Befreiung der Sünde

von Rey-moon
GeschichteAngst, Übernatürlich / P16
OC (Own Character)
25.11.2012
04.01.2017
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Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt nicht. Denn das muss so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da; Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere…

Und weil die Ungerechtigkeit überhandnehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten.


Versuchung

Das Mädchen stieg durch das Zimmerfenster, landete leicht auf dem Boden und schlich leise zu ihrem Bett. Sie trug nichts. Ihr Körper war nur umhüllt von einer Art elektrischen Draht, den sie mühelos absprengte. Er landete knisternd auf dem Teppich. Ihr oranges Haar hing ihr ins Gesicht. Es reichte ihr bis zu den Knien und die Strähnen schienen sich in schwereloser Leichtigkeit an sie zu schmiegen. Ihr Körper schwebte ein paar Zentimeter über dem Laken als sie ins Bett glitt. Endlich aber sank sie erschöpft auf die Matratze, während sie von unsichtbaren Händen zugedeckt wurde.
Ihre großen lila Augen schlossen sich.
„Nur wenn du über deinen Schatten springst, findest du den Weg ins Licht.“, flüsterte sie. „Doch es ist ein langer Schatten voller Tod.“
Der Mond schien ins Fenster und an ihren Wimpern klebte Blut.

Es hämmerte an der Tür.
„Nr. 69 bist du wach?“
Gaia antwortete nicht. Sie saß auf der Bettkante. Dann streckte sie einen ihrer vier unsichtbaren Arme und hob ein Schwarzes Kleid vom Teppich auf. Es hatte Rüschen und auf dem Rücken eine Schleife. Sie schlüpfte hinein. Der weiche Stoff schmiegte sich an sie. Er weckte irgendwie die Mordlust in ihr. Sie schloss die Augen und atmete tief durch.
Die Tür wurde aufgerissen.
Der Mann trug eine Uniform in weiß. In seiner rechten Hand hielt er etwas Gewehrähnliches.
Gaia kannte es nur zu gut. Sie streckte einen ihrer Vektoren und hob ein lila Haarband zu Füßen des Mannes auf. Es schwebte vor seiner Nase in der Luft. Dann wurde es ruckartig durch die Luft gerissen und wickelte sich um ihren Kopf.
Bedeckte die Hörner.
Gut. Sie hasste ihre Hörner.
Gaia erhob sich. Schwebte über dem Boden und schlüpfte in ihre ebenfalls schwebenden Schnürstiefel.
Dann berührten ihre Füße wieder den Boden.
Der Mann zuckte plötzlich erschrocken zurück.
„Du…Du hast …Du hast wieder jemanden umgebracht!“
Nr. 69 kicherte hysterisch.
„Ja, na und? Ist das denn schlimm? Darf ein 15jähriger Diclonius denn nicht einfach Menschen umbringen?“
Sie fasste sich ins Gesicht. Unter ihren Fingern spürte sie das raue getrocknete Blut das auf ihren Wimpern klebte und die Spritzer davon an ihren Wangen.
Der Mann griff zu seinem Walkie-Talkie.
„Dr. Tanaka, sie hat wieder…“
Das Blut spritzte auf die Wände und auf seine weiße Uniform.
Seine Hand landete zuckend auf dem Boden.
Unter ihr breitete sich eine purpurne Blutlache aus. Das Walkie-Talkie rauchte.
Sie hatte ihm die Hand abgetrennt.
Sein Gesicht war schmerzverzerrt. Er presste seinen Armstumpf unter die Achsel und schoss mit dem Gewehr.
Ein elektrischer Draht schlang sich um ihren Körper. Er versengte ihre Haut und sie brach wimmernd zusammen.
Ein Vektor wand sich aus ihrem Rücken und riss ihm das Bein aus.
Die Versuchung war einfach zu groß gewesen
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