Der verschwundene Söldner

KurzgeschichteRomanze / P18 Slash
James "Jim" Moriarty Sebastian Moran
26.11.2012
26.11.2012
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„Sebastian!“, Jim Moriartys Stimme donnerte durch das ländliche Anwesen, „Sebastian!“
Es war ein stattlicher Landsitz, den sich der König des Verbrechens erst von einer Woche aus einer Laune heraus gekauft hatte. Ein komplett eingerichtetes Herrenhaus, mit größeren Fenstern erneuert,  und bäuerliche Stallungen, die allerdings leer waren. Das Haus für die Bediensteten, ebenfalls unbewohnt, stand etwas abseits, bald dahinter begann der Wald, in dessen Mitte sich ein fast unberührter See befand.
Es wäre eine traumhaft schöne Gegend, doch ihr neuer Besitzer war für dergleichen Gefühle völlig unempfänglich.
Das meiste an den historischen Möbeln und Einrichtungsstücke war noch nicht einmal abgedeckt, die Küche und das Schlafzimmer fast unbenutzt.
„Sebastian!“, rief Jim wieder, aber es kam keine Antwort. Natürlich nicht…
Wütend ließ er sich auf die Plastikfolie fallen, die die Ledercouch schützte.
Er musste jetzt sofort jemanden den Hals umdrehen, oder jemanden eine nette Kugel in den Schädel jagen! Seine Hände zitterten vor Erregung, seine Kiefer arbeiteten knirschend aufeinander.
„Wenn ich dich erwische…“, murmelte er dunkel und starrte missmutig die Meisen vor dem Fenster an, die munter in den Zweigen des kleinen Baumes herumflatterten.
Söldner waren ein sehr untreues Volk, sie arbeiteten mal für den und am nächsten Tag für jemanden anderen.
„Wie Stricher…“, murrte Jim.
Er war es gewohnt seine Mitarbeiter zu wechseln wie andere ihre Hemden wechselten. Die meisten musste er ja auch spurlos verschwinden lassen, oder sie opfern, wie man die Bauern beim Schach opferte.
Sein Handy klingelte und vibrierte in seiner Hosentasche, hastig zog er es hervor, schaute wer anrief und drückte diesen weg. Er wartete auf jemanden Bestimmtes und er hatte nicht vor, sonst mit irgendwem zu sprechen.
Er erhob sich langsam, strich gewohnheitsmäßig seinen Anzug grade und trat an das Fenster heran.
Dann wand er den Kopf und rief: „Sebastian!“
Aber natürlich kam keine Antwort und seine gebieterische Stimme hallte nur unbeantwortet im Haus.
Er wusste, dass Sebastian Moran nicht mehr da war. Seit zwei Tagen bleiben seine Anrufe und Befehle unbeantwortet, den Sensor, der ihm stets Sebastians Aufenthaltsort übermittelt hatte, hatte er gestern vor seiner neuen Haustür gefunden. Das Konto, auf welches er sonst den Lohn überwiesen hatte, war gelöscht worden.
Nie wurde er so behandelt, nie hatte jemand auf so respektlose Weise seine Arbeit unter ihm niedergelegt. Hatte er Sebastian Moran mit zu sanften Händen behandelt? Wohl kaum. Dieser Auftragskiller dachte anscheinend einfach, er könnte mit Jim spielen wie es ihm beliebte, aber niemand hatte es je überlebt mit Jim zu spielen.
Er wählte Sebastians Nummer.
„Die gewählte Rufnummer ist nicht vergeben…“.
Er atmete tief ein und aus.
„So nicht, mein Freund…“, murmelte er düster und gab per Mail den Befehl, den in Luft aufgelösten Söldner zu finden wo immer er sich versteckt halten sollte.


Es dauerte keine 24 Stunden dann klingelte es an seiner Haustür.
Zwei große Männer führten Sebastian Moran mit eisernem Griff herein. Augen und Mund waren ihm verbunden worden und seine Hände auf seinem Rücken mit Handschellen gefesselt.
„Pünktliche Lieferung. Sehr gut.“, lobte Jim kühl und beim Klang seiner Stimme rüttelte Sebastian an seinen Fesseln.
Man verfrachtete ihn auf einen Holzstuhl im Wohnzimmer mit dem Rücken zum Fenster, durch welches sanftes Nachmittagslicht fiel.
Wortlos verschwanden die Männer.
Jim zog mit einem Ruck das Klebeband von Sebastians Lippen und löste die Augenbinde. Der Söldner blinzelte und schaute sich in Sekundenschnelle um ehe seine Augen Jims fixierten.  
„Du wagst es, einfach zu kündigen?“, ertönte Jims strenge Stimme.
Sebastian zog eine Augenbraue hoch, „Ich bin Söldner, wenn ich ein besseres Angebot bekomme, verschwinde ich.“, erklärte er trocken.
„Wer könnte dir mehr zahlen als ich?“, wollte Jim wissen und zog ärgerlich die Augenbrauen zusammen.
„Das meine ich nicht.“, sagte Sebastian, „ ich meine deine Arbeitsbedingungen. Es heißt unter uns Söldner du bringst alle deine Mitarbeiter um, so wie es dir grade gefällt.“
„Wer sagt das, wenn ich doch alle umbringe?“
Sebastian lachte laut auf bei dem ernsten Tonfall von Jim Moriartys Stimme.
Dann herrschte kurze Stille, ehe Sebastian mit einem Lächeln fragte: „Willst du mich jetzt umbringen, Jim?“
„Nenn mich nicht bei meinem Vornamen! Das steht dir nicht zu!“
„Wem steht es zu, wenn nicht mir?“, fragte Sebastian kess und lachte.
Im dem Moment griff ihm Jim ins Haar und zog ruckartig seinen Kopf zurück.
„Du gehörst mir! Du gehst nirgendwo hin!“, grollte er gebieterisch.
„Ich gehöre nur mir selbst!“, erwiderte Sebastian mutig.
Jim knurrte und biss ihm fest in den Hals, so fest, dass tiefe rote Abdrücke zurückblieben. Dann ließ er sein Haar los.
Sebastian starrte ihn stumm an.
Jim lachte dunkel und legte seine Hand an Sebastians warme Wange.
„Weißt du, Sebastian? Wenn ich sehen würde, dass du wirklich gehen wolltest, so würde ich dich gehen lassen. Lebend.“, erklärte er gönnerhaft mit einem undurchsichtigen Lächeln auf den Lippen.
Dann knallte seine Hand vor. Sebastian kippte samt Stuhl auf den Boden, als ihn die Ohrfeige voller Wucht im Gesicht traf.
Jim stellte sich über ihn und lächelte auf grotesk charmante Weise.
„Ich bin gegangen!“ erwiderte Sebastian fest
„Ja und dafür wirst du noch deine Strafe erhalten.“,  sagte Jim kühl.
Wütend funkelte Sebastian ihn an, „Bin ich dein Eigentum, oder was?“
Jim nickte, „ Natürlich.“  sagte er, fast verwundert warum ihm überhaupt so eine Frage gestellt wurde.
Dann half er Sebastian samt Stuhl hoch.
„Weißt du was, Jim? Wenn hier irgendjemand irgendwem gehört, dann gehörst du mir.“
Jim zog die Augenbrauen hoch, „ Ach?“ fragte er ehrlich interessiert.
„Ja. Ganz genau.“
Jim kniete sich hinab zu ihm und schaute ihm in die Augen, „wie kommst du zu dieser abwegigen Annahme?“
„Du hast Zugriff zu tausenden von Auftragskillern, Jim,  und trotzdem verfolgst du mich über die halbe Welt um mich zurückzubekommen. Ich bin ehrlich mit dir: das ist der schönste Liebesbeweis den ich je bekommen habe.“, er lächelte verschmitzt.
„Der schönste was?“, fragte Jim verständnislos.
„Liebesbeweis. So wie das hier.“,  Sebastian beugte sich so gut es ging in seinen Fesseln vor und drückte seine Lippen auf Jims.
Blitzschnell sprang dieser auf, zog seine Handfeuerwaffe hervor und drückte sie Sebastian an die Schläfe.
„Was denn? Was denn?“, fragte der unbeeindruckt lächelnd, „der große James Moriarty hat doch nicht etwa Angst vor einem kleinen Kuss?“
Jim löste die Sicherung der Waffe und knurrte tief.
„Vergiss nicht, mit wem du sprichst.“, warnte er.
Sebastian nickte und dann war sein Blick plötzlich so liebevoll, dass Jim verwundert die Waffe sinken ließ.
„Ich kann nicht leugnen, dass ich dich genauso will“, flüsterte Sebastian unterwürfig, „ich gehöre dir.“
In dem Moment hatte er es geschafft die Handschellen zu öffnen.  
Die Pistole fiel mit einem metallischen Geräusch auf den hölzernen Boden, der Stuhl kippte nach hinten, Sebastian schlug mit dem Kopf auf. Jim beugte sich über ihn und drückte besitzergreifend seine Handgelenke über ihm auf das Laminat.
Sebastian hob eine Augenbraue und lächelte spitzbübisch, „ ja?“, fragte er unschuldig.
Eine Sekunde später krachte Jims Mund auf seinen und saugte ihm alles an Sauerstoff aus den Lungen. Kurz vor der Atemnot schaffte er es Jim etwas von sich zu drücken. Keuchend schnappte er nach Luft.
„Sachte.“, hauchte er liebevoll als er seinen Atem wiedergefunden hatte.
Der nächste Kuss war sanfter, aber nicht weniger fordernd. Jims Lippen arbeiten gegen seine, seine heiße Zunge strich über Sebastians Unterlippe. Der legte den Kopf schief und nahm sie tief in seinem Mund auf, erlaubte sich Jims Mund ebenfalls zu erkunden und wurde mit einem Biss bestraft.
Plötzlich spürte er einen festen Griff zwischen seinen Beinen und verfluchte sich dafür, dass er fast augenblicklich hart wurde. Jim lachte trocken und leckte ihm lasziv über die Lippen.
„Aufmachen.“ befahl er und ließ Sebastians Handgelenken frei, die er noch mit einer Hand auf den Boden gedrückt hatte.
Schnell öffnete Sebastian die Knöpfe seiner Jeans und fuhr sich mit der Hand in die eigene Shorts, die er darunter trug. Genüsslich schloss er die Augen und seufzte glücklich.
Jim knurrte und schlug die Hand weg. Er zog ihm ruppig die Hose und die Shorts hinab und umschloss fest das zuckende Glied, bei dem bereits die Spitze feucht war.
Sebastian sog scharf die Luft ein und unterdrückte ein Stöhnen. Er befürchtete nicht lange durchzuhalten als Jim einen quälend langsamen aber ziemlich groben Rhythmus anschlug.
Er suchte nach Jims Augen und richtete sich halb auf. Mit einer Hand zog er ihn im Nacken zu sich und küsste ihn. Dann fuhr er unter das Jackett, zog das Hemd aus der Hose und streichelte die warme Haut. Als er über die Brustwarzen strich, spürte er wie Jims Atem kurz stockte und alle seine Berührungen stillstanden, und er konnte ein Lächeln nicht unterdrücken. Er kniff fest in die linke Brustwarze und nahm Jims Seufzen in seinem Mund auf. Augenblicklich jedoch fand er sich erneut auf dem Boden festgepinnt wieder.
„Dreh dich um.“, befahl Jim und bei dieser lustgetränkten Stimme stockte Sebastian der Atem, „Sofort!“
Er konnte gar nicht so schnell gehorchen wie ihn Jim auf die Knie geworfen hatte. Er spürte feuchte Finger in sich, dann zwei Hände an seinen Hüften, die ihn festhielten.
Jim schlug seine Zähne in Sebastians Nackenmuskel und löste den Biss nicht bis er ganz in ihn eingedrungen war.
„Verdammt“, keuchte Sebastian als er beinahe gekommen wäre.
Jim begann einen harten Rhythmus, versenkte sich immer wieder tief in ihm, während er ihn unentwegt biss und an den Hüften hielt.
Sebastians Stöhnen hallte von den kahlen Wänden wider, sein ungehaltenes Keuchen erfüllte den Raum.
Während er sich mit einer Hand abstützte griff er selbst nach seinem schmerzenden Glied.
Plötzlich hörte er Jims tiefes Grollen nahe seinem Ohr und spürte wie er in ihm kam. Das gab ihm den Rest und der Orgasmus überrollte ihn wie eine gewaltige heiße Welle.
Erschöpft sackte er zusammen und sah Jim neben sich liegen. Er hatte nicht einmal seine Jacke und sein Hemd ausgezogen unter denen sich seine Brust schnell hob und senkte. Lieblos hing der weiße Stoff auf seiner hastig geöffneten Hose.
Sebastian stütze sich auf seinen Ellenbogen und strich durch Jims schweißfeuchtes Haar.
Er bekam dafür einen warnenden Blick, aber es kümmerte ihn nicht. Gedankenlos streichelte er weiter bis sich Jims Finger grob um seine Handgelenke schlossen.



Interessiert schlenderte Sebastian durch die Räumlichkeiten, hob mal hier mal dort die Laken an, die die Möbel abdeckten, und wurde verfolgt von Jim Moriarty, der missmutig jede Bewegung des Söldners verfolgte.
„Wie kommt ein Mann wie du zu so einem Haus?“, fragte Sebastian schmunzelnd und strich über den schwarzen Flügel, den er grade freigelegt hatte, „ist das nicht etwas zu groß und etwas zu einsam für einen alleine?“
Er wand sich um und sah wie Jim ärgerlich ertappt auf den Boden starrte.
Sebastian lachte leise und ging auf ihn zu.
„Du hast doch nicht etwas vor, hier mit deiner großen Liebe zu wohnen?“, fragte er frech.
„Ich finde, du lehnst dich etwas weit aus dem Fenster, Moran.“, brummte Jim und richtete unnötigerweise seinen Hemdkragen. Dann hob er den Kopf und schaute in Sebastians Augen.
„Wie wär´s, wenn du mich zurechtweist?“, schlug dieser vor, wobei seine Augen fast schon hoffnungsvoll glänzten.
„Der Sinn einer Strafe ist es, dass sie nicht gewünscht ist. Wenn die Strafe gewünscht wird, hat sie keinen Sinn mehr.“, erklärte Jim trocken.
„Dann muss ich dich halt reizen, bis dir nichts anderes mehr übrigbleibt.“
Jim starrte ihn an und fasste ihm dann fest in den Nacken.
„Ich könnte dich hier und jetzt erschießen.“, meinte er kühl.
Sebastian griff nach seiner Hüfte, zog ihn zu sich und küsste ihn. Als sich Jim losmachen wollte, war es ihm ein Leichtes den kleineren Mann festzuhalten und weiterzumachen, bis Jims Widerstand vollends entwichen war.
„Nein, könntest du nicht.“, sagte Sebastian lächelnd.
Er ließ von ihm ab, sah die Ohrfeige kommen, wich aber nicht aus. Sein Kopf flog zur Seite, er blinzelte Jim liebevoll an und strich sich durch das blonde Haar.
Jim grummelte verstimmt und ging aus dem Zimmer.
„Ich liebe dich!“, rief ihm Sebastian hinterher.
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