Taken by the Frost

GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
06.11.2012
07.01.2013
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Dieses Kapitel
11 Reviews
 
 
 
Hallo an alle, die sich von der Kurzbeschreibung haben anziehen lassen und bei dieser Story gelandet sind. ;)
Jaah, ein heikles Thema, ein Loki-Slash, ich weiß. Aber ich wollte mich jetzt unbedingt mal in diesem Bereich versuchen, weshalb meine Pairing-Wahl einfach auf ihn und Tony gefallen ist. Die Avengers sind mein absoluter Lieblingsfilm, weshalb ich nun in diesem Fandom posten werde.^^

Okay, aber nun zur Story. Ich wollte keine dieser typischen Slash-Stories, in der sich zwei aboslut heterosexuelle Kerle urplötzlich und ohne lange Vorgeschichte ineinander verlieben, ihre Liebe gegen sämtliche Leute aus ihrem Umfeld tapfer verteidigen und allem zum Trotz zusammen neu anfangen und glücklich werden, schreiben.
Damit fühle ich mich erstens unterfordert und zweitens läuft keine Liebesgeschichte in Wahrheit so ab.
Deswegen werde ich mich mehr auf das Zwischenmenschliche konzentrieren, die Probleme darlegen, die die Beiden mit den ungewohnten Gefühlen haben und auch die Angst vor ihrem Umfeld und vor einander.
Tony und Loki sind beide heterosexuell und werden am Anfang große Schwierigkeiten mit ihren neuen Gefühlen haben. Ich will auch die Entstehung dieser Gefühle genauer beleuchten, da sich die Beiden ja bekanntermaßen in The Avengers nicht besonders leiden konnten. ;) Also quasi wie aus Ablehnung Respekt, dann Freundschaft und schließlich Liebe oder zunächst vielmehr Begehren wird.
Deswegen ist die Story auch in drei Handlungs-Arcs aufgebaut.

Das wären wie folgt:
1. Kennenlernphase
2. Annäherungsphase
3. Beziehungsphase.

Ich werde weiter unten auch einen kurzen Einblick in die drei Arcs geben, um was es im Großen und Ganzen geht, also jeder, der sich nicht spoilern will, sollte das dann einfach überlesen. ;)

Zusätzlich zu alledem, um mir selbst noch mehr Arbeit zu machen ;p, ziehe ich das ganze als eine Art Songfic auf. Für jeden Arc wird es sowohl für Tony als auch für Loki ein Lied geben, dass seine Gefühle während der Handlung treffend beschreibt. Ich finde das macht die ganze Sache anschaulicher und gibt dem Leser (und auch mir als Autor) einen besseren Einblick in ihr Innenleben.
So.
Wen meine meterlange Vorrede jetzt noch nicht abgeschreckt hat, dem wünsche ich jetzt viel Spaß mit dem ersten Kapitel. ;) Da ich, wie schon erwähnt, das erste Mal eine Story aus dem Slash-Bereich poste, würde ich mich sowohl über Kritik als auch über Lob sehr freuen. Natürlich könnt ihr mir auch nur schreiben, wie ihr die Idee findet und ob euch das erste Kapitel gefallen hat.
Empfehlenswert wäre es, Thor, Iron Man 1-2 und The Avengers gesehen zu haben.

Liebe grüße,
Senei


Loki
Tony

***---***
Es dämmerte gerade und von der Sonne in leuchtendes Orange getauchte Wolken schwebten über Manhattan. Der riesige, imposante Stark-Tower ragte hoch in den Himmel empor und es schien fast so, als versuche er nach den Wolken zu greifen. Die verglaste Fassade schillerte golden im Dämmerlicht und der gewaltige Schriftzug, der in Leuchtbuchstaben den Nachnamen des Besitzers des protzigen Gebäudes verkündete, glimmte bereits hell in der einsetzenden Dunkelheit.
Dort, in einem dieser zehn Stockwerke hinter den unzähligen, verglasten Fenstern, saß Anthony Edward Stark, eben jener weltbekannter Besitzer des Towers, auf seiner halbrunden Couch und strich gedankenverloren mit den Händen über den teuren Samtstoff des Möbelstückes. Seine dunklen Augen waren starr auf den dämmernden Himmel gerichtet. Die Glasfront des weitläufigen Raumes ermöglichte ihm freie Sicht auf den Horizont und die Skyline Manhattans. Seine sonst so modisch geformten, perfekt gestylten Haare hingen heute nur wirr in seine Stirn und dunkle Ringe lagen unter seinen Augen.
Sein weißes Hemd und die ärmellose Anzugweste darüber waren zerknittert und aufgeknöpft, seine Anzughose hatte dunkle Flecken vom Motorenöl und seine Socken waren abgewetzt und voller Staub und Flusen.
Er hatte die letzte Nacht kein Auge zugetan und auch jetzt, nachdem er fast zweiundzwanzig Stunden am Stück an seinen geliebten Anzügen gebastelt hatte, fühlte er sich nicht besser.

Es hatte alles mit der Gala gestern begonnen. Tony hatte einmal wieder für einen guten Zweck gespendet und sich dabei von der Presse als wohltätigen und menschenfreundlichen Milliardär feiern lassen, dessen Hobby zufällig auch noch darin bestand, als Superheld die Welt zu retten. Er war zwischen all dem Trubel für ein paar Minuten auf die Terrasse des edlen Anwesens getreten, auf dem die Gala abgehalten wurde, um in Ruhe mit Pepper telefonieren zu können. Seine Freundin war für zwei Wochen auf einer Messe in Washington und würde erst in drei Tagen wieder zurück kehren.
Er hatte gerade Peppers Nummer gewählt gehabt, als sein Blick zufällig zu den Sternen über ihm gehuscht war.
Und was er dort gesehen hatte, hatte ihn so verstört, dass es ihn nun schon seit fast zwei Tagen wach hielt.
Es waren helle, bunte, leuchtende Lichtfäden gewesen, die sich wie ein gewobenes Geflecht über dem dunklen Firmament ausgebreitet hatten. Zuerst hatte Tony es absurderweise für Polarlichter gehalten, die plötzlich über New York aufgetaucht waren.
Doch dann war ihm bewusst geworden, wo er diese Lichtgebilde am Himmel schon einmal gesehen hatte.

Seine Hand krallte sich in den Bezug seiner Couch und das Whiskeyglas in der anderen zitterte. Die Chitauri! Sie waren zurück!
Tony war sich ganz sicher. Nie würde er die Form und Farben der Lichter vergessen, die das geöffnete Tor zum Planeten der Chitauri verschleiert hatten. Er war direkt hindurch geflogen, als er diese Atombombe in den Himmel abgelenkt hatte. Er war noch einmal hindurch gefallen, als er völlig erschöpft und halbtot zurück auf die Erde hinabgestürzt war.
Er hatte gehofft, sie nie wieder sehen zu müssen, aber nun war es passiert und es hatte ihn getroffen wie ein Hammerschlag Mjölnirs. Er hatte sich immer vorgemacht, die Ereignisse von damals gut verarbeitet zu haben, aber nun konnte er seine Gefühle nicht mehr länger verleugnen.
Er hatte  nun einmal fast sein Leben im Kampf gegen diese bissigen Aliens verloren. Sie alle, die Avengers, waren  nun einmal mal schwerer, mal nicht so schwer verletzt worden. Phil Coulson war  gestorben.
Und er hatte nun einmal gesehen, was sich auf der anderen Seite des Portals befunden hatte. Gigantische Schlachtschiffe, eine tausende Mann starke Armee, eine militärische Übermacht.
Was der Grund war, aus dem er gehofft hatte, er hätte die Chitauri ein für alle Mal vernichtet. Doch damit schien er mehr als falsch gelegen zu haben.

"Nehmen Sie die Tatsachen hin, Stark!" Fury saß ihm gegenüber, die Beine übereinander geschlagen und ebenfalls einen Drink in den Händen. "Die Chitauri müssen die Explosion der Atombombe überlebt haben. Und wenn es auch nur ein paar waren damals, mittlerweile haben sie ihre Armee neu formiert und machen sich bereit für einen erneuten Angriff!"
"Hat ihnen die eine Niederlage etwa nicht gereicht?", brummte Tony und nahm einen tiefen Schluck von seinem Whiskey. Wenn tatsächlich auch nur ein Bruchteil der Chitauri, die er damals mit der Atombombe auf dem Rücken auf der anderen Seite des Portals gesehen hatte, überlebt hatte, und wenn vor allem eines dieser entsetzlichen Schlachtschiffe heil geblieben war, standen die Avengers ihrer wohl größten Herausforderung aller Zeiten gegenüber.
"Es geht ihnen diesmal gar nicht primär um die Erde", sagte Fury schließlich seufzend.
Tony hob überrascht eine Augenbraue. "Nicht?"
Der hochgewachsene Afro-Amerikaner schüttelte den Kopf. Tony sah ihm an, dass er mal wieder mehr wusste, als er preisgab, aber er konnte dieses Spiel ja auch spielen. Schließlich galt er nicht umsonst als Genie.
"Wenn sie also nicht die Erde angreifen, dann... Ist ihr Ziel ein anderer Planet?" Tony sah, dass er mit seiner Mutmaßung voll ins Schwarze getroffen hatte, denn Furys Mundwinkel zuckten ertappt. Er gab sich einen erneuten Versuch. "Asgard?"
Fury sah auf. "Vor einigen Stunden hat Thor zu uns Kontakt aufgenommen. Er sagte, er kommuniziere über die Macht seines Vaters mit uns und wollte uns warnen. Die Chitauri haben Asgard angegriffen und schon zu großen Teilen verwüstet. Zunächst versuchten sie, selbst Herr der Lage zu werden, doch sie scheiterten an der Übermacht ihrer Feinde. Odin plant nun, ihn und Loki hierher zur Erde zu schicken, damit die Brüder ihre... Differenzen mit den Chitauri nicht weiter auf Asgard austragen müssen. Odin weiß um die Avengers und erhofft sich unsere Hilfe. Mit vereinten Kräften könnten wir diese Monster ein für allemal vernichten!"
Jetzt wurde Tony hellhörig. "Moment mal... Loki? Was, zum Henker, hat der denn wieder mit allem zu schaffen? Sollte der in Asgard nicht in einem schnuckeligen Gefängniszellchen vor sich hin vegetieren?"
Zu Tonys völliger Verwirrung schüttelte Fury nun erneut den Kopf. "Loki ist es, den die Chitauri wollen. Ihr Ziel ist es, den Jungen zu töten, um die Schmach ihrer Niederlage zu rächen. Odin und Thor schicken Loki mit zur Erde, weil sie uns darum bitten, ihm zu helfen."
"Loki helfen", sagte Tony mit bitterer Erheiterung in der Stimme, "Niemals! Ich wäre vor einem halben Jahr beinahe draufgegangen, als ich versucht habe, ihn aufzuhalten. Da werde ich meine Energie nun sicher nicht darauf verschwenden, ihm den pubertären Arsch zu retten." Klar, Loki war im Grunde viel älter als er oder Fury. Viel, viel älter. Doch sein junges Aussehen und sein kindischer Durst nach Rache ließ ihn von ihm eher denken wie von einem Jugendlichen, den man in der Kindheit zu sehr verhätschelt hatte.
Gott verdammt, Loki. Ausgerechnet.
Er richtete die dunklen Augen auf Fury. "Tut mir Leid, Herr Spion, aber mir reicht es in nächster Zeit mit außerirdischen Armeen, nuklearen Sprengkörpern und geistesgestörten Halbgöttern."
Fury neigte leicht den Kopf und verschränkte die Arme vor der Brust. "Und was wäre, wenn Loki niemals der Böse war?"
Tony unterdrückte nur knapp ein Prusten. "Loki?! Nicht der Böse? Sagen Sie mal, Fury, haben Sie seit einem halben Jahr akute Demenz, oder was ist mit Ihnen los?"
"Nichts dergleichen", meinte Fury nur trocken und starrte Tony aus seinem einen Auge heraus finster an. "Aber ich sehe schon, Sie haben Ihren Entschluss bereits gefasst." Er erhob sich von Tonys riesiger, samtener Couch und schlang sich den Mantel um die Schultern. "Sollten Sie sich dennoch dazu entscheiden, sich anzuhören, um was es geht, melden Sie sich bei Natasha." Er knallte sein Glas nachdrücklich auf den Couchtisch. Tony wollte etwas erwidern, doch Fury fuhr ihm nur ungeduldig über den Mund. "Bitte, Stark, ich weiß, dass Sie beide noch Kontakt haben! Versuchen Sie nicht alle ständig, mich auszutricksen, ich weiß sehr wohl, dass Sie sich alle hinter meinem Rücken über Ihre neuesten Erkenntnisse austauschen!" Und mit diesen Worten schritt der Hüne in Richtung des vergoldeten Aufzuges davon und verschwand zwischen seinen aufgleitenden Türen.
Zurück blieben ein verdutzter Tony und eine ziemlich aufgewühlte Pepper, die über einen Screen alles mitangehört hatte. Wie für sie üblich, hatte sie brav geschwiegen und nur zugehört, während sie sich zweifelsfrei ihre eigenen Gedanken zu alledem gemacht hatte.
"Kam er dir irgendwie übermüdet oder unter Drogen gesetzt vor?", wandte sich Tony schließlich an seine Freundin. "Ich meine, im Ernst? Loki als Opfer?" Als sie den Kopf schüttelte, runzelte Tony die Stirn. "Mir auch nicht."
In ihm brannten nun mehr Fragen, als er Antworten von Fury bekommen hatte. Nun war zwar geklärt, wieso die Anzeichen der Chitauri am Himmel zu sehen gewesen waren, sie aber bisher nicht auf der Erde eingefallen waren.
Sie wüteten in Asgard. Tony schüttelte den Kopf und lehnte sich zurück. Loki. Dass dieser grünäugige Bastard immer Ärger machen musste!
Tony verfluchte den Eisriesen und leerte den Whiskey auf einem Zug.


***!!!SPOILER-ALERT!!!***

Hier noch der kleine Einblick in die folgenden Handlungs-Arcs:

1. Kennenlernphase: Tony und Loki, die sich zunächst überhaupt nicht ausstehen können, werden beim Kampf gegen die Chitauri von den übrigen Avengers getrennt. Auf sich alleine gestellt, sind sie plötzlich auf den jeweils anderen angewiesen, um zu überleben. Gegen ihren Willen bemerken sie, dass sie sich um einander sorgen.

2. Näherkommphase:  Weil sie vom Kampf gegen die Chitauri noch verletzt sind, müssen Loki und Tony oft alleine zurück bleiben, während bei den anderen der Alltag wieder eintritt. In dieser Zeit lernen sie einander immer besser kennen, lernen langsam und beschwerlich, einander zu vertrauen und stellen letztlich entsetzt fest, dass ungewohnte Gefühle in ihnen hochkeimen...

3. Beziehungsphase: Loki und Tony versuchen, mit der neuen Situation zwischen ihnen zurecht zu kommen. Sie lernen langsam, sich aufeinander einzulassen, miteinander zu leben, ihre gegenseitige Zuneigung in den Alltag aufzunehmen. Doch gerade, als es tatsächlich so aussieht, als können sie tatsächlich zusammen glücklich sein, droht ein Verräter in den eigenen Reihen, alles zu zerstören.
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