Verrückt-Der Name unseres Lebens

von merjana
GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
Cleo Sertori
07.12.2012
14.08.2014
41
90479
 
Alle Kapitel
51 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Hallo, mir spukte schon wieder eine Fanfiction im Kopf, die ich sofort zu Papier bringen musste. Hier ist das erste Kapitel meiner neuen FF. Ich freue mich über viele Reviews, und ihr dürft mich gerne auf Rechtschreib-und Grammatikfehler aufmerksam machen, da ich häufig selbst beim zweiten und dritten Durchlesen irgendetwas vergesse oder übersehe.
Ich hatte mir vorweg überlegt, dass jedes Kapitel einer Episode entspricht, heißt also das es voraussichtlich 24 Kapitel geben wird. Mal sehen, ob ich das schaffe.
Nun wünsche ich euch viel Spaß.


Verrücktes Australien

„Ah!“ Franziska konnte es immer noch nicht glauben. Ein kleiner Junge mit blonden Haaren, stand neben den, vor Freude kreischenden, Mädchen und hielt sich die Ohren zu. Als Franziska sich beruhigte, zog er seine Finger aus den Ohren. „Und was sollte das nun?“, fragte er seine Schwester genervt. Das Mädchen setzte sich an den Küchentisch. „Das wirst du nicht glauben.“ „Acha.“ Ihm schien das gar nicht zu interessieren. Er rührte gelangweilt in seinen Kakao herum. „Nico, du bist und bleibst ein Blödmann.“, erwiderte seine Schwester und las die Zeilen des Briefes, den sie in der Hand hielt. „Ist das nicht Mamas Brief?“, fragte er und zog die Augenbraue skeptisch hoch. Franziska nickte. „Ja, aber sie wirds verkraften. Wir haben gewonnen. Ahhh.“ Franziska flippte wieder aus und ihr elfjähriger Bruder hielt sich wieder die Ohren zu. Sie nahm seine Hände und zog sie auf den Tisch. „Das brauchst du nicht machen.“ „Wenn du so hier rumschreist.“, konterte er und nahm einen Schluck aus der Tasse. „Wir haben eine Reise nach Australien gewonnen.“, meinte Franziska nun, und ihr Bruder verschluckte sich fast. „Was?! Zeig mal!“ Er sprang auf und riss ihr den Zettel aus der Hand. „Gib den her, Nico!“, grummelte das blonde Mädchen. Nach zwei Minuten kam ein „Geil, man!“ aus seinem Mund. Franziska lächelte.

Pünktlich um sechs kam Mum nach Hause. Nico rannte sofort aus sie zu. Seine Schwester kam aus ihrem Zimmer und lächelte, als sie die beide sich umarmen sah. Und sie konnte es nicht für sich behalten: „Wir haben gewonnen.“ Ihre Pflegemutter sah sie verwundert an. „Ja, ja wir haben eine Reise nach Australien gewonnen, für vier Personen. Ist das nicht cool.“ Franziska umarmte nun auch ihre Mutter.

Am Abend saß die Familie auf der kleinen Terrasse hintern dem Miethaus. Franziska tippte wie wild in die Tasten ihres Handys. Sie hatte ihrer besten Freundin Meike viel zu erzählen. Vielleicht durfte sie mit, da sie nur drei waren. Franziska sah fragend ihre Pflegemutter an. „Darf sie?“ „Was?“ „Darf Meike mitkommen, nach Australien?“ Das Mädchen sah seine Mutter flehend an und die gab nun nach. Sie nickte. Ein weiterer Freudenschrei hallte durch den Garten. Am Himmel sah man langsam die Sonne verschwinden. Franziska haute wieder in die Tasten. Sie konnte ihr Glück immer noch nicht fassen. Als sie vor einen halben Jahr am Kreuzworträtsel teilgenommen hatte, hatte sie nicht darüber nachgedacht, was wäre, wenn sie wirklich gewinnen würde. Denn sie hatte noch nie etwas gewonnen. Auf einmal klingelte das schwarze Handy von den Mädchen. Meike war dran.

Schon bald war der Tag. Die Reise begann in der letzten Woche der Sommerferien. Franziska musste wieder an ihren Pflegevater denken. Vor zwei Monaten hatten ihre Pflegeeltern sich getrennt und nun lebten die beiden Halbgeschwister mit der Pflegemutter in einen kleinen Haus in der kleinen Stadt Uetersen. Nico und seine Schwester lebten schon seit elf Jahren bei den beiden und nun war alles auseinander gebrochen. Die beiden Geschwister konnten zwar regelmäßig ihre Mutter sehen, aber dieser Gedanke heiterte das Mädchen auch nicht auf. Nur sehr langsam aß sie ihr Rührei in einem Restaurant des großen Flughafens. Meike war auch ganz blass. Doch sie machte sich keine Sorgen und Gedanken um ihre Familie. Ihr fiel ein, dass sie bald im Flugzeug sitzen würde. Ihre Freundin sah ihr das auch an und sie nahm ihre Hand. „Das schaffst du.“, wisperte sie. Meike schüttelte kaum bemerkbar den Kopf. Sie dachte, sie würde bald sterben. Doch die beiden widmeten sich wieder ihrem Frühstück. Gunda, Franziskas und Nicos Pflegemutter, die sie aber trotz alledem immer nur Mum nannten, sah Meike anscheinend auch an, dass ihr es nicht gut ging. „Hast du Angst vorm Fliegen?“, fragte sie und sah das braunhaarige Mädchen an. Meike nickte. „Schreckliche Angst. Ich weiß, es gibt nur sehr wenige Flugzeuge, die abstürzen, aber ich habe immer Angst, dass ich genau in diesem sitzen würde, das abstürzt.“ „Wir werden schon nicht abstürzen.“, versuchte ihre Freundin sie zu beruhigen. „Ich bin schon zweimal geflogen, und bist jetzt lebe ich auch noch.“ Meike reagierte nicht. Ihr stand immer noch die Angst in den Augen.

Nach wenigen Stunden standen sie in der langen Schlange, mit der sie ins Innere des Flugzeuges gelangen würden. Meike kaute nervös auf ihren Fingernägel herum. „Hey.“, meinte Franziska und legte ihre rechte Hand auf die Schulter ihrer Freundin. „Wir gehen da jetzt rein, und dann wirst du beim Starten meine Hand halten und die Augen schließen. Ok?“ Meike nickte zaghaft. Und ehe sie sich versahen, saßen sie auch schon auf ihren Plätzen im Flugzeug. Meike zitterte am ganzen Körper und Franziska fiel langsam nichts mehr ein, um ihre Freundin zu beruhigen.

Dann ging es los. Die Maschine fuhr an die Starterbahn und rollte immer schneller und schneller. „Gleich werden wir abheben.“, meinte Franziska zu Meike, die neben ihr saß. Daneben saß Nico und die Mutter saß ein Platz vor ihnen. „Nimm meine Hand. Und schließ die Augen. Alles wird gut.“, fuhr das blonde Mädchen fort. Meike atmete tief durch, ergriff die Hand ihrer besten Freundin und schloss mit einem tiefen Seufzer die blauen Augen. Franziska schloss ebenfalls ihre Augen, denn sie mochte den Start auch nicht besonders. Aber Angst hatte sie nicht. Sie atmete ruhig und gleichmäßig. Und auf einmal spürte sie ein wohliges Kribbeln im Bauch und die Maschine hob ab. Die Bäume und die Häuser wurden kleiner. Die Mädchen öffneten die Augen. Nico saß ganz gelassen in seinen Sitz, als würde er schon das zehnte Mal fliegen. „Wow.“, stieß Meike aus. Ihr Atem war immer noch schnell, doch die Angst verschwand mit jedem Atemzug. Das Flugzeug stoß durch die dünne Wolkendecke und man konnte unten ein wenig von der Landschaft erkennen. „Das ist cool.“, sagte sie und ließ die Hand von Franziska los, die sich nun entspannt zurücklehnte. „Nicht wahr?“ Sie lachte und holte ihr Buch aus dem pinken Rucksack.

Doch es war nicht der erste Flug. Die Familie mit Franziskas Freundin waren nach knapp 23 Stunden mit Zwischenstopps am Ziel. Sie waren froh, als sie endlich im kleinen, aber schönen Ferienhaus ankamen. Franziska warf sich auf ihr Bett und streckte sich. Sie wollte noch nicht auspacken und Meike ging es ähnlich. Von oben hatten die beide vorhin das schöne und blautürkise Meer und den goldenen Sand gesehen. Und Franziska hatte schon immer von so einem Strand geträumt. „Dürfen wir zum Strand?“ Franziska sah ihre Mutter flehend an. Gunda hatte anscheinend keine Lust das Diskutieren an zu fangen und so willigte sie ohne weitere Kommentare ein.

Der Strand war nicht weit und Franziska zog hastig ihre kurze Hose und ihr weißes T-Shirt aus, unter dem sie sich vorher ihren roten Bikini untergezogen hatte. Meike zögerte einen Moment. „Meinst du, da sind Krebse drin?“ Franziska sah ihre Freundin erstaunt an. „Was? Ach, was!“ Sie machte eine herabfallende Handbewegung. „Bestimmt nicht.“ Nun zog Meike auch ihre Sachen aus und ihr blauer Bikini kam zum Vorschein. Franziska versuchte währenddessen ihre blonden Locken in Griff zu kriegen. Der eigentlich leichte Wind brachte ihre Haare trotzdem ganz schön durcheinander. „Scheiß Haare!“, murmelte sie, aber ihre Freundin hatte es trotzdem gehört. „Wenigsten hast du nicht meine Haare.“, sagte sie und zeigte auf ihre langen, dünnen und dunkelbraunen Haare. Ihre blauen Augen stachen wie immer heraus. „Du hast schöne Haare.“, erwiderte Franziska. „Meine Haare sind die Katastrophe.“ „Quatsch mit Soße.“, konterte Meike. So welche Gespräche führten die beiden häufiger. Die beiden Freundinnen litten ein wenig am Selbstwertgefühl, dass den beiden häufig auch zu schaffen machte.

Franziska rannte in das Wasser hinein. Es war angenehm warm. Meike folgte ihr ein wenig langsamer. „Herrlich.“, meinte Franziska und ließ sich zurückfallen. Mit einem lauten Knall klatschte sie ins Wasser, und es spritze herrlich. „Ihh.“, kam es von Meike,  die sich aber jetzt auch ins Wasser gleiten ließ. Es war wirklich warm. Ganz anders als zu Hause an dem Fluss, wo man baden gehen konnte.

„Franzi?“ Meike sah sich suchend nach ihrer Freundin um. Sie war plötzlich verschwunden. Auf einmal kam eine Gestalt aus dem Wasser. „Buh!“ „Aah!“ Doch es… war Franziska, die nun kicherte. „Dumme Kuh. Musst du mich so erschrecken?“, schnauzte das braunhaarige Mädchen aber fing dann auch an zu lachen und  spritzte Franziska mit Wasser nass. Diese prustete wegen dem vielen Wasser. „Gnade!“, flehte sie und musste dabei lachen. „Nichts Gnade!“, erwiderte Meike und spritzte sie noch weiter nass.

Die Tage verflogen und schließlich hatten sie nur noch zwei ganze Tage, bevor sie wieder abfliegen mussten. Gunda beschloss am vorletzen Tag eine kleine Wanderung auf der Insel Mako Island zu unternehmen. Diese hatte sie auf einen Flyer für Naturliebhaber gefunden. Die Insel war ein Naturschutzgebiet, auf der Wanderungen und Zelten aber erlaubt waren. Die beiden Freundinnen waren sofort einverstanden und Nico auch. Zur Insel selber wollten sie mit einem gemieteten Boot fahren. Meike liebte das Bootfahren. Zuhause hatten ihre Eltern selbst eins, mit dem die beiden Freundinnen schon  auch auf See waren. Natürlich mit Meikes Eltern zusammen.

Am Morgen der Wanderung packte die Familie die Rücksäcke und lieh sich Zelte aus, da sie auch dort übernachten wollten. Franziska fand Zelten total aufregend. Schon bald saß sie mit den anderen in einen kleinen Boot mit dem sie zur Insel, die ein wenig weiter im Meer lag, ruderten. Meike betrat als erstes  den goldenen Sand der kleinen, viel bewachsenen Insel. Über den überwucherten Pflanzen ragte ein Art Kegel raus. „Ist das ein Vulkan?“, fragte Nico neugierig und zeigte übers Blätterdach. Gunda hielt den Flyer in den Hand und bestätigte Nicos Frage: „Ja. Der Vulkan ist aber schon seit langer Zeit erloschen. Der bricht nicht mehr aus.“ „Da bin ich aber erleichtert.“, meinte Franziska. Sie hätte schon ein wenig Angst gehabt auf einer Insel mit einem aktiven Vulkan zu schlafen. Wer weiß, ob er dann nicht ausgebrochen sei. Aber so…

„Lasst uns Richtung Vulkan aufsteigen.“, meinte Gunda. „Dort kann man bestimmt viel sehen.“ Die Truppe machte sich also auf.  

Als die glühende Sonne hinterm Horizont verschwinden wollte, wurden die Zelte an einer geeigneten Stelle aufgebaut und alle saßen nun gemütlich am Lagerfeuer. Im Hintergrund konnte man das Plätschern des Baches hören, der ganz in der Nähe floss. Meike lehnte sich gegen ihre Freundin. Doch die achte gar nicht darauf. Sie sah in die wolkenklare Nacht. Die Sterne funkelten und der Vollmond, den sie sonst immer als schön empfand, machte ihr auf einmal Angst. Ihr kam es vor, als ob er ihr etwas zu flüstern würde. „Franziska?“ Jemand holte die Sechzehnjährige aus ihren Gedanken. „Was?“ „Wir gehen jetzt ins Bett.“, sagte ihre Mutter. Das Mädchen nickte. „Ist gut. Wir gehen auch gleich.“ Und sogleich verschwanden Nico und Gunda in den orangefarbenen Zelt. Franziska seufzte und sah wieder nach oben. „Sieh mal den Mond an.“, sagte sie. Meike sah nun ebenfalls nach oben. Der Vollmond prangte wie ein großer, dicker Ball am dunklen Himmelszelt. „Was ist damit?“, fragte ihre Freundin leise. „Er kommt mir anders als sonst vor.“, erwiderte Franziska, aber schüttelte sogleich den Kopf. „Sorry, das…das ist verrückt.“ Meike schüttelte ihren Kopf. „Nein…also vielleicht. Ach, komm wir gehen auch schlafen.“ Franziska sah wieder zu ihrer Freundin. „Gleich. Ich muss noch mal.“ Und sie machte sich auf in das Gestrüpp hinein zu steigen. „Warte!“, rief ihre Freundin ihr hinterher. Auf einmal ertönte ein spitzer Schrei und Franziska war verschwunden. Meike sah sich panisch um. „Franzi?“ „Hier!“ Meike erkannte auf einmal ein Loch im Boden und sah einen engen Tunnel. „Bist du da drin?“, fragte sie vorsichtig. „Ja, ich bin hier. Man ist das cool. Komm mal.“ Dabei wurde die Stimme von Franziska immer leiser. „Franzi?...Franzi!... Bau keinen Mist.“ Doch ihre Freundin antwortete nicht mehr. Meike war sich zuerst unsicher, was sie tun sollte, doch dann sprang sie ebenfalls in das Loch. Sie befand sich in einer kleinen und dunklen Höhle. „Franzi?“ „Hier.“, ertönte es. Das Mädchen sah eine Treppe, die sie in eine weitere Höhle führte. Staunend sah sie nach oben. „Wow, das sieht aus wie der Vulkan.“ „Ist er glaube ich auch.“, murmelte Franziska. „Guck dir das mal an.“ Das Mädchen deutete auf den kleinen See, der über der Öffnung des Kegels prangte. Meike pfiff. „Wow!“ Franziska war ganz aufgeregt und fuhr mit ihrer linken Hand im ebenfalls türkisblauen Wasser herum. „Man, das ist so schön warm.“ Meike streifte sich die Schuhe ab und setzte sich nun an den Rand, um ihre Füße in das warme Wasser hineinzuhalten. Auf einmal fing das Wasser wie wild zu blubbern. „Was ist das?“, fragte Franziska und nahm trotzdem ihre Hand nicht aus dem Wasser. Meike zuckte mit den Schultern, obwohl ihr auch mulmig zu Mute war. Franziska sah nun nach oben. Über der Öffnung prang der helle Vollmond und kleine Luftblasen stiegen zu ihm auf. „Meike sieh mal.“ Ihre Freundin sah nach oben. „Der Vollmond.“ Franziska zog schnell ihre Hand aus dem Wasser. „Das ist merkwürdig.“, sagte Meike und nahm jetzt aber auch ihre Füße aus dem Wasser, dieses mit dem Blubber aufhörte. Erstaunt sahen die beide wieder nach oben. Der Mond war nicht mehr zu sehen. Franziska schüttelte den Kopf und kniff sich nun in den Oberschenkel und sogleich schrie sie auf. „Was kneifst du dich auch.“ „Ich wollte nur sehen, ob ich träume oder nicht.“ „Das ist wirklich alles gespenstig, aber wir haben das alles gewiss nicht geträumt. Es gibt für alles eine natürliche Erklärung. Lass uns gehen.“ Mit dieser Entscheidung war das blonde Mädchen sehr einverstanden und schon bald lagen sie in ihren Zelten und schliefen.

Am nächsten Morgen brachen sie schon früh auf, um noch ein wenig vom Tag zu haben. Die beiden Freundinnen hatten den Vorfall von gestern schon wieder vergessen und wollten nochmal unbedingt an den Strand. „Yeah, wer als Erstes im Wasser ist.“, rief Franziska und lief schnell wie der Wind. „Das ist gemein!“, erwiderte Meike laut, die gerade dabei war sich einzucremen. „Musst eben schneller sein.“, rief ihr Franziska zu und verschwand mit diesen Worten im Meer.

Franziska bewegte ihre Arme wie beim Brustschwimmen, und dann kamen normalerweise die Beine dran. Doch auf einmal fühlte diese sich schwer an und sie konnte sie nicht mehr bewegen. Panisch und hastig paddelte sie mit den Armen und versuchte sich mühevoll über Wasser zu halten. Und endlich konnte sie an sich hinunterschauen. Ihre schlanken Beine hatten sich in einen orangen Fischschwanz verwandelt. Und statt ihren Bikinioberteil trug sie ein ebenfalls oranges Oberteil, das mit Schuppen besetzt war. Franziska bekam es mit der Angst zu tun. „Hilfe!“, rief sie. Zum Glück war außer ihr und Meike niemand in der Nähe. Meike sah hoch. „Was ist los?“, fragte sie besorgt und versuchte gegen die Sonne auf das Meer zu sehen, in dem ihre Freundin paddelte. „Ich bin zum Fisch geworden.“ Meike hatte diese Worte nicht ganz verstanden, doch sie wollte wissen, was passiert war. Doch Franziska schwamm ihr schon entgegen und versuchte sich nun den Strand hoch zu ziehen. Meike schlug die Hände vor den Mund. „Was ist das?“, fragte sie. „Willst du mich verarschen?“ „Nein!“, beteuerte ihre Freundin. „Ich habe keine Ahnung, was das ist.“ Meike nahm den ganzen Mut zusammen. „Warte.“, meinte sie und fasste Franziska am Oberarm an. Das hätte sie lieber nicht tun sollen. Nach wenigen Sekunden wuchs ihr auch ein oranger Schwanz und sie lag neben ihrer Freundin. Ungläubig sah sie nach hinten. „Sag, dass das nicht wahr ist.“ Sie versuchte ruhig und gleichmäßig zu atmen. „Ok!“, fing Franziska an. „Das ist…“ „Ja, das solltest du jetzt nicht sagen. Aber vielleicht träumen wir diesmal und wir liegen eigentlich nun im Zelt und schnorcheln vor uns hin.“ Franziska kniff Meike in den Arm. „Au!“ Franziska schüttelte den Kopf. „Nein, wir träumen nicht.“ Doch auf einmal wurde ihr bewusste, was sie dort sagte. „Wir träumen nicht. Hilfe!“ Meike lachte kurz auf, denn sie konnte es auch nicht glauben. Franziska kam sofort ein Gedanke. „Sind wir… Meerjungfrauen?“ „Untersteh dich. Die gibt es nicht.“, erwiderte Meike. „Und was ist das?“, fragte ihre Freundin. „Das ist bestimmt echt.“ Und schon zog sie sich zurück ins Wasser und tauchte ab. „Franziska!“ Meike seufzte, ließ sich ebenfalls ins Wasser gleiten, aber blieb an der Oberfläche. Auf einmal tauchte Franziska wieder auf. Sie strahlte. „Das ist so cool. Ich kann unter Wasser atmen. Komm mit.“ Meike wollte zuerst nicht, doch dann ergriff sie die Hand ihrer Freundin und tauchte mit ihr zusammen ab. Vorbei an Korallenriffen und bunten Fischen. Die beiden Freundinnen konnten es nicht glauben und staunten. Es war ein herrliches Gefühl. Und Franziska wünschte sich auf einmal, dass dieses nicht ein Traum ist. Meike lächelte sie an und sie fühlte sich so frei wie noch nie. Doch ein Gedanke blieb immer noch: Waren sie nun wirklich Meerjungfrauen?
Review schreiben