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Dark side of night

von Lilli
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Faith Yokas John "Sully" Sullivan Maurice Boscorelli
03.11.2012
07.12.2012
8
11.043
 
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5 Reviews
Dieses Kapitel
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03.11.2012 1.023
 
Dies ist meine erste Geschichte in dieser Kategorie, da ich normalerweise eher in anderen Genres unterwegs bin.

Um die Story etwas besser zu verstehen, möchte ich vorab ein paar Hintergrundinformationen verlauten lassen, damit das Ganze etwas nachvollziehbarer wird.

Mittlerweile ist einige Zeit vergangen, nachdem Bosco und Yokas ihre Einsatzorte gewechselt haben. Nachdem Faith abermals ihren Bezirk verändert, landet sie in einem Streifenabschnitt, für den auch Boscorelli eingesetzt wird. Durch einen Zufall wird sie mit Maurice in ein Team eingeteilt und arbeitet erneut mit ihm zusammen.
Dieser hat einige Jahre zuvor seine erste eigene Familie gegründet, befindet sich derzeit aber in der Krise, da seine Frau bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam und er sich nun allein um die gemeinsame Tochter kümmern muss. Über Letztere hat er allerdings erst wenige Jahre zuvor erfahren, da er in einem Club erneut einer alten Bekannten begegnet und überraschenderweise erfährt, dass seine damalige Liebschaft nicht ohne Folgen blieb.    
Entgegen der Vorstellungen, des eher impulsiven Cops gestaltet sich das Zusammenleben jedoch nicht so einfach, wie es Bosco gerne hätte...

Ich wünsche viel Spaß beim lesen und wäre über Kommentare sehr erfreut....

___________________________


" Mona?"

Es ertönte keine Antwort.

"Ramona Louise Boscorelli!"

Genervt rief der Polizist nach seiner Tochter, während er die schmutzige Wäsche wutentbrannt auf einen Haufen warf.
Müde fuhr sich der Dunkelhaarige durch das blasse Gesicht, seufzte dann laut hörbar.
Nach all den Überstunden und Einsätzen waren seine Nerven deutlich überstrapaziert. Sich nach der heutigen Schicht mit einem Suizid, einem Banküberfall plus Raubmord zusätzlich über das chaotische Verhalten eines Teenagers zu eschauffieren, war das Letzte, was er  sich nach all den Arbeitsstunden vorgestellt hatte.
Doch offenbar kannte der Nachwuchs kein Erbarmen.

" Okay. Wie du willst. Bei 3 sind Internet und Telefonanschluss tot und ich ziehe den Stecker. Eins, zwei."

"Mensch, Dad!"

Noch ehe Bosco seinen Countdown beenden konnte, kam das braunhaarige Mädchen mit den langen Haaren aus dem Nachbarraum ins Wohnzimmer gerannt und sah dem Älteren mit frustrierter Miene entgegen. Ramona hatte sich gerade frisch die Fingernägel lackiert und neuen Lidschatten aufgetragen.
Ganz zum Leidwesen ihres Vaters, der sie ansah, als ob er sie augenblicklich erschlagen würde.

" Muss das ausgerechnet jetzt sein? Ich bin beschäftigt", maulte die Halbwüchsige. Mit düsterer Miene verschränkte Bosco die Arme vor der Brust, versuchte sich innerlich zur Ruhe zu mahnen und schloss dann intuitiv die Augen. Nach seinen letzten Wutausbrüchen hatte er sich geschworen auf keinen Fall die Kontrolle zu verlieren. Eine Mitarbeiterin der Familienberatung für Krisensituationen hatte ihm dringlich geraten bei angespannten Lagen oder Streitigkeiten mit seiner Tochter sofort die Situation zu verlassen. Doch sein bestehender Schlafmangel und die letzten Stunden trugen auf keinen Fall dazu, bei einem gemütlichen Spaziergang im Battery Park einen klaren Kopf zu bekommen.
So ruhig wie möglich atmete der Cop tief ein und aus, bevor er seine Tochter mit herausforderndem Augenmerk taxierte und eine kurze aber klare Ansage machte.

" Ja, das muss jetzt sein! Du räumst sofort dein Zeug weg und anschließend machst du das Chaos in der Küche sauber. Klar?"
Ramona seufzte genervt. Allein ihr Blick ließ einen sofortigen Boykott erahnen.

" Aber in fünf Minuten ruft Abby hier an. Außerdem läuft gleich Sex and the city und..."

Eigentlich hatte Bosco alles daran gesetzt eine Eskalation zu vermeiden. Doch er spürte zunehmend wie die Diskussion immer mehr aus den Fugen geriet. Und dann konnte er nicht mehr anders.
Unwirsch riss er der 15 jährigen die Fernbedienung aus der Hand, schaltete mit einer flinken Handbewegung den Fernseher aus und positionierte sich mit aggressivem Tonfall vor ihr.

" Hier läuft gleich überhaupt nichts mehr! Ich bin es maximal leid,  
dir permanent hinterher zu räumen. Was denkst du eigentlich ist das hier? Ein Hotel? Ein Fünf Sterne Restaurant? Weißt du, Ramona. Meinst du ich reiße mir hier dafür den Hintern auf, damit du den ganzen Nachmittag nach der Schule auf der faulen Haut liegst! So läuft das nicht mit uns. Entweder wir halten zusammen und sind ein Team. Oder du setzt weiterhin deinen Dickkopf durch und ich gebe meine Verantwortung ab."

Widerwillig bewegte sich der Teenager in die Küche, um das übrige Essen in den Müll und die leeren Teller in den Geschirrspüler zu räumen.
Den Berg aus Kleidungsstücken ignorierte sie gekonnt.

" Wie siehst du überhaupt aus? Warst du so in der Schule? Verdammt nochmal. Wie aus der Gruft gekommen. Meinst du Männer stehen darauf, wenn sich Teenager wie Vampire schminken?"

Mittlerweile schien sich auch die Braunhaarige alles andere als ruhig zu verhalten. Wutentbrannt riss sie einen der Kochtöpfe zu Boden und knallte diesen vor die Füße ihres Vaters, was diesen nun komplett in Rage brachte.
Jegliche guten Vorsätze schienen augenblicklich gescheitert zu sein und er schnappte seine Tochter unsanft an der Hand und schüttelte sie durch, bis ihn deren verzweifelten Schreie Inne halten ließen.

" Verdammt nochmal! Räum jetzt endlich diesen Mist weg", versuchte Bosco sie am Arm nach unten zu ziehen und ihr auf seine Art und Weise zu zeigen, dass sie ihre T Shirts und Hosen aufheben sollte. Doch das Mädchen wehrte sich lautstark.

" Lass mich los. Mein ganzer Nagellack ist verschmiert", versuchte sie sich aus seinem unsanften Griff zu befreien, was schier unmöglich schien, weil ihr Bosco aufgrund seiner Polizeiausbildung und rein kräftetechnisch um Längen überlegen war.
Erst als Ramona bereits weinte, weil ihr der unsanfte Griff ihres Vaters und die aggressive Art und Weise weh tat, beschloss Maurice Inne zu halten, was der Teenager geschickt dazu nutzte, um sich fluchtartig in Richtung Tür zu bewegen.

" Ich hasse dich! Ständig musst du alles kaputt machen! Und du hast Mama auf dem Gewissen! Wenn sie nicht permanent  um dich Angst gehabt hätte und ins Auto gestiegen wäre, um zur Wache zu fahren, dann hätte es diesen Unfall nie gegeben und sie würde noch leben!"
In diesem Moment brannten Bosco komplett die Sicherungen durch.  
Ärgerlich holte er aus und verpasste der Jüngeren eine schallende Ohrfeige.
Für einen langen Moment sah Ramona ihren Vater fassungslos an, während ihre Tränen auf den Boden tropften.

Perplex sah Bosco auf seine Hand. Doch seine Tochter war bereits aus dem Zimmer gerannt....
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