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Der letzte Tag

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P16 / Gen
18.12.2012
01.01.2013
6
12.823
 
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18.12.2012 2.904
 


Spikes Ende habe ich irgendwie schon länger gefürchtet…vor allem in dieser Form. Alle Kapitel spielen sich nach der letzten Folge ab, aber der Fall ist manchmal ein bisschen abgeändert – hier insofern, als Greg zwar verletzt wird, aber nicht schwer. Soll heißen, nach einem allgemeinen Krankenhausbesuch (Greg wegen der Verletzung, Jules und Sam wegen einer Untersuchung, ob der Stress dem Baby eh nicht geschadet hat und Ed wegen Clark) treffen sich alle wieder zur Nachbesprechung.

PS: Ich kenne die vierte Staffel nicht, also nicht wundern, wenn Raf hier absolut nicht erwähnt wird. Ich weiß einfach nichts von ihm außer dem Namen.



Die Sonne ging unter, golden und warm und groß und wunderschön. Abends zeigte sich der Plan hinter dem Architekturkonzept zur Stadtrenovierung, das vor einigen Jahren Millionen an Steuergeldern verschlungen hatte: Das Licht wurde von den vielen Glasfronten reflektiert und immer weiter durch die Straßen geschickt, sodass die ganze Stadt von Gold umhüllt war und wie von innen heraus leuchtete. Toronto war wunderschön.

Spike stand am Parkplatz und genoss das Schauspiel. Auch das Hauptquartier glühte im Abendlicht. Es war ein erhebender Anblick. In der ersten Zeit bei der SRU waren Lou und er nach Dienstende immer hier gestanden und hatten es genossen, an einem so herrlichen Ort zu arbeiten. Es gab Kraft, zu sehen, wie das Gebäude jeden Abend und jeden Morgen mit neuem Licht aufgetankt worden war. Auch, wenn keiner der beiden das jemals so formuliert hätte.

Nach Lous Tod hatte er Spike diesen Platz lange gemieden, aber jetzt hatte es ihn wieder hierhergezogen. Noch einmal.

„Spike, kommst du?“ Jules strahlte über das ganze Gesicht, als sie aus dem Auto stieg. Sie trug noch ihre Uniform, aber ihr Haar war offen wie am Vormittag. Es war immer noch ihr Hochzeitstag, rief Spike sich beschämt in Erinnerung. Ihr Tag. Schnell zwang er ein Lächeln auf seine Lippen. „Hab nur auf die Braut gewartet!“, rief er, und Jules‘ Lächeln wurde noch breiter. „Alles okay mit dem Baby?“ Die Miene der frischgebackenen Mrs. Braddock war eigentlich Antwort genug, aber er wollte sichergehen. Und er wollte dieses Lächeln nicht vergessen.  Sanft legte Jules die Hand auf ihren noch flachen Bauch: „Ja. Alles in Ordnung.“ „Gut.“ Jetzt erst erreichte das Grinsen auch Spikes Augen. „Du klingst schon wie eine Mutter. Ich freue mich für euch.“ „Danke.“ Arglos und überglücklich schaute Jules ihren Kollegen an, der plötzlich mit den Tränen kämpfte. Rasch wandte er den Blick zurück. „Samtastico, wo steckst du?“ Als der Angesprochene – ebenfalls mit einem breiten Grinsen – näherkam, konnte Spike auch diesem Blick nicht lange standhalten. Abrupt drehte er sich um und ging vor den beiden ins Gebäude. Er hoffte nur, dass sie zu glückselig waren, um sein Verhalten zu bemerken.

Auch, wenn das natürlich unsinnig war. In wenigen Minuten würde er es sowieso erklären müssen.

„Hey, Spike!“ Winnies Lächeln war noch eine Steigerung zu Jules, eine Mittagssonne in der Dämmerung. Und es galt alleine ihm. Unfähig, auch nur ein Wort zu sagen, nickte Spike. Die Tränen waren jetzt sehr nah.

„Spike, Sam, Jules, da seid ihr ja endlich! Der Chef will anfangen!“ Eds Stimme schallte durch die Gänge, und die Erleichterung darin nahm seinen Worten die Strenge. Jules seufzte. „Gott sei Dank!“ Die Männer nickten schweigend.

Spike schloss kurz die Augen. Es war gut. Der heutige Tag war ein bisschen Himmel und sehr viel Hölle gewesen, aber jetzt war es gut.

Als er die Augen wieder öffnete, hatte Sam Jules in die Arme geschlossen und küsste sie. Aus den Augenwinkeln sah Spike Winnies schmachtenden Blick, und einmal mehr wurde ihm schmerzhaft bewusst, wie viele Chancen er verpasst hatte. Aber jetzt war es zu spät, darüber nachzudenken.

„Na schön, bringen wir’s hinter uns.“ Seine Stimme war unhörbar, als er an den Braddocks vorbeiging, die vertrauten Gänge entlang. Die Spinde. Lous Spind. Automatisch blieb Spike vor der Plakette seines Freundes stehen. Fast drei Jahre war es jetzt her. Die genauen Daten verschwammen vor seinen Augen, die jetzt endgültig nicht mehr genügend Platz für alle Tränen boten. Der Gedanke an Donna, deren Bild auch bald hier hängen würde, war nicht hilfreich.

„Hey, Spike!“ Leah lächelte nicht.  Ihr Blick war so nachdenklich und kühl wie ihre Stimme, aber es lag ehrliches Mitgefühl in ihnen. „Alles okay bei dir?“

Spike öffnete den Mund, sagte aber nichts. Mühsam sammelte er ein überzeugendes Lächeln auf sein Gesicht zusammen, bevor er sich umdrehte und seiner Kollegin in die Augen sah: „Lassen wir den Chef nicht warten!“

Leah erwiderte den Blick skeptisch, nickte aber. Gemeinsam betraten sie den Konferenzraum. Sam und Jules saßen dicht nebeneinander, er hatte den Arm um sie gelegt. Alle Köpfe waren auf etwas auf dem Tisch gerichtet, dass Spike erst erkannte, als auch er sich über die spiegelnde Tischplatte beugte: das erste Ultraschallbild des Babys. Ed lächelte versonnen, als er sich zurücklehnte. Auch, wenn die Zeit vor Izzys Geburt nicht zu seiner besten gehörte, er liebte sein kleines Mädchen. Umso mehr, als sie es vor knapp zwei Stunden geschafft hatte, Clark trotz seiner Schmerzen zum Lachen zu bringen. Ja, Kinder waren ein Geschenk. Auch Greg lächelte, und das Lächeln klang in seiner Stimme mit, als er die Besprechung eröffnete: „Team Eins, zu sagen, das heute war gute Arbeit wäre die Untertreibung des Jahrhunderts. Ich weiß, dass jeder von Ihnen durch die Hölle gegangen ist. Aber ich hoffe, Sie alle wissen, dass sich die Mühen des Tages gelohnt haben. Wir haben heute sehr viele Leben gerettet. Das hat mich einmal mehr daran erinnert, wie dankbar ich sein kann. Und das bin ich. Ich bin einmal mehr unendlich dankbar dafür, Teil dieses Teams zu sein.“ Allgemeines Lächeln, scheue Blicke  flogen durch den Raum. Wo sie sich trafen, wurde gezwinkert, eine Amüsiertheit, die über die Rührung hinwegtäuschen sollte. Als könnten sie sich nach all der Zeit noch etwas vormachen. Spikes Lächeln wurde so breit, wie sein Herz schwer wurde. Der Umschlag lag schwer in seiner Jackentasche.

„Nichtsdestotrotz wird die Welt morgen nicht komplett vom Bösen befreit sein. Und unser Team wird sich ändern. Jules, Sie werden ab sofort nur noch vom Truck aus arbeiten. Keine Sierrapositionen mehr, und wenn Sie sich schlecht fühlen, bleiben Sie zuhause. Sam, passen Sie auf sie auf, egal wie“ – Sam grinste Jules an, und sie schüttelte den Kopf, bevor sie ihn küsste – „und Eddie, dich will ich in den nächsten drei Tagen nicht mehr hier sehen. Ich will Sie alle in den nächsten drei Tagen nicht sehen, Teams Vier und Fünf haben beide noch längst nicht unsere Anzahl an Überstunden erreicht.“ Der Sergeant sprach es nicht aus, aber ein Name schwebte deutlich über den Polizisten im Raum: Team Drei. Diese Einheit hatte es heute am schlimmsten getroffen. Das Schweigen veränderte sich, wurde dichter und trauriger. Ohne ein Wort stand Ed auf und stellte eine Kiste Bier auf den Tisch und teilte aus. Jules warf er eine Flasche Wasser zu, die sie dankbar auffing. Wie ein Mann hoben alle ihre Flaschen. Ed nickte grimmig. „Auf alle, die heute ihr Leben gegeben haben“, erklärte er, „auf alle, die wir verloren haben. Team Eins, auf Donna und Lou!“

„Auf Donna und Lou!“ Spike sprach den Chor mit, während Blick überrascht zu Ed wanderte. Der nickte ihm nur zu, und Spikes Mundwinkel zuckten. Er hätte selbst nicht sagen können, ob vor Lachen oder Weinen.

„In jedem Fall“, brachte Parker das Gespräch wieder in eine erfreulichere Ebene, „werden wir uns auf ein paar Veränderungen gefasst machen müssen.“

Jetzt.

Spike atmete tief durch. Der Sergeant hatte ihm das Stichwort gegeben. Er wusste, was sich noch alles ändern würde. Er tastete noch einmal nach dem Umschlag. Parker lächelte nachsichtig. „Spike, wollen Sie etwas sagen?“

Nein. Nein, will ich nicht, Boss.

Die Idee hatte sich gut angehört, vernünftig und spannend und einfach…großartig. Und jetzt? Spike schaute kurz auf. Eds Blick war direkt auf ihn gerichtet, und die Härte und Unruhe in seinen Augen ließen Spikes Mut noch tiefer sinken. Er schloss noch einmal die Augen und zog dann den Umschlag hervor. Jules schnappte nach Luft, als sie das Emblem darauf sah. Auch Leah wirkte beeindruckt. „Das Außenministerium?“

Spike nickte mit geschlossenen Augen. „Die haben mir schon vor zwei Jahren einen Job angeboten, es geht um Grenzschutz und Verkehrswege und alles, und sie haben ein Wahnsinnsbudget für die Technik, ich könnte Babycake eine ganze Familie schenken...“ Er unterbrach sich, als ihm klarwurde, wie er sich gerade anhörte. Wie verzweifelt er versuchte, sich zu rechtfertigen. Spike schluckte noch einmal. „In Vancouver.“  

Parker hatte die Augen geschlossen, sein Gesicht war völlig ruhig. Sam fasste sich ein Herz: „Das heißt, du verlässt uns?“ Spike zuckte zusammen. Diese Formulierung hatte er befürchtet. „Ich… ich habe zugesagt“, sagte er leise. Hilfesuchend wanderte sein Blick über das Team. Leahs Blick war noch immer – oder schon wieder – prüfend, aber sie lächelte ermutigend. Auch Jules versuchte es mit einem Lächeln, aber es misslang. Der Schock über das plötzliche Abbrechen eines Teils des Teams stand in ihre großen Augen geschrieben. Sams Lächeln war anerkennend, aber so traurig wie ganz am Anfang, als er neu zum Team gekommen war. Eds Miene war schwer zu deuten. Überraschung lag darin, und etwas Zorn, weil der Sergeant ihn nicht eingeweiht hatte, Fassungslosigkeit und Trauer, aber auch Stolz. Es war dieser Stolz, der Spike den Mut gab, weiterzureden. „Ich werde noch dieses Jahr weggehen. Der Job ist im Moment auf vier Jahre befristet, und man hat mir nahegelegt, das Angebot jetzt anzunehmen, oder nie wieder. Ich kann dort viel Gutes tun! Und…“ Spike seufzte. „Was soll ich euch sagen? Wir wissen alle, dass ich hier den besten Job der Welt aufgebe. Mit den besten Menschen der Welt.“ Wieder erfasste sein Blick sie alle, alle einzeln und als Gemeinschaft, und seine Stimme wurde fester: „Leute, ihr…ihr seid meine Familie. Ihr seid immer für mich da und ich danke euch dafür. Ich weiß, wir haben alle immer wieder unsere Streitereien, aber welche Familie hat die nicht?“

Jules lächelte, obwohl jetzt auch ihr Tränen über die Wangen rollten, und Parker nickte.

„Ich will euch nicht verlassen, wirklich. Und egal, was ihr braucht, ich werde immer da sein.“ Seine Stimme zitterte. „Ich denke nur“, er warf einen fragenden Blick auf den Sergeant, der ihn lächelnd erwiderte, „Leben ist Veränderung. Und es ist an der Zeit, einen Schritt weiterzugehen. So wie bei euch“, er schaute Jules und Sam an, dann Ed, „Ed, es tut mir leid, dass du es so erfährst. Ich wollte das alles nicht, nicht so schnell, und ich wollte es euch schon früher sagen, vor zwei Wochen schon, aber dann war der Unfall, und dann kamen die Hochzeitseinladungen, und heute war der Teufel los und… es gibt keine richtigen Zeitpunkte. Das habe ich jetzt verstanden.“ Er lächelte bei der Erinnerung an alte Zeiten.

„Ich werde euch nicht anlügen. Vancouver ist verdammt weit weg. Und ich muss erwachsen werden. Ed, ich habe es dir zu verdanken, dass ich erwachsen werden konnte.“ Seine Stimme war jetzt sehr ernst. „Danke, dass du immer da bist, Mann. Du bist ein großartiger Teamleiter, und es war mir immer eine Ehre. Es war mir eine Ehre, mit euch allen zu arbeiten. Sam, Jules, ich wünsche euch alles Gute. Und ich freue mich riesig für euch, das war ernst gemeint. Ihr werdet super Eltern sein, das weiß ich. Sogar Lou hat das gewusst, damals.“ Zum ersten Mal tat es nicht weh, den Namen auszusprechen. „Sam, du bist einer der besten, die ich kenne. In jeder Hinsicht. Und Leah, du machst den Jungs schön weiter Feuer unterm Hintern, ja?“ Spike schüttelte den Kopf. „Das ist nicht fair. Ich wollte viel mehr sagen. Ich wollte euch sagen, was für ein Glück ich habe, mit euch zu arbeiten. Ich weiß nicht wie oft ihr mir das Leben gerettet habt, und…“ „…fast so oft wie du uns, Spike“, vollendete Ed das Gestammel bestimmt. Der Zorn war jetzt vollkommen verschwunden. Auch auf Gregs Gesicht hatte der Stolz gesiegt. Er stand auf, ging zu Spike hinüber und legte ihm die Hände auf die Schultern. „Spike, als Sie bei uns angefangen haben, dachte ich mir: was für ein netter Junge. Aber schon bald wurde mir klar, wie viel mehr in Ihnen steckt. Ich werde nicht sagen, dass ich mich freue, aber – ich bin unheimlich stolz auf Sie. Wir alle sind stolz auf Sie. Sie haben heute die Stadt gerettet. Und ich weiß, wenn Sie erst in Vancouver sind, werden Sie diese Stadt auch retten. Sie haben diese Chance verdient, Junge. Und ich weiß, dass Sie sie nutzen werden.“ Er drückte Spikes Schultern fest, auch ihm waren die Worte ausgegangen. Ed übernahm für seinen Boss, die letzte Frage, die noch gestellt werden musste: „Wann genau gehst du?“ Spike atmete tief durch. „Montag nächste Woche. Meine Kündigung liegt schon beim Chef. Das hier war mein letzter Fall.“ Das Team nickte, dann stand Jules unvermittelt auf, hinter Spikes Sessel wie Greg zuvor, beugte sich zu ihm hinunter und umarmte ihn. „Du wirst uns fehlen“, flüsterte sie und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. Spike hielt ihre Arme fest. „Ihr mir auch“, flüsterte er zurück. Dann stand er auf. „Darf ich?“ Ganz vorsichtig legte er eine Hand auf Jules‘ Bauch, mehr Geste als Berührung, aber sie reichte aus, um das Gefühl noch einmal aufsteigen zu lassen, dass sie alle verband: Familie. Zuneigung, Vertrauen, Füreinandereinstehen. Mit einem tränenschweren Lächeln ließ er Jules los. Sie machte einen Schritt zurück, und sofort war Sam hinter ihr und legte ihr den Arm um die Schultern. Dann kam Leah, sie drückte Spike fest an sich. „Denk nicht zu viel an uns“, murmelte sie, „wir schaffen das schon.“ Sie hielt ihn auf Armeslänge entfernt. „Und du kriegst das auch hin, verstanden?“ Spike nickte. „Ja, Mam.“ Dann wandte er sich an Sam. Der sagte nichts, als er ihm die Hand reichte und festhielt, aber das war auch nicht notwendig.

Auch Ed schwieg, als er Spike umarmte. Für einen Moment ließ der Techniker sich fallen, fallen in die Geborgenheit des Teams, in die Welt, die er kannte. „Danke für alles.“ Ed schwieg immer noch, in seinen Augen standen Tränen.

Parker hob abwehrend die Hand, als Spike sich ihm zuwandte. „Ich begleite Sie raus.“

Team Eins folgte seinem Sprengstoffgenie in respektvollem Abstand, als er zum letzten Mal den Gang entlangging. Die Sonne war mittlerweile untergegangen, es war dunkel draußen – draußen, wo die Zukunft lag. Spike versuchte, weder auf die Nacht draußen noch auf die helle Wärme drinnen zu achten, aber das war schwer. Er suchte nach Winnies vertrauter Gestalt, aber sie war nicht da. Spike schluckte.  Der Gedanke daran, sie nicht mehr zu sehen, tat noch auf ganz andere Weise weh.

Vor der Tür blieb Parker stehen. „Constable Michelangelo Scarlatti“, begann er, die Stimme feierlich erhoben, „wenn Sie hier hinausgehen, vergessen Sie nicht, dass Sie Teil der SRU waren. Teil eines Teams, das Sie mitgeprägt haben. Teil einer Familie“, sein Blick fing den von Spike ein und hielt ihn fest, „und das werden Sie immer sein, Spike. Sie werden immer auf uns zählen können. Aber wie in jeder Familie werden die Kinder einmal erwachsen, und dann müssen sie losziehen und ihr Glück suchen. Sie sind erwachsen geworden, Spike. Gehen Sie. Gehen Sie, und genießen Sie das Leben da draußen, genießen Sie Ihre Fähigkeiten, Ihr Glück, genießen Sie jeden Moment, den Sie vor sich haben. Hören Sie nicht auf, nach vorne zu sehen. Hören Sie nicht auf, an Ihren Weg zu glauben. Sie haben uns so viel Kraft gegeben. Jetzt ist es Zeit, diese Kraft anderen zu schenken. Gehen Sie in die Welt, Spike, und werden Sie glücklich. Das hätte Lou gewollt. Das hätten Ihre Eltern gewollt. Und wir alle wollen es.“ Er packte den jungen Mann an den Schultern. „Sie werden Ihre Jahre bei der SRU nicht vergessen, Spike, das weiß ich. Sie sind hier. Wir sind hier, wir sind immer bei ihnen, also trauern Sie dem Vergangenen nicht nach. Leben Sie jetzt! Und leben Sie wohl!“ Für einen Moment hielt die Spannung, dann umarmte Spike den Sergeant, hielt den Mann, der wie ein Vater für sie alle war, kurz fest und ließ ihn dann los. Er fand keine Worte, aber sein Blick ließ den des Älteren nicht los, bis er die Türe erreicht hatte. Spike atmete tief durch. „Copy that.“ Die Türe offnete sich, und ein kühler Windstoß fuhr hinein. Jules drängte sich an Sam, der sie an sich zog. Leah nickte zufrieden, bevor sie sich eine einzelne Träne aus dem Auge wischte. Ed hielt den Blick starr auf die Tür gerichtet. „Er wird mir fehlen.“ „Uns allen, Eddie.“ Auch dem Sergeant war seine Bewegung anzuhören. „Uns allen.“ Dann drehte er sich zu seinem Team um. Seine Augen blitzten. „Das mit dem Urlaub vorhin war ernst gemeint. Gehen Sie nach Hause. Vergessen Sie das Protokoll vorerst. Ruhen Sie sich aus, und in drei Tagen sehen wir uns wieder. Das ist zumindest ein Vorgeschmack auf den Urlaub, den wir irgendwann bekommen sollen.“ Sam und Ed zwangen Lacher aus den Kehlen. Das Lächeln des Sergeant aber war echt, als auch er zur Türe ging. „Gute Nacht, Team Eins.“„Nacht, Greg“; murmelte Ed. Dann schaute er seine Mitstreiter an. „Wir werden von jetzt an selbst mit unseren Bomben klarkommen müssen. Also seid fit, wenn ihr wiederkommt, denn wir werden ein paar Trainingseinheiten für die Entschärfungstechniken opfern müssen.“ Kollektives Stöhnen war die Antwort, und dann Lachen. Leah ging demonstrativ an Ed vorbei zur Tür, und das Lachen wurde lauter. Der Teamleiter und das Ehepaar Braddock folgten der Polizistin hinaus  in die Nacht. Nach Hause. Zu einem neuen Tag.
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