Faust 2012

von Niizuma
GeschichteHumor / P12
01.11.2012
01.11.2012
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1. Prolog im Himmel

~*~

Musik spielte, Gabriel, Rafael und Michael sangen dazu. Sie sangen von der Schöpfung Gottes und wie schön die Erde doch war, ja ein richtiges Meisterstück. Alle waren recht amüsiert und strotzten nur so von Zufriedenheit, naja alle bis auf einer.
Mephisto saß etwas abseits an einem kleinen Tisch und versuchte alles um ihn herum auszublenden, was ihm überhaupt nicht gelang.
„Oh mein Gott! Leute könnt ihr endlich mal aufhören zu singen?!“, zischte er ihnen entgegen, nachdem sie bereits bei der 7. Strophe ihres Lobliedes angekommen waren und er wenig erpicht war den restlichen geschätzten 200 Strophen zu lauschen.
„Von eurem Trällern bekommt man ja Migräne!“
„Ach mein alter Freund.“, Gott lachte und klopfte Mephisto brüderlich auf die Schulter, dieser knurrte nur etwas recht unverständliches und starrte auf die Tischplatte.
„Sei doch nicht immer so schlecht gelaunt.“, nachdem der Teufel daraufhin wieder nichts entgegnete nahm der Herr neben ihm platz und sah ihn etwas besorgt an, „Stimmt etwas nicht?“
Mephisto rückte ein Stück mit seinem Stuhl weg und schmollte: „Ach nur das übliche: blöder nervtötender Gesang, penetrante Musik, ein Haufen bescheuerter Menschen.“
„Ach.“, Gott zog eine Augenbraue hoch und lehnte sich zu dem Schwarzhaarigen hinüber, „Auf der Erde ist dir aber auch gar nichts recht oder?“
„Nichts recht?“, plötzlich kam wieder etwas Feuer in seine Augen, „Oh weit gefehlt. Es ist mir nicht nur 'Nicht recht' nein es nervt! Immer jammern diese Einfaltspinsel, ja sie sind einfältig und empfindlich! Und ic-“
„Ganz ruhig.“, fiel ihm Gott ins Wort und wies ihn mit einer Geste an sich zu beruhigen, „Aber jetzt mal was anderes: Kennst du den Faust?“
„Diesen Streber?“
„Ich habe noch einen Plan mit ihm.“
„Was mit dem? Der ist doch schon halb übergeschnappt, will vom Himmel die höchsten Sterne und von der Erde die größte Lust. Schrecklich!“, Mephisto schüttelte den Kopf.
„Er ist eben noch ein ungeschliffener Diamant.“, Gott lächelte.
„Ach Quatsch! Aber halt da fällt mir etwas ein... Wie wäre es mit einer Wette? Erlaube mir Faust höchst selbst in den Untergang zu führen und wenn auch nur um zu beweisen, dass ich es kann.“
Gott sah ihn vergnügt an: „Ok. Solange er auf er Erde wandelt sei es dir nicht verboten. Tja der Mensch irrt eben solange er strebt.“
„Wie auch immer...“, Mephisto senkte den Kopf und legte so tiefe Schatten in sein Gesicht.
„Wenn du verlierst.“, begann Gott von neuen, „ reicht es mir als Triumph dich als Verlierer zu sehen, denn auch du wirst merken, dass ein guter Mensch auch auf dunkelsten Pfade weiß wo der rechte Weg ist.“
„Gut und wenn ich gewinne, erlaube mir Triumph aus voller Brust und bitte gib diesen Engeln für ein Menschenalter Gesangverbot.“
Gott klatschte in die Hände: „So sei es, alter Freund.“

Während der Herr den Gesängen seiner Engel lauschte, stand Mephisto auf und lehnte sich genüsslich grinsend an eine der hohen Säulen.
„Na das kann ja noch lustig werden und eine so nette Abwechslung brauche ich auch schon seit langem wieder.“
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