Ein etwas anderes Weihnachten...

von Kuon-kun
GeschichteHumor, Freundschaft / P12
Kyoko Mogami Ren Tsuruga Sho Fuwa Yashiro
03.12.2012
16.12.2012
3
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03.12.2012 2.123
 
Guten Abend zusammen :)

Eigentlich wollte ich heute ja an Kapitel 7 von "All I want for Christmas... is You" weiterarbeiten, aber ich bin durch Chellies neue Story gestern auf das Adventsprojekt: Oh du fröhliche gestoßen.
Ich habe mir dieses Projekt durchgelesen und war begeistert! Daher konnte ich es mir nicht verkneifen einfach noch mit einzusteigen. ^^

Es ist zwar einen Tag zu spät, aber hier ist meine kleine Story zu der ersten Aufgabe des Projekts:

1. Advent: Nr. 1 möchte unbedingt einen Adventskranz, aber alle Läden haben zu. Nr. 1 überredet Nr. 4, mit ihm/ihr zusammen einen Adventskranz zu basteln. Dazu müssen sie allerdings auf dem nahegelegenen Friedhof Grünzeug klauen gehen …

Als Personen habe ich folgende gewählt:

(1) Mimori , (2) Mogami Kyoko , (3) Yashiro Yukihito , (4) Fuwa Sho , (5) Tsuruga Ren

In dieser ersten Story sind somit Mimori als Nr. 1 und Sho als Nr. 4 enthalten. ^^

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen! :)

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~*~ 1. Advent ~ Advent, Advent, doch kein Lichtlein brennt... ~*~

„Verdammt!“, fluchte der aktuelle Starsänger von Akatori Agency, während der Lichtkegel seiner Taschenlampe zu dem in der Dunkelheit verborgenen Objekt wanderte, an dem sich gerade einige Franzen seines Designerjeans verheddert hatten. Das Licht fiel auf einen kahlen Strauch mit dünnen, aber dennoch augenscheinlich recht stabilen Ästen. Der Sänger grummelte weiter unverständliche Flüche vor sich hin, während er nun behutsam versuchte seine teure Hose aus dem hinterhältigen Gestrüpp zu befreien. Was um Himmels Willen tat er hier überhaupt??
Ein erschrockenes Quieken im Rücken des angehenden Weltstars rief Sho unweigerlich wieder die Anwesenheit seiner Begleiterin in den Sinn, die ihm diesen ganzen Schlamassel hier erst eingebrockt hatte…

Er war gerade mal zwei Woche aus Tokyo weg gewesen um in Ruhe ein neues Album aufzunehmen und nebenher natürlich auch ein wenig Entspannung und Abwechslung außerhalb der Millionenstadt zu finden, die er derzeit sein Zuhause nannte. Natürlich gehörte er nicht zu den Leuten, die in irgendeinem Hotel abstiegen, sondern auf DAS Hotel bestanden, das gerade so den hohen Ansprüchen eines Stars seines Kalibers genügen konnte. Dementsprechend hielten sich die Zimmer für gewöhnlich in Preisklassen auf, die nicht jeder einfach aus der Tasche heraus bezahlen konnte. Anders ausgedrückt war Sho die letzten zwei Wochen von Persönlichkeiten umgeben, die entweder einen annähernden Stellenwert im Showbizz aufwiesen, oder aber sich beruflich ein kleines Vermögen aufgebaut hatten. Da es zu seinem Verständnis von „Entspannung“ gehörte seine freien Abende bei dem einen oder anderen Glas in der Hotelbar zu genießen, war es natürlich auch nicht verwunderlich, dass ein so gut aussehender Mann wie er gelegentlich von anwesenden Frauen angesprochen wurde. Und genau dieser Tatsache hatte er seine aktuelle Situation hier zu verdanken…
Er wusste nicht mehr den Namen des Models, mit dem er an einem der Abende noch auf einer zufälligerweise in der Nähe gelegenen Benefizveranstaltung erschienen war. Sie waren am Abend zuvor in besagter Hotelbar ins Gespräch gekommen und wie hätte Sho einer so hübschen jungen Frau den Wunsch sie zu begleiten abschlagen können? Besonders da es sich bei den weiteren Gästen durchweg um angesehene Persönlichkeiten aus dem Showbizz handelte. Sein Instinkt als angehender Weltstar riet ihm daher dazu diese Chance neue Kontakte zu knüpfen um jeden Preis zu nutzen und sein Ego als Sänger wurde durch die wahnsinnige Figur und beachtliche Körbchengröße seiner Begleiterin definitiv gestreichelt. Wie hätte er letztendlich also ablehnen können? Natürlich waren auch genügend Vertreter der Presse vor Ort gewesen, die in anbetracht seines unangekündigten Erscheinens natürlich völlig aus dem Häuschen waren und ihn regelrecht mit dem vertrauten Klicken ihrer Kameras auf dem roten Teppich festhielten. Besonders die Posen gemeinsam mit seiner Begleiterin waren ein begehrtes Motiv gewesen, das der Sänger auch mit Vergnügen geliefert hatte.

Sho spürte wie sein linker Arm ruckartig nach hinten gerissen wurde, als zwei deutlich schlankere Arme diesen kraftvoll umklammerten. Genervt wandte er seinen Blick hinter sich und sah dabei in die feuchten Augen der jungen Frau, die sich gerade so krampfhaft an ihm festhielt. Ihr schwarzes langes Haar fiel ihr locker über ihre Schultern und der Sänger spürte selbst durch ihren Wintermantel noch mehr als deutlich die vertraute Weiche ihrer Brüste gegen seinen Arm drücken.

„Sho-chan, da war ein Schatten! Hinter dem Baum dort drüben, ganz, ganz sicher!“, verkündete Mimori schließlich, wobei ihre Stimme vor Angst unnatürlich schrill wirkte. Sho verdrehte die Augen und löste nebenher in aller Ruhe die letzten beiden Fransen seiner Jeans von dem Geäst neben sich.

„Was soll den bitte hinter diesem Baum sein? Verflucht, wir haben 22 Uhr an einem Sonntagabend! Als würde um diese Uhrzeit freiwillig irgendwer auf einen Friedhof gehen…“

Sho hatte noch nicht vollständig ausgesprochen, als er auch schon das Glitzern von Wasser in den Augen der jungen Frau sehen konnte. Innerlich seufzend lenkte der Sänger ein:
„Und selbst wenn, ich bin doch schließlich auch noch hier. Ich würde schon nicht zulassen, dass dir irgendwer etwas antut.“

So geheuchelt diese Worte eigentlich auch waren, sie versetzten Mimori in eine regelrechte Euphorie. Sho war der Meinung sogar sehen zu können, wie die Augen der Schwarzhaarigen die Form von Herzen annahmen und im Takt ihres Pulses begannen zu pochen. Diese Frau war so verdammt einfach gestrickt… und dennoch hatte er sich auf diesen Mist hier eingelassen.
Er konnte eigentlich nicht gerade behaupten, dass er ein Fan von Weihnachten mit diesem ganzen Schnickschnack drum herum war. Das einzig gute an dieser Feierlichkeit waren die Geschenke, die man letztendlich erhielt. Aber nur deswegen würde er sich trotzdem keinen Weihnachtsbaum mit kitschigem Schmuck daran in die Wohnung stellen. So etwas ließ sich einfach nicht mit seinem coolen Image als Visual Kei Sänger vereinbaren. Mimori sah das allerdings etwas anders, wie er heute festgestellt hatte.
Als sie ihn vorhin in seiner Wohnung aufgesucht hatte, hatte direkt die erste Heulattacke begonnen, da sein Hündchen anscheinend die Fotos mit dem Model in irgendwelchen Zeitschriften gesehen hatte. Dabei war es nun wirklich nicht das erste Mal, dass irgendwo Fotos von ihm in Begleitung von irgendwelchen Frauen abgedruckt wurden… aber das sich darauf abspielende Schauspiel war eigentlich immer das gleiche. Mimori stand irgendwann abends vor seiner Tür und heulte ihn an, wie ein Hündchen, dem man seinen Knochen weggenommen hatte… Er hatte einmal versucht sie einfach vor seiner Wohnungstür stehen zu lassen, aber seine Managerin war leider Gottes so freundlich gewesen, dem Mädchen am Telefon zu bestätigen, dass er zuhause sein musste… Es folgte daher ein ganzer Klingelsturm und als er darauf noch immer nicht reagierte ein gar nicht mal leises Pochen gegen seine Wohnungstür, gefolgt von dem bereits erwähnten „Heulen“. Letzteres war dann auch der Grund dafür, warum er sie schleunigst in seine Wohnung geholt hatte. Wie sah es denn bitte aus, wenn ein heulendes Mädchen vor der Tür eines Stars hockte? Nach diesem einmaligen Ereignis wurde das Ganze schon beinahe zu einer Regelmäßigkeit… Mimori wusste definitiv inzwischen, mit was sie ihn dazu bringen konnte, die Tür zu öffnen, daher versuchte er gar nicht mehr sich dagegen zu wehren, sondern ließ sie einfach ein. Ein paar süße Worte und ein flüchtiger Kuss auf die Stirn oder Wange reichten schließlich um die Schwarzhaarige nicht nur zufrieden zu stellen, sondern in einen regelrechten Trancezustand zu schicken. Und in diesem Zustand mit ihren glitzernden Augen ließ sich das junge Idol am Besten dazu überreden ihn für den Rest des Abends in Ruhe zu lassen, sprich aus seiner Wohnung zu verschwinden.
Genau diesen Weg wollte Sho eigentlich auch heute einschlagen, aber irgendwie war es diesmal nicht ganz so unkompliziert gelaufen wie sonst. Er hatte Mimori natürlich rein gelassen und zudem angeboten gemeinsam zu Abend zu essen, worauf sie sich auch weitestgehend beruhigt hatte. Natürlich musste er noch ein paar Mal betonen, dass zwischen ihm und dem besagten Model absolut nichts gelaufen war und er sie nur Höflichkeitshalber auf diese Veranstaltung begleitet habe, aber das war nicht wirklich eine Herausforderung für ihn.

Der Sänger spürte erneut einen deutlichen Zug an seinem Arm, als er begann seine Gehgeschwindigkeit beim Passieren der einzelnen Grabreihen etwas zu erhöhen, weshalb er kurz inne hielt. Mimori hatte vermutlich nicht die geeignetsten Schuhe für einen solchen Ausflug an, aber das war nun wirklich nicht sein Problem… Sie hatte mit diesem ganzen Weihnachtskranz-Mist angefangen…
Sho stützte die Schwarzhaarige kurz, die tatsächlich mit ihren Hochhackigen Schuhen in den weichen Erdboden einsackte und daher schon beinahe im Begriff war hinzufallen. Also echt, andere Leute saßen am ersten Advent zuhause und genossen das Fernsehprogramm, während er hier im Dunkeln und bei kaltem Nieselwetter eine halbe Weltreise antrat.

„Geht’s?“, erkundigte sich der Blonde wieder mehr aus Höflichkeit, als aus realer Sorge, aber was tat man nicht alles für den eigenen Seelenfrieden, sprich eine Woche ohne regelmäßige Anrufe und Voicemails seines Hündchens.
Mimori lächelte ihn als Reaktion auf seine Frage zuckersüß an und Sho hatte den Eindruck im Ansatz bereits wieder die Herzchen in ihren Augen zu sehn…

„Wir sind gleich da. In der hintersten Reihe stehen ein paar Tannen oder sowas, jedenfalls Grünzeug, das wir nehmen können“, erklärte der junge Mann und lotste seine Begleitung anschließend weiter über den dunklen Friedhof. Genau das war der Grund dafür, dass sie um diese Uhrzeit noch hier draußen unterwegs waren… Grünzeug…
Mimori hatte die Einladung zum Abendessen zwar mit Vergnügen angenommen und auch schon geplant, was sie sich wo bestellen wollte, aber in dem Moment, in dem sie in sein Wohnzimmer eingetreten war, war ihre gute Laune im Nu wieder verflogen gewesen… Die Schwarzhaarige war regelrecht erschrocken darüber, dass er null Komma gar nichts an Weihnachtsdekoration in seiner Wohnung stehen hatte. Und die Enttäuschung wurde noch größer, als er verkündete, dass er so etwas nicht einmal besaß… Ungläubig hatte die junge Frau sämtliche Schubladen geöffnet, um sich über seine Aussage zu vergewissern, ehe sie wieder in Tränen neben seinem Couchtisch zusammengebrochen war…
Herrje, er konnte diesen Mist echt nicht nachvollziehen… Was war am ersten Advent denn bitte schön so besonders? Es war ein Tag wie jeder andere! Und dennoch bestand Mimori darauf, dass sie nichts mit ihm zu Abend essen könnte, wenn nicht zumindest ein Adventskranz mit einer Kerze auf dem Tisch stand. Kerzen hatte er, oder zumindest ein paar Teelichter. Und ihm selbst hätte es auch gereicht diese einfach so auf den Tisch zu stellen, aber nicht Mimori…

Sho seufzte innerlich, als er sich an die Diskussion mit dem angehenden Idol zurückerinnerte. Es war Sonntag, noch dazu bereits recht spät, einen Adventskranz kaufen konnten sie also definitiv nicht mehr. Er besaß halt nun mal auch keinen und er wäre lieber von der nächsten Brücke gesprungen als die Nachbarn oder Shoko nach einem Adventskranz für den Abend zu fragen… Also blieb letztendlich nur noch eine Möglichkeit, sie mussten sich mit den Teelichtern einen basteln. Und dafür brauchte man Grünzeug und Tannenzapfen, wie Mimori energisch verkündet hatte.
So waren sie also hier auf diesem Friedhof gelandet. Es gab zwar einen Park ganz in der Nähe des Gebäudekomplexes, in dem sich sein Apartment befand, aber dieser Park war in den Wintermonaten ab 21 Uhr verschlossen und verfügte zudem auch noch über Sicherheitspersonal… Er zweifelte zwar nicht daran, dass er selbst es unbemerkt auf das Gelände und wieder raus schaffen würde, aber zusammen mit Mimori… Kurz wanderte Shos Blick zu der jungen Frau, die seinen linken Arm noch immer fest in ihrem Griff hatte. Nein, das war ausgeschlossen… Sie wäre vermutlich nicht einmal über den Zaun gekommen und wenn doch hätte sie wie eben sicher irgendwann aus Schreck aufgeschrieen… Und die Blamage bei dem "Diebstahl" von "Grünzeug" erwischt zu werden, wollte er sich definitiv ersparen.

Der Blonde führte seine Begleiterin noch einige Schritte weiter auf das Friedhofsgelände, ehe er endlich stehen blieb. Er ließ die Taschenlampe in seiner rechten Hand zu den Gewächsen vor sich wandern, worauf einige jüngere und deswegen noch nicht einmal 2m große Nadelbäume in ihrem Sichtfeld erschienen. Glücklich über diesen Anblick ließ Mimori plötzlich von seinem Arm los und stürzte sich regelrecht auf die kleine Baumreihe, um einige schöne Äste aus dieser heraus zu brechen.
Sho beobachtete das Ganze mit in den Hosentaschen vergrabenen Händen und rührte sich wirklich erst wieder, als die Schwarzhaarige sich nun mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen wieder zu ihm umdrehte.

„Schau mal, Sho-chan, ich habe sogar zwei Tannenzapfen gefunden!“, verkündete Mimori freudestrahlend. Sho trat darauf einen Schritt an die junge Frau heran und strich ihr verführerisch durchs Haar, während ihre großen Augen regelrecht an den seinen klebten.

„Das ist wunderbar, dann haben wir ja jetzt alles…“, hauchte der Sänger mehr, als das er es sagte. Seine Begleiterin brachte als Reaktion nicht einmal mehr als ein schwaches Nicken zustand, was Sho innerlich zufrieden grinsen ließ. Der Rest des Abends würde nun wieder nach seiner Vorstellung verlaufen… und daher sollten sie gleich damit anfangen hier endlich zu verschwinden und wieder in seine warme Wohnung zurückzukehren!
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