Like I Feel

KurzgeschichteSchmerz/Trost / P12 Slash
Peter Petrelli
26.11.2012
26.11.2012
1
990
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
26.11.2012 990
 
Disclaimer:
Oneshot. Mir gehört nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.

Es geht um Peters Gedankenwelt, in der über sich und sein Leben nachdenkt.

Vorsicht: Slash - Angedeutet


+ + + + + + + + + + +


Während ich durch die nass geregneten Straßen New Yorks gehe,
zerbreche ich mir den Kopf,
über das was geschehen ist.

Ich frage mich, was damals passiert wäre,
wenn ich nicht von diesem Dach gesprungen wäre,
wenn ich nicht unbedingt herausfinden wollte, ob ich fliegen kann.
Hätte ich, abgesehen davon, mein Leben genau so gelebt,
wie ich es jetzt tue?

Aber was mache ich großartig?

Ich rette Menschen das Leben.
Menschen, die sich aufgegeben haben,
Menschen, die man aufgegeben hat,
die, sich für andere geopfert haben,
die, die für andere geopfert wurden.
Menschen, die es verdient haben, gerettet zu werden,
selbst die, die es nicht verdient haben,
so wie…

Ich wische mir das nasse Haar aus der Stirn,
von meiner Nasenspitze tropf eine kleine Perle Regenwasser hinunter.
Der Gedanke über das Leben,
wer es verdient hat und wer nicht,
lässt mich schneller gehen.

Es ist ein seltsames Gefühl, diese Macht zu haben,
diese Macht, über Leben und Tod entscheiden zu können.
Möglichst ohne zu urteilen.

Doch das ist manchmal gar nicht so einfach,wie ich schon oft genug erfahren durfte.

Diese Macht, die mich Leben retten lässt,
kann andere beängstigen und auch beeindrucken.
Den Ein oder Anderen lässt das vollkommen kalt.
Er entscheidet selber, wer das Recht hat zu lebenund wer sterben wird.

Aber warum tötet man?
Um ein Gefühl der Verachtung, des Hasses, zu besänftigen
und dadurch das Gefühl der Angst zu hegen, welches manch einen reizt?
Um das Gefühl der Angst zu verdrängen
um dadurch mehr Selbstbewusstsein zu erlangen,
da man weiß, was man vollbracht hat?

Oder einfach nur um den inneren Hunger zu stillen?
Der Hunger, der dich anderer Leute Eigenschaften begehren lässt und dich zwingt,
dir diese Eigenschaft selber auch anzueignen?

Ich biege in eine kleine Gasse am Ende der Straße ab.
Die Schlaglöcher sind bis zum Rand mit Regenwasser gefüllt
und der starke Regen lässt winzige Wellen auf diesen Pfützen tanzen.

Mein Spiegelbild ist nur verschwommen,
ich kann mich nicht im Wasser erkennen.

Ich erkenne mich kaum wieder.
Seit dem Tag, an dem ich herausfand was ich kann und wer ich bin,
weiß ich nicht mehr, was ich eigentlich kann und wer ich eigentlich bin.

Was kann ich?
Ich kann fliegen,
ich kann mich atomisieren,
ich kann elektrisieren,
durch die Zeit reisen,
alles mit meinen Gedanken steuern,
andere mit meinen Gedanken kontrollieren.
Ich kann mich unsichtbar machen,
ich kann die Zukunft malen,
mit dem Feuer spielen,
unheimlich schnell laufen
und ich bin unverletzbar.
Aber das auch nur beschränkt.

Mein Körper heilt,
allerdings hinterlässt jede Wunde auf meiner Haut,
eine Narbe auf meiner Seele.
Und die größte ist von…

Ich gehe in ein verlassenes, leer stehendes Gebäude,
suche einen trockenen Unterschlupf,
da es unaufhörlich regnet.

Ich setze mich auf die Stufen
und wische mir erneut das nasse Haar aus dem Gesicht.
Ich sehe mich um.
Dieser Raum spiegelt mein Inneres wieder.
Chaotisch,
unheimlich,
dunkel
und einsam.
Leer.
Ich lasse niemanden mehr an mich ran,
habe Angst, dass mir wieder so etwas zustößt.
Wieder ein Augenblick,
in dem ich den Tränen nahe bin.

Macht.
Ich, ich habe die Macht über anderer Leute Leben zu entscheiden.
Warum nicht auch über meins?
Ich gebe auf, den Kampf meiner Seele gegen meinen Körper.
Ich verkrafte es nicht mehr.
Lege meine Tasche ab
und ziehe meine Jacke aus.
Die werde ich wohl nicht mehr brauchen.
Langsam stapfe ich die Treppen hoch,
fest entschlossen, nie wieder welche gehen zu müssen.
Die Stufen sind rutschig.
Ich muss vorsichtig sein, damit ich nicht runter falle.

Aber genau das will ich doch.
Mich verlässt der Mut.
Ist mir das Leben doch zu wichtig?
Aber warum?Was hält mich hier?
Er?
Nein.
Er hat mich belogen,
auch wenn er sagt, es täte ihm leid.
Ich kann es ihm nicht glauben.

Glauben.
Was ist eigentlich Glaube?
An Gott?
Dieser hat mich mit meiner Gabe gestraft.
Ich hätte ein normales Leben führen können.
Aber vielleicht ist auch genau das, das normale Leben.

Wieder bin ich hin und hergerissen.
Dieser Kampf zwischen Seele und Körper.

Warum können die beiden nicht mal im Einklang sein?
Sie verwirren mich, so wie meine Gedanken.
Ich blicke nicht mehr durch.
Ich gehe daran noch zu Grunde.
Ja, das tue ich.

Erneut setze ich zum Treppensteigen an.

Nach oben.
Hoch hinaus.
Ich könnte auch fliegen,
aber damit begann doch alles.
Mit dem Fliegen.
Wieder stehe ich am Anfang meines Gedankengangs.
Was wäre, wenn ich nicht von dem Dach gesprungen wäre.
Würde er noch leben?Hätte ich den, der ihn tötete jemals getroffen?
Hätten wir dann dasselbe Verhältnis zueinander wie jetzt?
Würde ich das wollen?

Würde ich ihn wollen… Als einen Freund?
Ich bin fast oben angekommen.
Ich lehne mich über das Geländer,
um mir die Höhe anzusehen.
Das dürfte reichen.
Es sind zehn Stockwerke.

Zehn Stockwerke,
die mich von Leben und Tod trennen.
Manche haben nur ein paar Zentimeter,
ein erhobener Zeigefinger,
ein finsterer Blick,
ein hämisches Lächeln.
Das ist das letzte,
was sie vor dem Tod sehen.

Ich will mir das ansehen,
wofür ich diese Bürde auf mich genommen habe.
Meine Stadt,
meine Mitmenschen,
meine Freunde.
Vielleicht sogar für meine Feinde.

Feinde.
Eigentlich hatte ich nie welche.
Bis auf ihn…
Aber in der Zukunft verstanden wir uns.
Warum nicht jetzt?

Ich lasse mich gegen die Türe,
die mich vom Dach, meiner Erlösung, trennt, fallen.
Geräuschvoll.

Ich verzweifele.
Je mehr ich meine Gedanken an ihn verschwende,
umso mehr wühlt es mich auf.
Eher negativ, statt positiv.
Nein.
Ich gebe mich nicht auf,
nur weil er mir das Leben zur Hölle macht.

Ich schaffe das.
Ich brauche Verständnis,
Hoffnung,
Vertrauen.
Ich brauche Hilfe.
Und so sehr ich dagegen ankämpfe,
umso mehr steigt dieses Gefühl von Angst in mir auf.
Aber alles,
was ich brauche ist…


Sylar.“
Review schreiben