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"Und dann fand Ich dich."

von Eisprinz7
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Celes Chere Locke Cole
04.11.2012
04.11.2012
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"Locke!"

Mit einem Ruck schnellte Locke nach oben. "Rachel..." hechelte er leise und sah sich um. Sein
Gesicht war vor Schweiß verzerrt, sein Atem war schwer und sein Stirnband, welches er selbst
beim schlafen noch trug, war durchgeschwitzt und rutschte ab. Locke richtete das Band und sah
um sich. Nichts, alles war schwarz. Es war dunkel in seiner Schlafkabine. Es
war alles okay, er war immer noch auf dem Falken, Setzers geliebtem Luftschiff, mit dem
sie schon so manche Abenteuer erlebt haben. Seit Kefka besiegt war waren die
Rückkehrer nur damit beschäftigt, Dörfer wieder aufzubauen und
die Welt wieder so schön zu machen wie sie vor Kefkas wahnsinnigem
Plan war. "Verdammt, schon wieder..."
fluchte Locke und quälte sich aus dem Bett. Er hatte wieder geträumt, schon wieder das Gleiche
seit jenem Tag. Locke konnte Rachel einfach nicht vergessen, die beiden waren unzertrennlich.
Und Locke dachte zurück...

"Und? Nach was suchen wir heute?" lachte Rachel fröhlich. Sie und Locke waren die besten Freunde,
einfach nicht auseinander zu bekommen. Sie waren oft zusammen, einfach nur um zu reden, um
über Geheimnisse zu plaudern und Schätze zu jagen. "Suchen?" kam es aus Locke ein wenig
empört heraus. "Man SUCHT Schätze nicht Rachel, man FINDET sie! Wenn wir nach dem
Schatz SUCHEN würden, würde das zulange dauern. Man muss sich genug informieren, um
den genauen..." - "Jaja, um den genauen Standpunkt des Schatzes zu kennen, ich weiss." Rachel
musste wieder lachen und Locke kam sich dämlich vor. "Du solltest dich mal selbst hören, wie
ein Lehrer!" - "Lehrer!? ICH bin der weltgrößte Schatzjäger!" - "Das sagst du immer!" quiekte
Rachel und lies sich auf die Wiese fallen. "Was machst du? Wir suchen einen Schatz, schon
vergessen?" sagte Locke und sah lächelnd auf Rachel hinunter. Sie schüttelte den
Kopf. "Locke, wir suchen den Schatz nicht, wir FINDEN ihn!" sagte sie, stand auf und lachte.
Locke sah sie etwas bedröppelt an, musste dann aber grinsen. "Stimmt, ja..." sagte er und folgte
ihr.

Doch irgendwann kam der Tag, an dem sich alles ändern sollte...
Locke wollte nicht mehr daran denken, nicht mehr davon träumen und auch sich
auch nicht immer wieder daran erinnern müssen. Er und Rachel waren in einer Höhle
unterwegs, um einen Schatz zu bergen. Eine Holzbrücke führte über eine große Schlucht. Sie knarrte
und hatte viele Lücken, die Seile waren rau und alt und wackelten hin und her. Und Locke
war der erste, der sie überqueren wollte. "Sieht wackelig aus" hatte Rachel noch gesagt, aber das
war ihm egal. Langsam tastete er sich auf der Brücke vorran. Als er auf der Hälfte angekommen war,
begann die Brücke laut zu knarzen. "LOCKE!!" schrie Rachel und sprang auf die Brücke, um Locke
noch auf die andere Seite zu schubsen. Dann krachte die Brücke mit Rachel ein und fiel in
die tiefe Schlucht. Ihr Schrei verstummte und sie verschwand aus Lockes Blickfeld...

Locke erinnerte sich mit Schmerzen an den Rest. Rachel verlor ihr Gedächtnis und blieb
in Kohlingen, ihrer Heimatstadt. Ihr Vater und das gesamte Dorf waren sehr sauer. "Hättest
du doch nur besser auf Sie aufgepasst! Was musstest du sie auch überall hin mitnehmen!? War dir
nicht klar, was alles hätte passieren können!?" schrie ihr Vater. Alles, alles war für
Locke kein Problem. Er wusste genau, das Rachels Vater sehr sauer werden konnte, aber
auch, das er nur ein Vater ist, der sich um seine Tochter sorgt. Alle Vorwürfe, die er ihm machte,
waren auszuhalten. Doch dann kam es, etwas, was Locke sehr mitnahm.

"Geh! Verschwinde! Wenn du hier bist sind alle immer so sauer und traurig! Ich
will dich nicht mehr sehen!"

Das eben gesagte kam aus Rachels Mund. Klar, sie erinnerte sich nicht an Locke, Kein Stück.
Amnesie halt. Und doch war es schwer, darauf zu antworten, geschweige denn sich für
alles zu entschuldigen. Ihr alles zu erklären oder sie besänftigen. Lockes Mund war trocken,
er drehte sich um. Und er ging, er ging fort. Weit weg, weit weg von Rachel, Kohlingen, und überhaupt
allen.

Jahre später hatte das Imperium um den bösen Gestahl bereits Kohlingen angegriffen. Das
Dorf brannte, Menschen schrien und unter ihnen war auch sie... Als Locke zurückkehrte war
alles bereits zerstört, das einzige was er von den Dorfbewohnern erfuhr war, das Rachel
kurz vor ihrem Tod nach ihm rief. Sie rief immer wieder seinen Namen, ihr Gedächtnis war in
einem Sekundenbruchteil wieder zurück - und sie schrie. Dann war sie tot. Locke verletze
diese Nachricht sehr, er war es doch, der immer nur an sie gedacht hatte nach seinem
Verschwinden. Und jetzt war es zu spät. Von Trauer zerfressen rief er es in den
Nachthimmel hinein. "Keine Frau hat es verdient, so zu sterben! Ich werde alle
beschützen! NIE MEHR soll auch nur irgendjemand zu Schaden kommen! Ich hasse das Imperium,
ich hasse das viele Leid!!" Und er brach zusammen.

Jetzt war es schon soviele Jahre her. Das Imperium war vernichtet, die Welt war wieder im Reinen,
und dennoch war Locke unzufrieden. Lange hatte er versucht, Rachel wieder ins Leben zurückzuholen,
und es war ihm nie wirklich gelungen. Sie lebte nur wenige Sekunden, um ihm zu sagen, das er
sie nie vergessen sollte. Locke träumte jede Nacht von ihr, und immer wieder fragte er sich:
"Wieso konnte ich sie nicht retten?"


Locke lag immernoch in seinem Bett. Ja, wieso? Er hatte kapiert, das es unmöglich war, sie zu retten.
Warum also noch weiter daran denken und nicht für das was kommt leben?
Darüber dachte er lange nach. Wieso lebte er nicht nur noch für seine Freunde? Konnte
er nicht für Terra, Edgar und die anderen leben? Wieso war das so schwer? Er war ein
guter Kämpfer, seine "Stehlen" und "Rauben"-Fähigkeiten haben schon vielen Gegnern ihre
Items vermissen lassen. Jetzt kämpfte er nicht mehr, Kefka ist erledigt, Magie ist von der
Welt verschwunden. Es galt für ihn und den Rest, die Welt wieder so schön zu machen wie
vorher. War es überhaupt wert, noch weiter zu machen? Kekfa ist weg, jetzt hat er doch
genug Zeit, um einen Weg für Rachels Wiederbelebung zu finden, auch wenn alle ihm gesagt
hätten, das es keinen Sinn mehr hatte. Sabin sagte ihm noch, das er sich "zusammen reissen"
sollte. Locke mochte seine Freunde sehr, sie waren immer für ihn da, und er, so hoffte er es
zumindest, war auch immer bei ihnen erwünscht. Sie kämpften immer zusammen.

Locke war es leid, noch länger darüber nachzudenken. Er sah auf die Uhr, es war 2 Uhr
morgens. Verdammt, wenn er nicht endlich einschlafen würde, würde er das Frühstück
verpassen, welches Terra immer auf dem Luftschiff zubereiten würde, obwohl es keine
schlechte Idee wäre, es zu verpassen. Terra konnte nämlich nicht sehr gut kochen,
da änderte auch Relms Mithilfe nichts.
Locke stand auf, schlafen konnte er sowieso nicht mehr. Er wollte nicht wieder träumen.
Er hatte Angst davor.

"Mal sehen, wer hier noch Nachtschwärmer spielt..." murmelte Locke und verließ das Zimmer.
Nein, dachte er, alle schliefen. Klar, wieso sollten sie nachts herumlaufen? Der einzige, der hier
noch wach war, ist Setzer. Der muss ja auch dafür sorgen, dass das Schiff nicht gegen einen
Berg oder gegen ein riesiges Monster flog. "So ein unwürdiges Ende hätten wir nicht verdient." sagte
er immer und lachte. Locke wusste nicht, ob Setzer überhaupt schlief. Wahrscheinlich nur,
wenn er nicht in die Gruppe aufgenommen wird und auf dem Schiff bleiben muss.
Oder er spielt mit den anderen Blackjack oder irgendwas, er war doch so ein fanatischer Spieler.
Locke ging auf das Deck. Tatsächlich, Setzer war dort und flog das Schiff. Locke wollte nicht mit
ihm reden, vermutlich würde er nur seine Konzentration lockern und das "unwürdige Ende" hervorrufen.
Er lehnte sich an den Rand des Schiffes und sah auf die Welt hinunter.


"L...Locke...?"

Locke fuhr herum. Hatte Setzer ihn nun doch bemerkt? Aber es waren nicht Setzers Augen die ihn
anstarrten, sondern die einer anderen. Es waren Celes Augen. Der Mond spiegelte sich in ihnen und
sie sahen Locke an. Nicht etwa verwundert, sondern eher ehrfürchtig, als wäre Locke ein
General oder irgendetwas in der Art. "Was machst du hier? Schläfst du nicht gut?" fragte
Sie. "Was machst du hier? Solltest du nicht schlafen?" kam es von Locke. Etwas geschockt machte
Celes einen Schritt zurück. "Hey, ich hab doch bloß gefragt..." sagte sie mit Trauer untermalten
Stimme, so das es Ihm leid tat. "Es tut mir leid, echt, Ich war nur etwas verwundert, dich hier
zu sehen..." entschuldigte sich Locke sofort. Celes lächelte sanft. "Das muss dir nicht leidtun, aber
was machst du hier?" Locke wusste sofort, dass man ihn das fragen würde, wenn man ihn hier
oben auf dem Deck findet. "Kann nicht schlafen." sagte er schnell mit einer kalten Stimme. Er
wollte es Ihr nicht erklären, warum er hier war. Er konnte das einfach nicht. "Ich auch nicht..." sagte
Celes, was Locke doch sehr wunderte. "Warum denn nicht?" fragte er nach, dann fiel ihm aber ein,
dass es doch genau diese Frage war, die er selber nicht beantworten wollte. "Keine Ahnung,
das kennt doch jeder, dass man mal nicht schlafen kann. Bei mir hat es keinen bestimmten
Grund." - "Oh, hehe, ja, bei mir auch nicht." hakte Locke nach. Er sprach dabei leise und schnell.
"Nein?" sagte Celes etwas besorgt. Locke sagte nichts mehr, es geht sie ja auch nichts an.
Er seufzte und sah wieder auf die Welt hinunter. "Bist du denn nicht müde?" fragte Celes.
"Doch... doch... aber Ich kann nicht schlafen." - "Soso..." meinte Celes trocken.
Locke würde am liebsten jetzt einfach das Luftschiff über den Rand verlassen und fallen.
Das war ihm viel lieber, als Celes, Setzer oder sonstwem von seinen Träumen zu erzählen, auch
wenn er dabei hart aufprallen würde, wie hart würde er danach nicht mehr wissen. "Ich -
Ich träume nachts schlecht." sagte er nun endlich. Locke wusste auch schon sofort die nächste
Frage, die jetzt kommen würde. "Über was?" fragte Celes, und es war genau die Frage, die
Locke erwartet hatte. "Von... Ach... erinnerst du dich an Rachel?" Celes nickte. Ja, an
Rachel erinnerte Sie sich, während dem Kampf gegen Gestahls Imperium kamen sie natürlich
auch an Kohlingen vorbei. Celes kannte die Geschichte und sie wusste, wieviel Sie Locke
bedeutete und das es ihm schmerzte, dass Sie nicht mehr da ist. "Locke, als du den Phönix-Maginiten
gefunden und Rachel für einige Sekunden wieder ins Leben zurückgerufen hast... Hat sie
dir nicht gesagt, dass weitere Versuche, Sie zu retten keinen Sinn machen?" - "Ja, schon...
aber Ich vermisse sie immer noch." Lockes Stimme wurde immer leiser. Sie hörte sich fast
schon so an, als würde er es unter Tränen sagen, obwohl Celes klar sichtbar keine Träne erkennen
konnte. "Aber warum vergisst du Sie einfach nicht? Jeder Mensch verliert mal etwas besonderes
in seinem Leben, was er sich innig zurückwünscht. Was wird aus diesen Menschen dann?"
Celes´ Worte klangen sehr tiefgründig und sie hallten in Lockes Kopf.
"Sie... werden verrückt, Stur, besessen von dem Wunsch." -
"Aber nicht immer." hakte Celes nach. "Es ist aber auch nicht immer möglich, sich diesen
Wunsch zu erfüllen." - "Es geht mir nicht mehr darum, sie zurückzuholen... Nur darum, dass
Ich Sie nicht retten konnte." Lockes Stimme wurde wieder laut und klang verzweifelt.
"Locke... Rachel ist weg und bleibt weg, aber sie hat dich immer gemocht. Vergiss das nicht."

Locke sah in ihre immernoch vom Mond beleuchteten Augen. "Ja... du hast Recht." sagte er.
Celes lächelte, und Locke musste auch grinsen. Sie sah echt niedlich aus, wenn sie lächelte.
Es erinnerte ihn fast schon an... "Celes." - "Ja?" - "Gibt es in deinem Leben eine wichtige
Person, die du niemals verlieren willst? Etwas oder jemanden?" Sie schien zu überlegen. Locke
musterte sie genauer. Ihre Haare waren glatt, sie lag wahrscheinlich heute nicht im Bett. Sie ist wohl
einfach immer noch wach. Locke ertappte sich selbst in dem Gedanken, wie Sie wohl aussehen würde,
wenn sie schläft. Locke senkte den Kopf etwas. "Es gibt etwas, was ich nie verlieren will." sagte
Celes. Neugierig, was sie nun sagen würde sah Locke auf. Celes kramte Ihre Hand in ihren Umhang
und holte ein blaues Band hervor, und es kam Locke sehr bekannt vor.
"Als Ich mit Cid in Solitair´s Island festsaß und Kefka die gesamte Welt dem Untergang nahe
geführt hatte war Ich schon im Glauben, Du und die anderen seien tot... Und dann fand
Ich eine verletzte Möwe, die dieses Band um ihr verletztes Bein hatte. Ich wusste, dass es
deines ist, das Du lebst. Und ich gab die Hoffnung nicht auf."

Locke bekam eine Gänsehaut, als
Celes diese Worte sagte. "Und irgendwann fand Ich dich." Celes wandte sich zu Locke um.
Das blaue Band hatte sie noch fest in der Hand. "Weisst du noch, wie du mich in Süd-Figaro
befreit hast?" Locke nickte. "Ich hätte nie gedacht, dass Du mir irgendwann so wichtig
sein würdest..." Celes sah auf und in Lockes Gesicht. Locke lächelte, er wusste noch, wie
stur sie damals war. Aber Sie erinnerte ihn an jemanden. An jemand besonderen. Er nahm
Celes´ Hand und sah Sie an. Das Band war fest in beiden Griffen verschlossen.

Er musste sich nicht vorbeugen, um Sie zu küssen, denn ihre Gesichter waren schon sehr
nahe. Langsam ließ Celes Lockes Zunge in den Mund gleiten. Celes nahm dabei auch Lockes andere Hand. Der Kuss wurde immer intensiver, irgendwann lehnte sich Celes an den Rand des Luftschiffes, der Mond schien auf die beiden herunter. Setzer drehte sich um und sah die beiden. Er lachte leise und wandte sich wieder dem Steuerrad zu.

ENDE
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