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Maybe

KurzgeschichteSchmerz/Trost / P12 Slash
25.11.2012
25.11.2012
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Disclamer: Ein Oneshot. Nichts gehört mir, ich verdiene leider kein Geld damit.
                Es geht um Sylar, der sich Gedanken über sein Leben macht. Warnung: Slash, aber nur angedeutet.

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Eingesperrt.

Ein Leben lang.



Während ich die ersten Sonnenstrahlen über der lautlosen Stadt ansehe, stelle ich mir Fragen, wie mein Leben wohl verlaufen wäre, wäre ich jemand anderes. Hätte ich andere Entscheidungen getroffen, andere Eltern gehabt, vielleicht, wenn ich auf eine andere Schule gegangen wäre.



Ich bin schon so lange allein, dass ich mir diese Fragen nun zum wiederholten Mal selbst beantworten kann.

Ich weiß es nicht. Niemand kann wissen, wie etwas verlaufen wäre, hätte man andere Entscheidungen getroffen. Vielleicht wäre es schlimmer gekommen, vielleicht besser. Ich habe gelernt, mit den Sachen zu leben, die mir geblieben sind.

Und alles, was mir bleibt, ist diese Stadt.



Eine ruhige, menschenleere, lautlose Großstadt. Mein Leben hier drin grenzt an ein Eremitendasein. Ich bin alleine. Wollte ich nicht immer alleine sein?

Um ehrlich zu sein – ja.

Ich wollte die ausmerzen, die mir mein Genick brechen wollten. Die mir nichts zu bedeuten hatten…ich wollte mit niemandem etwas zu tun haben. Es gab mich und meine Welt darum. All diese Fähigkeiten…sie waren der Angelpunkt meines Daseins. Sie verliehen mir Macht, die Macht, die ich brauchte, um mir die lästigen Menschen vom Leib zu halten.



Aber jetzt. Ich weiß nicht, wie lange ich schon gefangen bin. Ja, es ist ein Gefängnis. Ich bin allein. Am Anfang war ich panisch. Dann verzweifelt. Mein halbherziger Selbstmordversuch vor einem Jahr kommt mir nun lachhaft vor.

Ich weiß nun, dass es das größte Los ist, zu leben. Dass ich so vielen andern, dieses Los genommen habe, tut mir Leid. Es tut mir Leid.

Aber die, die es sich selbst nehmen, haben es verdient. Vielleicht musste ich bei einigen nur nachhelfen.



Die Sonne blendet meine Augen. Das Dach, auf dem ich sitze, wird immer wieder zur selben Zeit angestrahlt. Jedes Mal sitze ich dann hier oben und sehe nach.



Vielleicht hätte es eine Möglichkeit gegeben, mein Leben zu ändern. Ich hätte mich vielleicht ändern können. Ich hätte vielleicht andere Entscheidungen fällen können.



Ich erinnere mich so langsam an nichts mehr. Viele Erinnerungen sehen für mich heute nur noch aus wie ein Schatten, eine verblasste Einbildung. Vielleicht eine Wunschvorstellung.

Aber als ich dich damals das erste Mal gesehen habe…

Ich habe gleich gemerkt, du bist etwas Besonderes. Irgendwie…anders. Anders als der Rest. Du stachst aus der breiten Masse hervor. Ich habe dein Gesicht zum ersten Mal gesehen und wusste, du bist mir ebenbürtig.

Wir sind uns gleich. Mit dem einen Unterschied: du gibst den Menschen Hoffnung, ich zerstöre ihre Träume. Du gibst Leben. Ich nehme es.



Vielleicht hätten wir tauschen können. Es hätte eventuell genau andersherum sein können, ich hätte deinen Platz haben können, und du meinen. Aber…es ist nicht so.

Du hast versucht, die andern vor mir zu schützen. Du hast nie gezögert, deine Meinungen preiszugeben. Du bist ein Hitzkopf. Ich behalte meine Gefühle für mich, sollte ich welche haben. Vieles in meinem Leben hat mich Ruhe und zwanghafte Geduld gelehrt. Ich plane, alles. Ich bin eine zischende Schlange im Dunkeln, eine giftige Spinne im Netz, ein geräuschloser Jäger. Ich warte, auf den richtigen Augenblick. Du würdest hören, wenn es knallt. Nicht wie du, ein explodierender Stern.



Ich komme nicht umhin, bei dem Gedanken zu schmunzeln. Die lachende Sonne, ich lache auch.



Einmal, da waren wir Brüder. Es ist so lange her, dass ich es beinahe für einen Traum halte. Aber…ich spüre ganz klar dieses Gefühl, welches in mir brütet.

Das einzige, was ich seit Langem fühle, neben dieser Verzweiflung und der Angst, jeden Tag…



Du warst ein Licht für mich. In meiner Dunkelheit.

Ich lache wieder. Über die Zeit bin ich wirklich melancholisch geworden. Die Zeiten verändern sich nicht, sie verändern dich.



Was würdest du sagen, wenn wir uns wiedersehen würden? Nicht, dass ich jemals irgendwen wiedersehen würde. Ich mache mir ja auch nichts aus andern. Aber wenn ich mir jemanden wünschen würde, dann wärest das wohl du.



Ich sehe mich in der Stadt um. Von oben ist alles so klein.

Niemand zu sehen, und doch fühlt es sich auf einmal anders an.



Vielleicht hilft es, ab und zu ein wenig positiv zu denken. Meine alte Denkweise hat mich schließlich hier hinein geführt. Und vielleicht ist das auch alles nur ein großer, abstruser Test. Parkman…der Vollidiot denkt vielleicht, er könnte mich hier einsperren. Vielleicht stimmt das auch, aber er tut der Welt und mir nur einen Gefallen…ich töte niemanden. Und ich kann mir Gedanken machen. Über mich und über mein Tun…



Ich erinnere mich noch gut an eine Szene, die ich noch nicht vergessen habe. Eine derjenigen Erinnerungen, die mir noch geblieben sind und nicht wie ein blasser Schleier über meinem Bewusstsein liegen.

Eben jene, die mir immer vor Augen ist. Unsere erste Begegnung. Du wolltest die Cheerleaderin retten, so was Banales…aber du hattest ja schon immer sehr viel für andere übrig. Mitleid – so was ist mir fremd.

Dein Herz für andere reicht vielleicht auch für mich. Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, dann wäre aus uns vielleicht was geworden, vielleicht…ja, vielleicht wäre aus uns Freunde geworden.



Die Sonne steht immer höher. Vielleicht stürze ich mich vom Dach. Ich hab´s schon einmal versucht, aber da hat´s nicht geklappt. Vielleicht jetzt?

Wie gesagt, denen, die sich das Leben nehmen, wünsche ich die Hölle. Das Leben ist wertvoll, es wegzuwerfen wäre ein Gruß an den Teufel.

Deswegen ist es auch so schwer mit mir – ich hasse und liebe es. Wie kann ich mit mir leben, wenn ich es eigentlich alles beenden wollte? Dieser Zwiespalt frisst mich.

Ich brauche, eine Perspektive. Ich brauche einen Ausblick, eine Hoffnung, vielleicht…Hoffnungsträger, wer war das? Ich nicht. Ich brauche Licht…und…einen Weg, der nach draußen führt, ich brauche…



Von irgendwoher , fern von mir, dringt ein Geräusch an meine Ohren. Ich schrecke sofort hoch. Niemand ist hier. Nur ich allein.

Aber…das Geräusch ist da. Ich höre es. Ganz bestimmt. Und ich irre mich nie. Ich bin Analytiker, ein Psychologe.

Meine Augen suchen die Gassen ab. Ich kenne sie alle.

Und obwohl ich mir sicher bin, dass die Stadt leer ist – ich höre es.

Ich brauche...



Peter.“.

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