Star Wars Episode III - Children of Lwhekk

von Bodiel
GeschichteDrama, Sci-Fi / P18
Ahsoka Tano Anakin Skywalker / Darth Vader Padmé Naberrie Amidala Sheev Palpatine / Darth Sidious
08.12.2012
29.06.2014
46
130078
3
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Dieses Kapitel
10 Reviews
 
 
 
Ein ganz herzliches Willkommen zu meiner vierten Veröffentlichung hier auf Fanfiktion.de ;)

Diese Geschichte wurde schon lange auf meinem Profil vorangekündigt und befindet sich bereits seit mehreren Monaten in Arbeit, ist aber noch nicht fertiggestellt. Eigentlich wollte ich sie bereits am 1. Dezember einstellen – ein Unterfangen, aus dem aufgrund diverser Verzögerungen leider nichts geworden ist. Wie dem auch sei, hier ist sie nun endlich: Mein Großprojekt, angedacht als eigene Version der dritten Star Wars Episode. Ich dachte mir, dass es einige Leser vielleicht freuen würde, eine Alternative angeboten zu bekommen, in der die Geschichte eine andere Richtung nimmt als im Film und einige Geschehnisse abgeändert werden. Dazu möchte ich noch ein paar Dinge sagen:

a) Der Plot wird in zwei Hauptstränge unterteilt: Der erste Strang spielt, wie Episode III, im Jahr 19 VSY und in der bekannten Galaxis (hauptsächlich Coruscant).
Der zweite ist angesiedelt in der Vergangenheit auf dem Planeten Lwhekk außerhalb der Galaxis. Beide Stränge werden sich später treffen, im ersten Teil aber dient der zweite mehr der Vergangenheitsbeleuchtung eines wichtigen Charakters, der später auftauchen wird.

b) Ich führe in dieser Story eine Spezies ein, die im Star Wars Universum existiert, zum damaligen Zeitpunkt allerdings noch nicht bekannt war und erst viel später in die bekannte Galaxis vorgestoßen ist (allgemeingesehen nehme ich ein paar Ereignisse, die es in SW wirklich gab, vorweg, um den Lauf der Dinge zu beeinflussen und zu verändern). Über diese Spezies kann demzufolge in kanonischen Quellen nachgelesen werden, meine Quellen waren Jedi- und Holopedia, letztere vor allem wegen der grandiosen Galaxiskarte. Es macht aber überhaupt nichts, wenn ihr völlig unwissend an diese Geschichte herangeht, eher im Gegenteil. Da Anakin und Co. ebenfalls verwirrt über die unbekannten Neuzugänge sind, werde ich nach und nach alles Wichtige aufdecken ;)

c) Ich werde immer wieder Links und Hinweise unter der Geschichte geben, wenn diese erforderlich sind.

Und nun viel Spaß, hoffe wie immer auf Reviews von euch ^^


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Titel: Star Wars Episode III: Children of Lwhekk
Arbeitstitel: Das Imperium der Ssi-ruuk
Autor: Bodiel
Genre: Science-Fiction/Abenteuer/Drama
Fandom: Star Wars
Disclaimer: Hierbei handelt es sich um eine rein fiktionale Geschichte auf Basis der Star Wars Filme; das Werk wurde verfasst im Stil einer Fan-Fiction und verletzt daher keine Urheber- oder Kopierrechte. Alle Rechte sind George Lucas und Lucas Ltd. vorbehalten.
Universum: Alternatives Universum
Chronologie: Die Geschehnisse in dieser Fan-Fiction sind angesiedelt im Jahr 19 VSY, Abweichungen in Rückblenden werden angegeben
Rating: P18 (Gewalt, Tod, eventuell Sexszenen)
Besonderer Dank an: Soja96, dafür, dass ich sie stets mit dieser Idee zutexten durfte ;) Sie war quasi Geburtshelfer von »Children of Lwhekk«

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Prolog: Morgendämmerung


Endor, Zuma-Sektor (Moddell-Subsektor), Outer Rim
Raster-Koordinaten: H-16
Entfernung vom Kern der Galaxis: 43.300 Lichtjahre


Die Wolken hingen tief in der Atmosphäre des Trabanten, der auch Sanktuarium-Mond genannt wurde. Er war nichts Außergewöhnliches; der vierte und größte von insgesamt neun Monden, die einen mittig gelegenen Gasriesen umkreisten, welcher zufälligerweise ebenfalls Endor hieß. Ausgedehnte Waldgebiete bedeckten seine Oberfläche, nur durchbrochen von zerklüfteten Gebirgszügen, großen Savannen und der Wüste von Salma.
  Endor war die Heimat einiger skurriler Lebensformen; grotesk im Anblick, aber weitestgehend friedfertig. Sie hatten vor Jahren – lange, bevor der Krieg begonnen und die Koalition in der Galaxis zerrüttet hatte – zugelassen, dass die Republik, die mehrere zehntausend Lichtjahre entfernt ihren Sitz hatte, einen Teil des Waldes annektierte. Jener Teil war nicht von Interesse für eines der vier Hauptvölker, die auf Endor hausten, und hatte weder materiellen noch ideellen Wert. Wenn schon die Republik keine Veranlassung darin sah, sich offiziell niederzulassen, so hatte sie sich den Mond anderweitig zunutze gemacht: Ein Außenposten, von dem niemand etwas wusste mit Ausnahme derer, die ihn einst in Auftrag gegeben hatten, und der in der Absicht errichtet worden war, eines Tages tiefer ins All vorzustoßen. Die Lage war perfekt: Weit draußen im Outer Rim, dem schmalen, gewundenen Streifen Grenzraum zwischen der Bekannten Galaxis, die im Zwiebelschalenprinzip aufgebaut war, und dem Wilden Raum, der endlosen Leere außerhalb. Eine Art Brückenkopf sollte er darstellen, der längst verlassene Außenposten, zur Koordinierung von interstellaren Raumfahrt-Missionen – ein Plan, den der Krieg durchkreuzt und aus dem Gedächtnis der Beteiligten gelöscht hatte.
  Bis zu diesem Tag.

»Bring uns runter, Cody.« Anakin Skywalker blickte durch die dicken Bordfenster aus durchsichtigem Transparistahl nach draußen. Erste Sonnenstrahlen brachen sich in der sauerstoffhaltigen Atmosphäre Endors und ließen die fransigen Wolkenränder in einem zarten Rosa erglühen. Er hatte dem Klon, der im Register nicht den Namen Cody, sondern CC-2224 trug, das Steuer überlassen in der Absicht, sich derweil einen ersten Überblick zu verschaffen. Auch, wenn er ein Jedi war – einer der besten Jedi, die der Orden hervorgebracht hatte –, ließ er Vorsicht walten. Anakin war noch nie zuvor so weit draußen gewesen, und die Meldung, die der Orden durchgegeben hatte, war beunruhigend: Eine Aktivität in der Atmosphäre, die der Funkturm aufgezeichnet und an den Senat übermittelt hatte. Bislang war niemandem bewusst gewesen, dass die Anlage überhaupt funktionierte. Sie hätte allerdings auch nie etwas aufnehmen können, denn es gab keine Aktivitäten dieser Art auf Endor: Aktivitäten von Objekten, die in die Atmosphäre eindrangen und abstürzten. Was dieses Thema anging, war der Waldmond heimtückisch: Die Anwesenheit des Gasriesen in der Mitte des Systems erzeugte nicht nur viel Licht sowohl bei Nacht als auch am Tag, sondern außerdem eine Schwerkraftanomalie, die sich verheerend auf die Navigation innerhalb des ganzen Systems auswirkte. Auf diese Weise würden die Instrumente von Raumschiffen, die in seine Nähe kamen, unweigerlich in die Irre geführt und letztere zum Absturz gebracht – wenn es denn Schiffe gegeben hätte, die in dieser Gegend kreuzten und der Gefahr hätten zum Opfer fallen können.
 
Der Umstand, dass es sie laut jüngsten Meldungen offenbar doch gab, ließ das Schlimmste befürchten: Hatte ein Flugkörper der Separatisten Endor angeflogen? Wenn sich die Konföderation unabhängiger Systeme, kurz KUS, wie sie sich selbst bezeichnete, zu solchen Schritten entschloss, dann musste ein Plan dahinter stecken. Ein Plan, den Outer Rim noch mehr der ohnehin brüchigen Kontrolle durch die Republik zu entziehen und ihre Macht auszuweiten, vielleicht gar selbst in den Wilden Raum vorzustoßen? Sie wussten es nicht. Aber Anakin wusste, dass sie es am Ende der Mission herausgefunden haben würden.
  Neben ihm, angegurtet auf ihrem Sitz, blickte seine Padawan durch eines der Fenster im Shuttle. Der grüne Teppich aus Chlorophyll rückte näher, und die Togruta kniff ihre tiefblauen Augen gegen das Licht zusammen, um etwas zu erkennen. Sie war gerade erst siebzehn geworden und hatte ihre Padawanzeit beinahe abgeschlossen. Anakin dachte stolz bei sich, was er seit ihrem vierzehnten Lebensjahr bei ihr geleistet hatte: Sie war eine selbstbewusste, fähige Jedi geworden. Von dem kleinen Mädchen mit der quäkenden Stimme war nichts mehr zu erkennen. Sie hatte sich in eine respektable junge Frau verwandelt, die Anakin hinsichtlich ihrer Fähigkeiten in nichts nachstand – abgesehen von dessen Verbindung zur Macht. »Ich kann den Außenposten sehen, Meister. Er ist da drüben. Aber dort, neben dem Turm – seht Ihr das? Diese Schneise da im Wald, ein paar Kilometer westlich…«
  »Ja, ich sehe sie«, erwiderte Anakin, obwohl er den dunklen Strich in der Landschaft nicht im Entferntesten als Schneise interpretiert hätte. »Es ist im Gebiet der Ewoks.«
  »Soll ich dort landen, Sir?«, fragte Cody und deutete auf eine kleine Lichtung, die dem Shuttle genügend Platz bot; jene Schwerkraftanomalie, die die Instrumente verrückt spielen ließ, sorgte außerdem für ein exorbitantes Pflanzenwachstum: Die größten Bäume ragten mehrere Kilometer von der Mondoberfläche auf und bildeten zerklüftete, grüne Schluchten um sie herum.
  »Ja, bring die Kiste runter. Wir müssen uns die Absturzstelle genauer ansehen, und es ist ratsam, das Schiff im Rücken zu haben, wenn wir von Bord gehen.«
  »Alles klar.«

Cody ging in den Sinkflug über, und schon streiften sie die Wipfel der Bäume und glitten zwischen den Ästen hindurch, die sich wie Brücken von einem zum nächsten spannten – so breit wie zwei Raumschiffe ihres Typs nebeneinander. Sie flogen noch tiefer, wichen den Luftwurzeln aus und näherten sich der Lichtung. Behutsam setzte die Maschine auf dem unebenen Boden auf.
  Nachdem die stählerne Gangway heruntergelassen worden war, übernahm Ahsoka die Führung. Das Einzige, was Anakin nicht aus ihr herausgebracht hatte, war die Voreiligkeit – eine Eigenschaft, die in der Natur von Togruta lag. Da er jedoch überzeugt war, dass seine Padawan im Zuge des nun mehr seit drei Jahren andauernden Krieges gereift war, ließ er sie gewähren und folgte ihr hinterher, anstatt sie zur Ordnung zu rufen.
  Nach den beiden Jedi folgte die Torrent-Kompanie. Jene Untereinheit der 501. Sturmtruppen-Legion, einer Elite-Kampftruppe der Großen Armee der Republik, stand seit Beginn der Klonkriege unter Anakins Kommando. Man hatte die Kompanie um einige Mitglieder aus der Legion seines Meisters, darunter Cody, aufgestockt, um auf Widrigkeiten aller Art gefasst zu sein und die leeren Plätze auszugleichen, die die Krisenherde jüngst in ihren Reihen gefordert und einigen Kommandos ihre Krieger abverlangt hatten.
  Neben Ahsoka hatte Rex, ein kahlköpfiger Klon und Co-Commandant der Truppe, Kurs auf eine Vertiefung im Boden genommen, den Blaster im Anschlag. Hohe Sträucher und Farnpflanzen säumten die Grube, aus der Anakin beim Näherkommen das Hinterruder eines Schiffes ragen sah.
  »Meister, beeilt Euch!«, drängte Ahsoka, die bereits über den Rand des Lochs spähte. Erde war rings um die Stelle aufgeworfen worden, und schließlich sah er es: Ein Raumschiff lag unmittelbar vor ihnen in der Senke, die der Pilot wohl in letzter Sekunde angesteuert hatte, um einen Zusammenprall mit den Bäumen zu verhindern. Davon zeugten zumindest die Spuren abgebrochener Äste und herumliegenden groben Laubes. Der Rumpf des Flugzeugs hatte sich tief in den Boden gegraben, eine Schneise hindurchgepflügt und war dann, mit der Nase nach oben, auf der Erderhebung zu liegen gekommen.

Die Klone bezogen in ihren weißen Rüstungen Aufstellung entlang des Randes und blickten nach unten. Niemand sprach ein Wort. Tatsächlich hatte auch Anakin noch nie etwas Vergleichbares gesehen: Agil und dynamisch in der Bauform, mit einem spitz zulaufenden Bugkastell, von dem aus sich nahtlose Flügel zu beiden Seiten weg bogen. Der Flügel auf der rechten, vor ihren Augen verborgenen Seite musste abgebrochen sein, denn das Objekt hatte eine starke Schräglage. Hinter dem Bug folgte ein kurzer Gang, der in ein größeres Heck mit flacher, trapezförmiger Kasettenaufbaute mündete. Rein äußerlich erinnerte das ramponierte Schiff ein wenig an die leichten Defender-Klasse Corvetten, die zur Zeit des Großen Galaktischen Krieges vor über dreieinhalbtausend Jahren auf Corellia in Massenproduktion gegangen waren. Dennoch war es etwas völlig anderes.
  »Gehen wir an Bord und sehen uns die Sache an. Ich bezweifle, dass die Piloten, ob nun Mitglieder der Seps oder nicht, den Absturz überlebt haben.«
  »Verstanden, Sir«, sagte Rex und winkte die Männer näher. Gemeinsam marschierten sie auf den Rumpf der Maschine zu; ihre weiße, stellenweise verdreckte Außenverkleidung glänzte im einfallenden Licht mit den Rüstungen der Klone um die Wette. In großer Höhe über ihnen thronte der Umriss des Gasriesen am Firmament; eine gewaltige, azurblaue Scheibe, die auch am Tage deutlich zu sehen war.
  Rex öffnete die Tür mit einigem Kraftaufwand, wodurch sie lautstark gegen den Rumpf schlug. Sie traten ein und fanden sich in dem kurzen Gang mit seiner überraschend hohen Decke wieder. Griffe und Halterungen aus einem silbern glänzenden Metall waren an den Wänden angebracht, die aussahen, als seien sie für überdimensionierte Hände entwickelt worden. Einige von ihnen wiesen Kratzspuren wie von großen Krallen auf.
  Links und rechts führte jeweils eine Tür ins Innere des Schiffes. Rex winkte die Männer zu der Luke, die zum Cockpit führen musste, und öffnete sie ähnlich wie die Bordtür.
  Sie gelangten in einen weitläufigen Raum, dessen Boden mit Metallplatten ausgelegt war. Am anderen Ende wölbte sich ein geschwungenes Panoramafenster über die ganze Breite der Brücke. Unmittelbar vor den Konsolen standen zwei schwarze Pilotensitze, doppelt so groß wie gewöhnlich.
  Die Klone bildeten eine Schneise, als Anakin und Ahsoka den Raum betraten. Niemand rührte sich, während die Padawan näher auf die Sitze zuschlich. Sie fuhr in übermenschlicher Geschwindigkeit zurück und griff binnen Sekundenbruchteilen nach ihrem Lichtschwert, als etwas zwischen die beiden Sitzen fiel: Eine dreifingerige Klaue, die mit langen, schwarzen Krallen besetzt war. Erst, als sie keinerlei Anstalten machte, sich zu heben, trat die Togruta wieder näher.
  Die junge Jedi hielt inne. Ungläubig besah sie sich die beiden Wesen, die leblos in ihren Sitzen hingen. Es waren keine Menschen, wie sie erwartet hatte, auch keine mechanischen Droiden, sondern Reptilien.

Reptilien mit langen, zahnbesetzten Schnauzen und muskulösen Schwänzen, die sich neben ihren Beinen hinab schlängelten. Das Wesen auf dem Pilotensitz schien eine Größe von fast zwei Metern zu haben, was die überdimensionierte Raumausstattung erklärte. Es war seine rechte Klaue, die nach unten gefallen war und nun reglos herabbaumelte. Eine blutige Platzwunde zog sich von der schuppigen Wulst über seinem linken Auge bis hinab ins Gesicht; daneben verlief eine ältere, fahlweiße Narbe mitten durch das geschlossene Lid und über den Hals zur Schulter. Die Haut des Geschöpfes war tiefschwarz, makellos glatt und glänzte wie Seide. Seine zweizehigen Füße endeten wie die Hände in Krallen, die jedoch bedeutend größer und schwerer waren und aussahen, als ob sie einen Menschen mit einem einzigen Tritt ausweiden konnten. Der Haltung in seinem Sitz und der Anatomie nach zu urteilen war das Wesen zweibeinig, doch Ahsoka konnte nicht sagen, zu welcher Spezies es gehörte.
  Ihr verwirrter Blick fuhr weiter zu dem zweiten Wesen. Dieses war genauso gebaut, mit den gleichen sonderbaren Merkmalen. Einzig seine Haut war nicht schwarz, sondern von einem schlammigen Braun. Rostfarbene Streifen brachen die Farbe an den Schädelseiten und zwischen den Rippen auf; die Kreatur schien im Stockmaß zudem etwas kleiner als sein dunkler Artgenosse zu sein. Dennoch gehörten sie offenbar zur gleichen Art.
  Auch die Klone waren mittlerweile näher gerückt, und Neugierde hatte den Argwohn abgelöst, nachdem sie erkannt hatten, dass von den Wesen keine unmittelbare Gefahr ausging.
  »Habt Ihr so etwas schon mal gesehen, Meister?«, fragte Ahsoka unsicher, als Anakin zu ihr trat und sein Blick auf die fremden Geschöpfe fiel. Es war der Padawan unangenehm, ihm eine solche Wissenslücke zu offenbaren, doch sie konnte sich tatsächlich keinen Reim darauf zu machen.
  »Sir? Was für Wesen sind das?«, fragte nun auch Rex, doch Anakin kniff nur unschlüssig die Augen zusammen. Er betrachtete sie eine Weile eingehend und schien angestrengt zu überlegen, die Winkel seines Hirns nach dem Wissen über Bewohner der gesamten Galaxis abzusuchen – ohne Erfolg.
  »Das… kann ich nicht genau sagen. Dieser Spezies bin ich weder in meiner Ausbildungszeit noch an der Front je begegnet, und ich habe auch noch nie ein solches Raumschiff gesehen. Aber ganz offensichtlich haben diese Geschöpfe es gesteuert, also sind sie für den Absturz und damit unsere Mission verantwortlich, ganz egal, um welche Spezies es sich bei ihnen handelt.« Er klang zweifelnd und war sich dessen bewusst. Die Kreaturen waren eindeutig Reptilien, doch er kannte keine intelligente, raumfahrende Spezies, die auf die Beschreibung jener beiden gepasst hätte und die er in Verbindung mit den umliegenden Planeten bringen konnte. Zudem sagte eine instinktive, ureigene Quelle dem jungen Jedi, dass dies keineswegs zivilisierte Wesen sein konnten. Die animalischen Klauen, die langen Schnauzen mit den spitzen Zähnen, die seitlich abgeflachten Schwänze… Das alles beschwor Bilder von unerforschten, lichtlosen Urwäldern in ihm herauf, von erbarmungslosen Jagden, Blut und Tod in Form von rasiermesserscharfen Zähnen und Krallen, die ihre Opfer in Stücke rissen. Ihn schauderte bei der Vorstellung, umso mehr, da er sich mit den Kreaturen in ein und demselben Raum befand.
  »Könnte… es sich um Tiss’shar handeln?«, wagte sich Ahsoka schließlich vor, ermutigt vom Unwissen der anderen, und brachte damit ein Volk von hoch entwickelten Reptilien zur Sprache, das im Xappyh-Sektor des Outer Rim beheimatet war.
  »Was sollten sie auf Endor wollen?«, fragte Anakin. »Außerdem sind die Tiss zumeist grünlich, und auch nicht so… massiv gebaut. Nein. Das sieht nicht wirklich nach den Einwohnern von Tiss’sharl aus.«
  »Wollt Ihr damit sagen, dass es sich vielleicht um eine unbekannte Spezies handelt?«, fragte Ahsoka ungläubig, aber gleichzeitig fasziniert von der Möglichkeit, und riss ihn damit aus seinen Gedanken.
  »Ich will sagen«, stellte Anakin richtig, »dass ich sie nicht identifizieren kann. Das muss nicht heißen, dass sie einer Art angehören, die dem Rat unbekannt ist«, obwohl er im Stillen genau dies dachte; immerhin hatte er sich in seiner Padawanzeit ausgiebig mit den verschiedensten Spezies der Galaxis auseinandersetzen müssen und war einem Großteil dieser Wesen im Laufe des Krieges selbst begegnet. Diese hier aber kamen ihm nicht einmal ansatzweise bekannt vor; selbst Ahsokas Vergleich erschien ihm aus der Luft gegriffen. Er hatte keine Ahnung, um welche Kreaturen es sich handelte, und genau das machte ihm Sorgen.
  »Aber«, widersprach Ahsoka zu seinem Verdruss, »wir befinden uns hier an der Grenze zum Wilden Raum, und wir wissen doch gar nicht, ob es dahinter wirklich nur Leere gibt. Vielleicht existieren dort auch Wesen, die unsere Galaxie als Wilden Raum ansehen und erforschen wollen. Dieser Planet, so weit draußen an der Grenze zwischen Outer Rim und den Unbekannten Regionen, ist vielleicht ihr Anlaufziel gewesen, aber sie wussten zu wenig über seine Schwerkraft, sodass sie abgestürzt sind. Also mir erscheint das ganz logisch«, erklärte sie trotzig auf seinen undurchsichtigen Blick hin.

Für eine Weile herrschte Stille, dann äußerte Rex vorsichtig: »Wo sie Recht hat, Sir… Ich meine, für mich klingt das ebenfalls einleuchtend«, fügte er eilig hinzu. Er trat unsicher vom einen Fuß auf den anderen. »Was sollen wir jetzt tun? Den Orden anfunken? Bericht erstatten?«
  »Ja, bitte tu das, Rex«, sagte Anakin. »Gib ihnen die genaue Beschreibung der beiden Kreaturen durch und fordere einen Transporter an; wir werden das ganze Schiff nach Coruscant überführen. Ahsoka und ich werden uns derweil diese… fremden Wesen etwas genauer ansehen.«
  Die Klone warteten kurz, ob er weitere Befehle gab, dann nickten sie mit einem knappen »Jawohl, Sir«, und gingen nach draußen.
  Anakin blickte seine Padawan an. »Dann schauen wir doch mal, was sie bei sich haben.« Erst auf den zweiten Blick erkannte der Jedi, dass der schwarze Reptiloide etwas am Körper trug, das beinahe an ein Hemd erinnerte: Eine glatte, glänzende Stoffschicht, die eng an der eigentlichen Haut anlag und ebenso schwarz wie selbige war. Schultern und Kopf wurden davon ausgespart, ebenso alles, was unterhalb des Bauches lag. Die Brust lief leicht kielförmig zu und wurde scheinbar von einem vorgestreckten Knochen gebildet, ähnlich dem Gabelbein von Flugkreaturen. Unterhalb dieses Hemds war ein lederner Gürtel um seine Taille geschlungen, der von einer silbergoldenen Metallmanschette zusammengehalten wurde. An diesem Gürtel hing etwas, das wie eine konkave, segmentierte Scheibe aussah, die in mehrere Bereiche unterteilt war. Ihre Funktion war Anakin unersichtlich, und er nahm sie mitsamt Gürtel ab.
  »Haltet Ihr das für eine Waffe?«, fragte Ahsoka.
  »Wenn es eine ist, werden wir es herausfinden. Alles, was sie bei sich tragen, kann potentiell gefährlich sein.«
  Ahsoka war gerade dabei, den zweiten Reptiloiden zu untersuchen. Auch er trug einen Gürtel und daran eine Tasche mit kleinen Gegenständen, die an die Erweiterungen für Comlinks erinnerten, welche an den Ohren befestigt wurde, um darüber leichter mit anderen zu kommunizieren. Vielleicht waren die Scheiben die Basis dafür, aber wenn ja, dann trug der Braune keine bei sich. Über jene Gerätschaften hinaus waren nur schmale, lederne Bänder in einem rostroten, ledernen Material an seinen Hand- und Fußgelenken befestigt.
  Nachdem sie alles eingesammelt hatten, traten Ahsoka und Anakin hinaus und brachten die Habseligkeiten zu ihrem Shuttle. Anakin hasste das, was nun vor ihnen lag.
  Sie mussten warten.
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