Mosaik

GeschichteRomanze / P18 Slash
13.12.2012
27.03.2013
4
7724
 
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Dieses Kapitel
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Autorin: Vive La Nuit

Titel: Mosaik

Disclaimer: Diese Geschichte handelt von wahren Personen, die ich weder persönlich kenne, noch bei denen ich mir herausnehmen will zu wissen, wie sie denken oder handeln würden. Es liegt nicht in meiner Absicht, Persönlichkeitsrechte zu verletzen oder jemanden zu verleumden. Die Handlung ist frei erfunden und entspringt meiner Fantasie. Ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte, es sind weder Copyright- noch Trademarkverletzungen beabsichtigt.

Pairing: Iker Casillas/Sergio Ramos

Rating: P18-slash –weil später mit Sicherheit Kapitel kommen werden, die P18 sind. Die meisten dürften sich allerdings eher in der Kategorie P12- und P16-slash bewegen.

Inhalt: Augenblicke, Momente und Sequenzen, gute und schlechte, euphorische, aufgeregte, traurige, wütende, leidenschaftliche und eifersüchtige, vergangene, gegenwärtige und zukünftige – aus ihnen setzt sich Ikers und Sergios Beziehung zusammen. Wie kleine Mosaikteilchen, die am Ende ein ganzes Bild erschaffen.

Beta: lilalida – immer noch und jedes Mal wieder vielen, vielen Dank ;-)



-*-


Schön, dass ihr da seid! Mosaik wird ein Experiment meinerseits, weil ich so eine Art Geschichte zum ersten Mal schreibe. Jedes Kapitel wird einen Moment in Ikers und Sergios Beziehung beschreiben, unterschiedlich lang, vielleicht auch in unterschiedlicher Erzählform, wahrscheinlich nicht gerade regelmäßig geupdatet, und vermutlich auch nicht chronologisch, sondern in der Reihenfolge, wie die Beiden mir ihre Geschichte erzählen. Und obwohl jedes Kapitel für sich selbst stehen wird, hängen sie eben doch alle zusammen. Ich bin also selbst gespannt, was da alles so kommt und hoffe, ihr lasst euch mit mir auf dieses Experiment ein und es gefällt euch.


Als ein Teil von Ikers und Sergios gemeinsamer Geschichte kann auch schon mein Oneshot „Dein Lächeln“ gesehen werden, den ich aber dennoch für sich alleine stehen lassen werde.



-*-



Normalität


Januar 2006


-



„Iker …“

Sergio greift nach meiner Hand. Seine Finger hinterlassen ein prickelndes Gefühl auf meiner Haut, als hätte ich einen elektrischen Schlag bekommen. Sofort trete ich einen Schritt zurück, entziehe mich ihm. Ich will nicht, dass er die Gänsehaut bemerkt, die meinen Arm hinaufkriecht.

„Hör auf …“ Meine Stimme klingt belegt, ohne dass ich etwas dagegen tun könnte, ist viel zu rau. Ich kann mich auch nicht mehr daran erinnern, wann sie in Sergios Gegenwart das letzte Mal normal geklungen hat. Oder wann ich mich in seiner Gegenwart zum letzten Mal normal gefühlt habe.

Normal ist so gut wie gar nichts mehr, seit er vor ein paar Monaten wortwörtlich in mein Leben gestolpert ist.  

Sergios Blick huscht über mein Gesicht. Nachdenklich, aber noch viel mehr … verletzt, zurückgewiesen. Und es versetzt mir einen unangenehmen, schmerzhaften Stich, ihn so zu sehen.

„Schau mich nicht so an …“, bitte ich ihn, die Worte so leise, dass er sie wahrscheinlich nur gerade so noch verstehen kann.

Schau mich nicht an wie ein scheues Reh … bitte …

Sergios humorloses Auflachen lässt mich zusammenzucken.

„Ich darf dich nicht anfassen, ich darf dich nicht anschauen … aber neben dir atmen und existieren darf ich schon noch, oder?“

Der beißende Sarkasmus ist kaum zu überhören – und er macht mich von einem Augenblick auf den anderen wütend.

Glaubst du, das macht es einfacher?!

Fahrig greife ich nach meiner Tasche und hänge sie über die Schulter, will so schnell wie möglich weg, um nichts zu tun oder zu sagen, was ich später nur bereuen würde. Doch das gemurmelte „Solange du mich in Ruhe lässt …“ in seine Richtung kann ich mir trotzdem nicht verkneifen.

„Du willst doch gar nicht, dass ich dich in Ruhe lasse.“

Sergios schneidende Stimme lässt mich abrupt inne halten, bevor ich wieder zu ihm herum fahre. „Was?!“

Sein Blick ist herausfordernd, funkelt geradezu.

Und ich hasse es, dass dieses Funkeln so vieles in mir auslöst, über das ich schon längst jede Kontrolle verloren habe. Dass es genau dieses Funkeln ist, das Normalität unmöglich macht.

„Du hast mich schon verstanden“, erklärt er jetzt, beinah trotzig – und dieser Trotz ist der eine Tropfen zu viel.

„Glaubst du, du kennst mich?!“, fauche ich ihn an. „Bildest du dir ein, du könntest nach einem verdammten halben Jahr einschätzen, was ich will, und was nicht?!“

Meine Tasche fällt zu Boden, ich balle die Hände zu Fäusten und trete einen Schritt auf ihn zu, sehe, wie er zusammenzuckt, doch er weicht nicht zurück. Stattdessen reckt er das Kinn, schaut mich kämpferisch an, widerspenstig und stur wie ein kleines Kind.

Und mehr braucht es nicht, dass alles, was sich in den letzten Wochen angestaut hat – die Blicke, die Kommentare von Guti, von Raúl, von David, all die Gefühle – sich endlich ein Ventil sucht.

„Es war alles in Ordnung, verdammt noch mal!“, meine Stimme überschlägt sich fast und ich spüre, dass mein ganzer Körper zittert vor Wut. „Mein Leben war gut, so wie es war! Und du tauchst hier auf, mit deinem verdammten andalusischen Dickschädel, und glaubst, alles auf den Kopf stellen zu können!? Alles niederfegen und zunichte machen zu können?! Warum musst du alles durcheinander bringen, wie kannst du dir einbilden, dass …“

Weiter komme ich nicht, denn schneller, als ich reagieren kann, macht Sergio einen Schritt auf mich zu, liegen seine Hände an meinen Wangen – und seine Lippen auf meinen.

Eine endlose Sekunde lang scheint alles wie erstarrt zu sein, scheint es, als würde die Zeit still stehen. Und dann ist da plötzlich gar nichts mehr. Keine Sätze, keine Worte, keine Gedanken, noch nicht mal mehr Wut. Nichts mehr, außer diesem surrealen Gefühl seiner warmen Lippen und der Nachdrücklichkeit seines Kusses, nichts mehr außer seinem Geruch und seinen Händen, die mein Gesicht halten, nichts mehr außer meinem rasenden Herzschlag – und meiner Welt, die haltlos in sich zusammen bricht.





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