Was wohl ihre letzten Gedanken waren?

GeschichteAngst, Tragödie / P12
29.10.2012
29.10.2012
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Immer wieder frage ich mich, was ihre Gedanken waren, die letzten, die sie gedacht hat.
Was dachte sie, als Margot starb?
War sie Traurig, verzweifelt? –Weinte sie?
Dachte sie an ihre Mutter, „Muns“?
Sicher war auch oft Pim, ihr Vater in ihren Gedanken, dessen bin ich mir sicher.
Dachte sie an die Van Pels Familie?
Und an Moortje?
Dachte sie daran, dass alle anderen vielleicht schon tot waren?
Oder dachte sie Optimistisch?
Dachte sie immer noch an die Nachkriegszeit?
Vermisste sie ihre Familie?
Vermisste sie Edith?
Machte sie sich Gedanken um Miep, Jan, Bep und die anderen?
Dachte sie an die Zeit in ihrem für sicher gehaltenes Versteck nach?
Dachte sie an Jaque?
Und an Peter, ihrem Peter?
Oder an Hello?
Und dachte sie an Kitty?
Vermisste sie es, Kitty von allem zu berichten?
Wusste sie, dass sie sterben würde?




-     Ihre Augenlieder fielen ihr zu.
Sie stand in Amsterdam. Zuhause. Mans, Margot, Jaque und Peter, auch die Van Pels‘ und Hello, all ihre Lehrer und Freunde, Omi und Oma und alle anderen, sie waren alle da. Alle standen sie vor ihr vor dem großen Haus.
Und sie lächelten ihr zu.
Mans hatte Kitty bei sich. Moortje war in Margots armen sicher. Sie tat einen Schritt, es wurde dunkel um sie herum. Doch ihre Familie, Freunde und verwandten leuchteten auf. Peter, ihr lieber Peter, ging zu ihr, nahm sie an der Hand. „Komm. Ich habe auf dich so lange gewartet.“, sagte er. „Und alle anderen auch. Wo warst du?“, sie sah sich um. „Wo ist Pim?“ – „Er kommt bald nach. Sicher.“
Er zog sie, und alle anderen Sprachen ihr gut zu. Jeden Schritt, den sie ging, leuchteten sie auf, aber um sie herum wurde es schwärzer und schwärzer. Als hätte das Licht gegen Dunkelheit verloren.
Um sich herum sah sie nur schwach ihr altes Zuhause, ihr Versteck und alle anderen Orte.
Einen Schritt, bevor sie in das blendende Licht ihrer sicheren Familie ging, sah sie zurück.

Pim stand weit weg von ihr, im Dunkeln. Doch sie konnte nichts sagen, nicht tun, sie ging weiter.
Als würde sie eine Grausame Welt verlassen und eine wunderbare Welt betreten.
Pim winkte ihr zu, und verschwand. Sie konnte nichts tun, sie fühlte sich so frei, so erlöst.