Das beste Geburtstagsgeschenk

von Deli06
GeschichteRomanze / P16
24.11.2012
01.04.2016
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Das beste Geburtstagsgeschenk



Ich war heute etwas betrübt. Es war mein Geburtstag, den ich ohne Katja verbringen mußte.

Wir waren ja schon lange getrennt, aber ich kam einfach nicht darüber hinweg, auch wenn ich es von außen nicht mehr so zeigte.

Ich hatte mir eine harte Fassade zugelegt, fing auch mal etwas mit anderen Frauen an, aber trotzdem war mein Herz immer bei Katja.

Sie durfte das natürlich nicht wissen.

Oft fiel es mir schwer, in ihrer Gegenwart die Fassung zu wahren, aber wir gingen uns aus dem Weg, so daß es hoffentlich nicht auffiel.


Eigentlich wußte ich gar nicht, was ich heute machen sollte.

Wirkliche Freunde hatte ich, glaub ich, auch nicht mehr. Ich hatte es mir mit fast allen verscherzt.

Um über Katja hinweg zu kommen, fing ich mit Pokern an und verlor fast Haus und Hof.

..... und meine Freunde.

Katja schien das nicht zu kümmern, zumindest kam mir nichts zu Ohren. Sie war mit Maximilian von Altenburg beschäftigt und scherte sich nicht darum, wie es mir ging und was ich machte.

Heute an meinem Geburtstag kam wieder alles hoch. Ich fühlte mich allein und sehnte mich nach meinem alten Leben. Meine Arbeit im Zentrum bei meinem Vater, meine Freunde und vor allem nach Katja.

Ich wollte nicht mehr der draufgängerische Macho sein, der lässig durch die Weltgeschichte ohne Ziel tingelte. Ich wollte doch wieder der brave Ben sein, mit Anzug und Hemd und den alle liebten.

Genau, wer liebte mich denn noch?

Mit meinem Vater stritt ich auch nur noch. Meine Freunde fanden so an mir auch keinen Gefallen mehr.

Und Katja?

Sie wohl auch nicht. Die Liason mit Maximilian von Altenburg war auch vorbei, aber sie hatte noch nichts dafür getan, daß wir uns wieder annähern könnten.

Für mich hieß das, daß sie mich auch nicht mehr wollte.

Niemand wollte mich mehr!

Auf jeden Fall mußte ich mein Leben wieder ändern. Wieder der alte Ben werden, den alle geliebt haben.


Ich kickte einen Stein weg, der mir im Weg lag, während ich um das Zentrum schlich.

Bis jetzt hatte mich noch nicht mal irgendwer angerufen und zum Geburtstag gratuliert. Alle hatten mich vergessen oder wollten nichts mehr mit mir zu tun haben.

Es tat ganz schön weh.

Wahrscheinlich würde ich heute Abend in die "7" gehen und mich einfach betrinken, meinen Frust herunter spülen. Ich wußte zwar, daß wäre keine Lösung und würde auch nichts an meinem Problem ändern, aber betrunken würde ich vielleicht auf andere Gedanken kommen.

Vielleicht kam ja auch der eine oder andere meiner alten Freunde in die "7" und würden mit mir mitfeiern.

Ach, ich wußte es einfach nicht. Doch so machte mir das Leben keinen Spaß mehr. Früher war es selbstverständlich, daß ich mit meinen Freunden feiern würde. Heute mußte ich alle anbetteln, sich mit mir abzugeben.


Ich seufzte traurig auf, als plötzlich mein Handy klingelte.

Erstaunt blieb ich stehen. Dachte doch jemand an meinem Geburstag? War ich doch nicht allen egal?

Neugierig nestelte ich das Handy aus der Hosentasche und warf einen Blick auf das Display, um zu ermitteln, wer mich anrief.

Ein Lächeln huschte über mein Gesicht und ich drückte auf die grüne Taste, um das Gespräch anzunehmen.
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