Schatzsuche mit Hindernissen

GeschichteFantasy, Horror / P12
16.10.2012
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Kommandantin Rhoda war entsetzt, als sie die Verwüstung sah, die in der Akademie der Drachentöter vorherrschte. Der Giftnebel lag über der Akademie und ließ es nicht zu, dass sie mehr als einige Meter weit gucken konnte. Eigentlich konnte sie nur so weit gucken, wie es der schützende, unsichtbare Kokon zuließ, der sie umhüllte. Ohne diesen Kokon wäre die Drachentöterin innerhalb weniger Sekunden am Giftnebel gestorben.
Überall lagen tote Drachentöter herum. Die Kriegerin drehte eine Leiche um und fuhr entsetzt zurück.
„Das... das ist ja Tillian“ erkannte sie, „Es hat wohl wirklich jeden von ihnen erwischt. Nein, nicht jeden. Die Leichen von Saul und Kenneth konnte ich nicht finden. Wo sind die beiden bloß abgeblieben?“
„Ich spüre eine magische Aura“ sprach eine andere Stimme, eine Stimme deren Besitzer unsichtbar war, „Einer der beiden ist von einem seltsamen Wesen, einer seltsamen Kraft geholt worden. Vielleicht aber auch beide. Ich weiß es nicht genau. Es war wohl so eine Art Naturgeist.“
„Ich kann es nur hoffen.“ meinte Kommandantin Rhoda, „Denn andernfalls wäre ich... wäre ich...“
„Die Letzte“ fuhr die geisterhafte Stimme fort, „Die letzte Drachentöterin. Alle anderen Drachentöter sind tot, ebenso wie fast alle Drachenritter. Aber gräme dich nicht darum. Nachdem der letzte Drachenritter getötet worden wäre, wäre euer Orden ohnehin nur noch ein Anachronismus, etwas was sich selbst überlebt hat.“
„Schweig still, Behrlin!“ fauchte Rhoda, „Wage es ja nicht, so über die Drachentöter zu sprechen.“
„Unterstehe dich, so mit mir zu reden!“ antwortete Behrlin, „Mag sein, dass ich in dieser Welt noch schwach bin, noch in einem Zustand existiere, in dem ich weniger als ein Geist bin, aber dennoch habe ich einen Teil meiner alten Macht behalten. Ohne mich würde dieser Giftnebel über dich hinweg wabern, und dich töten.“
Wie um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, sackte der Kokon für einen Moment in sich zusammen, und giftige Nebelschwaden drangen ein. Doch bevor sie die Kommandantin erreichen konnten, wurde der Kokon wieder fest.
„Drohe mir nicht“ meinte Rhoda unbeeindruckt, aber mit weniger Schärfe in der Stimme, „Wenn du mich tötest, wer soll dich dann befreien?“
Die Kriegerin bewies, dass sie sehr hart und gefühllos war. Sie sah sich noch einmal um und sagte: „Das Verließ oben ist aufgebrochen. Dort waren die Goblins drin, die wir gefangengenommen hatten. Wurden sie befreit und fielen dann über die Drachentöter her? Oder hat derjenige der sie freiließ, meine Kameraden auf dem Gewissen? War es gar dieser Verräter? Sind sie vielleicht von einer Person getötet worden, während die Goblins von jemand anderem befreit wurden? Die tapferen Kämpfer sind jedenfalls im Kampf gestorben, und nicht am Giftnebel. Die Goblins sind auch nicht mehr hier. Sind sie gegen den Giftnebel immun, oder wurden sie von jemandem gerettet? Es bleiben Fragen über Fragen.“
„Würden die Antworten etwas an deiner Mission ändern?“ fragte Behrlin ungeduldig.
„Nein“ antwortete Kommandantin Rhoda, „Und auch nichts an meinem Entschluss. Ich werde den Orden neu entstehen lassen, wenn ich Aleroth gerettet habe. Fünf Drachentöter sollten noch am Leben sein. Sie sind aus dem Orden entlassen worden, weil sie sich undiszipliniert verhalten haben. Ich biete ihnen an, wieder in den Orden zurückzukommen, und lockere dafür auch etwas die Regeln. Soweit ich weiß, befinden sie sich irgendwo in der Nähe von dem Gewölbe, in welchem sich Orobas versteckt hat. So hoch in den Fjorden, dass der Giftnebel sie da nicht erreicht haben kann. Fraglich ist nur, ob auch Leuchtenfeld von Damian verschont blieb.“
„Denke nicht an das Omelett, bevor das Wyvernei gestohlen ist“ zitierte Behrlin ein bekanntes und sehr altes Sprichwort in Rivellon, „Wenn ich erstmal wieder frei bin, kannst du mit deinem Orden machen, was immer dir beliebt.“
Die Kommandantin antwortete nichts darauf, und setzte ihren Weg fort. Rhoda ging über den Holzsteg zum Hafen. Dort, im großen Gebäude, waren viele Reisende die Handel betrieben. Zumindest waren sie das, bevor Damian hier alles mit seinen Giftnebeln umhüllt hatte.
Die Frau sah den leeren Tisch, an welchem der Fischer Scholle immer seine Waren verkauft hatte. Der Fischer war nicht da. Seine Leiche war aber auch nicht zu sehen. Die Kriegerin fragte sich kurz, ob er entkommen konnte. Sie hoffte es jedenfalls, denn sie fand ihn ziemlich sympathisch.
Rhoda betrat den Hafen. Gleich vor dem Eingang lag eine weitere menschliche Leiche. Um sie herum lagen die Leichen von vier Imps. Die Kommandantin bückte sich und sah in das Gesicht des Toten.
„Brutus hat es offenbar auch erwischt.“ flüsterte sie.
Auch in der Halle waberte giftiger Nebel. Überall lagen Leichen. Doch nur wenige von ihnen waren menschlich. Offenbar konnten die meisten Leute fliehen, als Damians Horden hier einfielen. Sie eilten wohl zu den Luftschiffen, um nach Aleroth zu fliehen, oder nahmen den Eingang durch die Akademie der Champions. Kommandantin Rhoda ging weiter durch die riesige Halle. Nun war der Eingang zur Champions-Akademie in Sichtweite. Das Tor war offen, und vor dem Tor stapelten sich ebenfalls Leichen.
„Diese Leichen sind fast ausschließlich die von Menschen“ stellte die Frau fest, „Allerdings sind die meisten von ihnen Mitglieder des Schwarzen Rings gewesen. Aber vier oder fünf von ihnen scheinen auch Champions gewesen zu sein. Und da, das ist der Hafenmeister Morgan. Er hat mir mal nach einer gemeinsamen Nacht und viel Alkohol verraten, dass er einst ein Pirat war. Offenbar wird er wohl den Eingang verteidigt haben, als Damians Truppen durch ihn nach Aleroth gelangen wollten.“
„Ich habe dir ja gesagt, dass dieser Weg sicherer ist“ meinte Behrlin, „Durch das Krähennest zu gehen, hätte bedeutet, gegen unzählige Untote und andere schleimige Kreaturen kämpfen zu müssen. Oh, ich bin mir sicher, dass du das geschafft hättest, aber danach hättest du gegen den Ingenieur antreten müssen, der wieder erwacht ist. Und selbst wenn du ihn besiegt hättest – was eher unwahrscheinlich gewesen wäre – hätte dich danach dieser Zauberer Bellegar bemerkt. Deshalb habe ich dich auch gleich in deine Akademie teleportiert, nachdem du aus dem Verbotenen Archiv herausgekommen bist.“
Die Kriegerin erwiderte nichts darauf, sondern ging die Treppen hinauf. Auf den Stufen lagen auch noch Leichen. Aber nur zwei von ihnen waren vom Schwarzen Ring. Die Toten auf der Treppe waren durch Pfeile und magische Zauber umgekommen, jedoch nicht im Nahkampf.
„Offenbar wollten Damians Krieger nicht hinauf“ überlegte die Frau laut, „Oder sie konnten es nicht. Vielleicht dachten sie ja, Zandalors Schild würde sie auch hier unten blockieren.“
Doch der Schild war im Gewölbe nicht vorhanden. Ohne den Giftnebel hätten Damians Truppen mühelos nach Aleroth gelangen können.
Kommandantin Rhoda ging ruhig durch die Akademie der Champions. Sie befand sich in einem Teil des Gebäudes, welches schon lange verlassen war. Auch vor dem Ausbruch der Plage hatte sich hier unten lange niemand mehr aufgehalten. Die Drachentöterin war das einzige Wesen, welches sich seit Jahrzehnten in diesem Teil der Akademie aufhielt. Zumindest das einzige, lebendige Wesen. Vor Rhoda brach der Boden auf, und eine knöcherne Hand streckte sich empor. Auch an anderen Stellen bekam der Boden Risse, und Untote erhoben sich aus dem Boden.
Die Kommandantin wartete in Ruhe ab, bis alle Zombies herausgekommen waren. Die Untoten sahen sie aus ihren weißlichen, toten Augen an. Und dann, wie auf einem unsichtbaren Befehl hin, griffen sie sie an.
„Nur sechs“ höhnte die Drachentöterin, „Seid ihr euch sicher, dass ihr nicht noch mehr von euch holen wollt?“
Die Zombies antworteten nicht, sie konnten es nicht. Sie stürmten einfach auf die Kommandantin zu.
Rhoda wartete bis der erste heran war, dann zog sie ihr Langschwert und setzte die Fähigkeit Wirbelwind ein. Der Zombie wurde weggeschleudert. Die Kriegerin setzte nach, indem sie die Fähigkeit Sturmangriff benutzte. Der Zombie, kaum aufgestanden, wurde wieder weggeschleudert. Diesmal war er endgültig tot. Zumindest vorerst.
Die anderen Zombies schlurften auf Rhoda zu. Sie hielt die Hand mit dem Schwert in die Luft und sagte laut: „Umarmung der Schatten.“
Plötzlich war die Kommandantin verschwunden, zumindest für die Augen der Zombies. Tatsächlich war sie jedoch nur unsichtbar. Die Zombies blieben stehen. Nun, da ihr Gegner verschwunden war, schlurften sie unschlüssig durch den Gang, blieben jedoch in geringer Entfernung voneinander. Plötzlich tauchte Kommandantin Rhoda wieder in ihrer Mitte auf. Die Untoten warfen sich auf die Frau, doch sie setzte Tausend Hiebe ein. Ein regelrechter Tornado aus Schwerthieben prasselte auf die Untoten ein, und streckte sie nieder. Nur einer blieb am Ende stehen, war jedoch sehr stark geschwächt. Rhodas Schwerthand leuchtete unter orangenen und blauen Blitzen auf, als sie den Todesschlag benutzte, um auch den letzten Zombie zu vernichten.
„Euer Können als Kriegerin habt ihr unter Beweis gestellt“ lobte Behrlin, „Ich wusste schon, dass es eine gute Idee war, Hauptmann Augustus einzuflüstern, euch wieder freizulassen und mit dieser Mission zu beauftragen. Ich glaube, er hat etwas für euch übrig.“
„Ich habe für ihn jedenfalls nur Verachtung übrig“ entgegnete Rhoda kalt, „Den Freunden der Drachen kann man genauso wenig trauen, wie den Drachen selbst. Sobald ich meine Mission erfüllt habe, werde ich ihn töten. Bei sovielen Untoten in Aleroth, wird sich keiner Gedanken um sein Ableben machen.“
Rhoda ging näher an die Wand heran. Sie untersuchte das Mauerwerk genauer, und fand schließlich den geheimen Knopf. Plötzlich wurde die Wand transparenter. Nach einigen Sekunden war sie sehr durchsichtig, und dann verschwunden. Rhoda betrat den Raum der dahinter lag. Hinter hier verfestigte sich die Wand wieder. Als die Kommandantin sich umdrehte, war da wieder massives Mauerwerk zu sehen, und nichts deutete darauf hin, dass dort ein geheimer Gang war.
Rhoda befand sich nun am Fuß einer großen Treppe. Doch sie schenkte der Treppe keine Beachtung, denn das was sie suchte, befand sich in dem Raum, in dem sie sich jetzt aufhielt. Doch es gab ein Hindernis. Eigentlich sogar 14 Hindernisse, die langsam auf sie zukamen.
„Noch mehr Untote.“ ärgerte sich Rhoda und zog ihr Langschwert, welches sie kurz zuvor wieder eingesteckt hatte.
Doch diesmal waren es keine Zombies. Es waren zwei Kanalschleimkreaturen, sechs Lebende Rüstungen und sechs Feuerskelette. Rhoda griff an. Sie setzte ihren Sturmangriff ein, und warf zwei der lebenden Rüstungen um. Dann setzte sie mit einem Wirbelwind nach, als sich eine der Kanalschleimkreaturen und zwei der Feuerskelette auf sie stürzen wollten. Ihre Gegner wurden davongewirbelt, doch Rhoda benutzte erneut den Sturmangriff, und vernichtete so die Kanalschleimkreatur.
Mehrere Pfeile prasselten auf sie ein, doch die Drachentöterin steckte sie locker weg. Sie sprang auf die Feuerskelette zu, welche auf sie schossen, und teilte mehrere wuchtige Schwerthiebe aus. Ihre beiden Gegner flohen, doch Rhoda setzte nach, benutzte wieder ihren Sturmangriff, und warf sie damit um. Als die beiden Feuerskelette wieder aufstanden, aktivierte Rhoda den Wirbelwind, sodass ihre Gegner vernichtet wurden. Eine der Lebenden Rüstungen griff die Kommandantin an, und hieb mit seiner Waffe nach ihr. Rhoda benutzte erneut den Wirbelwind, danach wieder, und wollte zum endgültigen Schlag ausholen, als die anderen Lebenden Rüstungen sie bedrängten. Die Frau wurde mehrmals getroffen, und schrie jedesmal auf. Rhoda wich aus, sprang aus der Reichweite der Waffen und erledigte im Sprung noch die Lebende Rüstung, gegen die sie zuvor gekämpft hatte.
Kommandantin Rhoda zog einen Heiltrank aus ihrer Tasche und trank ihn aus. Sofort regenerierte sich ihr Körper, und sie konnte wieder kämpfen. Doch das war der Drachentöterin nicht genug. Sie trank noch einen weiteren Trank, den sie sich eigentlich aufgehoben hatte, wenn sie gegen den Verräter antreten wollte, der vom Drachentöter zum Drachenritter geworden war. Der Trank für ultimative Stärke. Als die Lebenden Rüstungen wieder auf Rhoda zustapften, und die Feuerskelette ihre Pfeile auf sie abschossen, setzte Rhoda noch eines drauf.
„Wollt ihr gegen mich kämpfen, wenn ich so richtig loslege? Dann seid jetzt mal gespannt“ fragte die Drachentöterin und rief laut: „Kampfrausch.“
Ein farbiger Energiewirbel umfasste sie, und verstärkte Kommandantin Rhodas Kraft noch um ein Vielfaches. Rhoda stürmte wieder mit ihrem Sturmangriff vor, stieß einen der Feuerskelette um, und tötete es mit einem weiteren Hieb. Ein weiteres Feuerskelett befand sich in ihrer Reichweite, und die Drachentöterin setzte wieder ihren Wirbelwind ein. Als es schwer getroffen wegtaumelte, sprang Rhoda hinterher, und benutzte den Todesschlag, der orangene und blaue Blitze um ihre Hand zucken ließ, als sie das Feuerskelett tötete.
Die fünf verbliebenen, Lebenden Rüstungen und die Kanalschleimkreatur griffen die Kriegerin an. Doch Rhoda benutzte ihre stärkste Technik: Tausend Hiebe. Durch den Trank und den Kampfrausch wurde diese – ohnehin schon sehr starke – Technik noch um ein Vielfaches verstärkt, sodass alle Lebenden Rüstungen zerstört wurden, während die Kanalschleimkreatur schwer getroffen davontaumelte. Rhoda setzte nach und erledigte diese Kreatur.
Inzwischen hatten die Feuerskelette wieder auf sie geschossen. Rhoda wurde erst von einem Giftpfeil getroffen, dann von einem Explosionspfeil. Dieser Angriff schleuderte die Kommandantin gegen die Wand. Doch Rhoda stand sofort wieder auf und griff mit ihrem Sturmangriff an. Beide Feuerskelette wurden getroffen und sanken zu Boden. Eines von ihnen war so stark getroffen worden, dass es zerstört wurde, doch das andere konnte noch kämpfen. Rhoda brauchte jedoch nur einen Schwertstreich, um es endgültig zu vernichten. Erschöpft ließ sich Kommandantin Rhoda auf dem Boden sinken. Sowohl der Kampfrausch als auch der Trank für ultimative Stärke hatten nachgelassen. Rhoda trank noch einen Heiltrank, sowie einen Belebungstrank.
„Besser ist, du beeilst dich“ meinte Behrlin, „Sie werden wiederauferstehen, und zwar bald, schon sehr bald.“
„Ja, doch“ antwortete Rhoda, „Ich werde das Siegel öffnen. Deodatus hat mir die fünf Kugeln gegeben, die das Tor zu deinem Verließ öffnen können. Bellegar hat sie über ganz Rivellon verteilt, und er hat sie mühsam über die Jahre hinweg suchen müssen. Er hat mir auch die Kombination verraten, mit der ich das Tor öffnen kann.“
Rhoda sah die in Gold gravierten Runen, welche in dem massiven Steinboden eingelassen waren. Sie ging zu dem Feld, auf welchem die Goldrune eingraviert war. Dann holte die Drachentöterin eine Kugel aus ihrer Tasche, welche violett leuchtete, und legte diese auf die Rune. Die Kommandantin ging weiter zur Schildrune. Auf diese legte sie die blaue Kugel. Danach stellte sie sich vor der Bergrune hin, und legte die weiße Kugel auf diese ab. Als nächstes war die Todesrune dran, welche Rhoda mit der grünen Kugel bedachte. Für die letzte Kugel, die die rot leuchtete, war die Schlangenrune vorgesehen.
Die bronzefarbene Luke die den Eingang zu den Katakomben darstellte, in welchen sich Behrlins Verließ befand, leuchtete auf und öffnete sich.
„Endlich ist es soweit“ dröhnte Behrlins Stimme, „Schon bald werde ich wieder frei sein.“
Rhoda ging durch die offene Luke nach unten. Sie befand sich nun auf einer runden Steinplatte, um welche mehrere Säulen standen. Doch plötzlich erschien ein flimmerndes Leuchten vor den Säulen, und ein Mann der seine besten Tage schon lange hinter sich hatte, und noch dazu ein rotes Gewand trug, erschien. Es war der Zauberer Bellegar.
Er sprach in Reimen: „Als erster Mensch seit langer Zeit, machtet ihr die Luke weit, doch weiter dürft ihr nicht hinein, euer Schicksal ist aus Stein.“
Nach diesen Worten schoss Bellegar eine Energiekugel auf Rhoda ab, welche noch schützend die Arme hochriss. Mit einem Lachen verschwand der heimtückische Zauberer wieder, während Rhodas Körper nun eine Statue war.
Doch neben der Statue befand sich ein Geist. Seine Haare standen weit nach allen Seiten ab, und sein Kopf war nur ein Totenschädel über welchem jemand Haut gezogen hatte. In der Mitte des halb-durchsichtigen Körpers befand sich ein Kopf. Es war der von Kommandantin Rhoda.
„Was... was ist passiert? Was ist los?“ wollte die Drachentöterin wissen.
„Du bist gestorben“ antwortete Behrlin, „Bellegar hat deinen Körper in Stein verwandelt, und jetzt bist du nichts weiter als ein Geist. Offenbar habe ich doch auf´s falsche Pferd gesetzt. Dann werde ich ihn wohl befreien müssen, damit er mich befreit.“
„Von wem redest du?“ fragte die Kriegerin.
„Du kennst ihn. Es ist derjenige, der euren Orden verraten hat, um ein Drachenritter zu werden“ meinte Behrlin, „Ich wollte ihn nicht befreien, da er sich schon in der Vergangenheit gegen Damian gestellt hat. Aber er ist eben viel stärker als du. Die Kugeln verstecke ich an geheimen Orten in der Akademie, damit Bellegar sie nicht finden und wegbringen kann.“
„Das lasse ich nicht zu!“ sagte Rhoda zornig, „Auch als Geist kann ich noch kämpfen. Wenn dieser Verräter hier auftaucht, werde ich ihn töten! Ich kann erst dann in die Halle der Seelen einkehren, wenn ich weiß, dass es auch keine Drachen mehr gibt.“
„Du kommst auch dann in die Halle der Seelen, wenn dein Geisterkörper vernichtet wird“ widersprach Behrlin, „Und ich werde es nicht zulassen, dass du ihn aufhältst, ihn, der meine letzte Hoffnung ist.“
„Und wie willst du das anstellen?“ fragte die Kommandantin, „Du kannst mir doch überhaupt nichts anhaben. Du bist momentan nur ein schwächliches Wesen.“
Behrlin schloss kurz die Augen und konzentrierte sich. Dann öffnete er sie wieder, und sagte: „Ich nicht, aber sie schon. Hier in diesen Katakomben wimmelt es nur so von Feuerskeletten und Lebenden Rüstungen. Und gerade habe ich sie alle hergerufen. Sie werden dich endgültig vernichten, so gut du auch kämpfen magst, denn es sind sehr viele, und dann wartet die Halle der Seelen auf dich. Lebe wohl.“
Der Geist von Kommandantin Rhoda griff mit seinen kalten, klammen und untoten Händen nach Behrlin, als wolle er ihn festhalten, doch das Wesen verschwand in einem Lichtblitz, sodass der Geist sich nun ganz alleine im Gewölbe aufhielt.
Nein, nicht ganz alleine, denn von weit her drangen die Geräusche, die von den Schritten der Untoten stammten.

ENDE
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