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Heroines of War

von yumeria
GeschichteSci-Fi / P16 / MaleSlash
Ashley Williams Commander Shepard
02.12.2012
02.09.2016
58
156.925
7
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
02.12.2012 1.845
 
In der Nähe eines kleinen Dorfes standen vier Frauen in Allianzuniformen und eine Asari schweigend vor einer großen Marmorplatte und betrachteten sie. Es war ein lauer Sommerabend, an dem die Vögel zwitschernd durch die Lüfte flogen und  die Sonne den Himmel in ein kräftiges orange tauchte.
Die große, dunkelhaarige Frau auf der linken Seite trat vor und legte ein paar Blumen auf die Tafel,  die Anderen folgten ihrem Beispiel.
„Wir sind zu Hause“, murmelte eine von ihnen und begann zu weinen.



1. Abschiede

Ellen

Nervös überprüfte Ellen ein letztes Mal, ob sie alles Nötige eingepackt hatte, auch wenn es nicht viel war, weil die Allianz ihnen alles erdenkliche zur Verfügung stellte.
„Du gehst jetzt also?“, fragte Maya Webber, als sie in die Küche kam, und betrachtete die gepackte Tasche ihrer Tochter, auf welcher das Logo der Allianz prangte.
„Ja, es wird Zeit“, sagte Ellen und streifte sich eine Jacke über.
Ihre Mutter hatte ihren Entschluss, zur Allianz zu gehen, gefasst aufgenommen und würde sie nicht aufhalten, denn Ellen war unglaublich dickköpfig und da Maya selbst beim Militär gewesen war, konnte sie nicht mit sehr viel dagegen argumentieren.
„Wenn dein Vater nur hier wäre …“
Während sie sich die Reisetasche über die Schultern streifte, sagte sie schmunzelnd: „Er hätte es mir auch nicht ausreden können. Weißt du noch, was er immer gesagt hat? 'Dein Kopf ist dicker als der eines Kroganers'.“
Ihre Mutter lachte. „Ja, da hast du recht.“ Sie zog ihre Tochter kurz an sich. „Pass auf dich auf. Und melde dich regelmäßig!“
Ellen salutierte. „Jawohl, Ma'am!“
„Dann mach dich auf den Weg, bevor du noch den Zug verpasst. Die anderen warten bestimmt schon auf dich.“
Mit einem leichten Kuss auf die Wange verabschiedete Ellen sich endgültig von ihrer Mutter und machte sich auf den Weg. Maya stand noch ein Weilchen in der Haustür und sah ihrer Tochter nach, wobei ihr eine Träne über das Gesicht lief.


Norah

„Dad, da haben wir schon oft genug drüber geredet! Ich bin Volljährig, es ist also meine Entscheidung! Ich gehe!“, sagte Norah laut als ihr Vater erneut zu einem Protest ansetzte. Sie führten diese Diskussion jetzt schon seit einer Woche.
„Überleg' es dir nochmal. Weißt du eigentlich, wie gefährlich es da draußen ist? Du könntest sterben“, sagte ihr Vater und packte sie hart an ihrem Arm. Norah war überrascht, denn er hatte sonst nie den Anschein erweckt, als würde er sich um sie Sorgen machen. Für ihn war sie eigentlich immer nur eine 'kleine Missgeburt' gewesen, wie er es gesagt hatte, wenn er ihr Ohrfeigen verpasst hatte. Der Alkohol hatte ihr ihren richtigen Vater schon vor Jahren genommen, der Mann vor ihr war nur noch ein Schatten von seinem früheren Ich.
Norah schüttelte sich los und sah zu ihrer Mutter, welche auf dem Wohnzimmersofa saß und ihr Gesicht in ihren Händen vergrub.
„Hast du noch irgendwas zu sagen, Mutter?“, fragte Norah trotzig. Ihre Mutter hatte sich immer von ihrem Vater niedermachen lassen und war bei Streitereien stets stumm geblieben, so wie jetzt auch.  
Sie sah ihre Tochter noch nicht einmal an.
Kopfschüttelnd wandte Norah sich ab und eilte auf den Flur hinaus und zur Haustür. Sie wollte nur noch raus aus diesem Haus und nie wieder zurückkommen.
Ihr Vater spurtete hinterher und griff erneut nach ihr.
„Was willst du denn da? Du bist doch zu nichts zu gebrauchen, du unfähiges kleines -“
Da reichte es Norah. Sie verpasste seinem Handgelenk einen Handkantenschlag und er jaulte auf. Alex Bruder Ben hatte ihr während seines letzten Heimaturlaubes ein paar nützliche Tricks gezeigt.
Ohne ihren Vater eines weiteren Blickes zu würdigen trat sie aus der Haustür und knallte sie für vielleicht ein letztes Mal hinter sich zu.


Olivia

Olivia wandte sich noch ein letztes Mal um und betrachtete den Flur. An den Wänden hingen Fotos von ihr mit ihren Eltern und Verwandten, welche sie melancholisch stimmten, denn ihre Eltern waren vor drei Monaten während ihres Urlaubes auf der Citadel von ein paar dreckigen Söldnern getötet worden. Die C-Sec meinte, dass es Raubmord gewesen sei, und sie suchten noch immer nach den Tätern, doch Olivia bezweifelte, dass sie sie jetzt noch finden würden.
Nachdem alle Angelegenheiten geklärt worden waren, lebte Olivia alleine in dem Haus, denn sie war schon Volljährig und die Alleinerbin. Ihre Eltern waren beide Einzelkinder gewesen und ihre eigenen Eltern waren ebenfalls nicht mehr auf dieser Welt, weshalb sie niemanden gehabt hatte, der sich um sie gekümmert hatte.
Ihr Blick fiel auf ein altmodisch eingerahmtes Bild, welches sie mit Lauren, Alex, Ellen und Norah zeigte. Sie musste ein lächeln. Nein, das stimmte nicht, sie war nie wirklich alleine, ihre Freundinnen hatten sich rührend um sie gekümmert und waren stets für sie dagewesen. Ein Grund mehr, um mit ihnen zur Allianz zu gehen, denn sie waren alles an Familie, was ihr noch geblieben war, und wo sie hingingen, würde sie auch hingehen.
Olivia nahm ihre Tasche, drehte sich um und verließ ihr Haus.


Lauren

„Hast du auch wirklich alles, Schätzchen?“
„Ja, Mom“, antwortete Lauren genervt. „Du hast meine Sachen doch selbst zweimal neu gepackt, nachdem ich gerade alles geordnet hatte.“Ihre Mutter war immer so extrem fürsorglich. Einerseits war es rührend, aber manchmal konnte es einem ziemlich auf die Nerven gehen.  
„Beth, sie wird schon zurechtkommen“, sagte ihr Vater und schmunzelte. Dabei tauschte er einen vielsagenden Blick mit Lauren.
Sie standen zu dritt in der Küche ihres großen Hauses und hatten gerade das Frühstück beendet. Durch das Fenster zu dem großen Garten hin konnte man die aufgehende Sonne erkennen, welche den Himmel in ein herrliches Orange tauchte. Lauren sah sich das Naturschauspiel wehmütig an. All das hier würde ihr mit Sicherheit fehlen, wenn sie bei der Allianz war, vor allem aber -
In dem Moment wurde sie von drei kleinen Gestalten umklammert.
„Geh nicht!“, brüllte Kyle, der jüngste der Drillinge. Lyra und Felix, die anderen beiden, stimmten mit ein. Gerührt ließ Lauren sich auf ihre Knie sinken und schloss die drei in die Arme.
„Ihr werdet mir auch fehlen“, sagte sie.
„Bringst du uns was mit, wenn du wieder zurückkommst?“, fragte Lyra.
Lauren lachte und stand auf. „Versprochen!“
„Ich glaube, wir sollten langsam los“, sagte ihr Vater und nahm ihre Tasche und trat durch die gläserne Küchentür ins Freie. Ihre Mutter trat auf sie zu und umarmte sie. „Sei bloß vorsichtig.“
Beruhigend tätschelte Lauren ihr auf den Rücken. „Bin ich doch immer. Und ich bewerbe mich so früh wie möglich bei den Sanitätern, da kann mir auch nichts mehr passieren.“
Laurens Traum war es eigentlich von vornherein gewesen, Ärztin zu werden, doch ihre Noten in der Schule waren nicht gut genug dafür. Als sie sich dann einmal mit einem Karriereberater der Allianz getroffen hatte, hatte dieser ihr erklärt, dass sie sich nach der Grundausbildung bei den Sanitätern bewerben könnte und das ihre Chancen da ziemlich gut stehen könnten. Von da an war sie Feuer und Flamme dafür gewesen und hatte sich gerne zusammen mit Ellen, Norah, Alex und Oliv für den Dienst verpflichtet.
Sie lösten sich voneinander und Lauren wischte sich eine Träne aus dem Gesicht. Es viel ihr sehr schwer, denn sie liebte ihre Familie über alles, doch es wurde Zeit, dass sie ihren eigenen Weg ging und ihrem Traum ein Stück näher kam.
„Schreib mir, wann immer dir da nach ist. Und denk daran, es wäre keine Schande, wenn du die Grundausbildung abbrichst, du kannst jederzeit wieder nach Hause kommen“, sagte ihre Mutter.
Unfähig, etwas zu sagen, nickte Lauren einfach nur und folgte ihrem Vater nach draußen.


Alex

Alex stieg vom Motorrad ihres Bruders ab und schob das Visier hoch. „Du hättest ruhig ein bisschen schneller fahren können!“, sagte sie grinsend. Er hatte sie zum Bahnhof gebracht, wo ein Shuttle sie bald abholen würde.
„Lieber nicht, Mum bringt mich um“, erwiderte er während er seinen Helm ablegte und ihr ihren abnahm.
Heutzutage war es ziemlich altmodisch, Motorrad zu fahren, doch Alex Bruder Ben hatte schon immer einen Faible dafür gehabt und hegte und pflegte seine Maschine den ganzen Tag, wenn er auf Heimaturlaub war.
„Glaubst du, sie wird mir diesen Schritt jemals verzeihen?“, fragte Alex bedrückt. Es gab viele Diskussionen, seit Alex sich für die Allianz verpflichtet hatte, was sie sehr verwunderte, weil ihre beiden Brüder Ben und Steve beim Militär waren. Ihr Vater hatte sich relativ schnell wieder beruhigt und tolerierte es ein wenig, doch ihre Mutter redete jetzt seit einer Woche kaum ein Wort mit ihr und die Verabschiedung war auch eher kühl als herzlich gewesen.
Ben zuckte mit den Achseln. „Na klar. Du bist ihre einzige Tochter, da dachte sie vielleicht, dass du eine perfekte Ehefrau wirst und ganz viele Enkelkinder bekommst, aber irgendwann kriegt sie sich schon wieder ein.“
Perfekt. Dieses Wort stieß ihr übel auf, denn sie hatte während ihrer Kindheit in allem perfekt sein sollen. Die perfekte Ballerina, die perfekte Geigenspielerin, die perfekte Schülerin. Katharina Zhao hatte nichts geringeres von ihrer Tochter erwartet, Ben und Steve hingegen hatten ihre Kindheit voll auskosten dürfen.
Alex schulterte ihre Tasche. „Wir werden sehen. Vielleicht heirate ich einfach einen Kroganer. Die sind die einzigen, die einen größeren Dickschädel als sie haben.“ Außerdem war ihre Mutter ein wenig rassistisch, weshalb eine Partnerschaft mit einem Alien sie wohl noch mehr provozieren würde.
Ben lachte laut. „Das würde wohl sogar deine Verpflichtung bei der Allianz übertreffen. Vielleicht findest du ja auch eine nette Asari, dann könntest du mit ihr ganz viele blaue Babys machen!“
„Zieht ihr wieder über eure Mutter her?“, fragte Ellen grinsend, als sie auf die beiden zukam.
„Hey El, wir haben gerade Ehepartner für mich ausgesucht“, erwiderte Alex.
Ellen dachte einen Moment nach. „Hmm … definitiv ein Vorcha.“ Dafür bekam sie Alex Ellenbogen in die Rippen.
Kurz darauf kamen auch Oliv, Norah und Lauren, welche von ihrem Vater gebracht wurde, an.
Alex wurde langsam aufgeregt und spürte ein Kribbeln im Bauch. Sie konnte noch gar nicht richtig glauben, dass gleich das nächste und vielleicht größte Kapitel in ihrem Leben beginnen würde. Den Anderen schien es ähnlich zu gehen, denn sie waren ungewöhnlich still, selbst als Ben sich verabschiedete.
„Wenn ich in der Nähe sein sollte, schaue ich mal vorbei!“, versprach er noch und fuhr dann auf seinem Motorrad wieder nach Hause.
„Möchte jemand doch noch kneifen?“, fragte Norah und sah sie aufmerksam an. Für Alex war sie schon immer so etwas wie die Anführerin ihrer kleinen Gruppe gewesen, weshalb es sie auch nicht wunderte, dass diese Frage ausgerechnet von ihr kam.
„Gekniffen wird nicht!“, sagte Ellen grinsend.
Lauren schüttelte den Kopf. „Wenn ich Ärztin werden möchte, bleibt mir nichts anderes übrig.“
Olivia und Alex verneinten ebenfalls.
In der Ferne konnte man erkennen, wie ein blaues Shuttle sich rasant näherte und schließlich direkt vor ihnen landete. An der Seite öffnete sich eine Tür und ein Soldat trat heraus.
„Webber, Eli, Schulze, Krieger, Zhao?“, fragte er, während er sie aufmerksam musterte. Sie alle nickten. „Okay, dann nehmt Platz, wir wollen keine Zeit verlieren!“, sagte er harsch und ließ sie ein.
Als jede sich auf einen Sitz gesetzt und angeschnallt hatte, gab der Soldat dem Piloten das Signal zum Starten.
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