Verliebt in dich?

OneshotRomanze, Freundschaft / P12 Slash
Hershel Layton
21.11.2012
21.11.2012
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“Wir finden die Schätze bald, das habe ich einfach im Gefühl, Hersh!“, sagte Lando mit begeistertem Gesichtsausdruck, einem glücklichen Lächeln, welches seine Augen strahlen ließ. Hier, in den Ruinen von Akbadain, einem der verloren geglaubten Schätze der Aslanti, war er ganz in seinem Element.
„Das sagtest du schon vor zwei Stunden“, murrt Hershel, der sich zwar freute, dass sein bester Freund so in seiner Leidenschaft aufging, die Nacht dennoch nicht hier verbringen wollte. Wenn es denn überhaupt schon Nachmittag war, denn keiner der Beiden hatte es für nötig gehalten, eine Uhr mitzunehmen.
Zwei Kompasse, aber keine Uhr. Wie brillant!
„Wenn wir erstmal wieder in Stansbury sind und den Fund renommierten Archäologen zeigen, dann werden wir berühmt“, schwelgte Lando in Zukunftsvisionen. „Und ich werde meiner Liebe einen Antrag machen.“
Hershel, der sich gerade daran gemacht hatte, ein Artefakt aufzugraben, welches ein wenig aus der Erde hervorlugte, schaute überrascht auf.
„Angela wird sich sicher freuen“, erwiderte er erfreut.
Mit blitzenden Augen drehte Lando sich zu Hershel um. „Das bezweifle ich“, murmelte er. „Es geht gar nicht um Angie.“


Wen genau Lando damals wirklich gemeint hatte, fand der zukünftige Professor nie heraus. Bis heute…

Der Vorfall in Monte d’Or ist nun zwei Monate her und Lando wohnt derzeit noch im Reunion, dem Hotel, welches für ihn gebaut wurde.
Hershel war eigentlich bereits zurück in London, doch Lando hat ihn hier her zitiert, weil er „das letzte Rätsel“ auflösen will.

Ohne Luke und Emmy, da der Professor diesmal ahnt, dass es nur um das Mysterium Lando Ascad an sich geht und nicht um irgendwelche Geheimnisse im eigentlichen Sinne, macht er sich auf den Weg durch das Foyer des Reunion zu Landos Zimmer. Es ist die Carneol-Suite, weil Henry sich in alten Tagen einmal über Landos orangefarbenes Halstuch geäußert, Lando dies nie vergessen und so das nach dem orangefarbenen Edelstein benannte Zimmer verlangt hat.
Die Frage, wer sich diese Edelstein-bezogenen Namen für die Zimmer ausdachte, stellt der Professor für den Moment zurück.
Per Aufzug gelangt er in die 25. Etage, ohne einen falschen Schritt geht er zu Landos Zimmer, obwohl er diesen Weg noch nie gegangen ist.
Andererseits ist es auch kein sonderlich schweres Rätsel, denn in dieser Etage gibt es gerade mal fünf Zimmer und eine der Türen ist einen Spalt breit offen, so dass Licht nach draußen dringt.
Es ist die erste Tür rechts.
Der Professor tritt ohne Anklopfen ein, nicht gerade das Benehmen eines englischen Gentleman, doch er weiß, dass Lando ohnehin auf ihn wartet.

In der Suite wird er dementsprechend sofort von seinem alten Freund empfangen: Lando umarmt ihn herzlich und Hershel erwidert die Umarmung ebenso.
„Es ist fantastisch, dass du so kurzfristig hier her kommen konntest!“, ruft Lando und löst die Umarmung. Doch gleich darauf trübt sich seine gute Laune unmerklich, sein Ausdruck wirkt melancholisch. „Du erinnerst dich doch sicher an damals; die Ruinen und wie ich sagte, ich wolle meiner Liebe einen Antrag machen … nicht wahr?“
„Natürlich. Dann ist das also das Rätsel, von dem du sprachst. Herauszufinden, wer den Antrag bekommen sollte, ja?“, fragt Hershel und Landos Miene erhellt sich für einen Moment wieder.
„So in etwa. Aber … eigentlich wollte ich viel mehr mit dir darüber reden…“ Lando bricht ab und geht zu einem Sofa, welches nahe dem Fenster steht. Er setzt sich und Hershel setzt sich unaufgefordert neben ihn. Als beste Freunde, wie damals, verstehen sie sich immer noch ohne Worte. Es ist gut zu wissen, dass einige Dinge sich einfach nie ändern.
„Also, es ist so…“, murmelt Lando. „Ich will es gar nicht sagen, aber in meinem Übermut von damals dachte ich tatsächlich, diese Person wäre auch in mich verliebt … zumindest ein wenig.“
„War sie es denn?“, fragt Hershel. „Verliebt in dich?“
„Es … ähm …“ Lando senkt verlegen den Blick zum Boden. „Es … war ein Er, und nein, ich glaube nicht.“
Ein überraschtes „So?“ entfährt dem Professor, doch Lando bemerkt es nicht. Hershel wird einiges klar.
„Ich denke“, fährt Lando fort, „nach all der Zeit würde mir für einen Antrag der Mut fehlen. Weißt du, Hersh, er und ich, wir haben uns verändert, gehen eigene Wege…“
„Gibt es denn gar keine Möglichkeit, die Wege wieder zusammenzuführen?“, fragt Hershel, obwohl er weiß, welche Offensichtlichkeit in seiner Stimme mitschwingt und er will beim besten Willen nicht, dass Lando weiß, wie er fühlt. Gefühlt hat.
Denn, ja, er war ein bisschen in ihn verliebt. Damals. Doch Lando fiel und man dachte, er sei tot. Das Leben ging weiter, wenn auch mit Schmerzen.
Hershel traf Claire. Seine Claire, seine Liebe, sein Leben und auch sie wurde ihm genommen. Eine lange Zeit fühlte er sich, als hafte an ihm ein grausamer Fluch.
Beide hatte er nie loslassen können. Hatte sich nie von ihnen verabschieden dürfen.
Doch Lando ist jetzt wieder da, bei ihm, aber sind die Gefühle noch da? Irgendwo, versteckt, im hintersten Winkel seiner Seele?
„Wieso tust du das?“, fragt Lando plötzlich. „Denkst du nicht, ich wüsste nicht, dass du Bescheid weißt? Der berühmteste Professor Londons und jetzt willst du keine Ahnung haben?“
Ertappt. Verloren. Die Wahrheit – unumgänglich.
„Es tut mir Leid, Lando…“, sagt Hershel leise. „Es… Ich weiß nicht, ob ich … das kann… Es gibt Dinge, in meiner Vergangenheit, mit denen ich nicht abschließen … kann…“
„Als ob ich eine weiße Weste hätte“, murmelt Lando, mehr zu sich selbst, bevor er lauter sagt: „Aber … kann es denn so schlimm gewesen sein, dass deine Zukunft derart leiden muss?“
Hershel überlegt. Ist es denn schlecht, wenn er weiß, dass Lando ihm gut tun würde? Alte Zeiten, neue Erinnerungen, beste Freunde?
Man müsste ja nicht gleich mit einem Antrag anfangen…
Lando liebt ihn noch und sein Herz flüstert ihm zu, dass da ebenfalls noch etwas ist.
Hershel sieht Lando an, als dieser auch schon die Initiative ergreift.
Er küsst den Älteren zaghaft auf den Mund, wendet jedoch sofort den Blick wieder ab. Es ist eine unausgesprochene Frage, „Wollen wir es wenigstens versuchen?“
Und Hershels glühende Wangen und seine funkelnden Augen sind ihm Antwort genug.

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Eine kleine "Was wäre, wenn..?"-Fic. Wenn Lando niemals gesagt hätte, dass er Angela heiraten will.
Hoffe doch sehr, es hat euch gefallen^^
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