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I`ll protect you

GeschichteDrama, Angst / P16 / Gen
Dong Bang Shin Ki / JYJ Super Junior
15.11.2012
09.05.2014
12
12.140
 
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15.11.2012 821
 
~Prolog~

Das Jahr 1697

Jaejoong trat auf die Lichtung
Unter seinen Füßen froren der Schlamm und die matschigen Blätter den abgefallenen Herbstlaubes zu Eis.
Die Dämmerung war angebrochen.
Obwohl sich der bis eben noch tosende Sturm langsam legte, wurde es im Wald immer kälter.
Doch Jaejoong spürte den eisigen Frost nicht.
Auch die Dunkelheit um ihn herum machte ihm nichts mehr aus.
Seine Pupillen waren weit geöffnet und fingen noch kleinste Spuren von Licht ein, die für das menschliche Auge schon nicht mehr wahrnehmbar waren.
Sie konnte die beiden kämpfenden Männer unter der großen Eiche klar erkennen.
Beide verharrten sie einige Sekunden lang in einer kauernden Haltung, bis sie sich mit einem wilden Fauchen wieder aufeinander stürzten.
Jaejoong beobachtete die beiden einige Minuten bewegungslos.
Er hatte vergessen, warum er hier her gekommen war, warum er das Echo des Kampflärms hergelockt hatte.
Wider vernahm er in seinem Kopf fast ohrenbetäubend die lautlosen Schreie von Wut, Hass und Schmerz, die von den Gegnern ausgingen.
Kein Zweifel, es tobte ein Kampf auf Leben und Tod.
Wer wird wohl gewinnen?,
dachte er.
Beide waren verwundet und bluteten. Der linke Arm des Größeren hing in einem unnatürlichen Winkel herab. Trotzdem hatte er seinen Gegner gerade gegen den knorrigen Stamm der Eiche geworfen.
Sein Zorn war so stark, dass Jaejoong ihn nicht nur hören, sondern fühlen und schmecken konnte. Er wusste, dass die Wut ihm diese ungeheure Kraft verlieh.
Und jetzt viel ihm wieder ein, warum sie gekommen war.
Wie hatte er es nur vergessen können?
Er war verletzt.
Sein Wille hatte ihn hier her befohlen und ihn mit Schockwellen von Wut und Schmerz überflutet. Er war gekommen um ihm zu helfen, weil er zu ihm gehörte.
Die beiden Gestalten lagen jetzt auf dem eisigen Boden und bekämpften sich wie Wölfe.
Schnell und leise trat Jaejoong zu den beiden.
Die Finger des Größeren hatten sich in die Kehle des unter ihm liegenden gekrallt.
Wut übermahnte Jaejoong.
Ohne auch nur eine Sekunde daran zu verschwenden, dass er vermutlich zu schwach war, sprang er mit einem hohen Kreischen auf sie zu, riss den Größeren mit schier unmenschlicher Gewalt von seinem Gegner. Er setzte sein ganzes Gewicht ein, um ihn fortzuschaffen von dem am Boden liegenden, von dem jetzt leises Husten zu hören war.
Doch Jaejoong kümmerte dies nicht.
Seine blutroten Augen waren auf die seines Gegners gerichtet, der ihn mit wachsender Furcht ansah.
Sein Überfall hatte ihn überrascht, denn Jaejoong wusste, er war stärker.
War er doch Älter.

"Jae..."

kam es leise von dem nicht unweit entfernt liegenden Verletzten und augenblicklich schnellte der Kopf des genannten in seine Richtung, die scharfen Eckzähne aufblitzend, die roten Augen glühend.
Sofort sprang her auf ihn zu, kniete sich ehrfürchtig neben ihn und nahm seine immer kälter werdende Hand.

"Jae... Hör... Hör mir gut zu..."

hustete der Schwächere, Blut tropfte dem rabenschwarzhaarigen Jungen entgegen.
Jaejoong beachtete es nicht.
Ihm war nur die nun im sterben liegende Person wichtig.
Weder er selbst, noch sein gegener, der langsam von ihnen wegzukrabbeln versuchte.

"Du... du darfst dich den Menschen nicht s- so zeigen wie du wirklich bist...
Zeig ihnen nicht... was du... in Wirklichkeit bist..."

keuchte der Sterbende leise.
Jaejoong packte seine Hand, zitterte, als er spürte, wie das Leben langsam aus dem Körper wich.

"Beschütze all... jene... die dir wichtig sind... vor anderen... aber auch vor dir selbst...
Wisse Jaejoong... du kannst Segen... und Fluch sein... Je nachdem, wie du dich einsetzt..."

flüsterte er, strich Jaejoong schwach über die Wange.
In Jaejoongs nunmehr dunkle Augen traten Tränen, doch sie liefen seine blassen Wangen nicht heraub, denn er kämpfte sie erfolgreich zurück.
Doch eine einzige Träne fand nun doch ihren Weg seine eiskalt Wange hinab, als er spürte, wie das Leben aus dem Körper nun gewichen war.
Schlaff fiel die Hand an seiner Wange zu Boden, blieb mit einem dumpfen Laut am Boden liegen, der dazugehörige Körper starr, die Brust hob und senkte sich nicht mehr.
Jaejoong zitterte, strich mit seinen fragilen Fingern über die immer kälter werdende Wange.

"Hyung...?"

rau klang seine Stimme als er sie das erste Mal seit Tagen wieder  benutzte,
doch er bekam keinerlei Antwort.

"Hyung...?"

versuchte er es noch einmal, doch erneut ohne Erfolg.
Zitterned rüttelte er an dem reglosen Körper, die Erkenntniss seines Todes wollte ihn einfach nicht erreichen. Jaejoong konnte es nicht akzeptieren.
Doch bevor er auch nur noch eine Kleinigkeit tun konnte, wurde er an der Schulter gepackt und harsch zurück gerissen.
Mit vor Angst geweiteten Augen drehte Jaejoong sich blitzschnell um, riss dem Unbekannten mit einem gezielten Schlenker seiner Hand die Kehle aus, sodass ihm süßes, heißes Blut entgegenspritzte. Er zuckte nicht einmal mit der Wimper, nur sprang er auf, warf sich den leblosen Körper auf den Rücken und rannte davon, den gerade frisch getöteten keinerlei Beachtung schenkend.
Für ihn zählte nur eins.
Er musste fliehen.
So schnell wie es ihm möglich war.
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