrte noch einige Minuten lang das Telefon an. Sollte sie ihn anrufen und mit ihm darüber reden oder sollte sie es lassen und noch weitere fünf Jahre nicht mit ihm reden?

Maria wusste es einfach nicht, zu viel war in letzter Zeit passiert. Zuerst ihre Mom und nun hatte Michael einfach so angerufen. Nie hätte sie damit gerechnet, dass er sich wirklich einmal melden würde.

Schon gar nicht von alleine, er war nämlich nicht der Typ dafür, dass er etwas alleine auf die Beine stellte, nicht in solchen Sachen. Wehmütig dachte sie an den Tag, an dem alles vorbei war.

*******

Michael saß noch immer auf der Couch und sah sein Telefon an. Endlich hatte er den Mut aufgebracht sie anzurufen und dann legte sie nach nur einigen Sekunden wieder auf.

Einfach so, ohne dass er auch nur dazu gekommen wäre über damals zu sprechen. Seufzend ließ er sich auf der Couch zurückfallen und dachte an den Tag, an dem alles vorbei war.

*******

Maria kam mit Michael gut gelaunt von der UNI nach Hause und nahm die Post mit hinein. Da die jedoch für sie uninteressant war, schmiss sie den Stapel auf den Küchentisch und machte sich mit Michael etwas zu Essen.

"Wann kommen deine Eltern nach Hause?", fragte Michael, der hinter Maria stand und mit ihr den großen Eiskasten, der Familie Valenti inspizierte und noch nichts Gutes gefunden hatte.

"So gegen fünf kommt Mom und Dad hat Nachtdienst, der kommt gar nicht heim, Kyle ist bis am Abend fort, er hat Footballtraining", entgegnete Maria und sah zu ihm auf.

"Na dann, haben wir ja genug Zeit für uns", antwortete Michael und drückte seine Lippen auf ihre Wange. Maria grinste und nahm ein paar Sandwichs aus dem Eiskasten, die ihre Mom schon gemacht hatte.

"Du denkst immer nur an das eine, ich hoffe du weißt das!", lachte Maria. "Mmmhhh, du bist ja auch so extrem scharf, also lass uns etwas Spaß haben", grinste Michael und zog sie dabei an den Hüften zu sich.

Maria blickte in seine Augen und gab ihm einen kurzen Kuss, den er sofort erwiderte, er liebte es sie zu küssen. Ihre Lippen waren so weich, dass er jedes Mal noch dahin schmolz.

"Du weißt, dass ich erst etwas essen und mich ausruhen muss, nach so einem anstrengenden Tag, also bitte habe noch etwas Geduld", entgegnete Maria und setzte sich an den Küchentisch.

Michael nickte und nahm neben ihr Platz. Da Maria in Ruhe essen wollte blätterte Michael gelangweilt die Zeitschriften durch, die in der Post waren und stieß auf einen Brief, der für Maria war.

"Du hast Post, kann ich ihn aufmachen?", fragte Michael und sah zu ihr. Maria nickte, da sie gerade den Mund voll hatte. Michael öffnete den Brief und faltet ihn auseinander.

"Der ist von der UNI in Australien, die haben dich angenommen, steht hier zumindest", sagte Michael. Marias Augen wurden groß und sie nahm den Brief an sich.

"Oh, mein Gott, das ist der Brief, auf den ich schon seit Monaten warte, Michael sie haben mich angenommen!", strahlte Maria überglücklich und flog ihm um den Hals.

Stürmisch drückte sie ihm einen Kuss auf und strahlte ihn noch immer aus ihren grünen Augen an. Michael, der gar nicht so genau wusste, wie ihm geschah, sah sie etwas verdutzt an.

"Maria, das ist in Australien, ein paar Millionen Kilometer von hier weg", meinte Michael. "Ach was, Millionen sind das sicher nicht, nur ein paar Tausend", entgegnete Maria grinsend.

"Hast du wirklich vor dort zu studieren?", fragte Michael.

Ohne zu zögern nickte Maria und strahlte noch mehr. "Das ist die beste Chance, die ich je bekommen habe, freu dich doch endlich", antwortete Maria.

"Ich glaube, dir ist nicht bewusst, was du da sagst", entgegnete Michael und man hörte, dass er sauer wurde. Er freute sich gar nicht für Maria, nein auf gar keinen Fall freute er sich.

"Michael, was sagst du denn da, ich weiß genau, was ich sage und was hier auf diesem Brief steht", fuhr Maria ihn an, denn sie verstand seine Reaktion nicht.

"Australien!"

"Maria, du wirst einfach so weggehen ohne zurückzusehen oder wie?!", rief Michael aufgebracht. Sie schien nicht über die Konsequenzen nachzudenken, die sie beide betrafen.

"Wieso freust du dich nicht für mich, es ist doch toll, dass ich ein besseres Studium bekomme, als ich hier in Roswell habe", entgegnete Maria, die nun traurig wurde.

"Zufälligerweise denke ich an uns, was wird daraus?", fragte Michael nun etwas leiser. "Du kommst doch mit", meinte Maria einfach so aus der Pistole geschossen.

"Wer sagt das? Ich bin zufrieden mit meinem Studium, ich will es nicht aufgeben", antwortete Michael. "Es ist besser du gehst jetzt", sagte Maria und verließ auf schnellsten Weg die Küche.

Michael starrte ihr hinter her und lief ihr nach einigen Sekunden nach. Als er die Zimmertür öffnen wollte war sie zugesperrt. "Maria, mach bitte die Tür auf!", rief Michael.

"Hau ab, ich will dich nicht sehen!", rief Maria von drinnen und Michael hörte sie schluchzen. "Komm schon, mach auf, dann reden wir darüber", sagte er nun etwas ruhiger.

Plötzlich riss Maria die Tür auf und funkelte ihn an. "Hau ab, Guerin, ich will dich nicht sehen!", zischte Maria sauer und knallte die Tür mit voller Wucht wieder zu.

"Wie du willst, aber ruf mich ja nicht an!", rief Michael wütend und verließ das Haus. Er konnte genauso stur wie sie sein, sollte sie doch dort hingehen wo der Pfeffer wuchs.


*******

Die nächsten Tage gingen sie sich aus dem Weg und sprachen kein einziges Wort miteinander. Liz versuchte immer wieder zwischen ihnen zu vermitteln, doch es gelang ihr nicht.

Sie waren beide Sturschädel, die die Welt noch nicht gesehen hatte. Also gab sogar Liz auf und kümmerte sich wiederum andere Sachen, schließlich hatte sie auch noch einen Freund.

Jedoch dachte sie ständig an die Beiden und überlegte, was sie tun könnte damit sie sich wieder vertrugen. Doch es half nichts, sie sprachen kein Wort miteinander und würdigten sich keines Blickes.

Schließlich, zwei Monate später, hatte Maria ihre Sachen gepackt und war abflugbereit nach Australien. Sie wollte in Australien eine schöne Zeit verbringen und dachte nicht über Michael nach.

Liz gab für sie im Crashdown eine kleine Abschiedsparty und alle ihre Freunde waren gekommen um auf Wiedersehen zu sagen, doch einer blieb der Party fern.

Liz hatte Michael zwar eingeladen, doch er war nicht gekommen. Er wollte sie nicht sehen und ihr nicht alles Gute für die Zukunft wünschen, er beschloss sie zu vergessen.

Maria tat nach außen hin, als wäre es ihr egal, doch in ihrem Inneren zerbrach sie daran. So oft sie sich es auch einredete, sie würde Michael nie vergessen, sie liebte ihn einfach zu sehr.

Am nächsten Morgen brachten Jim und Amy ihre Tochter zum Flughafen und sie flog nach Australien. Kyle hatte seiner Schwester einen Brief von Michael zugesteckt und er hoffte, dass sie ihn lesen würde.

Umgekehrt hatte Maria ihm einen Brief für Michael zugesteckt, aber es kam nie so weit, dass ihn die Beiden öffneten und lasen, was der andere zu sagen hatte.

Sie erfuhren nie, was der andere für sie empfand und dass es ihm Leid tat. Deswegen sprachen sie die nächsten fünf Jahre kein einziges Wort miteinander.


*******

Tränen liefen über Marias Gesicht und sie schluchzte leise. Es tat weh an diesen Tag zu denken, aber sie musste es immer wieder, denn sie liebte Michael nach wie vor.

In den letzten fünf Jahren hatte sie immer nur an ihn denken können. Sie hatte sich zwar mit Männern verabredet, doch nie war etwas daraus geworden, denn ihr Herz hing an Michael und nur an ihm.

Sie konnte und wollte ihn nicht vergessen, trotz der Tatsache, dass er ihr wehgetan hatte! Schließlich war er der Mann, den sie über alles liebte und der ihr bester Freund war.

Maria wünschte sich nichts Sehnlicheres als eine Versöhnung mit Michael, doch es war zu spät, sie würden wieder streiten und das würde zu dem gleichen Ergebnis führen.

Getrennte Wege würden sie gehen und nicht mehr miteinander reden. Der Zug, der Versöhnung war mit dem heutigen Tag endgültig abgefahren und kam nie wieder.

*******

Michael blickte zu seinem Kamin, wo ein Bild von Maria und ihm stand, das vor fünf Jahren gemacht wurde. Liz hatte sie damals kurz vor dem Streit auf diesem Bild verewigt.

Es war an seinem Geburtstag gewesen, sie hatten sehr viel gelacht, jede Menge Spaß gehabt und waren einfach nur überglücklich miteinander gewesen, so wie es sich für ein Paar gehörte.

Nie hätte er daran gedacht, dass einige Tage später alles vorbei war und sie nicht mehr miteinander reden würden. Er vermisste sie sehr und dachte jede Minute an Maria.

Sie war einfach die Liebe seines Lebens, die er nicht haben konnte. Leise seufzend stand er auf und sah aus dem Fenster. Es schneite wieder und zauberte Roswell in eine Winterlandschaft.

Sie hatte es immer geliebt, wenn es in Roswell mal Schnee gab. Dieses Jahr würde es das erste weiße Weihnachten ohne Maria sein und er wusste nicht, ob es überleben würde.

*******

I don't want a lot for Christmas
There's just one thing I need
I don't care about those presents
Underneath the Christmas tree
I just want you for my own
More than you could ever know
Make my wish come true
You know that all I want for Christmas is you
I won't ask for much this Christmas
I won't even wish for snow
No I'm just gonna keep on waiting
Underneath the mistletoe

There's no sense in hanging stocking
There upon the fireplace
Santa Claus he won't make me happy
With a toy on Christmas day
I just want you here tonight
Holding on to me so tight
Girl what can I do
You know that all I want for Christmas is you

And all the lights are shining
So brightly everywhere
And the sound of children's
Laughter fills the air

And everyone is singing
I can hear those sleigh bells ringing
Santa won't you bring me the one I really love
Won't you please bring my baby to me

I don't want a lot for Christmas
This is all I'm asking for
No I just want to see my baby
Standing right outside my door

I just want him for my own
More than you could ever know
Make my wish come true
You know that all I want for Christmas
Is you


*******

Wie angekündigt hatte Amy alle ihre Freunde zu einem großen Weihnachtsessen eingeladen. Die Parkers, Evans, Withmanns und die Guerins waren gekommen und feierten mit den Valentis Weihnachten.

Das hatten sie schon lange nicht getan und so machte es noch mehr Spaß. Amy, Liz und Isabel standen in der Küche und kochten, während Jim, Kyle, Max und Alex den Weihnachtsbaum fertig schmückten.

Michael wollte etwas später kommen, da er noch zu tun hatte. Diane, Nancy und Babs, Michaels Mom tranken Punsch und sahen den Männern zu, wie sie den Baum schmückten.

Dabei gaben sie Anweisungen, wie alles seinen richtigen Platz fand. Die Männer waren zwar nicht sehr begeistert, aber es war nun mal Weihnachten und sie ließen sich etwas sagen.

Als es an der Tür läutete lief Amy schnell hin und riss förmlich die Tür auf. Jedoch stand "nur" Michael vor der Tür und nicht ihre geliebte Tochter.

"Hi, Mrs. Valenti", begrüßte Michael sie und gab ihr einen schnellen Kuss auf die Wange. "Hallo, komm rein und setz sich", antwortete Amy und nahm ihm die Jacke ab.

Michael nickte und ging ins Wohnzimmer, nachdem er sich noch die Schuhe ausgezogen hatte. "Hallo, mein Junge", begrüßte Babs ihren Sohn und fiel ihm um den Hals.

"Hey, Mom, frohe Weihnachten", nuschelte Michael und setzte sich neben Kyle auf die Couch. "Na, alles klar, Kumpel?", fragte Kyle ihn und gab ihm einen Punsch.

Kaum setzte Michael sein Häferl an die Lippen an, kam Isabel dazwischen.

"Kommt alle essen, es ist alles angerichtet!", rief Isabel. "Na dann, lasst uns mal essen gehen", grinste Kyle und hielt sich demonstrativ den Bauch, den er raustreckte.

Jim klopfte seinem Sohn auf die Schulter. "Wenn, schon deine Schwester nicht kommt, musst du wohl alles essen", grinste er. "Ja, sieht wohl so aus und Mom wird es freuen!", antwortete Kyle.

Alle setzten sich um den großen, reichlich gedeckten Tisch und warteten bis Jim den Truthahn brachte, damit er sogleich von allen hier im Raum verzehrt werden konnte.

"Amy, das sieht alles köstlich aus, da hast du dich selbst übertroffen", staunte Nancy. "Danke, aber ich glaube, das würde jeder für seine Familie und Freunde machen", entgegnete Amy und wurde leicht rot im Gesicht.

"Ach komm schon, Mom, du bist stundenlang in der Küche gestanden, dir gebührt Lob", meinte Kyle, der neben ihr saß. Seine Mutter wurde noch rötlicher im Gesicht und lächelte beschämt.

Kyle umarmte sie und gab ihr einen Kuss auf die Wange. "Ich habe dich lieb, Mom und Maria hat dich auch sehr lieb", flüsterte Kyle und lächelte sie fröhlich an.

"Ich habe euch auch lieb, Kyle", antwortete Amy und nahm einen Schluck von dem Punsch. Sie seufzte leise und dachte an Maria, die jetzt in Australien war und dort hoffentlich schöne Weihnachten verbrachte.

Nachdem Jim den Truthahn aufgeschnitten und jeder etwas auf seinem Teller hatte, hielt Jim seine traditionelle kurze Ansprache, bevor sich alle über das gute Essen von Amy hermachten.

Die Freunde quatschten dabei fröhlich und genossen den Abend. Diane Evans bat ihren Sohn ihr die Erdäpfel zu geben, als ihr auffiel, dass ein Sessel zwischen Kyle und Michael frei geblieben war.

Amy hatte das Gedeck wahrscheinlich hingelegt, in der Hoffnung, Maria würde doch noch kommen. Jim, der neben seiner Frau saß legte einen Arm um ihre Schulter und zog sie an sich.

"Du weißt, sie hat alles versucht", flüsterte Jim und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. Amy nickte traurig und aß still weiter, sie war einfach nicht mehr in der Stimmung Weihnachten zu feiern.

Alle hatten mitbekommen, dass Amy mit jeder Minute, die sie hier ohne Maria saßen, trauriger wurde. Sie versuchten sich abzulenken und an etwas anderes zu denken, doch es ging nicht.

Es fehlte einfach Maria, die alle mit ihrer fröhlichen und unbeschwerten Art unterhielt. Michael verließ schließlich als erster das Zimmer und verzog sich auf die hintere Terrasse.

Babs, sah ihrem Sohn traurig hinterher, sie wusste, dass er Maria noch immer liebte und dass sie nicht kam, brach ihm einmal mehr das Herz, er ging daran zu Grunde.

*******

Die Stimmung war noch immer betrübt und alle versuchten sich auf das wirklich köstliche Essen zu konzentrieren, doch immer wieder dachten sie an Amy, die ihre Tochter wahnsinnig vermisste und deswegen unglücklich war.

Schließlich verwickelte Max alle in ein Gespräch und so waren sie abgelenkt und bemerkten nicht, dass ein Auto vorfuhr, die Haustür geöffnet wurde und eine kleine verschneite Person das Haus betrat.

Sie zog sich die Schuhe aus und ging sogleich ins Esszimmer. "Na, habe ich was verpasst?", fragte Maria mit ihrer fröhlichen Art in die Runde und grinste breit.

So ziemlich alle ließen ihr Besteck fallen und starrten zur Tür, wo Maria stand und noch immer lächelte. Amy stand auf und drehte sich um, vor ihr stand wirklich ihre Tochter.

Tränen schossen in ihre Augen und sie schluchzte. Maria, die sich inzwischen aus ihren Sachen geschält hatte, ging auf ihre Mom zu und nahm sie in den Arm.

"Frohe Weihnachten, Mom", flüsterte Maria.

Amy schluchzte noch immer vor Freude und drückte ihre Tochter an sich. "Wie hast du es doch noch geschafft?", fragte Liz ihre beste Freundin und zwinkerte dabei.

Maria grinste und meinte: "Ganz einfach, ich habe den Valenti-Sturkopf raushängen lassen!" Ein Lachen ging durch die Runde, ja das sah ihr wirklich ähnlich.

Wenn Maria etwas wollte, dann konnte sie sehr stur sein, das hatten alle mindestens schon einmal miterlebt. Jedoch konnten sie nicht ahnen, dass Maria das Flugticket schon seit Monaten in ihrer Lade hatte.

Jim war genauso wie Amy aufgestanden und nahm seine Tochter in den Arm. "Hey, mein Schatz", sagte er und drückte sie fest. "Hey, Dad", entgegnete Maria und klopfte ihm auf die Schulter.

Nach der Reihe wurde Maria von allen umarmt und herzlich begrüßt. Als Liz Maria umarmte flüsterte sie ihr zu, wo Michael sich befand. Maria entschuldigte sich kurz, nahm ihre Jacke und ging zur hinteren Terrasse.

Sie schlüpfte in die Winterschuhe ihres Dad's und trat in die kalte Nachtluft hinaus. Michael wusste, dass Maria neben ihm stand und obwohl er sich freute, dass sie da war, würdigte er sie keines Blickes.

Sollte sie doch anfangen sich zu entschuldigen, nicht er. Schließlich hatte sie so einfach das Telefonat zwischen ihnen beendet. "Hey", flüsterte Maria.

"Selber hey", antwortete Michael und starrte in die Dunkelheit.

"Darf ich?", fragte Maria und zeigte auf den freien Platz neben ihm. "Ist ein freies Land und die Terrasse deiner Eltern", entgegnete Michael gleichgültig.

"Soll das immer so zwischen uns sein?", fragte Maria und man hörte, dass sie leicht sauer war. Michael zuckte mit den Schultern und nahm einen Schluck von seinem Punsch.

Ihm war es egal was zwischen ihnen war, ist oder geschehen würde, ihm war alles egal. "Wieso hast du nicht noch einmal angerufen?", fragte Maria leise.

"Wieso sollte ich, du hast mich abgewimmelt und mir auch noch eine Lüge aufgetischt, also warum sollte ich anrufen, Maria?", entgegnete Michael ziemlich sauer.

"Vielleicht bist du ja vernünftiger geworden, in den letzten Jahren", antwortete Maria. "Das glaubst du ja wohl selbst nicht, oder", lachte er spöttisch.

"Mit dir kann man nicht reden", zischte Maria und verließ die Terrasse wieder. "Sehr schön, hau wieder ab", flüsterte Michael und nahm noch einen Schluck von dem Punsch.

Maria, die es nicht gehört hatte, ging ins Haus und wollte weiterhin einen schönen Abend verbringen. Schließlich waren alle ihre Freunde hier und sie wollte sich den Abend durch Michael nicht ruinieren.

Nachdem Maria ins Esszimmer zurückgekehrt war, konnte das Essen nun endlich richtig beginnen und alle waren gespannt darauf, was Maria alles zu berichten hatte.

Immerhin hatten einige Personen im Raum sie fünf Jahre lang nicht gesehen, abgesehen von ihrer Familie, Liz und Isabel, die sie regelmäßig in Australien besuchten.

Max wäre auch gerne dabei gewesen, aber wegen seines Jobs ging es nicht immer, also hatte er sich nur mittels Mails mit ihr unterhalten, aber damit waren beide auch zufrieden.

*******

Spät nachts parkte Maria das Auto vor Michaels Haus und sah zum Fenster, wo noch Licht brannte. Bevor sie den Motor abdrehte atmete sie noch tief durch und schloss für einen Moment die Augen.

Schließlich stieg sie aus und ging auf das Haus zu. Sie läutete und zog ihre Jacke enger um ihren zierlichen Körper. Michael öffnete nach ein paar Minuten und sah sie etwas erstaunt an.

"Darf ich rein kommen?", fragte Maria leise.

Michael ging sogleich auf die Seite, denn draußen war es eiskalt. Im Wohnzimmer dagegen war es warm und Maria fühlte sich gleich etwas wohler als draußen vor der Tür.

Still stellte sie sich zum Fenster und sah in die seltene Winterlandschaft hinaus, die Roswell umgab. Michael trat hinter sie und blicke ebenfalls nach draußen.

Keiner der Beiden, wusste wie er richtig anfangen sollte. Sie kannten sich schon so lange und sie hatten sich immer gestritten, waren immer anderer Meinung gewesen.

Aber gerade das Verband sie auch miteinander und machte sie zu einer Einheit. Vor fünf Jahren war dann doch alles in die Brüche gegangen. Keiner hatte den Mut aufgebracht sich beim jeweils anderen zu entschuldigen.

Damals waren sie vielleicht auch zu jung gewesen, um zu wissen, was eigentlich richtig für sie war. Michael beschloss einmal in seinem Leben das Richtige zu tun und legte seine Hände auf ihre Schultern.

Er ging noch einen Schritt auf sie zu und stand nun dicht bei ihr. Vorsichtig drückte er ihr einen Kuss auf den blonden Kopf und zog sie fest zu sich.

Maria drehte sich um und blickte in seine braunen Augen. Michael strich eine Strähne hinter ihr Ohr und zog sie schließlich ganz in seine Arme, wo sie sich hinein kuschelte.

Es tat gut sie wieder in seinen Armen zu halten und alles an ihr zu riechen, zu fühlen und noch vieles mehr. Maria fühlte genauso und war überglücklich.

"Es tut mir sehr leid, Maria", flüsterte Michael an ihrem Ohr und drückte sie noch etwas fester an seinen Körper. Sie kuschelte sich an ihn und seufzte leise.

"Mir auch, Michael", wisperte Maria.

Mehr brauchten sie auch nicht zu sagen, sie wussten, was der andere gerade fühlte oder dachte, so waren sie nun mal, sie wusste alles über den anderen.

Noch eine ganze Weile standen sie still da und hielten sich einfach nur im Arm. Nach Jahren wussten sie endlich, was sie wollten und hatten so viel Mut sich einzugestehen, dass sie beide Fehler gemacht hatten.

Maria löste sich von ihm und blickte in seine braunen Augen, die ihre musterten. Lächelnd strich sie ihm über die Wange und wieder seufzte sie zufrieden.

Michael nahm ihr Kinn in seine Hand und sah in ihre grünen Augen. Langsam legte er seine Lippen auf ihre und küsste sie sanft. Maria schlang ihre Arme um ihn und erwiderte den Kuss.

Sie schwebten beide auf Wolken und wussten, dass sie für immer zusammen bleiben würden. Sanft löste sich Maria von ihm und blickte wieder in seine braunen Augen.

"Du weißt aber schon, dass es noch vieles zu klären gibt zwischen uns, Mike!", sagte Maria leise. Er nickte und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.

"Ich weiß und ich werde mein Bestes geben, damit alles zwischen uns wieder in Ordnung kommt, denn du bist mir das Wichtigste in meinen Leben", antwortete Michael lächelnd.

Maria lächelte ebenfalls und kuschelte sich wieder an seine starke Brust. Sie würden einen Neuanfang wagen und dieses Mal würden sie es besser und richtiger machen.

*******

Verschlafen öffnete Michael die Augen und blinzelte, da ihn die Sonne blendete, die durch das große Wohnzimmerfenster fiel. Vorsichtig richtet er sich auf und blickte zu Maria, die friedlich an ihn gekuschelt schlief.

Michael stand leise auf und ging in die Küche. Während er das Frühstück machte, hatte er ein glückliches Lächeln im Gesicht und war einfach nur froh, dass Maria wieder da war und sie sich versöhnt hatten.

Mit einem vollen Frühstückstablett ging er zurück ins Wohnzimmer und stellte es auf dem Tisch ab. Schließlich hockte er sich vor die Couch und betrachtete Maria, wie sie schlief.

Sie sah aus wie ein Engel, so wundervoll warm, herzlich und wunderschön. Sanft strich er über ihre blonden Haare und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.

"Wach auf", flüsterte Michael und stupste ihre Nase mit seiner an. Maria grummelte etwas und schlief tief und fest weiter. Er lächelte und strich weiter über ihre Haare.

Leise verließ er das Wohnzimmer und holte aus seinem Schlafzimmer einige Päckchen. Die letzten fünf Jahre hatte er alles aufgehoben, was er ihr schenken wollte.

Nun war endlich der Moment, wo er ihr alles geben konnte und sie würde sich sicher freuen. Michael stellte alles auf den Tisch und hockte sich wieder vor Maria.

"Aufwachen, es gibt ganz viele Geschenke für dich", flüsterte Michael an ihrem Ohr. Wieder grummelte Maria etwas, aber öffnete die Augen und sah ihn verschlafen an.

"Guten Morgen, Schlafmütze", lächelte Michael und gab ihr einen Kuss auf die Nase. Maria lächelte und blickte in seine Augen, bevor sie die Hand ausstrecke und über seine Wange strich.

"Ich liebe dich, Michael, mehr als du dir vorstellen kannst!"

Lächelnd setzte er sich auf die Couch und zog seine Freundin sanft auf seinen Schoß. "Ich liebe dich, Maria", entgegnete Michael und küsste sie leidenschaftlich.

Er war so unendlich dankbar, dass er sie wieder hatte, dass er am liebsten jeden Tag Weihnachten feiern würde. Dieses Weihnachten würde er nie wieder vergessen.

*******

Maria hatte alle ihre Geschenke aufgemacht und konnte gar nicht glauben, dass Michael sie all die Jahre aufgehoben hatte. In den letzten Jahren hatte sich einiges angesammelt.

Schließlich hatte er für jeden Geburtstag, Ostern, Thanksgiving und Weihnachten etwas gekauft. Mit Begeisterung hatte sie alle geöffnet und immer mehr gestrahlt.

Michael hatte ihr all die Sachen gekauft, die sie sich einmal gewünscht und nie bekommen hatte. Als alle Geschenke ausgepackt waren, war sie ihm um den Hals gefallen und hatte ihn stürmisch geküsst.

Schließlich war sie schnell zu ihrem Auto gelaufen und hatte sein Geschenk geholt. Denn obwohl sie nicht wusste, wie das Treffen zwischen ihnen laufen würde, hatte sie ihm etwas mitgebracht.

Michael hatte es genauso wie sie vorhin mit Begeisterung geöffnet. Es war eine der seltenen ersten Ausgaben von Charles Dickens "A Christmas Carol", seine und ihre Lieblingsweihnachtsgeschichte.

Voller Freude hatte Michael es auf den Kaminsims gestellt und Maria auf seinen Schoß gezogen, als er sich wieder gesetzt hatte. Maria kuschelte sich fest an ihn und seufzte zufrieden.

Sie waren wieder zusammen und das war wohl das Wichtigste in ihrem Leben. Nie wieder wollte sie ohne ihn sein, denn die letzten fünf Jahre waren schon viel zu lang gewesen.

"Mike?", fragte Maria leise.

"Hmmm?", entgegnete Michael leise, der schmunzelte, als er hörte wie sie ihn nannte. Diesen Spitznamen sagte sie nur, wenn sie ihm etwas sehr wichtiges mitteilte.

"Ich werde Australien verlassen und wieder zurückkommen, nichts kann mich davon abhalten, wir werden nie wieder getrennt sein", sagte Maria und blickte zu ihm auf.

"Bist du dir wirklich ganz sicher?", fragte Michael sicherheitshalber.

"Ja, absolut, ich will bei dir sein und nicht mehr fortgehen. Australien ist toll, kein Zweifel, aber du bist mein Zuhause", antwortete Maria lächelnd.

Michael drückte sie fester an sich und lächelte glücklich. "Ich liebe dich", flüsterte er und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. "Dito, Mike", entgegnete Maria glücklich.

*******

Ihre Freunde trafen am späten Nachmittag ein und zogen sich zuerst die dicken Wintersachen aus. Liz und Isabel gingen zum Wohnzimmer und blieben in der Tür stehen, denn das Bild, das sich ihnen bot, war einfach nur schön.

Michael saß auf der Couch und spielte X-Box, auf seinem Schoß saß Maria, mit dem Rücken an seinen Brustkorb gelehnt und spielte ebenfalls X-Box. Es war einfach nur schön, die Beiden so zu sehen.

Das war es, was sie sich alle Jahre lang gewünscht hatten. Das Maria und Michael endlich wieder zusammen und glücklich waren. Denn die zwei gehörten einfach zueinander, das war schon von klein auf so.

Sie stritten zwar immer, doch in ihrem Innersten waren sie zusammen. Sie waren seit dem letzten Kindergartenjahr die besten Freunde, liebten und hassten sich, mehr als alles andere.

Das ging bis zur Collegezeit so, bis das Band riss. Jetzt nach fünf Jahren war ein Knoten in diesem Band. Doch Isabel, Liz, Max, Alex und Kyle wussten genau, dass der Konten sehr bald verschwinden würde.

Denn das machte Maria und Michael aus, sie brauchten zwar immer länger um ein Problem zu lösen, aber sie lösten es und so war dieses Band zwischen ihnen.

"Merry Christmas!", riefen die Freunde im Chor und rissen somit die Beiden aus ihrem Spiel heraus. Michael fuhr aus lauter Schreck in den Graben und Maria gab noch mehr Gas.

Somit gewann sie das Spiel und grinste ihn breit an.

Michael sah sie kurz böse an und gab ihr schließlich einen Kuss. "Beim nächsten Mal schlage ich dich", sagte er leise und schlang seine Arme um ihren Körper.

"Ja klar, Guerin, sonst noch irgendwelche Wünsche?", fragte Maria grinsend. Sie freute sich wahnsinnig, dass sie gegen ihn gewonnen hatte, denn das war meist ziemlich schwierig!

"Ja, aber die sage ich dir nicht jetzt", flüsterte Michael in ihr Ohr und sah zu seinen Freunden, die in der Zwischenzeit schon mal in seinem Wohnzimmer Platz genommen hatten.

"Na, ihr Beiden, alles in Ordnung?", fragte Liz grinsend. "Ja, alles in Ordnung und ich werde wieder nach Roswell ziehen", antwortete Maria lächelnd.

Liz lächelte ebenfalls, das war die mit Abstand beste Neuigkeit, die sie seit langem gehört hatte. Isabel wollte gerade etwas sagen, als es an der Tür klingelte.

"Ich geh schon hin", meinte Maria und stand von Michaels Schoß auf. Maria lief zu der braunen Eingangstür und sah ihre völlig aufgelöste Mom vor sich stehen.

"Mom, was ist denn passiert?", fragte Maria besorgt. Als Amy ihre Tochter sah, atmete sie erleichtert aus. "Hier bist du, mein Schatz", sagte Amy und fiel ihr um den Hals.

"Ja, wo soll ich denn sonst sein?", fragte Maria etwas verwundert. "Ich weiß nicht, ich hab mir alles Mögliche ausgemalt, wo du sein könntest", entgegnete Amy und schnäuzte sich.

"Lass doch deine Mom rein", meinte Michael, der ins Vorzimmer kam. "Ist schon gut, ich wollte nur sehen ob Maria bei dir ist oder woanders", antwortete Amy und wollte sich verabschieden.

"Mom, warte ich muss dir noch etwas sagen", hielte Maria sie davon ab. Amy sah ihre Tochter an und wartete. "Ich werde wieder nach Roswell ziehen", sagte Maria und lächelte.

Amy fiel ihr noch einmal um den Hals und schluchzte vor lauter Glück. "Ich habe dich so lieb, mein Schatz", flüsterte Amy. "Ich habe dich auch lieb, Mom", antwortete Maria und drückte sie noch ein wenig fester.

"Übrigens hing am Eiskasten die Nachricht 'Bin bei Michael'."

Amy lachte leise, das hätte sie sich auch denken können und blickte in die grünen Augen ihrer Tochter, sie war so wahnsinnig glücklich, dass Maria wieder da war.

"Habt noch einen schönen Tag, wir sehen uns zu Hause", sagte Amy und lächelte die beiden an, bevor sie zu ihrem Auto ging. Michael nahm Maria an der Hand und schloss die Tür.

"Lass uns zu unseren Freunden gehen und die Tradition fortsetzten."

Maria nickte und kuschelte sich an ihn. Glücklich lächelnd betraten sie das Wohnzimmer und sahen ihre Freunde vor der X-Box sitzen und Autorennen fahren.

Eine Konsole hatten sie übrig gelassen, die gehörte ihnen beiden. Sie setzten sich und stiegen mit ein. Natürlich konnten sie den Vorsprung nicht so aufholen, aber immerhin schlug sie noch Isabel.

*******

Es war kurz vor Mitternacht, an Silvester und die Party von Amy war im vollen Gange. Jeder hatte Spaß und lachte viel. Liz und Isabel bereiteten in der Küche die Sektgläser vor und sangen fröhlich mit dem Radio mit.

"Kommt schon, gleich ist es Mitternacht", sagte Max, der in die Küche gekommen war. "Ja, ja ist ja gut, Schatz", antwortete Liz ihm und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen.

Als sie durchs Vorzimmer ins Wohnzimmer gingen, öffnete sich die Haustür und Michael trat mit Maria im Arm ein. "Na endlich, wo wart ihr denn?", fragte Isabel.

"Erzählen wir später", antwortete Maria lächelnd.

Michael, der ihre Hand hielt, nickte Isabel zu und ging mit den Beiden zur Terrasse, wo sie in ein neues Jahr feierten, welches in ein paar Minuten begann.

Kyle, Max und Alex ließen Raketen steigen, die wundervolle Lichteffekte in den Himmel zauberten. Alle sahen gen Himmel und freuten sich, es war ein tolles Feuerwerk.

Michael zog Maria fest in seine Arme und küsste sie leidenschaftlich auf die Lippen. Überglücklich kuschelte sich Maria noch fester an ihn und seufzte in den Kuss.

Sanft löste sich Michael wieder von ihr und blickte in ihre grünen Augen. Die Beiden wurden unterbrochen, als Amy auf sie zustürmte und sie gleichzeitig umarmte.

"Ich bin ja so glücklich, dass ihr wieder zusammen seid, es gibt nichts schöneres", lächelte Amy und sah die zwei an, die sich noch immer in den Armen lagen.

"So, ich lass euch mal wieder alleine, aber nachher sagt ihr uns, wo ihr so lange wart, immerhin haben wir den halben Abend ohne euch verbracht", schimpfe Amy noch immer lächelnd.

Maria legte ihren Kopf an Michaels Brust und atmete tief seinen Duft nach Mann und Duschgel ein. Gott sie liebte ihn so sehr, dass es fast unerträglich war ohne ihn zu sein.

Michael strich durch ihre blonden Haare und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. Maria blickte zu ihm auf und sah das Leuchten in seinen braunen Augen.

Er sah das Gleiche in ihren grünen Augen. "Ich liebe dich, Mrs. Guerin", flüsterte Michael lächelnd. "Ich liebe dich auch, Mr. Guerin", antwortete Maria glücklich.


-The End-
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