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Rabbit Doubt ~ The Second Round

von LuneLapin
GeschichteThriller, Freundschaft / P16
06.12.2012
09.07.2013
5
6.425
 
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06.12.2012 1.267
 
Kapitel 1: Die orangen Herbstblätter

Langsam zogen hellgraue Wolken auf und bedecken den Himmel und die Sonne.
Während der kalte Winterwind die bunten Blätter spielerisch umher weht, bildete sich nach und nach ein leichter Schauer.
„Bäh... ich hasse Regen”, seufzte Shiroi vor dem Klassenfenster mit einem betrüben Gesicht.
Gelangweilt vom Unterricht begann sie mit ihren langen schneeweißen Haaren zuspielen.
Ab und an teilte sie ihre Aufmerksamkeit mit dem Lehrer und dessen Unterricht.
//Biologie, die Lehre des Lebens. Heutiges Thema ist die Genetik. Langweiliger geht es wohl nicht.//
Dachte sie sich und schau sich ihre Klassenkameraden an.
Einige haben ihre Köpfe auf den Tisch gelegt, andere zeichneten oder spielten mit dem Handy.
Auch Shiroi’s beste Freundin und Tischnachbarin Yoshi gab die volle Aufmerksamkeit ihrem Handy mit dem süßen Hasenanhänger, der zugleich mit der Schlinge um den Hals des Hasen abschreckend wirkte.
Immer wieder schob Yoshi ihre Brille hoch, die ihr beim Raufblicken aufs Handy runterrutschte.
Bei diesem Schauspiel begann Shiroi an zu kichern.
Vorsichtig beugte sie sich rüber zu ihrer Freundin und flüsterte ihr zu: „Was machst du da?”
Mit voller Konzentration auf’s Handy antwortete Yoshi mit schroffer Art: „Kennste eh nicht. Insider.”
Beleidigt rückte Shiori zurück.
So kannte sie die schwarzhaarige Freundin schon immer.
Still, frostig und manchmal Dominat, aber seit diese ein Mitglied eines Spieles war, war sie noch verschlossener als sonst.
„Tss... dummes Spiel! Die halbe Klasse spielt das. Was ist nur daran so toll?”, fragte sich Shiori und legte gekränkt den Kopf auf den Tisch.
//Noch 15 Minuten Unterricht. Hoffentlich wartet Haru am Tor auf mich//
Sofort begann die Weißhaarige an zu träumen und zählte drauf, dass ihr Schwarm nach der Schule auf sie warten würde.
Sie schloss ihre Augen und nickte sofort weg.

„Hey Shiroi!”
Noch halb im Schlaf nahm das Mädchen ihren Namen wahr, aber statt ein Murren von sich zu geben oder sich die Mühe zumachen den Kopf hoch zunehmen lagen ihr gerade nicht im Sinn und so kuschelte sie sich tiefer zusammen.
„Aschenputtel... muss ich erst deinen Prinzen holen, damit er dich wach küsst, oder soll ich es für ihn tun?”, fragte frech die Stimme weiter und plötzlich würde Shiroi klar, dass diese Ankündigung von Yoshi kam und schreckte sofort auf.
Ihr Gesicht färbte sich knallrot vor Scharm und flott suchte sie die richtigen Worte: „S-Sehr witzig, Yoshi! Ich war... müde vom Unterricht und bin eingedöst und nenn mich nicht Aschenputtel!”
„Du sahst aber so süß aus, als du geschlafen hast, wie ein Baby”, machte sich die schwarzhaarige Freundin lustig und überreichte Shiroi ihre Tasche.
Dankend und immer noch beschämt nahm sie ihre Tasche und verließ mit Yoshi den Raum.
Am Tor der Mädchenschule standen noch einige Mädels zusammen mit den Schülern der Jungsschule.
//Ob Haru dabei ist//, hoffe sich Shiroi und hielt quirlig Ausschau nach dem Schüler, während ihre Freundin wieder auf ihrem Handy rumtippte.
„Er hat’s versprochen, dich heute abzuholen, also bleib mal ganz cool.”
Yoshi versuchte mit diesen Worten den nervösen Teenager zu beruhigen, doch bei dieser lagen die Nerven blank.
„Was, wenn er nicht da ist? Was, wenn er es vergessen hat? Was...”, jammerte sie ununterbrochen, doch dann erstarr sie als sie Haru erblickte.
Er stand etwas abseits vom Eingang und winkte zu den beiden Mädels rüber.
Sofort rannte das weißhaarige Mädchen los und erhoffte sich innerlich ihren Freund umarmen zukönnen.
Doch kaum hatte sie das Tor verlassen, erblickte sie neben Haru seinen Freund.
//Boah... warum ist DER hier?!//
Und schon wandeltet sich Freude in Unzufriedenheit und auch ihre Schritte wurden langsamer.
„Na so was. Der Macho ist auch hier”, äußerte Yoshi und ließ einen kleinen Blick vom Handy.
„Wieso... er?”, heulte Shiroi leise, während sie in Schneckentempo auf die Jungs zu ging.
„Hey, wieso dauerte es den so lange?”, fragte Haru bescheiden und lächelte unverschämt die beiden Mädchen an.
„Dornröschen musste noch ihr Mittagsschlaf nachholen”, gab die Schwarzhaarige an und spürte schon den Todesblick neben sich.
„Kannst du nicht zu Hause pennen?”, fragte der andere Kerl mit den schwarzen kurzen Haaren und blickte nur herab auf Shiroi.
„Yatsu!”, knurrte Haru zurück und wandte sich zu seinem Herzblatt.
„Hast du wenigstes gut geschlafen, so auf diesen harten Holztischen?”
Beschämt über das Thema blickte Shiroi stur auf die Erde.
//Schlimmer kann es nicht werden, danke Yoshi!//
Grimmig schielte sie rüber zu der Handysüchtigen.
„Kannst du auch mal was anderes machen?”, erkundigte sie sich bei ihrer Freundin, die als Antwort nur ein leichtes Kopfschütteln gab.
„Bist du immer noch kein Mitglied von Rabbit Doubt, Zwerg? Das Spiel hat doch sein Kultstatus”, meinte Yatsu großmaulig.
Er und Haru waren selbst auch Anhänger von diesem Game, doch sie waren keine so großen Zocker, wie Yoshi.
„Nein bin ich nicht”, gab Shiroi pappig zurück, für solche Spiele, mit Suchtpotenzial, hatte sie keine Zeit und Lust.
„Wieso nicht?”, bohrte Haru nach und kratzte sich verwirrt am Kopf.
Die Weißhaarige musterte einen Augenblick ihren Schwarm und dessen Begleiter.
Seine kurzen rotbraunen Haare passten gut zum Herbstlaub und wie fast alle Schüler, der Jungsschule, war er auch gut gebaut und sportlich. Auf den ersten Blick würde jeder Haru für grob und Rebellenhaft halten, weil er immer einen ernsten Blick machte.
Im Gegensatz dazu war Yatsu in ihren Augen ein Idiot. Ein Macho, der alle Weiber anbaggerte und sich das Leben, wie ein Ponyhof vorstellte. Immer muss dieser aus der Reihe tanzen. Und immer trug er seine Ballonmütze.
Nach ihrer Betrachtung dachte das Mädchen nach, wie sie ihre Ausrede für das Nichtspielen glaubwürdig überbringen konnte.
„Also.. ähm... Ich hab keine Zeit für so etwas. Ich muss neben der Schule und Jobben, auch noch meine Schwester öfters in der Nervenklinik besuchen. Fürs Spielen hab ich daher gar keine Zeit”, erklärte Shiroi und beobachtete die Reaktion der Anderen.
Während Haru verständlich lächelte, gab Yoshi ein verständliches „Okay”, nur Yatsu verzog sein Gesicht und nuschelte etwas Unverständliches.
„Was?! Glaubst du mir etwa nicht?”, befragte Sie den Macho und sah ihn böse an.
„Doch doch! Es ist nur schade. Wir alle bei Doubt wäre geil”, gab dieser zu und fügte hinzu: „Deine Schwester ist gesundheitlich oder besser geistlich, nicht so fit wie wir.”
„Sie hat ein schweres Trauma erlieden! Sie ist keine Irre!”, fauchte Yoshi zu Yatsu rüber und warf ihm einen höllischen Blick zu.
Aus Kleinmut zog sich der Großmaul zurück.
„Ach ja, wo wir gerade von Schwester reden. Gehst du sie heute besuchen?”, erkundigte sich Haru und beäugte die Weißhaarige sanftmütig.
Diese nickte schüchtern und gleichzeitig verletzt.
Das Thema “Große Schwester” war für sie unangenehm, weil diese schon seit Jahren in der Psychiatrie sesshaft war und vor etwas Angst aus der Außenwelt hatte.
//Eine “Verrückte” als Schwester zu haben ist echt nicht leicht.//, dachte sie sich.
Plötzlich spürte sie eine Hand auf ihrer rechten Schulter und sah zu der Person auf.
Es war Haru, der sie aufmuntern wollte und zu ihr sprach: „Dürfen wir mitkommen? Ich würde gerne mal deine Schwester kennenlernen, oder sind Fremde verboten?”
„Was nein! Du kannst gerne mitkommen! Yoshi kennt meine Schwester schon und Yatsu? Will er überhaupt mitkommen? Und wenn ja, bestimmt nur um sich über sie und mich lustig zu machen”, sagte Shiroi und blickte rüber zu Haru’s Kumpel, der immer noch von Yoshi’s Kommentar schlucken musste.
„Klar kommt er mit! Dann kann er das, was er vorhin über sie sagte, ihr in Gesicht sagen, wenn er dann noch die Eier dafür hat”, beschloss die Rabbit Doubt-Fanatikerin und lachte dominat in die Runde.
„Okay, dann mal los! Áori wird sich bestimmt über unseren Besuch freuen”, meinte das weißhaarige Mädel und führte die Gruppe an.
Als Quartett auf dem Weg zur ihrer Schwester.
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