Befreiung der Sünde

von Rey-moon
GeschichteAngst, Übernatürlich / P16
OC (Own Character)
25.11.2012
04.01.2017
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25.11.2012 565
 
Sünde


Die Halle war riesig. Die polierten Wände brachen das Licht und warfen es auf den Boden. Gaia wurde in die Halle gezerrt. Diesmal von einer anderen Person, der Mann von vorhin war am Blutverlust gestorben.
Auf Gaias Kopf war ein halbierter Eisenhelm gestülpt worden. Aus dem Helm ragten Kabel, die mit ihrem Rücken verbunden waren.
Die Kabel sendeten kleine elektronische Impulse an ihren Körper, die verhinderten dass ihre Vektoren aus ihrem Rücken hervorbrechen konnten.
Die elektrischen Impulse bildeten ein Netz aus Strom, welches ihre Vektoren gefangen hielt. Nr. 69 fühlte sich so hilflos wie ein Neugeborenes. Ohne ihre Vektoren war sie nichts weiter als einer dieser dreckigen Menschen die sie so verabscheute.

Dr. Tanaka saß in der Kontrollstation, welche ein hell beleuchteter Raum war. Es gab eine kleine Aussichtsplattform die durch Panzerglas geschützt wurde. Diese war mit der Kontrollstation verbunden. Viele Steuerpulte ragten aus dem Boden und Dr. Tanaka drückte einen der rot aufleuchtenden Knöpfe und betätigte somit die hermetische Abriegelung des Raums. Er rückte seine Brille zurecht und beobachtete das Treiben in der Halle oder besser gesagt Arena. Er fuhr sich mit der Hand durch sein rabenschwarzes Haar und blinzelte ein paar mal um seine gereizten Augen mit ausreichend Tränenflüssigkeit zu versorgen.

Gaia stand mitten in der Halle und beobachtete Nr. 53 die in die Halle geschlurft kam. Valentina hieß sie. Das rosarote Haar reichte ihr bis zu den Schultern und ihre orangen fast gelblichen Augen funkelten. Die beiden Dicloni standen sich gegenüber und Dr. Tanaka betätigte wieder einen der Knöpfe. Gaias Helm flog scheppernd auf den Boden. Dann hörten die beiden das Knistern der Freisprechanlage.
„Kämpft!“, befahl Dr. Tanaka.
Gaia wusste zwar nicht welchen Forschungszwecken das dienen sollte, aber sie hatte jetzt richtig Lust auf den Kampf. Sie wollte Nr. 53 besiegen und töten.
Sie liebte töten.
Die etwa zwei Jahre ältere Valentina versuchte Gaia einzuschätzen und wagte einen zaghaften Angriffsversuch.
Sie schleuderte Nr. 69 einen ihrer Vektoren entgegen.
Gaia -jetzt wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte- wehrte den Angriff ab und bewegte drei ihrer Vektoren auf Nr. 53 zu. Valentinas Vektoren hielten Gaias Vektoren umklammert und Gaias Vektoren hielten ihre umklammert.
Gaia wankte einen Schritt auf ihre Gegnerin zu, befreite einen ihrer Vektoren und rammte ihr ihn in den linken Arm.
Blut spritzte und Nr. 53 schrie auf vor Schmerz, Knochensplitter bohrten sich tief in ihre zarte Haut und zerfetzten ihren Arm. Die Hand zur Faust geballt schoss ihr Vektor auf Gaias Gesicht zu.
Gaia spuckte Blut und wurde gegen die Wand geschleudert. Sie stand zitternd auf, wischte sich das Blut aus dem Mundwinkel und versuchte sich trotz ihrer starken Kopfschmerzen zu konzentrieren. Sie bündelte ihre vier Vektoren setzte alle Energie in einen Schlag frei und zielte auf Valentinas Herz.
Der Schlag glitt an Valentinas Vektoren ab und traf sie stattdessen an der Wange.
Ihr Kopf schien vor Schmerz zu explodieren.
Sie knallte hart gegen eine der kalten, polierten Wände und hinterließ dort einen Blutfleck. Sie rutschte die Wand hinunter, ihr Körper war schlaff aber tot war sie noch nicht.
Dann schlug sie unsanft auf dem Boden auf, ein lautes knacken, ihr Genick war gebrochen. Sie war tot.
Gaia schlotterte. Hatte sie Sünde begangen?
Menschen hatte sie ohne weiteres töten können, aber ein Lebewesen das genauso missverstanden und gequält wurde wie sie?

Die Alarmglocken begannen zu schrillen und der Laut brannte unangenehm in Gaias Ohren.
Und wieder fragte sie sich: Sünde?
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