Green Rain

GeschichteRomanze / P16
Apoc Morpheus Mouse Neo Switch Trinity
24.10.2012
02.12.2013
9
15.208
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24.10.2012 1.523
 
Dies ist eine autorisierte Übersetzung der wundervollen, englischen Fanfiction "Green Rain" von Chaotic: http://www.fanfiction.net/s/2854103/1/Green_Rain  

Thanks a lot for your permission to publish the translation of your wonderful story, Chaotic!

Für den Anfang werde ich wöchentlich ein Kapitel hochladen, wenn ich weiterhin so gut vorankomme. Insgesamt sind es 20.

Danke an meine Beta-Leserin Nachtauge, die dieser Geschichte ihren prüfenden Blick angedeihen lässt.

Ich hoffe, ihr alle habt an dieser Geschichte ebenso viel Freude, wie ich vor einigen Monaten, als ich sie das erste Mal las. Auch nach all den Jahren vermag die Liebe zwischen Neo und Trinity mich noch zu begeistern... :)



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In Memorian




Nachdem die Detonation durch das Schiff gefahren war, schaute ich auf, besorgt über das Schicksal meiner überlebenden Crew. Ich war sprachlos vor Erleichterung, als ich Neos Augen offen und auf sie gerichtet sah. Ich wandte meine Aufmerksamkeit Tank zu – und als ich das nächste Mal zurück über das Hauptdeck blickte, küssten sie sich, beinahe verwundert über das, was sie in sich und in dem anderen gefunden hatte.

Ihre mächtige Anziehungskraft zueinander war für jeden vom ersten Moment ihrer Begegnung offensichtlich gewesen – Trinitys freilich war schon zuvor Gegenstand der Neckereien an Bord, wenn sie darauf bestanden hatte, den grünen Ziffern in endlosen Nächten bei ihrem Lauf zuzusehen – aber ich glaube, sie dachten nicht, dass es gegenseitiger Natur sein könnte, bis zu diesem Zeitpunkt. Ab diesem Moment allerdings zweifelten sie diese Gegenseitigkeit nie wieder an und ebenso wenig konnte dies irgendjemand sonst tun. Ihre Leidenschaft füreinander war absolut und beinahe erschreckend augenscheinlich bis zu dem letzten Moment, in dem wir sie jemals lebend sahen.

Es wurde ohne einen weiteren Gedanken einfach als Teil dessen akzeptiert, wer Neo war. Er hatte braune Augen, er liebte Trinity über alles, er war über alle Erklärungsmöglichkeiten hinaus begabt. Wir hatten sie alle gekannt, bevor Neo kam, und so wunderten sich die meisten über ihre Veränderung. Nur ich überlebte, um mich eines Neos vor ihr zu erinnern – und so wusste nur ich, dass die größte Veränderung hier lag. Thomas Anderson – ängstlich, linkisch, misstrauisch – war für immer verschwunden. Der wachsame, ruhige, anspruchslose Neo der wirklichen Welt, so sehr angewiesen auf Trinitys stille Präsenz an seiner Seite, und der gebieterische, charismatische Anführer, zu dem er in der Matrix wurde, blieben an seiner Statt.

Er betrachtete Trinity bis zum letzten Moment, in dem ich sie zusammen sah, immer mit demselben Ausdruck, sein Gesicht still und reglos, doch seine Augen leuchtend, zärtlich, voller Emotionen, die zu intensiv, zu mächtig waren, um sie zu benennen – und sie war sein Spiegelbild. Trinity war immer fähig gewesen, ihre Gefühle mit vollendetem Geschick hinter einer Maske zu verbergen, hinter die sie niemanden blicken ließ, von dem sie es nicht wollte, und Neo lernte einiges von ihr in dieser Kunst, sodass ich mir nie sicher war, ob sie einfach unfähig waren, ihre Liebe zueinander zu verbergen oder ob es sie nicht kümmerte, dass es jemandem auffiel.

Es war bemerkenswert, dass sie sogar begannen, einander ähnlich zu sehen. Beide verloren an Gewicht in diesen letzten, anstrengenden Monaten, und die Konturen ihrer Gesichter stachen hervor, besonders bei Trinity, die schon vorher schmal gewesen war. Sie wurde blasser, ihre Augen glichen großen, dunklen Kreisen auf einer ungesund durchscheinenden Haut. Sie erinnerte mich tatsächlich an das fünfzehnjährige Mädchen, das den Mysterien der Matrix erlegen war. Nun war sie den Mysterien um Neos Schicksal erlegen. Sie wusste, dass er Zion retten würde – ich glaube nicht, dass sie das jemals auch nur eine Sekunden bezweifelt hat. Ihre Ängste drehten sich nur darum, was dies für ihn bedeuten könnte. Trotzdem war sie voller Glauben und Überzeugung und diese blauen Augen sahen nie so lebendig, so konzentriert aus, bevor er zu uns kam.

Sie war glücklich, wirklich glücklich und erst da traf mich die Tiefe ihrer vorherigen Traurigkeit. Sie hatte sich nie beschwert, nie in Frage gestellt, hatte immer mit Mut, Geschick und Entschlossenheit gekämpft. Sie wurde von ihren Kameraden gemocht, ihre ruhige Würde wurde respektiert, ihre wachsende Autorität war unberührt von Arroganz, ihre Bereitschaft, mehr als ihren gerechten Anteil an langweiligen, schmutzigen oder erbitterten und gefährlichen Aufgaben zu übernehmen, wurde bewundert. Trotzdem hatte sie sich niemals völlig auf jemanden eingelassen, nicht seit dem Tag, an dem sie befreit wurde, und erst, als ich sie mit Neo beobachtete, realisierte ich das. Sie war keine zurückhaltende, besorgte Person mehr – nicht die stille, wachsame Trinity, von der wir alle geglaubt hatten, sie zu kennen. Sie gab sich ihm völlig hin, ohne Gedanken an Risiken oder Kosten. Neo wurde ihr Leben.

Ich wusste nicht, dass ihre gemeinsame Zeit so kurz werden würde. Ich hatte Hoffnungen für sie gehegt, die sie, soweit ich weiß, nie geteilt haben. Ich sah Aufgaben für sie in Zion, nachdem der Frieden gekommen war, und eine dankbare Stadt, die ihnen endlich die optimalen Gelegenheiten für ihre Talente ermöglichen würde. Ich stellte mir Kinder vor, mit ihren blauen Augen oder seinen braunen, und dem Gefühl der Sicherheit, das alle Kinder Zions teilen würden, aufgrund ihrer Rolle als Hoffnung für unsere Stadt, unsere Art. Ich habe immer gefühlt, dass ihre Kinder hochgradig gesegnet sein würden. Keine Eltern konnten einander mehr lieben und in solche eine Beziehung hinein geboren zu werden, aus einer solchen Beziehung heraus geboren zu werden, wäre ein großartiges Erbe. Ich glaubte, dass die Zukunft, für die sie so viel riskiert, so viel gegeben hatten, um sie für uns alle zu gewinnen, auch die ihre sein würde.

Sie haben in meiner Gegenwart niemals über die Zukunft geredet. Es war, als ob sie es gewusst hätten. Und trotzdem, ungeachtet dessen, waren sie unbestreitbar glücklich. Ihre Liebe war sehr wirklich und sehr menschlich, auf allen Ebenen – körperlich und sinnlich, emotional, nicht nur spirituell, wie manche, die danach streben, das Andenken des Auserwählten zu schützen, nun behaupten. Sie war seine Geliebte, nicht seine Jüngerin. Es ist entscheidend, dass das verzeichnet wird. Sie hatten große Freude aneinander gefunden und das war genug für sie.

Das war letztlich ihr Geheimnis. Beide waren mutige und fähige und loyale Individuen. Beide haben Zion immer gut gedient. Aber Neos Macht war abhängig von seinem Glauben in sich selbst und diesen bezog er von ihr. Sie glaubte vollends an ihn und er vertraute auf ihren Glauben. Das bedeutete, dass er das Unmögliche erreichen konnte, weil ihr niemals in den Sinn kam, dass er versagen könnte. Er war nie ein arroganter Mensch. Er lehnte immer jede Anregung ab, er solle sein eigenes Schiff kommandieren – dass er uns anführen solle. Er bevorzugte es, in der Öffentlichkeit einen Schritt hinter mir zu gehen, Seite an Seite mit ihr. Und das war typisch für Neo. Seine Fähigkeiten waren für ihn einfach ein Geschenk, unwürdig des Stolzes oder der Würdigung; er trug sie leicht und teilte sie mit uns allen. Ohne die Stärke, die er von Trinity bezog, hätte diese bewundernswerte Menschlichkeit reine Selbstzweifel offenbart.

Ich war immer vorsichtig mit dem Wissen, dass sie den anderen über alles andere stellen würden – einschließlich Zion – weil ich wusste, dass, wäre das bekannt geworden, der Senat gezwungen gewesen wäre, sie zu trennen. Nicht einmal ihre besondere Stellung hätte sie davor geschützt. Es war letztlich gut für uns alle, dass sie beide Willens waren, für Zion zu sterben. Hätte Trinity es nicht gewollt und Neo davon abgebracht – was sie in einem Augenblick vermocht hätte – dann wäre Zion gefallen. Wir sind heute alle hier wegen Neo – und Trinity. Ihr Anteil darf nicht vergessen werden in unserer Hast, ihm zu danken.

Ich sah sie einmal während der Nachtwache, auf dem Hauptdeck des Schiffes, vor den Matrix-Monitoren. Es war Neos Wache. Trinity sollte in ihrer Kabine sein und schlafen, also näherte ich mich verblüfft, angesichts dieses unwahrscheinlichen Pflichtversäumnisses. Aber Neo hielt einen Finger an seine Lippen und als ich sie erreichte, erkannte ich, dass sie auf seinem Schoß eingeschlafen war, ihr Gesicht entspannt und friedlich, ihr Kopf ruhte an seiner Schulter, ihre Finger waren miteinander verschlungen. Sie hatte ihr Haar wachsen lassen, nachdem Neo gekommen war, und es hatte ihr Gesicht sehr viel weicher gemacht. Strähnen fielen über ihr Augen, während sie schlief und ohne seinen Blick von den Bildschirmen abzuwenden, schien er das zu fühlen und strich sie mit seiner freien Hand zurück, während er zärtlich einen Kuss auf ihre Stirn hauchte, offensichtlich unberührt, dass ich Zeuge davon wurde

„Sie konnte nicht schlafen“, sagte er sanft. „Sie war besorgt, dass es ihre Wache beeinträchtigen könnte, also kam sie, um hier zu schlafen.“

Das Ende war zu diesem Zeitpunkt schon sehr nahe, weniger als einen Monat entfernt. Es war Neo, nicht Trinity, der von Alpträumen geplagt wurde und nur selten Schlaf fand. Und so wusste ich, dass sie nur bei ihm sein wollte – ob wach oder nicht – und ich dachte plötzlich, dass sie darin weise war.

Neo sagte es. In dieser Nacht auf dem Hauptdeck, als sie schlafend in seinen Armen lag und er einhändig kurze Kommandos in die zahlreichen Bildschirme tippte.

„Ich mag der Auserwählte sein, Morpheus“, sagte er, beinahe beiläufig, „und das mag meine Bestimmung sein. Aber Trinity ist der Grund. Mein Grund. Ich brauche keinen anderen.“

Ich übernahm die Schicht und schickte sie beide ins Bett.


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