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Die Templerin 5.0

von Robin16
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
10.11.2012
13.01.2013
6
8.730
2
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
10.11.2012 1.064
 
Waaah es tut mir echt leid, dass es so lange gedauert hat ... >.<

Die Uni war leider die letzten zwei Wochen echt anstrengend gewesen.

Aber nichtsdestotrotz ist hier jetzt endlich das 4. Kapitel!



@ Cien: Vielen lieben Dank für deinen Review!



@ Ju: Auch vielen lieben Dank an meine Beta-Leserin , die sich netterweise dazu bereit erklärt hat nochmal über meine Texte zu sehen  ; )





Sooo wünsche euch wie immer viel Spaß! ; )

Und einen schönen 2. Advent! <3









Kapitel 4

   „Ein Templer“, stellte Doran ungläubig fest und sah abwechselnd zwischen Robin und dem Templer hin und her.

   So unstetig wie Dorans Blick so wirbelten auch Robins Gedanken durcheinander. Wie konnte das sein? Warum sollten Tempelritter ein Handelsschiff ohne ersichtlichen Grund angreifen. Neben diesen Fragen, die ihr unaufhörlich im Kopf herumschwirrten fühlte sie sich auf törichte Art und Weise betrogen.

   Sie wusste wie dumm diese Gefühle waren. Die Zeiten in der sie als Tempelritter durch die Welt gezogen war, waren lange vorbei. Die Geschehnisse, die sie damals am Fluss des Sinai erlebt hatte, der Ort an dem sie dem König von Jerusalem das Leben rettete, verfolgten sie auch heute noch. Die Schreie von kämpfenden Männern – aus Schmerz oder Wut. Schrill wiehernde Pferde, die zu Boden stürzten, ihren Reiter unter sich begrabend, und Blut. So unendlich viel Blut, dass sie glaubte nie wieder in der Lage zu sein den Anblick von vergossenem Blut zu ertragen. So viel Blut, dass sie die Flucht ergriff kaum das sich ihr die Möglichkeit geboten hatte. Die alte Scharm, die sie damals empfunden hatte, stieg für einen kurzen Moment in ihr hoch.

   Was Robin jedoch vielmehr erschreckte war die Tatsache gewesen, wie sehr sie sich damals geirrt hatte. Die Erinnerungen blieben präsent und folgten sie manchmal sogar bis in ihre Träume. Dennoch hatte sie auch nach der Schlacht am Sinai weiter das Schwert geführt. Hatte gekämpft und Blut vergossen. Erst das Bewusstsein ihrer Schwangerschaft hatte ihr die Wichtigkeit und Einzigartigkeit des Lebens vor Augen geführt. Vielleicht würde der Umstand, dass sie eine Mutter war, immer zwischen ihr und der Templerin stehen.

   „Was wollt ihr von uns? Warum greift ihr uns an?“, riss Dorans wütende Stimme sie aus ihren trüben Gedanken.

   Doran hielt den Templer am Hemd gepackt und zwang ihn in eine kniende Position. Das Aufstöhnen des Ritters machte deutlich, dass er das Bewusstsein noch nicht verloren hatte. Aus der Wunde an seinem Bauch strömte noch immer Blut und Robin hegte keinen Zweifel daran, dass der starke Blutverlust sein Todesurteil sein würde. Es gab schnellere Methoden einen Gegner zu beseitigen, wie ein präziser Schnitt durch die Kehle, den Robin vor Jahren selbst nur mit Mühe entgangen war.

   Mit einem leichten Schauer wurde Robin bewusst, dass Doran absichtlich darauf verzichtet hatte ihn gleich zu töten. Allzu oft vergaß sie, dass auch Doran ein ausgebildeter Assassine war, der jederzeit bereit war zu töten, wenn ihr Leben in Gefahr war.

   Trotz der Schwere seiner Verletzung lachte der fremde Tempelritter und fixierte Robin mit seinem Blick.

   „ So überrascht?“

  Zu Robins Erstaunen sprach er Arabisch, wenn auch mit starkem Akzent, was ihre Verwirrung noch weiter steigerte.

„Muss lange her sein, seit dem ihr mit den Tempelrittern zu tun hattet.“

   Robin versucht sich ihre Verunsicherung nicht anmerken zu lassen: „Von was redet ihr?“

  „Es wird geredet – unter den Templern und es scheint bis zu den inneren Kreisen des Ordens vorgedrungen zu sein.“

  Der Templer verzog die Mundwinkel zu einem bösartigen Grinsen und fuhr fort: „Und es scheint, dass sie nicht sonderlich erfreut sind, über die Dinge, die ihnen zugetragen wurden.“

  „Wer sind ‚Sie’?“, mischte sich nun wieder Doran in das Gespräch ein. Er schien angespannt. Ob auch der junge Araber dasselbe ahnte?

 „Ist das wirklich wichtig? Ihr und eure Brut seid so oder so dem Tod geweiht, Weib“, keuchte der Templer. Er begann zu Husten. Blut lief aus seinem Mund. Es würde wohl nicht mehr lange dauern bis der Templer seinen letzten Atemzug machen würde.

  „Wer schickt euch? Und was ist euer genaues Ziel?“, fragte Robin nun bestimmter, woraufhin auch Doran seine Strategie änderte und dem Templer den rechten Arm auf den Rücken drehte. Wie sehr es Robin auch widerstrebte, einen mit dem Tode ringenden Mann derart zu quälen, so blieb ihr hier jedoch keine Wahl. Die Sicherheit vieler geliebter Menschen standen auf dem Spiel, wenn sie es jetzt nicht schaffte weitere Informationen zu erhalten.

  Doran schien der gleichen Ansicht: „Welchen Plan verfolgt ihr? Was ist eure genaue Aufgabe? Sprich endlich oder soll ich dich dazu zwingen.“ Dorans Stimme hatte nun endgültig jegliche Emotion verloren. Der junge fröhliche Mann hatte den Mantel des ausgebildeten Assassinen übergestreift.

 Mit glasigen Augen suchte der Templer zum letzten Mal Robins Blick.

„Tötet Robin von Tronthoff.“ Mit diesen Worten starb der Tempelritter und sackte wie eine seelenlose Puppe in sich zusammen. Doran löste seinen Griff und der Körper fiel mit einem dumpfen Schlag auf die Holzdielen. Die Augen des Templers standen immer noch weit offen, während sich eine große Blutlache auf dem Boden bildete. Hastig wandte Robin den Blick ab und versuchte den Brechreiz zu unterdrücken, der ihre Kehle zuschnürte. Erneut fochten die Templerin und die einfache Mutter eines Kindes in Robins Inneren miteinander. Bis auch hier schließlich die Templerin die Kontrolle über ihr Handeln übernahm.

 „Wir müssen an Deck!“  

 „An Deck herrscht ein heilloses Chaos. Ihr dürft dort auf keinen Fall hinauf“, versuchte Doran zu erklären und baute sich demonstrativ vor der Treppe auf, um Robin davon abzuhalten die Stufen hinauf zu stürmen. Jenseits der Treppe tönte immer noch das Kampfgeschrei herab, wie um die Worte des jungen Arabers zu unterstreichen.

 Robin funkelte ihn wütend an. „Warum? Weil ich eine Frau bin? Du sagst doch selber, dass die Lage ernst ist. Sie brauchen jeden Kämpfer den sie bekommen können. Und ich werde mich ganz gewiss nicht in meinem Zimmer verstecken, während ihr einen Kampf kämpft den ich höchstwahrscheinlich zu verantworten habe.“

 Doran verzog gequält das Gesicht. „Euer Ehemann wäre sicher ...“

Unwirsch wischte Robin den Einwand beiseite. „Salim hat im Moment gewisse andere Sorgen. Bleib du nur bei Leila!“ Mit diesen Worten schob sie Doran zur Seite, griff nach ihrem Schwert, das immer noch am Treppenabsatz lag, und stürmte an Deck, während Doran überrumpelt zurück blieb.
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