Sunrise

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
25.11.2012
22.01.2014
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Kommentar: Und weil es gewünscht wurde, hier noch einmal Sebastians Sicht der Dinge.


Sunrise Sequel: Weihnachtsmorgen


25. Dezember 2001

Als er aufwachte waren die meisten Kerzen erloschen.
Der Geruch von heißem Wachs hing noch in der Luft und es war ziemlich warm.
Verschlafen versuchte er sich die Haare aus der Stirn zu streichen.

Er lag noch immer in Nicos Armen. Fast schien es so, als hätten sie sich die ganze Nacht über nicht bewegt. Es war nicht mehr ganz dunkel draußen, aber auch noch nicht richtig hell.
Im matten Zwielicht musterte Sebastian Nico, der noch friedlich zu schlafen schien.

‚Was hast du nur mit mir gemacht?’
Ganz sanft begann er, über Nicos Haut zu streichen.
Die Erinnerung an den gestrigen Abend, die vergangene Nacht, stand ihm noch deutlich vor Augen.




„Ich erfülle dir deinen Wunsch.“, erklärte Nico.
Sein kräftiger Körper kam über ihn. Er küsste hauchzart über sein Gesicht. Gerade diese Leichtigkeit schien ihn zu versengen.
„Aber nur auf meine Art.“ Endlich konnte er ihn schmecken, wurde aber sogleich wieder verlassen. „Du bist wunderschön… und ich bin nicht stark genug dir zu widerstehen.“
‚Du bist es. Leider.’, hätte er am Liebsten gesagt. Das bittere Lachen des Älteren tat ihm weh.
„Sonst würde ich jetzt im Wohnzimmer kampieren.“
Sein Protest ging  in einem Kuss unter, der ihm die Kraft aus den Gliedern saugte. Es war ihm unmöglich Nicos Charme zu widerstehen.
„Aber du wirst gar nichts tun.“ Nicos wunderbare Lippen wanderten nun über seinen Hals, ließen ihn den Kopf tiefer in die Kissen pressen, um dem Feuer zu entgehen, das er sich doch wünschte. „Außer es zu genießen…“

Er konnte ein wohliges Seufzen nicht unterdrücken. Vorsichtig fasste er Nicos Seiten.
„Aber ein bisschen darf ich auch...?“ Seine Stimme erschien ihm unsicher und fremd. Als hätte er Angst. Dabei wusste er vor lauter neuer Gefühle und Aufregung nur nicht wohin mit allem. Sein Herz klopfte laut und er hätte schwören können, dass es Nico hören musste.
Der Ältere war so nah bei ihm, wie noch nie ein anderer zuvor.
Er konnte Nicos Wimpern, Haar für Haar, erkennen, er sah die kleinen braunen Punkte in den grünen Augen, die kurzen Stoppeln des nachwachsenden Bartes. Vorsichtig strich er mit einer Hand darüber. Sie kratzen ein wenig, aber es fühlte sich vertraut an.
Er zog Nico leicht zu sich.
Er konnte spüren, dass Nico in ihren Kuss hinein lächelte. ‚Das solltest du öfter tun.’

„Es ist dein Geschenk an mich, das ich dich berühren darf.“, erwiderte Nico nun ernst und schob das linke Bein zwischen seine. Als Nico sich leicht nach vorne neigte und damit den Druck auf seine beginnende Erektion vergrößerte, stöhnte Sebastian auf. ‚Das ist …’
Er kannte die richtigen Worte noch nicht.
„Und es ist meins, dass du sicher bist. Also überlass alles mir. In Ordnung?“
Nicos Worte lösten einen Sturm in ihm aus. Tausend Fragen und Vorstellungen, Phantasien, Vorurteile, Wünsche … zu schnell um sie zu fassen, zu abstrakt um sie zu benennen, aber klar genug um ihn verrückt zu machen.
Er konnte nur nicken, um den Ältern zu bestätigen. ‚Wenn du es willst, dass kannst du alles mit mir tun.’, dachte er, traute sich aber nicht, es laut zu sagen.
Wahrscheinlich hätte er auch kein Wort herausgebracht, denn sein Mund fühlte sich an wie ausgedörrt.
Sebastian fühlte, dass seine Haut sich rötete.
Er ließ den Kopf in die Kissen sinken und schloss die Augen.


Angespannt wartete er auf das, was der Größere ihm zu geben bereit war.
Durch seine geschlossenen Lider drang nur beruhigende Dunkelheit. Seine Sinne waren angeregt und nahmen nun Details war, die er vorher nicht bemerkt hatte.
Den Duft des geschmolzenen Wachses.
Die leise Musik im Hintergrund.
Das Gefühl der Bettlaken auf seiner nackten Haut.
Dass er nicht sah, mit welchen Blicken Nico ihn musterte, machte es leichter. Er versuchte nicht darüber nachzudenken, wie er auf den anderen wirken würde, sondern allein zu genießen. Er atmete tief aus.

Jede neue Stelle, an der die weichen Lippen seine Haut berührten, begann zu prickeln, schien elektrisch geladen zu sein.
Von seinem Hals, zu seiner Brust.
Vom linken Schlüsselbein zu den Fingerspritzen und zurück.
‚Es ist mehr als … mehr als nur ein Kuss..’
Sebastian konnte nicht bestimmen was so anders war, aber es konnte unmöglich nur an Nicos federleichten Berührungen liegen, dass seine Haut prickelte, als sei er in himmlische Brennnesseln gefallen.
Er versuchte ihn mit der Hand zu greifen, wurde aber zurück auf die Laken geführt. Baumwolle unter seinen Fingern. Beruhigung für seine überreizten Nerven.

Während sein linker Arm prickelte, strich Nico über seine rechte Brust. Streichelte ihn. Berührte ihn, wie er es noch nie getan hatte.
Er versuchte sein Seufzen zu unterdrücken. Atmete flacher und schneller, um still zu bleiben.
Es kam ihm vor, als müsse er genauso leise sein wie Nico, um die Stimmung, den Zauber, nicht zu brechen.
Sein Herz schlug weit schneller als üblich. Es schien fast so, als wolle es die Passivität ausgleichen, zu der Nico ihn gedrängt hatte.

Als der Ältere nun aber die zumindest etwas bekannten Gebiete verließ und begann seinen weißen, jungfräulichen Bauch zu küssen, hielt Sebastian es nicht mehr aus.
Wenigstens etwas musste er doch tun können!
Die herrliche Qual der Hingabe war einfach zuviel.
Ruhelos griff der nach Nico, begann schließlich mit seinem Haar zu spielen.
So lang wie seines, aber etwas heller, fast wie Sonnenschein, und glatt und seidig.
Seine Finger griffen tief in die weiche Masse, verwoben sich darin, suchten Halt.

Als Nico sein zweites Bein nachzog, spreizte er seine Beine ganz automatisch, um ihm Platz zu gewähren. Er folgte der unausgesprochenen Aufforderung, und stütze sein Bein auf.
Seine Kniekehle prickelte von der leichten Berührung.
Er fühlte, dass er zu schwitzen begann.
Er konnte Nicos Hüfte, den glatten Satin an seinem Bein fühlen.
Heiß.
Und kühl.
Groß.
Fest.
Stark.
Geliebt.

Er hörte das Rascheln der Bettdecke, als Nico sie endgültig zur Seite zog und begrüßte den leichten Luftzug. Ihm war heiß. Er konnte fühlen, dass seine Haare in der Stirn klebten.
Ein verschämtes Lächeln huschte über sein Gesicht, als ihm bewusst wurde, dass er nun völlig nackt unter Nico lag.
Der andere alles sah.
Alles, was er ihm geben konnte.
Alles, was er war.
Unsicher verkrallte er sich in Nicos Haaren.

„Du bist wunderschön.“
Nicos Stimme klang heiser an sein Ohr.
Erleichterung durchströmte ihn, ließ eine Gänsehaut entstehen.
Wich schließlich aufflammender Erregung.
Sicherheit.

Nicos Finger fühlten sich kräftig an auf seiner Haut.
Noch nie war er so berührt worden.
Als der Ältere sich vorsichtig abwärts tastete konnte Sebastian ein Stöhnen nicht mehr unterdrücken. Das leichte Prickeln, das Ziehen in seinem Bauch … er machte ihn verrückt!
‚Was tust du nur mit mir?’
Seine Lippen waren geöffnet. Er atmete heftig.
Presste sie nur zusammen, um sein Stöhnen zurück zu halten.
Er wollte sich winden, stöhnen, schreien… egal was! Hauptsache Nico tat mehr!

Er spürte Nicos Finger an seinen Lippen. Küsste sie sanft. Gierig.
„Entspann dich.“, forderte Nico ihn auf. „Ich hör dich gern.“
Er fühlte sich erröten, löste seine Hand aus Nicos Haaren, umfasste stattdessen seine Hand und drückte sie sich fest an die Brust. Er brauchte Nico! Brauchte ihn um sich festzuhalten. Um standzuhalten, was auch immer kommen würde.

Nicos Finger verließen die Region unterhalb des Bauchnabels und bahnten sich nun einen Weg durch sein dunkles Schamhaar.
Sebastian wand sich auf den Laken.
Einerseits ersehnte er nichts mehr als Nicos Berührung, andererseits war es so neu und aufregend.
Er hatte Angst.
Ein wenig.
Das er es verderben könnte.
Schon jetzt pochte es so stark, dass er meinte kommen zu können.
Als ihn die Hand des Älteren wirklich berührte, was es zu viel.

„Nico..“
Er flehte.
Wusste nicht worum, aber dass Nico ihm helfen würde.

Als er die Feuchte Hitze spürte, riss er die Augen auf.
Sein Atem stockte, sämtliche Muskeln spannten sich an.
„Ahh … Nico….“
Er konnte nicht klar denken. Er sah zwar, was Nico tat, begriff es aber nicht.
Die Hand des Blonden hielt ihn unten, drückte seine Hüften auf die Laken.
Sebastian klammerte sich an seine Hand, griff mit der anderen tief in die Laken.
Er seufzte, stöhnte, versuchte sich Luft zu machen.
Diese Hitze!
Die Berührungen.
Feucht. Heiß. Eng.
Beweglich.
Er schloss die Augen wieder.
Musste sich zusammenreißen um sich zu beherrschen.

Nico bewegte sich geschickt in seinem Schoß.
Sebastian jappste. ‚Nico… Nico….’
Er spürte glühendes Feuer.
‚Sein Mund……..’
Eine riesige Hitze in sich wachsen.
Es war nie so gewesen.
Nie so tief.

Er wollte Nico warnen.
Er wollte ihn wegstoßen, bevor es zu spät würde, aber dann tat der Ältere etwas, von dem Sebastian nicht wusste, was es war und es war zu spät.

Sein ganzer Körper verkrampfte sich bis er das Gefühl hatte zu zerspringen, um sich dann loszulösen und zu fallen.


Er lag keuchend an Nicos Brust.
Sicher im Arm des anderen vergraben.
Er konnte das Herz des Blonden hören, seine Atmung fühlen.
Seine Hände wanderten unruhig über den starken Körper.
Er wollte auch….
Er wusste nicht was, aber er musste Nico vergelten, was er getan hatte. Es war so …
Sebastian war noch vollkommen durcheinander.

Nico fing seine Hände schließlich ein. Küsste sie sanft und legte sie auf seine Brust. Streichelte ihm beruhigend über den Rücken.
Schwieg. Ließ ihn zur Ruhe kommen.


Er räusperte sich. Konnte seiner Stimme nicht trauen.
„Ich..“, seine Stimme klang piepsig. „Soll ich..?“
Er wusste nicht genau was er anbot, wollte es aber.
Nico lächelte ihn an. „Nein.“, beruhigte er. „Ich bin vollauf zufrieden.“
Sebastian nickte, kuschelte sich wieder an ihn.
„Geht es dir gut?“, fragte Nico nach.
Er nickte.
„Es war nur… wow… und ich... ähm…“
Sebastian stockte. ‚Es war toll… super …. was hab ich getan? … bist du mir böse? …. was soll ich machen? … war ich gut…. nein, was sag ich nur? Es war…. ach du grüne Neune….’
„Ein bisschen viel, was?“, half Nico ihm aus.
Sebastian nickte bestätigend. ‚So kann man es auch sagen.’
Nico küsste beruhigend seine Stirn.
Langsam konnte er entspannen.

„Wir sollten schlafen.“, bestimmte Nico und zog die Decke zurecht.
Sebastian wollte eigentlich noch so viel sagen, fragen …
Er kuschelte sich noch fester an Nico.
„Danke.“, murmelte er.




Er war gerade dabei Nico linke Brustwarze mit dem Finger zu umrunden, als der die Augen öffnete.
„Guten Morgen.“, begrüßte er ihn und lächelte. Das er rot geworden war dürfte nichts Neues für Nico sein.
„Morgen.“, entgegnete der Ältere und gähnte herzhaft. Dann drehte er sich zu Sebastian und gab ihm einen Kuss. Wuschelte ihm kurz durch die Haare. „Alles klar bei dir?“
Der forschende Unterton entging dem Jüngeren nicht.

Er nickte und setzte sich auf um ins Bad zu gehen.
„Jetzt hab ich endlich diesen blöden Witz verstanden, über den Thomas und Chris sich so amüsiert haben.“, sagte er, während er sich in sein Handtuch wickelte. Er hoffte, dass seine intensive Rottönung nicht zu sehr auffiel.
Nico zog fragend die Augenbraue hoch und legte den Kopf schief.
Sebastian machte sich vorsorglich schon mal auf den Weg ins abschließbare Badezimmer, während er weiter sprach.
„Du weißt schon,…“, murmelte er grinsend. „Der mit dem Brotkrümel…. und….“
Er wich dem Kissen aus, das Nico nach ihm warf und flüchtete lachend ins Badezimmer.

Nico ließ den Kopf zurück in die Kissen fallen. ‚Was habe ich da nur angefangen? '
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