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GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
28.11.2012
13.02.2013
5
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28.11.2012 1.884
 
Und hier auch der erste Oneshot, gewidmet dem Tynka-Day (28. November). Dementsprechend auch Tynka :) Hört bei der entsprechenden Stelle "Hero" von "Nickelback", es ist ein bisschen songficmäßig geworden, aber ich hoffe, es gefällt euch. Ich freue mich sehr über Reviews und ich möchte wissen, welche(s) Pairing(s) ihr als Nächstes haben wollt.
Genug geqautscht, viel Spaß :)'

__________________________

Tinka's POV
Die Hälfte des Schultags hatte ich bereits hinter mir. Es war ein schlimmer Tag gewesen, denn Gunther war nicht da, um mit mir zusammen ‚die Hessenheffers’ zu sein. Er hatte eine Erkältung und lag zu Hause im Bett mit Fieber, also musste ich allein die gewöhnlichen fiesen Bemerkungen ertragen.

Nun saß ich also hier auf der Bank vor den Schließfächern und biss traurig in meine Birne. Ich erinnerte mich daran, wie wir sonst immer unser Essen austauschten und mir war gleich zum Weinen zumute. Ganz ruhig, Tinka, gleich bist du zu Hause und alles ist vorbei...

"Hey Tinka" - vernahm ich plötzlich eine Stimme.
Ich erschrak, hat mich da gerade ein Junge angesprochen? Und zwar nicht mit "Na, du Loser?" oder "Was geht, Glitzerfreak?"
Ich drehte meinen Kopf und schaute in die haselnussbraunen Augen von...
... Ty Blue.
"H-h-hey" - antwortete ich stotternd.
"Darf ich mich zu dir setzen?" - fragte Ty lächelnd und setzte sich hin, ohne meine Antwort abzuwarten.
Ich nickte etwas verspätet und spielte mit einer meinen blonden Haarsträhnen. Heute hatte ich meine Haare gelockt und mal ausnahmsweise nicht hochgesteckt, sondern einfach offen.
"Und, wie geht's dir so?" - versuchte mein Gegenüber, das Gespräch aufzubauen, während er sein Essen rausholte.
"Geht so, und dir?" - antwortete ich und biss in meine Birne.
"Alles okay" – Ty lächelte. Er lächelte immer, wenn ich ihn ansah. Oder besser gesagt, ich sah ihn immer an, wenn er lächelte. Ich war doch nicht der Grund, warum er das tat.
„Ich wollte dich eigentlich etwas fragen“ – begann Blue und mir kam es so vor, als würden seine Wangen sich rötlich verfärben.
Ich wartete schweigend ab, bis er seine Frage fortsetzte.
„Nun ja, heute ist der 28. November und...“
„... vor genau einem Jahr sind wir ausgegangen“ – beendete ich seinen Satz und lächelte. Es war der schönste Tag in meinem Leben, es war mein erstes Date und ich hatte an dem Tag ein Gefühl, als würde mich jemand, außer meiner Familie, mögen.
„Und du hast damals gesagt, dass wir es vielleicht wiederholen könnten“ – sagte Ty mit einer sanften Stimme.
Ich konnte es nicht glauben, wollte er mich wirklich um ein zweites Date bitten? Ich nickte, strahlend wie ein Honigkuchenpferd.
„Nun... ich dachte, du hättest Lust darauf, ich meine...“
„Natürlich habe ich Lust darauf!“ – platzte es aus mir raus. – „Äh, ich meine, ich überleg’s mir, wir sehen uns dann nach dem Unterricht“ – fügte ich rasch hinzu und lief zum Geschichtsraum, obwohl ich noch zehn Minuten mit Ty verbringen könnte.

Es war mir so unglaublich peinlich, ich würde am liebsten in der Erde versinken und nie wieder auftauchen. Ty dachte jetzt sicherlich, wie sehr er sein Angebot bereue, da ich doch ein Freak bin, wie alle behaupten. Wieso bin ich bloß so blöd, da hätte ich gleich rufen können: „Ty, ich bin verliebt in dich, seit wir ausgegangen sind, aber ich habe mich nie getraut, es dir zu sagen und nun ist der perfekte Moment dafür! Du bist mein Traumjunge und ich kann es nicht abwarten, den Rest meines Lebens mit dir zu verbringen!“
Ich schüttelte mich. Ach Tinka, Tinka. Reiß dich zusammen und benimm dich wie eine Lady.

***


Die Geschichtsstunde verlief wie im Flug. Ich dachte die ganze Zeit daran, wie perfekt unser erstes Date verlief. Wir besuchten das Gurkenmuseum und der Mond schien wunderschön. Danach haben wir zusammen getanzt und am Ende habe ich Ty ein Küsschen auf die Wange gegeben... Heute wünschte ich mir, es wäre mehr gewesen. Doch man kann nun mal nichts rückgängig machen.
Die Schulglocke klingelte. Ich schmiss meine Sachen in die Tasche, als Mr Vershovsky laut rief:
„Ich beende den Unterricht!“
Ich hasste diesen Satz. Wenn die Schulglocke, verdammt noch mal, klingelt, dann heißt es auch, dass der Unterricht beendet ist, Schluss, aus, vorbei. Aber gegen Lehrer kann man leider nichts anrichten.
Mr Vershovsky erklärte uns, wie die Hausaufgaben zu machen waren und entließ uns drei Minuten später. Was, wenn Ty gar keine Geduld hatte und nach Hause gegangen ist?

Ich rannte aus dem Klassenzimmer und entdeckte doch tatsächlich Rocky’s Bruder auf der gleichen Bank sitzen, bei der wir uns in der vorigen Pause getroffen haben.
„Und, hattest du Zeit zum Überlegen?“ – fragte Ty grinsend.
Er hatte mich durchschaut, ist das peinlich!
„Ja, weißt du, ich denke, ich habe heute Abend nichts zu tun“ – sagte ich und lächelte.
„Dann lass uns gehen“ – meinte Blue und nahm mich bei der Hand. Was ein Elektroschock bewirkte, bewirkte seine Berührung. Ich konnte nicht anders, als ständig zu lächeln, ich war einfach nur glücklich.

***


„Wohin gehen wir?“ – fragte ich nach einer Weile.
„Die Wahl liegt bei dir“ – antwortete mein Gentleman. – „Aber bitte nicht ins Gurkenmuseum!“
„Ist gut!“ – wir lachten.
Ich fühlte mich frei. Nicht frei von Gunther, aber frei von dem Gefühl, von allen gehasst zu sein. Frei von den Selbstzweifeln und den gemeinen Bemerkungen meiner Mitschüler. Ty gab mir das Gefühl, etwas wert zu sein, im Gegensatz zu der restlichen Welt. Er schaute mich an und sah nicht die Tinka, die alle sahen. Vielleicht sah er mein inneres Ich, welches nur meine Familie zu sehen bekam, und auch schon nicht allzu oft. Wir sprachen nicht viel, wir genossen die Anwesenheit des Anderen und lächelten.

***


Es kam mir so vor, als wären das Minuten gewesen, in denen wir durch den Park spazierten. Wir sprachen hauptsächlich über Tanzen, über verschiedene Stilrichtungen und unsere Meinungen dazu. Es stellte sich heraus, dass Ty wirklich viel darüber Bescheid weiß, auch über Stile wie Salsa oder Klassisches wie Walzer.
„Hast du schon mal einen Walzer getanzt?“ – fragte der Brünette.
„Nein“ – antwortete ich kichernd.
„Na, dann wird es höchste Zeit“ – meinte Ty und zog sein Smartphone raus, wohl, um das passende Lied zu finden.
„Du weißt, wie es geht?“ – fragte Ty noch kurz nach. Ich nickte und somit drückte er auf ‚PLAY’.

I am so high, I can hear heaven,- begann das Lied. Ich erkannte sofort Hero von Nickelback. Ich war kein Rock-Typ, doch dieses Lied war wirklich einzigartig. Und es wird noch einzigartiger sein, wenn ich und Ty dazu tanzen werden. Zwar hätte ich mir nie gedacht, dass man zu dem Track Walzer tanzen kann, aber Ty soll es besser wissen.

Ein kleines Zwischenspiel von etwa vier Sekunden kam, in dem ich und Ty uns in die richtige Position hinstellten. Mein Partner lächelte mir ermutigend zu, wahrscheinlich erinnerte er sich noch daran, dass ich bei unserem ersten Date Hemmungen hatte, mit ihm zu tanzen. Doch heute hatte ich keine. Das Einzige, was mir Sorgen bereitete, war, dass ich Angst hatte, etwas falsch zu machen. Ich wollte mich auf keinen Fall blamieren.
„Entspann dich“ – flüsterte Ty in mein Ohr. Er musste meine Unsicherheit bemerkt haben, ich nickte beschämt.

I am so high, I can hear heaven
Whoa, but heaven
No, heaven don’t hear me


Eins, zwei, drei, eins, zwei, drei,- zählte ich im Kopf. Ich war konzentriert, mich nicht vom Rhytmus ablenken zu lassen.

And they say
That a hero could save us
I’m not gonna stand there and wait


Ich hörte auf zu zählen. Es war unnötig, ich fühlte den Beat, wie ich meinen Herzschlag fühlte, oder waren sie vereint?

I’ll hold onto the wings of the eagles
Watch as we all fly away


„Gut“ – hörte ich Ty flüstern während der kurzen Stille zwischen dem Refrainende und der zweiten Strophe. Ich schaute ihn lächelnd an und er lächelte zurück.

Someone told me
Love would all save us
But how can that be
Look what love gave us


Ich schluckte. Nun würde der Teil kommen, in dem Liebe beschimpft wird. Doch komischerweise kam stattdessen kein Gesang, sondern nur die Musik. Ich schaute zu Ty, doch er schaute weg. Hat er ihn vielleicht ausgeschnitten? Vielleicht sogar mit Absicht?

And they say
That a hero could save us
I’m not gonna stand there and wait
I’ll hold onto the wings of the eagles
Watch as we all fly away

Now that’s the world isn’t ending
It’s love that I’m sending to you


Ich konnte einfach nicht anders, als zu Ty zu schauen. Und er schaute mich ebenso an, mit einem frechem Grinsen auf dem Lippen, welches ich bei ihm so liebte.

It isn’t a love of a hero
And that’s why I fear it won’t do


Nein, ich brauchte keine Liebe von einem Helden. Nur die Liebe von Ty Blue...

And they say
That a hero could save us
I’m not gonna stand there and wait
I’ll hold onto the wings of the eagles
Watch as we all fly away

And they’re watching us
They’re watching us
As we all fly away
And they’re watching us
They’re watching us
As we all fly away
And they’re watching us
They’re watching us

Whoa oh oh oh oh oh ...


Und wir tanzten weiter, auch wenn das Lied beendet war. Wir waren weg von der restlichen Welt, sie war weit im Hintergrund, gerade zählten nur ich, Ty und unser Tanz...

***


„Es war echt toll mit dir“ – meinte Ty, als wir bei meiner Haustür angekommen waren.
„Ich glaube, das hast du schon mal gesagt“ – grinste ich und suchte in meiner Handtasche nach dem Schlüssel.

„Suchst du den hier?“ – fragte mich nach einer Weile Blue, als ich den Inhalt von meiner Tasche auf den Boden auskippte, und zeigte meinen Schlüssel.
„Wie kommt er denn zu dir?“ – fragte ich überrascht.
„Ich habe so meine Methoden“ – antwortete Ty frech grinsend.
„Gibst du ihn mir auch zurück?“
„Ganz sicher nicht einfach so!“ – meinte mein Schwarm und spielte mit dem Schlüssel.
„Ty, bitte gib mir meinen Schlüssel“ – sagte ich gelangweilt.
„Du kriegst ihn, wenn du mich küsst“ – stellte Ty die Forderung und steckte den Schlüssel in seine Hosentasche.
„Dir ist schon bewusst, dass ich klingeln kann und mein Vater dich in ein Goulatto verwandeln wird?“
„Dir ist schon bewusst, dass du das nicht machen wirst?“
Zugegeben, sein Plan war wirklich genial. Ich konnte nur den Kopf schütteln.
„Nun ja... es sei denn, es ist dir zu unangenehm“ – sagte Blue traurig und fuhr sich mit der Hand durch die Haare.
Ich lächelte und auch Ty’s trauriger Gesichtsausdruck verschwand. Unsere Gesichter näherten sich langsam, ich schloss meine Augen und wartete auf den Moment, in dem unsere Lippen aufeinander treffen würden.

Dieser Moment kam überraschend. Eine wohlige Wärme breitete sich in meinem Körper aus, als ich Ty’s Lippen auf meinen spürte. Er bewegte sie langsam, um mir etwas Zeit zu geben. Schnell stimmte ich ein und legte meine Hände um seinen Nacken, er streichelte mit seiner Rechten durch meine Haare.

„Tink?“ – fragte Ty mich, als wir uns nach einer Zeit voneinander lösten.
„Ja?“ – flüsterte ich zurück.
„Versprich mir, dass es keine Funkstille geben wird, wie damals“
„Versprich du es mir“
„Gerne doch“ – grinste Ty und zog mich an sich heran...
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