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Die Templerin 5.0

von Robin16
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
10.11.2012
13.01.2013
6
8.730
2
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5 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
10.11.2012 2.089
 
Sooo... hier wären wir dann schon bei Kapitel 3



Viel Spaß beim Lesen! ; )

Über Kommentare würde ich mich sehr freuen!



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Kapitel 3

   Robin und Salim begaben sich unter Deck während Faruk weiter Ausschau halten sollte. Glücklicherweise schlief Leila immer noch, sodass Robin Doran ohne Umstände über die momentane Lage aufklären konnte. Salim hielt sich im Hintergrund. Ihr war bereits aufgefallen, dass Salim ab und an merkwürdig reagierte, wenn sie sich mit dem jungen Araber unterhielt. Zudem trug die Tatsache, dass Doran auf ihren persönlichen Wunsch hier war, nicht gerade zur Entspannung der Situation bei. Der Gedanke, Salim könnte eifersüchtig sein, amüsierte sie.

   Sie mochte Doran. Seine fröhliche Art und sein Talent erdachten Geschichten so viel Leben einzuhauchen und den Eindruck zu vermitteln er hätte sie wirklich erlebt. Nicht nur sie, sondern auch Leila teilte diese Meinung. Gab es sonst nichts was ihre Tochter Einhalt gebieten konnte, so vermochte Doran sie mit seinen Erzählungen von Drachen und schönen Prinzessinnen, die von mutigen Helden gerettet wurden, so zu bannen, dass sie zu mindestens für wenige Stunden keine weiteren Alleingänge plante.

   Bedauerlicherweise war Doran nach ihrer Reise durch Ägypten häufig im Auftrag vom Alten vom Berge unterwegs gewesen sodass längere Besuche nur selten möglich waren. Besonders in den letzten Jahren hatten seine Besuche stetig abgenommen, was wohl größtenteils mit Salims Verhalten zusammen hing. Wie um ihre Vermutungen zu bestätigen machte Salim Doran mit stark unterkühlten Worten darauf aufmerksam, dass er sich zurückzuziehen hatte.

   „Natürlich“, antwortete Doran hastig.

 Robin sah ihm an, wie bemühte er war sich seine Betroffenheit nicht allzu deutlich anmerken zu lassen.

  „Am Besten du ruhst dich etwas aus“, schlug Robin vor und fügte freundlich hinzu:„Leila den ganzen Tag über zu bändigen war bestimmt nicht einfach. Vielen Dank dafür.“

   Doran grinste schräg und verschwand ohne ein weiteres Wort. Robin warf Salim einen tadelnden Blick zu, während der Sarazene so tat als hätte er ihn nicht bemerkt. Stattdessen bedeckte er die schlafende Leila mit einer wärmenden Decke für die bevorstehende Nacht und strich ihr sachte über den Kopf.

   „War das wirklich notwendig?“, versuchte Robin ihn auf sein Verhalten aufmerksam zu machen.

   Salim zuckte mit den Schultern: „Ich habe nur die Wahrheit gesagt. Er hatte keinen Grund noch länger hier zu bleiben.“

   „Das mag ja sein, aber das meine ich nicht“, erwiderte sie ungehalten.

   „Ich glaube kaum, dass ich mit dir darüber diskutieren möchte, wie ich mit meinen Leuten umzugehen habe.“

   Der Nachdruck in seiner Stimme machte klar, dass er nicht weiter darüber sprechen wollte. Robin seufzte. Ihr lag nichts daran erneut mit Salim zu streiten, doch ebenso wenig wollte sie weiter mit ansehen, wie Salim Doran traktierte.

   „Kannst du mir wenigstens versprechen, dass du versuchst Doran gegenüber freundlicher zu sein?“

   Anders als Robin befürchtet hatte, grinste Salim plötzlich und zog sie an sich heran.

   „Vielleicht, wenn er sich dafür bei dir zurück hält.“

   Robin lachte und gab ihm einen flüchtigen Kuss. Noch bevor sie ihren Kopf ganz zurückziehen konnte, schlang er seinen rechten Arm um ihre Taille und vertiefte den Kuss. Nach scheinbar endloser Zeit lösten sie die Lippen von einander, um keuchend nach Atem zu ringen. Robin machte Anstalten etwas zu sagen, doch der Sarazene verwickelte sie erneut in einen Kuss. Überrascht über die Intensität des Kusses und seine Widerstrebungen sich von ihr zu lösen öffnete Robin die Augen, die sie entspannt geschlossen hatte. Salim schien ihren fragenden Blick nicht zu bemerken und wandte sich ihrem Hals zu. Die flüchtigen Küsse, die er auf ihre Haut hauchte, ließen Robin erschaudern.

   Ihr wurde bewusst, dass es eine gefühlte Ewigkeit her gewesen war das sie sich so gefühlt hatte. Nicht das sie vorher kaum körperlichen Kontakt gehabt hätten, ganz im Gegenteil. Doch das innige Gefühl der zu Gewandtheit und Verbundenheit, die sie auf ihren Reisen empfunden hatte, hatte sie oft schmerzlich vermisst. Nachdem sie nach Jerusalem gezogen waren hatte sie der Alltag ganz allmählich eingeholt. In diesem Moment jedoch spürte sie, wie dieses Gefühl erneut an die Oberflache schwappte. Vielleicht würde nicht nur Leila, sondern auch ihre Beziehung zu Salim von dieser Reise profitieren.

   Zärtlich fuhr Robin ihm durch das tiefschwarze Haar. Salim hielt in seinem Tun inne und blickte auf. In seinen Augen spiegelten sich Empfindungen wieder, die Robin nicht einzuordnen vermochte.

   „Salim?“

   Er schüttelte nur kurz den Kopf und fuhr ihr sanft über die Wange, bevor er sie ein letztes Mal auf die Lippen küsste und den Arm von ihrer Taille nahm. Robin meinte Schmerz in seinen Augen aufblitzen zusehen, doch sicher war sie sich nicht. Verunsichert ergriff sie seine Hände.

   „Hat es etwas mit der Reise zu tun?“

   Salim lächelte leicht und strich ihr abwesend durch das jetzt wieder lange Haar, das nicht mehr von ihm Kopftuch verdeckt wurde. Sie hatte es bereits während ihrer Unterhaltung mit Doran abgelegt.

   „Ich habe nach gedacht“, meinte Salim.

   „Über was genau?“

   „Über dich, mich, wie ich in dieses Land gekommen bin. Wie ich dich gefunden habe – “

   „Wie du mich gerettet hast“, fügte Robin hinzu und lächelte.

   Die Worte vermochten die Traurigkeit, aus Salims Blick, zu mindesten für den Moment zu vertreiben. Salim grinste auf, für ihn typische Art und Weise. Im stummen Einverständnis beendeten sie an dieser Stelle diese Unterhaltung. Salim schienen Dinge zu belasten über die er aber im Moment nicht sprechen konnte. Drängen wollte Robin ihn nicht. Er würde reden, wenn er bereit dazu war.





   Der Abend brach an und wie vermutet zog wirklich ein dichter Nebel auf. Robin und Salim hatten sich zu Leila gelegt, um etwas zu Ruhen. Gegen ihren Willen nickte Robin immer wieder an, zwang sich jedoch dazu wach zu bleiben. Salim riet ihr etwas zu schlafen, sodass sie schließlich der Müdigkeit nachgab.

 Das erste was sie wahrnahm als sie erwachte, war ein ungewöhnliches lautes Poltern. Ein stetig an und ab schwelender Lärm mischte sich mit Stimmen, die kurzzeitig ertönten und wieder verebbten.

   Erschrocken fuhr Robin auf und sah sich suchend im Raum um. Salims Platz neben ihr war verweist, während Leila zu ihrer Beruhigung stumm neben ihr schlief. Der Lärm, der vom Deck herunter drang ließ sie instinktiv nach ihrem Schwert greifen das sie unter ihrem Bett versteckt hielt. Unglücklicherweise vergaß Robin dabei ihre schwachen Magen, der besonders nach langem Liegen weniger erfreulich auf das Schwanken des Schiffes reagierte.

   Robin suchte fluchend nach dem Eimer. Gerade noch rechtzeitig bevor sie sich würgend übergab. Gott sei Dank war ihr Magen bereits mehr als leer, sodass ihr eine weitere Wiederholung erspart blieb. Tief durch atmend verdrängte Robin die Übelkeit in die hinterste Ecke ihrer Gedanken. Sie durfte keine Schwäche zeigen. Nicht jetzt, wo die Situation so ernst schien.

   Die Kämpferin – die Templerin begann die Kontrolle über ihren Körper und Geist zu übernehmen. Ohne weiter darüber nachzudenken zog sie ihr Schwert unter dem Bett hervor, entfernte das Leinentuch und ließ es in einer flüssigen Bewegung aus der Scheide gleiten.

   Das vertraute Gefühl des Schwertes in ihrer Hand jagte einen kurzen Schauer über ihren Rücken. Bedauernd musste sie sich eingestehen, dass sie das Gewicht des Schwertes deutlich spürte und es zu halten mehr Kraft abverlangte als es früher der Fall gewesen war. Unwirsch schüttelte Robin die negativen Gedanken ab. Für Bedenken blieb keine Zeit. Sie konnte nur darauf vertrauen, dass ihre jahrelang antrainierten Fähigkeiten sie auch dieses Mal nicht im Stich ließen. Mit einem letzten Blick auf die seelig schlafende Leila stürmte Robin aus der Kammer.

   Noch bevor sie die Treppe, aus deren Richtung nun eindeutig Kampfgeschrei zu ihr herunter hallte, kam ihr ein Angreifer entgegen. Überrumpelt sprang Robin zurück. Gerade noch rechtzeitig denn im nächsten Moment zuckte ein Schwert durch die Luft. Genau an der Stelle an der sie zuvor noch gestanden hatte. Verärgert über seinen verfehlten Schlag, setzte ihr der Angreifer nach und nutzte seine Größe – er war gewiss mehr als einen Kopf größer als sie – um sein Schwert in die Höhe zu reißen und auf ihren Kopf nieder sausen zu lassen. Robin wich abermals zurück jedoch nur um genügend Platz zwischen sich und den Angreifer zu bringen, damit sie seinen  Schwerthieb abfangen konnte.

   Metall traf auf Metall und ließ sie leicht erschaudern. Wie lange hatte sie diese Geräusche nicht mehr vernommen?

  Das Schwert des Unbekannten glitt, mit einem unangenehmen Scharben, an ihrer Waffe ab, als sie ihr Schwert nach rechts riss, um die Stärke des Hiebes abzuschwächen. Zu Robins Glück ging ihr Plan besser auf als gedacht. Auch ihr Gegner schien nicht damit gerechnet zu haben.

   Der Schwung der Abwehrbewegung riss ihn nach vorne und taumelte, um sein Gleichgewicht kämpfend, in Robins Richtung. Diese wich rechtzeitig aus, sodass er nicht in sie hinein fiel.

   Nun eindeutig wütend fuhr der Mann herum und zum ersten Mal seit er die Treppe herunter gestürmt war konnte Robin ihren Gegner genauer erkennen. Der Mann trug einen dunkelbraunen Mantel und hob sich so kaum von der Dunkelheit hinter ihm ab, seine hellblonden Haare dafür umso mehr. Die einzige Lichtquelle war das schmale Glasfenster durch, das das Licht des Mondes schien und das Gesicht des Mannes  erhellte. Blaue Augen blitzen ihr zornig entgegen. Schatten tanzten auf seiner hellen Haut als er sein Schwert auf sie richtete und in Angriffsstellung ging.

   Robin stutzte. Nicht nur, dass es sich bei diesem Mann um einen Landsmann handeln musste. Gesicht und Kleidung waren viel zu sauber und sein Schwert in zu guten Zustand, um ihn für einen einfachen Seeräuber halten zu können. Mit einem Schlag war sich Robin sicher keinem Räuber gegenüber zu stehen, sondern es vielmehr mit einem ausgebildeten Ritter zu tun haben.

   Wie um ihre Gedanken zu bestätigen griff der Ritter in diesem Moment an. Noch währen er mit seinem Breitschwert auf sie einschlug, veränderte sich sein Verhalten. Anstatt sie mit kräftigen Schlägen anzugreifen ging er dazu über präzise Hiebe einzusetzen, die sie so nur von Bruder Abbé und den Tempelrittern kannte.

   Robin fiel es zunehmen schwerer seinen Angriffen entgegen zu wirken. Schweiß begann ihr, trotz der nächtlichen Kälte, den Rücken hinab zu laufen. Ihr Schwertarm verlor stetig an Kraft und wurde allmählich taub.

   Erneut verfluchte Robin sich ihr Training vernachlässigt zu haben. Warum hatte sie bloß nicht darauf bestanden sich weiter im Schwertkampf zu üben?

   Dem Unbekannten blieb ihr körperlicher Zustand natürlich nicht unbemerkt, sodass er nun doch dazu überging mehr Wucht in seine Hiebe zu legen. Robin wurde immer mehr in die Defensive gedrängt. Schließlich kam es wie es kommen musste. Ein besonders harter Schlag traf Robin, den sie nur mit Mühe abfangen konnte. Der Aufprall war dennoch so stark, dass Robins Arm ihr endgültig den Dienst versagte.

   Mit einem dumpfen Schlag landete ihr Schwert auf dem Boden und schlitterte noch ein gutes Stück weiter, bis es am Fuße der Treppe zum Liegen kam.

   Robin hatte auch nach Jahren keine Zweifel daran wie diese Situation verlaufen wäre, wenn nicht Doran eingeschritten wäre. Der junge Araber hatte Robins Lage erkannt, als er die Treppe herunter gestürmt war.

   Der Angreifer war von Doran Auftauchen kurzzeitig abgelenkt, sodass Robin sich befreien konnte. Doran zog geistesgegenwärtig sein Schwert und stieß es seinem Gegner in den Bauch noch bevor dieser wusste was vor sich ging. Der Getroffene röchelte und griff sich ungläubig an den Leib aus dem unaufhörlich Blut floss.

   „Verdammter Heide“, stieß er zwischen zusammen gebissenen Zähnen hervor, bevor ihn der Schmerz zu Boden sinken ließ.

   Doran trat unbeirrt vor und zwang den Kopf des Mannes in den Nacken. Vermutlich um ihm die Kehle durchzuschneiden, doch Robin hielt ihn zurück als sie ein bekanntes Symbol unter dem dunklen Mantel des Mannes hervorblitzen sah.

   „Doran warte!“

Überrascht hielt der junge Krieger in seinem Tun inne und trat gehorsam zur Seite. Ließ den verletzten Angreifer dabei aber nicht los und beäugte ihn misstrauisch, um sicher zu gehen, dass er sich nicht unerwartet aufbäumte. Ohne Umschweife kniete Robin neben dem Unbekannten nieder und schob den Mantel ein Stück zurück.

 Ein, ihr wohl bekanntes, rotes Kreuz auf blühten weißen Stoff leuchtete ihr gerade zu höhnisch entgegen. Doran zog scharf die Luft ein als er ihrem Blick folgte.





























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hmmm... „rotes Kreuz auf blühten weißen Stoff“?

Was das wohl zu bedeuten hat?  ; )
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