Still Crazy 'Bout Sascha

GeschichteHumor, Romanze / P16
Alec "Boss Burns" Völkel OC (Own Character) Sascha "Hoss Power" Vollmer
11.11.2012
17.04.2019
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I know I felt like this before
But now I'm feeling it even more
Because it came from you
Then I open up and see
The person falling here is me
A different way to be
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Es war Donnerstag Mittag und ich lief an dem kleinen Starbucks kurz vor unserer Wohnung vorbei. Ich kam grade von einer Vorlesung, die eigentlich noch bis 14 Uhr gehen sollte, aber die Dozentin hatte uns etwas früher frei gegeben. Die Luft war warm und nur ein seichter Wind wehte durch die Straßen Berlins. Ein perfekter und wunderschöner Frühlingstag also. Abends hatten Jade und ich vor, uns mit Mimi bei dem kleinen Italiener um die Ecke zu treffen und danach ein paar Cocktails zu schlürfen. Für Mimi natürlich Virgin, denn sie stillte ja noch die kleine Hannah, auf die Andre aufpasste. Max wollte in der Cocktailbar auch hinzustoßen und eventuell brachte er Basti mit. Gestern Abend hatten wir telefoniert und obwohl ich ihm gesagt hatte, dass es mir egal war ob er mitkam oder nicht, hatte ich doch ein mulmiges Gefühl im Magen. Es war eine Art Bindungsangst und ich hoffte, dass es heute Abend verflogen war.
Ich lief über die Straße und holte schon mal meinen Schlüssel raus als sich plötzlich die Haustür öffnete und Sascha heraustrat. Er bemerkte mich erst gar nicht, da er auf sein Handy schaute, doch bevor er in mich hinein lief sah er hoch und wir hatten den ersten Blickkontakt, seit unserer Trennung vor dem Kreißsaal.
"Hallo..", sagte ich und meine Stimme klang etwas hohl.
Er lächelte vorsichtig. "Hey Kleine.."
Ich überspielte die Wirkung des Spitznamens mit einem seltsamen Lachen und fragte betont locker: "Und wie geht's so? Gehst du in's Studio?"
Er räusperte sich und meinte dann: "Ja, wir arbeiten grad an was. Und eigentlich ganz gut. Ihr hattet letztes Wochenende wohl Gäste!?"
"Ja, mein Cousin ist aus Amerika zurück und wir haben eine Wilkommensparty für ihn geschmissen. War ganz lustig.."
"Cool.. Ja.. war ziemlich laut. Ich hatte an dem Abend voll den Kater wegen der Krone Party und-"
"Ja, die muss ja ein ziemlicher Knaller gewesen sein, nach dem, was ich im Fernsehen gesehen hab." Ich konnte meine Wut nicht verbergen und bereute es ein wenig, jetzt so direkt gewesen zu sein. Er versuchte seine Scham zu verbergen und sah leicht gekränkt nach unten.
"Das war nicht geplant.." Seine Stimme klang ehrlich, weich und beruhigend, so wie immer und ich wollte am liebsten meine Arme um seine Brust schlingen und mein Gesicht in die Kuhle unter seinem Hals drücken, tief Luft holen um seinen Geruch noch in Erinnerung halten zu können, denn ich hatte ihn vergessen.
"Hör zu; du kennst mich doch. Du weißt doch, dass ich nicht so jemand bin, der eine Woche später jemand anderes küsst."
Nun sah ich nach unten, denn wenn ich ihn noch länger ansah, würden mir die Tränen kommen.
"Hör zu, ich muss jetzt los. Du hast doch bestimmt noch viel zu tun und ich will dich nicht länger aufhalten."
Ich wollte schnell an ihm vorbei und durch die Tür aber er stellte sich mir in den Weg und legte seine Hand an meinen Arm.
"Lass uns hoch gehen und reden.. Komm schon, ich kann mir Zeit nehmen! Die Jungs verstehen das.."
Ich war hin und her gerissen; Einerseits wollte ich unbedingt mit ihm hoch, an dem bekannten Küchentisch sitzen, er kochte Kaffee und redete dabei schon nervös los, während ich kichern musste, weil er sich dabei verhaspelte. Andererseits wusste ich auch, dass daraus ein Fehler werden könnte, den wir beide vielleicht bereuen würden.
"Okay." Ich bemühte mich so klar und stark wie möglich zu reden. "Aber wenn wir da jetzt reingehen, legen wir alle Karten offen auf den Tisch."
Er nickte und hielt mir die Tür auf. Oben bei seiner Tür angekommen, empfing mich der altbekannte Geruch seiner Wohnung, der irgendwie aufregend und beruhigend zugleich wirkte. Mein Herz klopfte, als wir über die Schwelle traten und in seine Küche gingen.
"Willst du Kaffee?", fragte er leicht angespannt. Ich nickte und fügte noch ein kleines Lächeln hinzu. Dann setzte ich mich an den Küchentisch, zog die Füße auf den Stuhl und beobachtete ihn beim Kaffee kochen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Mit dem Unterschied, dass Sascha nicht redete.
"Wie geht's Alec?"
Er seufzte niedergeschlagen. "Ich fürchte so wie mir."
Das traf mich doch leicht, denn ich fühlte mich auch an Alec und Jades Trennung mit schuldig. Als ich keine Antwort gab, drehte er sich mit dem Kaffee in seiner Hand um und stellte die Tasse vor mir ab. Dann setzte auch er sich und wir schwiegen uns wieder einen langen Moment an.
"Was ist auf der Party passiert?" Ich wusste nicht wieso, aber irgendwie schwirrte mir diese Frage im Kopf rum obwohl ich die Antwort schon kannte und selbst eine Woche nach der Trennung sogar mit jemand anderes geschlafen hatte. Zwar nachdem ich Sascha's Knutscherei gesehen hatte aber das war auch nicht viel besser.
"An dem Abend war ich scheiße drauf. Du hattest grade Schluss gemacht, dann hatten wir nicht gewonnen, was mir nicht so wichtig war aber trotzdem hat's mich gewurmt. Alec wollte mich aufheitern aber dann haben wir viel zu viel getrunken und irgendwie hab ich mich dann plötzlich auf dieser Couch mit Johanna wiedergefunden."
Ich merkte ihm an, dass es ihm Leid tat und er es als Fehler sah. Außerdem fragte ich mich, ob ich ihm im Gegenzug von Basti erzählen sollte.
"Ich hab auch Mist gebaut.. Nachdem ich dich im Fernsehen gesehen hatte war ich ziemlich sauer und dann war Abends die Party für Max-"
"Hast du da jemanden geküsst?" Er fragte mit einem kleinen Hoffnungsschimmer, damit wir beide dann Scheiße gebaut hatten, doch, dass ich seine Vorstellung sogar übertraf, ahnte er nicht.
"Ja, aber nicht nur das.. Ich hatte Sex mit ihm."
Der Elefant hatte es sich nun im Raum gemütlich gemacht und sich mit seinem ganzen Gewicht auf uns gelegt.
Er sah mich geschockt an, seinem Blick konnte ich keine Sekunde standhalten, denn mir traten bereits die ersten Tränen in die Augen.
"Warst du betrunken?" Ich wollte ihm nicht die Wahrheit sage, nicht die Enttäuschung in seinen Augen sehen aber ich musste.
"Nein, es war der Morgen nach der Party. Ich habe bei ihm geschlafen, weil alle Zimmer bei uns besetzt waren und dann Morgens ist es passiert."
"Bist du jetzt mit ihm zusammen?"
"Nein, ich denke es war nichts Ernstes. Es war impulsiv und passierte einfach weil es ein passender Moment war."
Es lag eine lange Stille zwischen uns und ich vermied es durchgehend ihn anzusehen. Die Tränen in meinen Augen hielt ich eisenfest zurück. Doch auch das härteste Eisen ist einmal durch, denn die Tränen brannten immer stärker. Ich sprang plötzlich auf und sagte: "Es ist wohl besser wenn ich jetzt gehe."
Ich lief in den Flur und wollte die Tür aufreißen, die Treppe runterrennen und mich in meinem Zimmer verkriechen um leise in mein Kissen zu heulen, damit er mich oben nicht hörte, doch dann hielt mich plötzlich eine starke, große Hand am linken Handgelenk fest und zog mich zurück.
Ich presste mein Gesicht in den Stoff seines Shirts und konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. Der Geruch und die Nähe brachten mich dazu, all meine Kontrolle los zu lassen. Er umschloss mich mit seinen langen Armen und schmiegte seine Wange an meinen Kopf.
"Ich weiß, dass es dir genauso Leid tut wie mir.", flüsterte er in mein Haar. "Menschen machen halt Fehler.." Er strich mir sanft über den Rücken und ich beruhigte mich langsam wieder. Dann löste ich mich vorsichtig von ihm und strich mir die Tränen aus dem Gesicht.
"Wollen wir uns wieder in die Küche setzen?", fragte er lächelnd.
Ich schüttelte den Kopf. "Nein, ich brauch jetzt was zu trinken.."
Wir setzten uns auf die Couch und er schenkte uns einen Whiskey ein, der sich warm und wohltuend durch meine Gedärme zu brennen schien und seine beruhigende Wirkung schon bald entfaltete. Er löste unsere Zungen immer mehr und schon bald quatschten wir stundenlang durch, was mir gefehlt hatte, denn er war ein unglaublich guter Zuhörer, witzig und angenehm. Ich merkte schnell, dass ich ihn vermisst hatte und er ein loyaler Freund war, dem man alles erzählen konnte.
Irgendwann fiel mein Blick auf die Uhr und ich erschrak. Ich hatte nur noch 20 Minuten bis wir uns mit Mimi beim Italiener treffen wollten, war betrunken und noch nicht annähernd fertig. Schnell holte ich mein Handy raus, das ich nach der Vorlesung noch nicht auf laut gestellt hatte und las die 5 Nachrichten von Jade, die alle nach meinem Aufenthaltsort fragten.
"Scheiße, ich muss los!" Er sah mich verwirrt an, denn er hatte grade eine Geschichte von der letzten Bandprobe erzählt.
"Wohin?"
"Ich wollte mit Mimi und Jade Pizza essen und Cocktails trinken. Und wir treffen uns da in 19 Minuten.."
Irgendwie brachte mich die Situation zum lachen, was wahrscheinlich an meiner Betrunkenheit lag. Wir sahen uns in die Augen und prusteten plötzlich los vor lachen. Da rief mit einem Mal Jade an und ich ging ran.
"Halloo?"
Sascha kicherte im Hintergrund.
"Wo bist du?" Jade klang leicht besorgt, was man ihr nicht verübeln konnte, denn ihres Standes nach, währe ich um halb 3 zu Hause gewesen.
"Hm wo bin ich eigentlich?"
"Bist du betrunken?"
"Jetzt hab dich mal nicht so.. in ein paar Stunden wären wir eh betrunken. Ich bin über dir, wenn man es genau nimmt."
Einen kurzen Augenblick lang herrschte Stille, dann sagte sie:
"Du bist betrunken und bei Sascha? Läuft da jetzt wieder was?"
"Nein, wir haben nur einen kleinen Beruhigungsschnaps gehabt und geredet.."
"Okay, dann komm doch zu uns in die Cocktailbar und macht euch da irgendwas zu essen. Ich kann dich nüchtern nicht besoffen ertragen, okay? Und ruf Max an, damit er dich abholt.."
War eigentlich ein guter Plan, denn so hatte ich noch Zeit genug um mich fertig zu machen. Ich stimmte also zu und legte dann auf.
"Wir wollen uns nach dem Essen mit Max in einer Bar treffen und er holt mich dann ab weil Jade mich nicht betrunken beim Essen dabei haben will."
Er grinste, fuhr sich durch die Haare und meinte dann neckend: "Kann ich verstehen.." Ich schlug ihm leicht auf den Oberschenkel. Mir fiel auf, dass wir uns ganz schön nah gekommen waren und sein Arm war hinter mir auf der Lehne. Seine warmen, braunen Augen trafen meine Blauen und er hob langsam die Hand, um sie an meine Wange zu legen. Es schien so, als würden wir uns durch unsere Blicke immer näher kommen, doch bevor wir uns zu nah kamen, schreckte ich reflexartig zurück und rief: "Nein!... Also wir sollten jetzt nichts überstürzen, oder?"
Auch er schien langsam wieder aus dem Kaninchenbau aufzutauchen.
"Ja, da hast du Recht.. aber es war so schön mit dir. Wie früher.. Und ich will nicht, dass der Abend jetzt zu Ende ist."
"Ich auch nicht.. komm doch mit in die Bar! Dann lernst du auch Max kennen und wir machen mal wieder was zusammen."
Er überlegte kurz, wahrscheinlich wegen der Probe, die aber auch schon drei Stunden hinter uns lag und nickte dann.
"Alles klar, musst du dich noch fertig machen oder sollen wir schon los?"
"Max holt uns ab und ich müsste mich noch kurz frisch machen und so.. du kannst aber mit nach unten kommen, wenn du möchtest."

Wir gingen nach unten und ich duschte mich erst einmal um wieder einen einigermaßen klaren Kopf zu bekommen und nicht völlig betrunken meinem Cousin gegenüber zu treten. Unter der Dusche dachte ich über den Verlauf dieses Tages nach. Ich war mir so sicher gewesen keine Gefühle mehr für Sascha zu haben aber heute habe ich gemerkt, wie schmerzhaft die Trennung für mich war und dass ich ihn sehr vermisste. Wenn er genau so dachte und wir uns unsere Fehler verziehen, konnte vielleicht wieder eine Beziehung entstehen. Aber das Beste wäre, wie schwer es auch werden würde, dass wir uns erstmal nur als Freunde trafen. Die Musik, die ich über eine Box hörte wechselte das Lied auf Dreams von den Cranberries und ich wurde ganz sentimental und sehnte mich nach Berührung und Ausgelassenheit.
Plötzlich hörte ich, wie die Tür des Badezimmers geöffnet wurde..
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