Du gehst nirgendwohin

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P12
11.11.2012
24.12.2012
17
16.320
 
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11.11.2012 1.125
 
Erst einmal herzlich willkommen bei meiner dritten Fanfiction hier. Aus der Kurzbeschreibung habt ihr wahrscheinlich erfahren, worum es in Großem und Ganzem geht, aber ich habe noch ein paar Worte zu sagen schreiben. :)
Ich freue mich riesig über jeden Aufruf, aber Reviews habe ich besonders gern. Ich möchte schließlich wissen, was ich besser machen kann. Außerdem liegt diese FF mir sehr am Herzen aus bestimmten, extrem geheimen Gründen... Auf alle Fälle, viel Spaß, macht es euch gemütlich und holt was zum Knabbern, wenn ihr wollt. :)

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1. DER ANFANG


Gunthers POV
Nicht zu fassen, dass ich mir die Meinung von CeCe Jones und Rocky Blue zu Herzen nehme. Und nicht nur zu Herzen, sondern auch als eine Bedienungsanleitung zum Leben.

Ach ja, ich muss erstmal erklären, worum es überhaupt geht, wer CeCe, Rocky und ich sind und was sie für eine Meinung haben.

Cecelia Jones und Raquel Blue sind beste Freundinnen und Frenemies (Freinde) von mir und meiner Zwillingsschwester Tinka. Wir vier gehen auf die gleiche Schule und machen uns ständig über die zwei anderen lustig. Manchmal versuche ich mir, mein Leben ohne die Mädchen vorzustellen und muss lachen: es geht gar nicht! Es wäre irgendwie leer, lustlos und eintönig. Das muss nicht bedeuten, dass ich ohne sie nicht leben könnte... nur, dass es anders wäre. Darum, obwohl es keiner weiß, genieße ich unsere Begegnungen. Auch haben wir noch etwas gemeinsam: wir tanzen bei der beliebten amerikanischen Tanzshow „Shake It Up, Chicago!“ als Backgroundtänzer.

CeCe und Rocky sind jedoch eindeutig beliebter, da sie so wie alle sind. Ich und Tinka haben unseren eigenen Stil, der nicht jedem passt. Wir tragen ständig Glitzer an unseren Klamotten und haben einen europäischen Akzent. In der letzten Zeit denke ich, dass ich auf unsere Einzigartigkeit gar nicht mehr stolz bin, mehr gucke ich mir andere Jungs und Mädchen an, wie sie sind, was sie tragen und wie sie sich verhalten. Mein letzter Versuch, so wie andere zu werden, ging total daneben. Ob ich noch einen starten sollte? Ob ich Ty fragen sollte, mir dabei zu helfen? Übrigens, Ty ist der große Bruder von Rocky und insgeheim finde ich ihn ziemlich cool. Alle Mädchen fahren auf ihn ab und er kriegt immer das, was er will. Außerdem ist er ein guter Rapper und Tänzer. Nicht, dass ich meine, schlechter als er zu tanzen ... aber er hat was drauf.

Genug zu allgemeinen Dingen, nun was zur aktuellen Situation. Ich habe vor, Amerika zu verlassen. Und eigentlich wegen einem lächerlichen Grund, der mich aber trotzdem fertigmacht.

Kein Mädchen will mit mir zum Schulball gehen.

Ich habe bereits drei Listen geschrieben, was ich dagegen unternehmen kann: Ty fragen, ob er mir welche von seinen Klamotten ausleihen mag, vor dem Spiegel amerikanischen Akzent üben, sich zu den Coolen aus unserer Schule gesellen, sind nur einige Beispiele. Doch alles scheitert, denn ich verstehe immer bitterer, dass ich es nicht will. Ich will mich nicht verändern, höchstens ein bisschen. Aber um irgendein Mädchen auf sich aufmerksam zu machen, braucht es radikale Veränderungen. Denn wenn ich meinen ganzen Mut zusammennehme und jemanden anspreche, gibt es erniedrigende Blicke und bestenfalls eine Antwort „Niemals“, „Vergiss es“ oder „In deinen Träumen“.

Manchmal rede ich mir ein, dass ich dankbar sein werde, auf die Stimme gehört zu haben, die fortwährend flüstert, dass Veränderungen nur gut tun. Wer sagt das aber? Ab und an denke ich, dass die Veränderung, als Austauschschüler mit sechs nach Amerika umzuziehen, doch nicht gut getan hat.

Immer öfter glaube ich, sich als Ausländer zu fühlen. Ist das nicht lächerlich? Ich habe mich längst eingelebt, eine Position unter den Schülern gefunden. Amerika ist eigentlich nun meine Heimat. Doch was ist eine Heimat? Und wie findet man sie? Auf diese Fragen finde ich keine Antwort.

Genug von philosophischen und auf die Seele drückenden Fragen. Lieber sollte ich erläutern, was mich überhaupt auf den Gedanken gebracht hat, in meine Heimat zurückzukehren. Schließlich wäre ich allein bestimmt nicht darauf gekommen. Ja, ich war traurig, als ich sah, dass jeder, aber auch wirklich jeder Spinner in unserer Schule ein Date für den Schulball gefunden hat, aber so weit, dass ich beschlossen hätte, das Land zu verlassen, hat meine Traurigkeit auch nicht ausgereicht. Stellt euch mal vor, sogar dieser Max mit der riesigen Brille und immer stinkenden lockigen Haaren hat sich irgendeine Idiotin als Begleitung gefunden! Und diese Idiotin sieht gar nicht einmal so wie er aus, sondern ist gepflegt und gehört seit Kurzem zu der coolen Clique! Natürlich lassen wir die Einzelheiten weg, wie zum Beispiel, dass Max ihr dafür dreißig Mäuse bezahlt hat, oder, dass sie nur für zehn Minuten mit ihm tanzen wird...

Jedenfalls, hat sich die eigentliche Geschichte so zugetragen. Es war nach der Show, als Gary zu uns kam und erklärte, dass die Shake It Up-Webseite eine neue Rubrik braucht. Ich weiß nicht mehr genau, was er danach gesagt hat, ich glaube, er zählte nacheinander alle Rubriken auf und meinte zu jeder, dass sie bereits besetzt wären. Rocky und CeCe riefen ständig, dass sie diese Rubriken führen wollten und seufzten enttäuscht, als Gary mal wieder sagte, dass das nicht ging. Ich und Tinka machten mit, obwohl ich gar keine Lust hatte. Irgendwann sagte der Shake It Up!-Moderator, dass er eine Frage stellen wird und die zwei, die sie richtig beantworten werden, eine Show für Teenager, die mit alltäglichen Problemen zu kämpfen haben, aufmachen dürfen. Ich weiß sogar noch, wie die Frage lautete: „Wenn dein Bruder Geld von deiner Mutter geklaut hat, was wirst du tun?“

Rocky machte sofort ein Gesicht, welches bedeutete „Ich-weiß-die-richtige-Antwort-und-wir-werden-gewinnen“. Als Gary die Frage zu Ende gesagt hat, meldete sich die Brünette schnell zu Wort.
„Oh, oh, ich weiß es!“ – freute sie sich und grinste. – „Du musst es sofort deiner Mutter sagen...“ – sprach sie weiter und ich hörte nicht zu, da ich immer noch an mein Schulball-Problem dachte.
„...denn sonst wirst du kein Geld haben, wenn du dir irgendwann mal welches von der Mutter ausborgen willst!“ – führte CeCe die Antwort zu Ende und lächelte. Ich hörte einige Tänzer im Hintergrund über ihre schlagfertige Aussage lachen.
„Falsch!“ – sagte ich und grinste. – „Du musst deinen Bruder der Geheimpolizei übergeben!“ – so etwas in der Art war also unsere Antwort auf die Rubrikfrage... Wenn ich jetzt daran denke, muss ich über meine Dummheit lachen. Ich habe viele Dinge überdacht, doch leider erst später.
„Die Entscheidung fällt mir wirklich schwer...“ – begann Wilde, und heute weiß ich, dass es ironisch gemeint war. – „... aber ich bin eher für Rocky und CeCe.“
Die Mädchen kreischten und ich und Tinka schauten grimmig in die Runde. Bestimmt dachte ich damals, dass wir Recht hatten und Gary keine Ahnung von wahrem Leben hatte. Wie dämlich von mir!


Und so begann die Geschichte vom LonelyBoy...
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