Meine große Liebe

von Deli06
GeschichteRomanze / P16
25.11.2012
29.07.2017
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Meine große Liebe



Die Bäume, Wiesen und Felder rauschten an mir vorbei. Mein Autofenster war ganz heruntergelassen. Ich hatte meinen linken Arm locker auf dem Fensterrahmen zu liegen. Der Fahrtwind blies mir meine losen Haarsträhnen aus dem Gesicht. Im Radio spielte laute Musik und ich sang mit.
Heute würde ich nach Ewigkeiten endlich mal meine Schwestern wiedersehen. Darauf freute ich mich sehr. Meine Schwester Annette hatte mich letzte Woche angerufen und sofort spulte sich in meinem Kopf das Telefonat wieder ab.

"Katja? Ich bin's, Annette!" rief meine große Schwester in den Höhrer.
"Hi, Annette! Du hast dich ja lange nicht mehr gemeldet", stellte ich fest, freute mich aber sehr.
"Du, paß mal auf", begann Annette sogleich, "ich wollte mal fragen, ob du gerade unter einem Vertrag stehst?"
Ich war Profi-Eiskunstläuferin und mein Vertrag lief tatsächlich gerade aus. Das teilte ich Annette auch mit.
"Das ist ja bombig!" rief sie völlig begeistert. Fand ich zwar nicht, aber ich hörte mir weiter an, was meine Schwester mir zu sagen hatte.
"Katja, wenn du möchtest, kannst du für das Steinkamp-Zentrum laufen", fuhr Annette fort und wartete gespannt darauf, was ich sagen würde. Sie hatte mir schon oft vom Steinkamp-Zentrum erzählt, das richtig "Steinkamp-Sport und Wellness" hieß. Ihr Mann Ingo arbeitete dort.
"Äh... Ja... " Ich wußte gar nicht, was ich sagen sollte.
"Du kannst auch bei uns wohnen. Im Loft haben wir ganz viel Platz. Kommst du, Katja?"
Annette schien ganz begeistert von der Idee.
Warum eigentlich nicht? dachte ich. Ich würde ein neues Leben in Essen beginnen. Irgendwie gefiel mir diese Idee auch ganz gut.
"Ja, ich komme." Während ich das sagte, huschte mir ein Lächeln über mein Gesicht.

In meinem Ohr klingelte immer noch Annettes Freudenschrei.

Nun war ich also auf den Weg nach Essen. Auf den Weg in ein neues Leben.
Von weitem sah ich schon das große gelbe Ortseingangsschild auf dem "Essen" stand. Mit Vorfreude und großen Erwartungen bremste ich meine grüne Ente auf 50 km/h runter und fuhr in Essen rein. Annette hatte mir ganz genau beschrieben, wo ich hin mußte. Ich hatte keine Angst, es nicht zu finden.
Wenig später erkannte ich der Beschreibung nach das Gebäude von "Steinkamp-Sport und Wellness" linker Hand. Ich bremste und hielt an. Dann stieg ich aus und schloß sorgfältig mein Auto ab. Ehrfürchtig stand ich dann vor dem Steinkamp-Zentrum mit dem großen Eingang.
Sollte ich reingehen? überlegte ich, entschied mich dann aber dagegen. Ich kannte ja niemandem dort. Was hätte ich sagen sollen? Lieber wollte ich erst mit Annette sprechen.
Sie hatte mir gesagt, daß sie einen Imbiß hatte am Steinkamp-Zentrum. Ich guckte mich um und entdeckte dann auch tatsächlich den Imbiß; die "Pommes Schranke".
Freudig ging ich auf den Imbiß zu. Gleich würde ich meine Schwester sehen!
Annette sah mich schon kommen.
"Ahhh, Katja!" schrie Annette voller Freude und kam aus dem Imbiß gestürzt.
"Schön dich zu sehen", rief sie und riß mich in ihre Arme und drückte mich.
"Ich freue mich auch", entgegnete ich und sah meine Schwester an.
"Hast du Durst? Hast du Hunger? Meine Pommes sind die besten in ganz Essen, ich mach dir welche." Annette wandte sich gleich um, ohne eine Antwort von mir abzuwarten und ging in den Imbiß zurück.
Ich lachte. "Ja, Pommes Schranke wären jetzt genial."
Typisch Annette, immer auf das Wohl anderer bedacht. Ich grinste vor mich hin. Es war echt toll, hier zu sein, fand ich.
Annette reichte mir ein Schälchen mit Pommes. Ich nahm mir mit den Fingern einen vom Rand und steckte ihn in den Mund.
"Hm, lecker", bestätigte ich nickend.
"Wenn du aufgegessen hast, zeig ich dir erst einmal das Loft. Dann kannst du dir dein Zimmer angucken und ein bißchen ausruhen", plante Annette für mich. Kauend nickte ich nur.
Während ich meine Pommes aß, ließ ich meinen Blick ein bißchen durch die Gegend schweifen.
Ruckartig blieb er an der Eingangstür des Zentrums hängen.
Dort sah ich ihn. IHN!
Er war mit einem blauen Hemd und einer Jeanshose bekleidet. Seine braunen Haare waren kurz und selbst auf diese Entfernung konnte ich erkennen, daß er die strahlendsten, schönsten blauen Augen hatte, die ich je gesehen hatte.
Ich verschluckte mich an dem Pommes, den ich grad im Mund hatte. Erschrocken sah Annette mich an. Ich hustete und als ich wieder sprechen konnte, wollte ich Annette fragen, ob sie ihn kannte.
"Wer... ", setzte ich an und als ich mich zu ihm umdrehen wollte, war er weg!
"Katja? Ist alles okay?" sorgte sich Annette, als sie meinen komischen Blick sah.
"Schon gut, schon gut. Geht wieder", wiegelte ich ab und widmete mich wieder meinen Pommes.
Während ich weiter aß, überlegte ich, wo der tolle Typ hingegangen sein konnte.
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