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Die Templerin 5.0

von Robin16
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
10.11.2012
13.01.2013
6
8.730
2
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
10.11.2012 1.782
 
Sooo... hier wäre dann mal wieder was von mir. War bis jetzt auf dieser Seite nur mit meinen Kurzgeschichten unterwegs gewesen und wollte mich jetzt mal an etwa versuchen ^^



Kurz etwas zur Geschichte selbst. Wie der Titel schon verrät orientiere ich mich bei dieser Geschichte an dem Buch "Die Templerin" von Wolfgang Hohlbein (bis jetzt 5 Bände). Die Handlung meiner Geschichte setzt dabei nach dem 4. Band und am Anfang des 5. Bandes ein. Es wäre also günstig wenn ihr zu mindestens teilweise die Bücher kennen würde, da ich zum Teil auf Dinge eingehe, die in den vorherigen Bänden passiert sind. Wenn nicht ist das aber auch nicht schlimm ; )



Ihr wundert euch jetzt vielleicht warum ich im 5. Band ansetze. Das liegt daran, dass die "Die Templerin" immer eines meiner Lieblingsbücher gewesen war und auch immer noch ist. Da aber leider der Verlauf des 5. Bandes leider in vielerlei Hinsicht schockierend gewesen ist und sich die Handlung nicht ganz so entwickelt hat wie ich mir das vorgestellt habe. Möchte ich auf diesem Weg versuchen die Geschichte umzuschreiben.

Die Charaktere und die Grundgeschichte, denen ich mich bediene, sind demnach nicht aus meinen kreativen Geist entsprungen. Bei der Handlung orientiere ich mich teilweise an denen die auch im 5. band passieren, weiche aber auch teilweise ab.



ok lange Rede kurzer Sinn ... ich wünsch euch jetzt einfach hoffentlich viel Freude am Lesen!

Über Kommentare würde ich mich im übrigen sehr freuen ; )























KAPITEL 1



  Nicht schon wieder, schoss es Robin durch den Kopf, als das Schiff laut Krachend in Schräglage ging. Nur mit Mühe hielt sie das gerade erst zu sich genommene Essen davon ab ihre Speiseröhre hinauf zu  wandern.

 Zwecklos. Denn bereits im nächsten Moment schwenkte das Schiff  abrupt  auf die andere Seite. Das war zu viel für ihren Magen. Mit einem mehr als nur unappetitlichen Laut beförderte sie auch den Rest ihrer spärlichen Mahlzeit in einen Holzbottich. Robin stöhnte. Sie hatte bereits aufgegeben sich etwas vorzumachen. Hatte sie zu Beginn ihrer Reise noch geglaubt die Seekrankheit überwunden zu machen, so musste sie sich nun eingestehen, dass sie sich mehr als nur im Irrtum gewesen war.

   Die Schifffahrt und sie würden wohl nie Freunde werden. Die ersten Schritte auf schwankenden Boden waren noch erstaunlich einfach verlaufen und die Erinnerung an ihre erste Fahrt in die hinterste Ecke verband. Mit Skepsis hatte Salim verfolgt, wie sie selbstbewusst auf dem Schiffsdeck herumgelaufen war, um ihrer Tochter die Angst vor der bevorstehenden Reise zu nehmen. Er hatte es wohl damals schon geahnt. Das Ergebnis ihres unbedachten Auftretens schimmerte ihr nun in einem  weniger ansprechenden Farbenspiel entgegen.

   „Wäh Mama, das ist echt eklig“, ertönte die Stimme ihrer reizenden Tochter, die im Türrahmen der kleinen Kajüte erschienen war und such Salim streckte kurze Zeit später den Kopf durch die Tür.

   „Ich brauche dich wohl nicht zu fragen, wie es dir geht“, fragte Salim grinsen, schob sich an seiner Tochter vorbei und weiter ins Rauminnere. Dabei musste er Acht geben nicht gegen die niedrige Decke zusto0en, die sich in Robins verdrehter Wahrnehmung auf unnatürlicher Weise nach außen wölbte. Genervt schloss sie die Augen.

   „Sehr witzig“, presste sie zwischen zusammen gebissenen Zähnen hervor.  

   Salim berührte sanft ihre Stirn, worauf sie sich zwang die Augen zu öffnen. Wie aus dem nichts hielt Salim plötzlich ein Leinentuch in der Hand, um damit den Schweiß von ihrer Stirn zu wischen.

   „Verzeih, wird es denn wenigsten besser?“

 Schnaubend lehnte sich Robin gegen die Holzplanken.

   „Papa, Mamas Gesicht hat die Farbe von dem Zeug, das Malik immer aus der Nase tropft“, stellte Leila kichernd fest. Malik war ein Kamel an dem sie einen Narren gefressen hatte und befand sich im Besitz ihres Schwiegervaters.

   Salim versah Leila mit einem tadelnden Blick.

   „Willst du nicht lieber an Deck gehen und den Fischen beim Fliegen zu sehen“, schlug er freundlicherweise vor. Er musste wohl in ihren Augen gelesen haben wie nah Robin einem kleinen Wutanfall war. Erstaunlicherweise ging Leila ohne viel Murren auf den Vorschlag ein und verschwand fröhlich hüpfend im Gang.

   „Wie ungemein mitfühlend unsere Tochter doch ist“, Robins Stimme triefte vor Sarkasmus.

   „Manchmal kann sie erschreckend ehrlich sein“, er grinste plötzlich und fügte hinzu: „Wobei sie mit dem Vergleich gar nicht so falsch liegt.“ und ließ sich elegant neben Robin auf das Lager fallen, unbeeindruckt von Robins vernichtenden Blick.

   „Wann kann ich den wieder mit festem Boden unter den Füßen rechnen, damit ich euch nicht mehr mit meinem Anblick behelligen muss“, fragte Robin spitz.

   Salim lächelte und fuhr fort mit dem Stoffstück über ihre Stirn zu fahren.

   „Bald. Sehr bald sogar, wenn der Kapitän Recht behält erreichen wir Bremen morgen um die Mittagszeit.“

   Robins Wut verflog und machte Platz für ein Gefühl, das sie bis dato durch die Reisevorbereitung zu verdrängen versucht hatte. Auf dem Schiff waren ihre Gedanken voll darauf konzentriert gewesen sich nicht zu übergeben. Salim Worte und die Tatsache, dass ihr Magen allmählich zur Ruhe kam machte Platz für ein anderes Gefühl.

   Sorge. Oder war es vielmehr die Angst, die sie zu plagen begann?

   Die Angst vor der Heimkehr, die womöglich keine sein würde. In den letzten Jahren war das Morgenland ihre Heimat geworden. Ein Ort der Ruhe. Angefüllt mit Menschen, die sie liebten und denen sie vertrauen konnte. Doch hatte sie nicht auch in ihrer alten Heimat Freunde und Familie besäßen? Gab es dort nicht auch Menschen, die ihr einmal wichtig gewesen waren. Sicherlich. Die Frage lautete wohl eher, wer von diesen Menschen noch lebte und wenn ja wer sich überhaupt an sie erinnerte.

   Immerhin war es bereits fast neun Jahre her, dass sie ihre Reise begonnen hatte. Eine Reise, die ihr eine neue, aufregende Welt eröffnet hatte und ihr gleichzeitig den Weg auf ihre eigene, kleinere versperrt hatte. Dieser Weg existierte noch und bald würde sich herausstellen, ob er für sie noch begehbar war.

   Robin fühlte sich ertappt, als Salim sie beinahe besorgt musterte. Sie musste sich eingesteht, dass ihr Ehemann sie besser verstand als es ihr manchmal lieb sein konnte. Selbst das beruhigende Lächeln, das sie ihm schenkte, konnte die Sorge nicht vollends aus seinem Blick vertreiben.

   „Bist du dir wirklich sicher, dass du dein Heimatdorf besuchen möchtest?“

 Robin zuckte resignierenden mit den Schultern. „Ich habe keine Wahl, Salim“

   „Man hat immer eine Wahl!“

   „Nicht in diesem Fall“, Robin schüttelte den Kopf und zog bestimmt Salims Hand von ihrer Stirn. „Ich fühle mich dazu verpflichtet.“

  Salim ließ seine Hand sinken und griff in derselben Bewegung nach ihrer Hand. Das Leinentuch landete mit einem dumpfen Laut auf dem Boden.

   „Mir wäre wohler, wenn du nicht gingest. Wir könnten unsere Pläne ändern und auf einen anderen Weg nach Köln gelangen.“  

   „Ich bin Schuld an ihrem Unglück. Ich muss dort hin“, versuchte Robin ihrer Entscheidung Nachdruck zu verleihen.

   Salims Griff um ihrer Hand verstärkte sich, wobei Robin bewusst war, dass er Acht gab ihr nicht weh zu tun. „Ich will nicht, dass du gehst. Du wirst nur enttäuscht werden.“ Man sah Salim an, dass er sich zusammenreißen musste seinen Unmut nicht allzu deutlich zu zeigen.

   „Ich weiß“, versöhnend verschränkte sie ihre Finger mit den seinen. „Bitte Salim, versuch es mir nicht weiter auszureden.“

   Salim maß sie mit einem unergründlichen Blick. Indem er ihre Hand an seine Lippen führte und ihre Finger küsste, gab er ihr dennoch stumm sein Einverständnis. Auch wenn sich Robin klar war, wie ungern er dieser Bitte nachgab. Robin blies die Luft aus, die sie unwillkürlich angehalten hatte.  

   Allmählich entspannte sich auch Salim und rückte näher an sie heran. Robin genoss die Wärme seines Körpers und ließ ihren Kopf auf seine Schulter sinken. Niemals hätte sie geglaubt, dass sie einmal die Hitze der Wüste vermissen würde. Doch die Kälte, die seit mehreren Wochen durch jede Ritze und unter jede Decke dran, schien unangenehmer als sie sie in Erinnerung hatte. Zärtlich strich Salim ihr eine Strähne aus dem Gesicht und schob sie hinter ihr Ohr.

   „Leila wird wohl noch eine Weile beschäftigt sein“, murmelte Salim in ihr Haar hinein, wodurch  seine Stimme nur gedämpft zu vernehmen war und ließ seine Lippen zu ihren Ohr wandern. Unwillkürlich hob Robin den Kopf und schob die Schultern nach oben, als der Atem des Sarazenen sie am Ohr zu kitzelte.

   „Und was gedenkt mein geliebter Ehemann in der Zwischenzeit zu tun“, fragte Robin schmunzelnd und versuchte sich spielerisch aus Salims Umarmung zu lösen.

   Salim grinste breit und drückte sie auf ihr Lager. Ihre Gegenwehr gab sie schnell auf, was wohl daran lag, dass sie im Grunde gar nicht vorgehabt hatte sich zu wehren. Während Salim sich mit Küssen ihren Hals hinauf arbeitete durchliefen Robin leichte Schauer. Als er schließlich eine empfindliche Stelle hinter ihrem Ohr erreichte, musste sie sich auf die Lippen beißen um nicht leise aufzustöhnen. Es ärgerte sie, dass Salim es immer wieder fertigbrachte sie aus der Fassung zu bringen und wollte ihm daher diese Genugtuung nicht so leicht geben. Aus den Augenwinkel nahm sie jedoch war, dass er ihre Geste richtig gedeutet hatte. Sein Grinsen wurde nun eindeutig unverschämt.

   Mit einem abrupten Ruck zog sie Salim zu sich heran, sodass sich sein Gesicht nun wieder auf gleicher Höhe mit dem ihren befand. Kurz bevor seine Lippen den ihren so nahe kommen konnten, um ihr einen Kuss zu stehlen, wälzte sich Robin auf dem Lager herum und nagelte ihn nun ihrerseits fest. Mit großer Freude nahm sie wahr wie Salim murrend auf ihr Handeln reagierte und mit sichtlicher Ungeduld versuchte sie wieder an sich heran zu ziehen.

   Das Spiel ging noch eine Weile so weiter bis Salim schlussendlich doch die Oberhand gewann und die Lippen auf die ihren drückte. Atemlos lösten sich die Beiden voneinander, wobei der Sarazene Robin gerade so viel Raum ließ, dass sie ihren Brustkorb heben und senken konnte.

   „Das war unfair“, meinte Robin immer noch nach Atem ringend.

   „Ich bin nicht derjenige, der damit angefangen hat“, Salim grinste und beugte sich abermals zu ihr herab, um erst ihr Schlüsselbein und dann erneut ihren Hals mit einem Kuss zu versehen.

   Gerade als Robin endgültig das Spiel beenden wollte, folg urplötzlich die schmale Holztür auf und krachte mit einem dumpfen Laut gegen die Wand. Leila stürmte herein. Dicht gefolgt von Doran dessen Miene verriet, dass er Leilas Eintreten eigentlich hatte verhindern wollen.
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