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Chaos in DenTech City 2: Auf ein Neues

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteHumor, Horror / P12 / Gen
OC (Own Character)
31.10.2012
31.10.2012
1
2.324
 
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31.10.2012 2.324
 
Ein Jahr ist vergangen, seitdem es den Netnavis erlaubt ist zwischen der realen und der Cyberwelt hin und her zu pendeln. Und mittlerweile klappt das auch so gut wie einwandfrei. Nur ab und an gibt es noch ein paar kleinere Macken, die aber meistens schnell behoben sind. Gott sei dank ist auch nie herausgekommen, wer das ganze Chaos an Halloween letzten Jahres verursacht hat. Das hätte sonst eine Menge Ärger gegeben. Heute ist wieder Halloween und genau wie letztes Jahr wollen Lan und die anderen wieder auf Süßigkeitenjagt gehen. Nur Chad wird dieses Jahr nicht wieder dabei sein. Durch einen wichtigen Termin außerhalb der Stadt hat er sich gekonnt zurückgezogen. Ob dieser Termin nun auch wirklich stattfindet sei dahingestellt. Der Rest der Truppe trifft sich gerade am Stadtrand um loszuziehen. Ihre Netnavis haben sie dieses Mal Zuhause gelassen, um ein Chaos wie letztes Jahr zu vermeiden. Denn leider waren diese schon Wochen vorher ziemlich begeistert von der Vorstellung wieder auf eigene Faust loszuziehen. Für alle anderen Beteiligten eine Horrorvorstellung, schlimmer als jeder Horrorfilm. Es hatte letztes Jahr fast zwei Monate gebraucht bis alle Schäden dieser einen Nacht beseitigt waren. Mit einem dennoch leicht mulmigen Gefühl macht sich die kleine Gruppe auf den Weg.

Zur gleichen Zeit in einem Heimrechner langweilt sich ein gewisser, schwarzer Netnavi. Schon fast kochend vor Wut geht Bass auf und ab und sieht immer wieder auf die Uhr. Wie konnte sie es wagen ihn einfach Zuhause zu lassen. Oder überhaupt ihn ganz alleine zu lassen. Als wenn er nicht selbst auf sich und seine Handlungen aufpassen könnte. Über ein Jahr ist er nun schon bei Yuna und er muss schon zugeben, dass sie ihm sehr ans Herz gewachsen ist. Und umgedreht auch. Außerdem ist er ihr ähnlicher geworden als er wollte, was auch umgedreht gilt. Das heißt dann wohl miteinander zu wachsen. Auf der einen Seite gefällt es ihm nicht, auf der anderen Seite ist er aber doch insgeheim froh nicht mehr allein zu sein. Doch etwas sehr merkwürdiges zieht seine Aufmerksamkeit auf sich. Es treibt sich etwas im Netz herum, was dort nicht hingehört. Ob es ein Virus ist lässt sich so noch nicht sagen. Ein Glück hatte Yuna vergessen die Internetverbindung zu kappen. Und so macht sich Bass auf den Weg zur Quelle und er ist nicht der Einzige, der es bemerkt hat.

Davon nichts ahnend sind die Kinder weiter unterwegs. Genauso wie viele andere, auf der Jagt nach dem ultimativen Süßigkeitenrekord. Die Straßen sind voll von kostümierten Leuten und alle Häuser sind gruselig geschmückt. Überall stehen Kürbislaternen mit schauderhaften Gesichtern. Spinnweben hängen an den Türen und Geister von den Bäumen. Jeder scheint gut drauf zu sein. Überall werden Süßigkeiten eingesackt. Hier und da auch Mal ein bisschen Klopapier verteilt. Die heraufziehenden, dunklen Wolken bemerkt niemand.

Irgendwo im riesigen Internet treffen Bass, Megaman und Protoman aufeinander.
„Ihr habt es also auch bemerkt.“ Protoman nickt und sieht sich aufmerksam um.
„Es hat sich auch nicht gerade versteckt. Ein seltsamer Virus.“
„Ich bin mir nicht sicher, ob es ein Virus ist. Ich habe als Solonetnavi schon einiges gesehen, aber so einen seltsamen Virus ist mir auch noch nicht begegnet.“ Bass erhebt sein Schwert und sieht sich um. Obwohl das Signal direkt von hier zu kommen scheint ist nichts zu sehen. Doch ein Knacken hinter den Dreien durchdringt die Stille und lässt allem den Atem stocken. Was hinter ihnen steht scheint kein richtiger Virus zu sein, aber auch kein Netnavi. Der Kopf besteht aus einem Kürbis mit einem wirklich schauderhaften Gesicht, der zu leuchten scheint. Der Körper selbst gleicht aber eher einem dünnen Pflanzengewächs mit Armen und Beinen.
„W-was ist das?“ Sowohl Megaman als auch die anderen beiden sind ratlos. Obwohl dieses mysteriöse Ding nicht größer ist als sie selbst, ist es nicht weniger bedrohlich. Und das es nichts gutes im Schilde führt stellt sich auch schneller heraus als gedacht.

Es ist mittlerweile stockfinster. Der Mond ist nicht mehr zu sehen, denn es haben sich dicke Wolken davor geschoben. Ein unheimlicher Wind weht durch die Stadt und viele Haustiere werden seltsam nervös. Von überall her ist das Bellen von Hunden zu hören. Einige Besitzer sind bereits ziemlich genervt, genauso wie die Nachbarn. Dann legt sich eine seltsame Stille über die Stadt. Der Wind scheint still zu stehen. Nicht Mal mehr das rascheln der Blätter ist zu hören.

Die drei Netnavi haben alle Mühe dem komischen Kürbisgewächs auszuweichen. Es ist sehr viel schneller und flinker, als es aussieht. Ohne Vorwarnung hat es angegriffen und bis jetzt ist es unmögliche gewesen einen Gegenangriff zu starten. Doch Bass schafft es sich ein wenig dem Kampfgeschehen zu entziehen und ein bisschen Abstand zu gewinnen. Das ist die Chance. Er sammelt eine Menge Energie um einen Darkness Overload auf die Kämpfenden zu schießen. Megaman und Protoman, die damit nicht gerechnet haben, springen aus der Schusslinie, da das Kürbisgewächs in der Bewegung angehalten hat. Das Bass nie Rücksicht auf Mitstreiter nehmen kann. Diese Eigenschaft wird er wohl nie loswerden. Doch zu aller Überraschung bleibt das Teil stehen. Nur Sekunden später scheint es Bass Angriff irgendwie zu essen. Der Strahl schwarzer Energie verkleinert sich und wird eingesaugt. Nur kurz darauf wird der Körper des Gewächses ein ganzes Stück dicker und größer.
„Es hat... Meinen Angriff absorbiert? Wie ist sowas denn möglich?“
„Das ist wirklich unheimlich. Wir sollten auf der Hut sein.“ Protoman vertraut lieber seinem Schwert und startet einen neuen Angriff. Doch genauso flink wie es angegriffen hat weicht der Kürbis jetzt auch aus.

Zur gleichen Zeit ist in der Stadt Panik ausgebrochen als plötzlich Kürbisse aufgetaucht sind, die nun durch die Stadt laufen. Mit grauenhaften Gesichtern und vier Minibeinchen. Alle laufen durcheinander. Wer Zuhause ist hat alles zugemacht und abgeschlossen. Lan und die anderen haben sich Waffen wie dicke Äste und ähnliches gesucht und wehren sich tatkräftig gegen den ungebetenen Besuch. Ein leichter Nebel hat sich breit gemacht.

Die Versuche der drei Netnavis das Ding zu eliminieren hat bis jetzt nicht funktioniert. Stattdessen ist der Kürbis noch weiter gewachsen und kichert jetzt belustigt vor sich hin.
„Dieses verdammte... Das Teil ist cleverer als wir dachten. Es muss das hier von Anfang an geplant haben!“ Protoman weicht einem erneuten Angriff nur mit großer Mühe aus. Megaman versucht einen erneuten Angriff, mit dem Ergebnis, dass es noch weiter wächst. Protoman schüttelt den Kopf.
„Wie kannst du weiter angreifen, wenn du mehr als einmal gesehen hast, dass es nichts bringt?“ Megaman kratzt sich leicht verlegen am Kopf.
„Na ja, ich dachte es wäre vielleicht einen Versuch wert.“
In diesem Moment geht ein gleißendes Licht von dem Gewächs aus und umhüllt die drei Netnavis ebenfalls, die dadurch nichts mehr sehen können. Nur kurz darauf wird ihnen der Boden unter den Füßen weggerissen.

In der Stadt taucht plötzlich ein helles, gleißendes Licht auf. Langsam nimmt es die Gestalt eines Riesenkürbisses an. Dadurch steigt die Panik unter den Menschen leider noch mehr. Auch Lan und die anderen versuchen langsam den Rückzug anzutreten. Wie sich herausstellt kommen nach jedem zerstörten Kürbis mindestens zehn neue nach. Umso erschrockener sind sie über die neue Gestalt, die fast jedes Gebäude der Stadt überragt.

Etwas unsanft landen die drei Netnavis übereinander gestapelt auf dem Boden. Das Geschrei der Menschen lässt sie jedoch sofort aufschrecken.
„Das Teil hat uns in die reale Welt gebracht.“ Protoman springt auf.
„Es macht mir mehr Sorgen, das dieser Virus in der realen Welt ist. Wir müssen etwas unternehmen!“ Bass, der noch immer unter Megaman liegt gibt ein verächtliches Schnauben von sich.
„Und was sollen wir bitte unternehmen? Alles, was wir ausprobiert haben, hat nicht funktioniert. Ganz im Gegenteil. Was also schlägst du vor?“
„Es muss eine Schwachstelle geben. Wir haben sie nur noch nicht gefunden. Denken wir nach.“ Megaman scheint da zuversichtlicher zu sein als Bass. Dieser sieht nur desinteressiert  zu Megaman rauf.
„Drei Mal darfst du raten, was ich seit Beginn des Kampfes gemacht habe. Glaubst du ich hätte nicht schon alle Möglichkeiten ausprobiert? Wir dürfen es nicht weiter wachsen lassen, sonst wird es zu einer ernsten Gefahr für uns. Ich denke es bleibt uns nichts anderes übrig als es Mal im Nahkampf ohne Waffen zu versuchen. Ach, und wo wir gerade beim Nahkampf sind. RUNTER VON MIR!“ Etwas unsanft schubst Bass Megaman von sich runter und rappelt sich endlich wieder auf.

Während sich die drei streiten kämpft sich das riesige Gewächs aus Daten langsam seinen Weg in der Stadt vor. Das dabei einiges kaputt geht scheint dem Teil nur recht zu sein. Menschen flüchten aus ihren Häusern, aus Angst sie könnten unter den Trümmern ihres Zuhauses begraben werden. Doch die Schreie und der Lärm scheinen den Kürbis nur wütend zu machen. Es schlägt auf ein Haus ein und zerstört es bis nichts mehr davon übrig ist. Zur gleichen Zeit spürt das Teil einen nicht sehr angenehmen Schmerz im Rücken. Die drei Netnavis haben ihren Angriff gestartet. Doch der Kürbis holt nur einmal mit seinem Arm aus und die drei fliegen im hohen Bogen davon und schlagen unter anderem in ein Haus ein.

Davon nur noch wütender beginnt das Gewächs in der Stadt zu wüten. Angeschlagen kämpft sich Bass wieder auf die Beine. Die Schreie der panischen Menschen sind noch immer zu hören.
„Denn Schwachpunkt suchen... Wo könnte er sein?“ Aus sicherer Entfernung beobachtet Bass den wütenden Kürbis während Protoman und Megaman sich gerade wieder auf die Beine kämpfen, mit mäßigem Erfolg.
„Ist das die einzige Möglichkeit?“ Etwas angewidert beobachtet Bass wie sich der Kürbis wieder in Bewegung setzt. Protoman und Megaman stoßen in diesem Augenblick wieder zu Bass.
„Hast du eine Idee?“ Erwartungsvoll sieht Megaman zu seinem in schwarz gehüllten Freund.
„Vielleicht, aber dafür werde ich für den Rest meines Lebens Kürbisse hassen.“
„Was hast du denn vor?“ Protoman sieht ihn skeptisch an.
„Wirst du schon sehen. Haltet ihn in Schach und lenkt ihn ab.“
„Wie sollen wir das machen?“
„Ist mir doch egal, tut es einfach!“ Damit macht sich Bass aus den Staub und lässt zwei sehr verwirrte Netnavis zurück.
„Ablenken? Wie denn Ablenken? Da bin ich überfragt.“ Megaman sieht seinen roten Kameraden an, der aber nur leicht den Kopf schüttelt.
„Wie schon, wir machen ihn wütend auf uns. Unter Wut vergisst man leicht seine Deckung. Das wird der Virus auch tun, ganz egal wie clever er ist.“

Der Kürbis will gerade zu einem erneuten Schlag ausholen, als ihn eine Leuchtkugel vor der Nase davon abhält. Megaman hat aus seinem Blaster geschossen, allerdings bewusst daneben gezielt.
„glaubst du wirklich das bringt was, Protoman?“
„Hör auf zu fragen und mach weiter.“ Die seltsame Pflanze hat sich mittlerweile wütend den beiden zugedreht. Megaman feuert noch ein paar weitere Schüsse ab, bewusst daneben. Es würde schließlich sowieso nichts bringen, wenn er treffen würde. Dann würde es nur weiter wachsen. Während sie die beiden Netnavis also mit dem Kürbis beschäftigen bringt sich Bass in Position, hinter dem Monster.
„Wehe das funktioniert nicht.“

Nun richtig rasend vor Wut holt der Kürbis aus. Doch in dem Moment trifft ihn etwas stechendes am Kopf. Bass hat ihm sein Schwert in den Kopf gerammt.
„Das funktioniert also.“ Mit Leichtigkeit schneidet er ein Loch in den Kürbis und springt dann hinein. Protoman rümpft leicht seine Nase.
„Jetzt verstehe ich, warum er danach sicher keine Kürbisse mehr leiden kann. Das ist ja widerlich.“
„Aber durchaus effektiv. Sieh dir das an!“ Langsam beginnt sich der Kopf des Kürbis aufzublasen. Aus den Löchern schießen schwarze Strahlen. Als der Kürbis letzten Endes unheimlich große Maße angenommen hat, explodiert er mit einem lauten Knall. Sowohl der Kopf als auch der Körper verwandeln sich in Daten und werden schlussendlich gelöscht. Während die Menschen dem Schauspiel ängstlich zusehen, sehen Megaman und Protoman eher fasziniert zu. Gleichzeitig beginnen die kleinen Kürbisse auf vier Beinen einen nach dem anderen zu verschwinden. Auch sie lösen sich in Daten auf. Bis schließlich keiner mehr übrig ist. Es legt sich wieder Stille über die Stadt und die dunklen Wolken lösen sich auf als wären sie niemals dagewesen. Der Mond scheint wieder.

Lan reibt sich die Augen.
„Sagt Mal, ist das da eben auf dem Riesenkürbis nicht Bass gewesen?“
„Das kann nicht sein, ich hab ihn doch Zuhause gelassen. Aber wenn ich es genau betrachte, würde ich ihm das durchaus zutrauen. Ich werde ihn Mal fragen, wenn ich Zuhause bin.“ Yuna sieht etwas skeptisch zu dem Punkt wo eben noch der gigantische Kürbis stand. Genauso wie Lan.
„Ja, es ist wohl besser, wenn wir jetzt gehen.“ Während sich die kleine Gruppe jetzt trennt finden sich die drei Netnavis im Internet wieder. Protoman und Megaman sehen sich etwas erstaunt um.
„Nur gut, das wir von selbst wieder hier gelandet sind. Das hätte ich Lan nie im Leben erklären können.“ Ein leises Stöhnen hinter ihnen lässt die beiden aufschrecken und sich ruckartig umdrehen. Bass ist gerade aufgestanden.
„Das war wirklich widerlich. Hoffentlich muss ich das nie wieder erleben.“
„Hey, immerhin haben wir gerade die Welt gerettet und das ohne Netop.“ Aufmunternd klopft Megaman ihm auf die Schulter.
„Vielleicht sollten wir langsam wieder zurückkehren. Chaud fragt sich bestimmt schon, wo ich bin.“ Die beiden übrigen nicken zustimmen und die drei trennen sich wieder.

Gerade noch rechtzeitig kommt Bass wieder auf dem Computer an. Im gleichen Moment kommt Yuna nach Hause und stürmt auch gleich hoch auf ihr Zimmer und zu ihrem Computer. Dort erwartet sie schon ein scheinbar leicht gelangweilter  Bass.
„Da bist du ja wieder. Hat auch lang genug gedauert.“
„Es... Ist etwas unerwartetes dazwischen gekommen. Und was hast du die ganze Zeit getrieben?“
„Na was schon? Ich hab mich hier gelangweilt. Und das nehme ich dir echt übel.“ Erleichtert atmet sie auf.
„Wenn du wüsstest was heute so alles in der Stadt passiert ist.“ Wenn sie nur wüsste, wo er bis eben gerade gewesen ist.
„Was ist passiert?“ Er versucht irgendwie interessiert zu klingen.
„Das ist eine lange Geschichte. Ich hoffe du hast Zeit.“ Damit fängt sie an zu erzählen. Bass hört ihr erstmal zu. Sie würde noch früh genug erfahren, wer ihr Mal wieder den Hintern gerettet hat.
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