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Painful Love

von Sun
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAllgemein / P12 / Gen
01.11.2012
30.01.2013
4
4.174
 
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3 Reviews
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01.11.2012 660
 
Hi, also wie schon in der Kurzbeschreibung erwähnt ist das hier eine OneShot-Sammlung. Es beschränkt sich weder auf die Charaktere von 'Elfenritter' noch auf die von 'Die Elfen', aber da ich mit Luc beginne dachte ich, dass ich es hier rein schreibe.
Viel Spaß beim Lesen, ich hoffe es gefällt euch.

Alone

Nacht lag über dem Tal. Es war Neumond und die Sterne allein beherrschten das dunkelblaue Himmelsgestirn.
Eine riesige Burg erhob sich aus der endlos scheinenden Finsternis. Etliche Türme streckten sich in die Höhe, und die Fahnen, die sich mit der leichten Brise dieser Nacht wiegten, schienen mit ihrer Spitze beinahe die Sterne zu erreichen. Die Fensterläden vor den Turmfenstern waren geschlossen, dahinter brannte kein Licht. Es war Nacht, und die Ritter und Schüler waren zu müde um wach zu sein. Alle schliefen. Alle, außer ihm.
Vor der Burg erhob sich ein Hügel aus der Waldlandschaft, und hier saß er. Wie versteinert. Wäre da nicht das Leuchten in seinen Augen gewesen, könnte man meinen er wäre tot. Und genau so fühlte er sich.
Tot. Leblos. Leer.
Seine Augen waren starr in die Ferne gerichtet, seine Glieder schienen unbeweglich wie ein Stein. Jede Nacht seit sie gegangen war, saß er hier und schaute zum Himmel hoch. Nirgendwo sonst fühlte er sich ihr so nah. Auch nicht auf dem kleinen Boot, in dem sie sich so viele Nächte gestohlen hatten. Schon gar nicht dort. Die Erinnerungen waren da zu stark, zu schmerzhaft. Er hatte es versucht. Er hatte alles versucht, um ihr nahe zu sein. Es hatte ihn fast umgebracht. Die Nacht war eine der schrecklichsten seines ganzen Lebens gewesen. Allein im Boot, wo sie sonst immer nur zu zweit gewesen waren. Früher hatte er sich nie um die Tiefen des dunklen Sees, auf dem das Boot trieb während sie sich liebten, Gedanken gemacht. Er hatte sie im Arm gehalten und alles andere war unwichtig gewesen. Doch diese Nacht, hatten ihn die Tiefen gerufen. Und er hatte ihrem Ruf folgen wollen. Oft seither hatte er sich überlegt, ob es nicht schlauer gewesen wäre, einfach zu sinken. Eins zu werden mit dem Wasser und in seiner tödlichen Umklammerung zu vergehen. Früher hätte er Angst vor den Schmerzen des Erstickens gehabt. Jetzt sehnte er sich nach ihnen. Sie würden ihn ablenken von dem Schmerz in seinem Inneren, der so viel schlimmer war als alles Körperliche, das er kannte. Aber er war nicht abgetaucht. Er hatte sich dem Verlangen nicht ergeben, und ein Teil von ihm, und wenn er noch so winzig war, war stolz darauf. Er würde nicht aufgeben, denn irgendwann würde er sie wieder sehen. Das hatte er sich versprochen. Er hatte es ihr versprochen.
Luc wusste, wie hoffnungslos es war. Der Kampf gegen den Elfen hatte es ihm deutlicher als alles andere gezeigt. Kein Mensch konnte gegen die Anderen bestehen. Und wenn er noch so hart an sich arbeitete. Trotzdem würde er es versuchen. Er musste es tun, alles andere wäre Verrat an seiner Liebe zu ihr. Sie war das einzige was ihm verblieben war. Die Liebe. Auch wenn er die Hoffnung verloren hatte, selbst wenn er sie verloren hatte, seine Liebe zu ihr würde ihm niemand entreißen können. Niemals.
Hier konnte er sitzen, ohne sich allein zu fühlen. Jedenfalls teilweise. Dieses Gefühl, sie verloren zu haben würde immer bleiben, aber hier wurde es schwächer. Vielleicht war es, weil auch sie hier ihrer Einsamkeit entflohen war. Vielleicht, weil er sie hier sah. In der Ferne am Himmel, da konnte er deutlich ihr Gesicht sehen. Lächelnd, so wie er sie geliebt hatte. Nur wenn er hier saß sah er sie klar. Gishild, seinen Nordstern. Und wenn er hier saß sah er auch sich klarer. Er wusste dann, was seine Bestimmung war. Und egal, was ihm Michelle oder Honore einzureden versuchten, wenn er hier saß gab es nur einen Luc. Ihren Luc. Er war ihr Ritter, und egal was Tjured ihm bestimmte, er würde sie finden. Irgendwann…
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