Und Mittelerde war doch groß genug (2. Teil)

von Arawell
GeschichteHumor, Romanze / P16
Eldarion Elladan Elrond Erestor Glorfindel OC (Own Character)
14.12.2012
24.02.2013
37
83962
8
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Ganz vorweg!!! Da ich dieses nun schon des Öfteren gefragt wurde:
Es ist nicht ZWINGEND notwendig den 1. Teil zu lesen, doch macht der 2. nicht halb so viel Sinn ohne den 1.
Dies nimmt meiner ganzen Arbeit den Wert und ärgert euch, weil euch schlichtweg die Zusammenhänge fehlen.


In Claire steckt, mittlerweile, mein ganzes Herzblut.
Viel Zeit und vor allem Arbeit habe ich in das Entwerfen des Plots gesteckt. Ich gestehe, dass es bei dem ersten Teil überhaupt nicht danach aussah, was daran liegen könnte, dass es vorerst auch nicht so war. Claire war ein reiner Lückenbüßer, wenn ich wieder einmal an einer Schreibblockade hing. Allerdings habt IHR angefangen an Claire zu hängen, sodass ich anfing meine Liebe zu ihr mit euch zu teilen und ihre die Zeit widmete, die ihr eigentlich zusteht.


Das Übliche: Mir gehört nichts, außer meiner OC’s >:-) Tolkien, mein Herr und Meister, hat mir einen wunderbaren Weg geebnet, auf dem ich rumtrampeln kann, wie es mir beliebt. Wen es stört, den stört’s eben. Natürlich tut es mir leid, doch kann ein Schreiber niemals den Geschmack jedes Menschen treffen.

Viel Spaß mit Claire die Elbe, mit Hang zur großen Klappe und Auseinandersetzungen ^^

Wie immer freue ich mich SEHR über Reviews. Sie sind Balsam für die Seele und treiben mich an weiter zu schreiben :)

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Zur Tagundnachtgleiche versammelten sich die Elben vor dem Torbogen zu Bruchtal. Tirndhel hatte in den letzten Tagen alles Notwendige vorbereitet. Es war kalt, als Erestor neben den Schildträger trat und diesen musterte. Glorfindel und Elrond standen direkt hinter ihnen und wünschten den Reisenden viel Glück und eine sichere Heimkehr, als Tirndhel das Portal öffnete und Erestor aufforderte hindurch zu gehen. Der Berater sah sich ein letztes Mal um. Ein müdes Lächeln huschte über sein Gesicht, als Glorfindel ihm aufmunternd deutete, endlich zu gehen. Er nahm einen kräftigen Atemzug und betrat, dicht gefolgt von Tirndhel, das Portal.

Nach einigen Atemzügen schien Elrond sich seiner Sache nicht mehr sicher zu sein ,,Glaubst du es war die richtige Entscheidung?“

,,Selbstverständlich.“ Glorfindel setzte sein erhabenstes Grinsen auf, welches er besaß, als der Herr Bruchtals auf dem Absatz kehrt machte und zurück nach Bruchtal ging.

Einige Minuten stand er dort und starrte in die Leere, die das Portal hinterlassen hatte. So sicher, wie er es sagte, war er sich nicht. Was wäre, wenn sie nicht dort landeten, wo es geplant war? Wenn sie nicht zurückkehren würden? Oder es gar zu spät war? Die Zeiten der beiden Welten liefen nicht gleich, das wusste er.

Sein Seufzer war gerade verstummt, als sich das Portal öffnete. Er riss die Augen auf, dass es so schnell gehen würde, damit hatte er nicht gerechnet. Es tat sich nichts. Minuten lang war das Portal geöffnet, ohne dass jemand herausgetreten war.

,,Erestor? Tirndhel?“ rief er in Richtung des Portals, doch nichts tat sich.

Erst nachdem er einige Schritte darauf zu trat, stolperte eine Gestalt aus ihm heraus. Das Bild, welches Glorfindel zu sehen bekam, war keinesfalls das, was er erwartet hatte. Erestor taumelte mehr, als dass er ging. In seinen Armen war eine junge Frau, die scheinbar bewusstlos war. Sofort eilte er zu seinem besten Freund. Dieser war blass, fast schon grau und Schweißperlen glitzerten auf seinen Wangen und der Stirn. Immer wieder schossen silberne Schleier aus seiner Brust. Der Elda wusste sofort, wie ernst die Lage war, griff nach der jungen Frau und eilte zu den Häusern der Heilung.

Auf seinem Weg dorthin kamen ihm zwei Heiler entgegen, die ansetzten auf ihn einzureden.

,,Seht nach Erestor und Tirndhel.“ wies er sie beim Rennen an. Er durfte nicht eine Sekunde verlieren. Der Zustand der Frau war kritisch.

In den Häusern der Heilung wurde er sofort von Elrond in Empfang genommen, der ihn anwies die Frau auf ein Bett zu legen. Sie war weiß, ihre Augen umrahmt von roten Rändern. Nachdem er sie auf das Bett gelegt hatte, griff er nach ihrer Hand. Einmal mehr wurde ihm klar, wie riskant die Situation war. Die Frau war kalt, wie eine Leiche. Ihr Brustkorb hob sich nur sehr schwach, es würde niemals ausreichen um ihren Körper mit genügen Sauerstoff zu versorgen. Was hatte er sich nur dabei gedacht? Aus der Ecke hörte er, wie Elrond mit einigen Töpfen und Tiegeln zugange war, als er die Frau richtig betrachtete.

Er erkannte sie sofort. Ihr Gesicht hatte sich kaum verändert. Noch immer sah sie aus wie die Claire, die er zurückgelassen hatte. Ihre Haut war Schneeweiß und erinnerte an Seide, die Gesichtszüge waren um ein Vielfaches perfektioniert, das weiße Haar, war gemäß ihrer Abstammung, goldblond, zwischen deren Strähnen lugten ihre spitzen Ohren hervor. Es war so, wie er es sich erhofft hatte. Mit dem Betreten von Mittelerde, wurde sie das, was sie in Wirklichkeit war, eine Elbe.  

,,Ich weiß nicht, ob sie das überleben wird.“ sagte Elrond, der neben Glorfindel getreten war und der jungen Frau ein, wirklich abartig riechendes, Gebräu in den Mund kippte.

Glorfindel kam gar nicht dazu, zu reagieren, denn augenblicklich öffnete sich die Tür und Erestor stolperte, gefolgt von einem zeternden Heiler, in den Raum.

,,Lord Erestor, ihr solltet…“ versuchte der Heiler den Berater zur Vernunft zu bringen.

Erestor, allerdings, hielt gar nichts von ‚Vernunft‘ ,,Ich sollte gar nichts.“ knurrte er müde, als er neben Claires Bett zum Stehen kam.
Glorfindel betrachtete seinen Freund. Es war erstaunlich, wie grauenhaft er knurren konnte, selbst wenn er dem Tode näher war als dem Leben. Der Berater ließ sich auf die Bettkannte fallen und griff nach Claires Hand. Man sah ihm an, dass er seine Tat bis aufs kleinste bereute. Das hätte nicht passieren dürfen. Benommen schloss er die Augen, Glorfindel wollte gerade nach seiner Schulter greifen, um ihm aufmunternde Worte zuzuflüstern. Abrupt hielt er inne, als er sah, dass wieder schwache, silberne Fäden aus seiner Brust schossen.

,,LASS DAS.“ schrie der Balrogschlächter und riss an der Schulter seines besten Freundes.

Doch dieser bewegte sich nicht einen Zentimeter, es war, als wäre er innerhalb weniger Sekunden mit Claire verwachsen.

,,Erestor, du bringst dich um!“ versuchte er es erneut, doch es war kein Herankommen an seinen Freund.

Immer wieder schossen Fäden aus seiner Brust und tanzten, hoffnungslos, um Claires Körper, bis sie sich auflösten. Glorfindel wusste, dass sie, in diesem Zustand, niemals antworten würde. Er selbst vermochte nicht zu sagen, in welchem Zustand sich die Fea der jungen Elbe befand. Elrond trat neben Erestor und versorgte auch diesen mit seinem Trank. Im Gegensatz zu Claire, griff der Berater danach und trank ihn ohne das Gesicht zu verziehen. Nicht eine Sekunde ließ er die Hand seiner Gefährtin los, sah sie aus müden Augen an und stieß immer wieder aufs Neue silberne Fäden auf die bewusstlose Frau ein.

Glorfindel wusste nicht, wie lange er dieses Verfahren durchhalten würde. Doch war er sich bewusst, dass es wahrscheinlich die einzige Möglichkeit war, ihre Fea vor Mandos Hallen zu retten.

,,Glaubst du, dass er es schafft?“ mutlos sah er seinen Herren an, der nur eine Augenbraue hob.

,,Ich weiß es nicht.“ mit diesen Worten machte er sich wieder daran, Tränke zu brauen. Wenn er ihr schon nicht auf die Art helfen konnte, wie es Erestor tat, so musste er wenigstens versuchen seinen Berater bei Kräften zu halten.

***

Es war dunkel gewesen, als ich meine Augen öffnete. So sehr ich mich auch anstrengte, ich konnte nichts erkennen. Dabei hatte ich immer gedacht, dass ich durch einen Tunnel gehen würde. Woher diese ganzen Leute ihre Nahtoderfahrungen auch hatten, sie logen. Es war dunkel und Trostlosigkeit durchströmte meinen Körper. Der Ort, an dem ich mich befand, war Geräuschlos, auch Gerüche konnte ich keine wahrnehmen, so sehr ich es auch versuchte. Ich war froh, dass der letzte Duft, den ich in meinem Leben eingeatmet hatte, der Erestors war. Seine Ruhe durchströmte noch immer meinen Körper und war wahrscheinlich das Einzige, was mich davon abhielt in Panik zu verfallen.

Ja, sterben hatte auch positive Seiten. Im Gegensatz zu den letzten Jahren meines Lebens, war mein Körper leicht wie eine Feder, alle Schmerzen wie weggeblasen. Die Vorstellung allerdings, endlos in diesem leeren Raum zu schweben, stimmte mich weniger glücklich. Was sollte das Schauspiel? Wo war der Tunnel, die Wiese mit den Blumen, dessen Farbe man nicht benennen kann? Die niemals untergehende Sonne? Von meinen Eltern brauche ich wohl nicht zu reden, oder? Ich war allein, Mutterselen allein.

Ich weiß nicht, wie lange ich in der Dunkelheit herum geschwebt bin. Stunden? Tage? Wochen? Vielleicht ja sogar Jahre. Jegliches Zeitgefühl war mir abhanden gekommen. Ich war den Anblick der Schwärze müde geworden. Keinen Zentimeter wollte ich mich mehr bewegen. Geschlafen hatte ich nicht, ich war müde. Vielleicht musste ich ja nochmals einschlafen, um dann im Paradies, oder der Hölle, aufzuwachen.

Ich hatte gerade meine Augen geschlossen, als mich etwas an meinem rechten Arm kitzelte. Sofort riss ich die Augen wieder auf. Als ich mich jedoch umsah, war da nichts, außer meiner wohlbekannten Schwärze. Konzentriert starrte ich in die Dunkelheit, als ich es wahrnahm. Ich kniff die Augen zusammen, um besser sehen zu können. Es sah aus wie ein Nähfaden, nur durchsichtig. Langsam kam er auf mich zu, streifte meinen Arm und löste sich auf. Was in drei Teufels Namen ging hier vor? War es gewagt in meiner Position ‚Teufel‘ zu denken? Wahrscheinlich. Gerade, als ich mich wunderte, dass ich mich selbst unterhielt, kam ein weiterer Faden auf mich zu. Wieder streifte er meine Haut und verschwand. Es folgten immer Weitere, doch jedes Mal wurden sie langsamer und blasser. Der letzte Faden, der kam, tanzte müde über meine Brust, als ich nach ihm griff und Wärme meinen Körper durchzog.

***

Der Balrogschlächter beobachtete seinen Freund, der Tage lang damit beschäftigt war immer wieder nach Claires Fea zu rufen. Doch sie antwortete nicht. Erestor war schwach geworden und nur noch ein Schatten seiner selbst. Es sollte reichen. Er konnte nicht riskieren, dass er durch das Himmelfahrtskommando nicht nur Claire, sondern auch noch seinen besten Freund verlor.

,,Erestor, es reicht.“ vorsichtig legte er dem Berater seine Hand auf die Schulter.

Offensichtlich hatte der Berater verstanden und stimmte überein ,,Ich weiß. Nur noch einige, wenige Versuche.“

Seine Rufe wurden immer schwächer und armseliger. Gerade, als der letzte Faden seine Brust verlassen hatte, schloss der Berater die Augen und sackte in sich zusammen. Sofort eilte Glorfindel an seine Seite und fing ihn auf. Er lebte, außer Frage, doch hatte er es sichtlich übertrieben. Elrond, der das Schauspiel in den letzten Minuten beobachtet hatte, schmiss resigniert die Hände in die Luft.

,,Als würde es nicht reichen, dass die Elbe schon halb tot ist.“

***

Warme Luft kitzelte mein Gesicht, als ich mühsam meine Augen öffnete. Es dauerte einige Zeit, bis der Schleier verschwand und meine Sicht klarer wurde. Zwei blaue Punkte waren in meinem direkten Sichtfeld. Ich konnte mir überhaupt nicht erklären, was hier vor sich ging. Immer schärfer wurde meine Sicht, bis ich genau erkannte, was diese blauen Punkte waren. Um genau zu sein, waren sie eisblau und Augen. Dieses Blau war mir durchaus bekannt, doch konnte ich mir nicht erklären, wie sie hierher kamen.

,,Gut geschlafen?“ grinste der Balrogschlächter, als eine seiner Haarsträhnen meine Wange kitzelte.

,,G…Glo…“ immer wieder verließ mich die Kraft. Einige Male atmete ich schwer ein und aus, meine Lungen fühlten sich an, als seien sie eingefallen. Glorfindel musterte mich fragend, als ich meinen letzten, tiefen Atemzug nahm und neu ansetzte ,,Gloria“ war alles, was ich über meine Lippen brachte.

Dieses eine Mal freute er sich scheinbar über die Kürzung seines Namens. Er griff nach meiner Hand und küsste ihren Rücken. Schwerfällig wies ich meine Augen an seinen Bewegungen zu folgen. Erst, als der Goldelb bemerkte, dass ich ihn fragend ansah, grinste er über beide Ohren, stand auf und verneigte sich, regelkonform ,,Willkommen in Bruchtal, Lady Claire.“
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