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Wenn das Ende naht

von skull kid
GeschichteTragödie / P12 / Gen
15.10.2012
15.10.2012
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00:00 Uhr, Unruh-Stadt

Keuchend rannte der Bomber durch die Gassen von Unruh-Stadt.
Der grüne Kerl hatte den Glockenturm gerade betreten und dies wollte der Bomber unbedingt Professor Shikashi mitteilen.
Also passierte er den Engpass, welcher in den Untergrund führte, sprang übers Wasser und eilte zur Leiter, welche ins Observatorium führte.
"Professor! Professor!"
"Was ist denn los, mein Junge?"
Der Bomber hastete die letzten Meter durch den bläulichen Raum und kam vor Shikashi zum Stillstand.
"Er ist drin", keuchte er atemlos.
Der Professor lächelte und legte dem Jungen seine Hand auf die Schulter.
"Gut gemacht. Jetzt können wir nur noch zu den Göttinnen beten."

00:50 Uhr, Dämmerwald

Angsterfüllt blickte die Deku-Prinzessin gen Himmel und hielt zitternd ihres Vaters Hand.
"Papa...ich habe Angst", wimmerte sie.
Daraufhin hob der Deku-König seine Tochter auf den Schoss und hielt sie beschützend in den Armen.
"Keine Sorge, meine Kleine, er wird es schaffen...da bin ich mir sicher."
Doch der Butler, welcher daneben stand, blicke nur mutlos zu Boden und faltete die Hände.

01:25 Uhr, Schädelküste

Genüsslich zog der alte Mann den Rauch seiner Pfeife ein.
Er hatte es sich vor seinem Haus in einem Liegestuhl gemütlich gemacht und blickte gen Westen, wo sich das endlose Meer bis zum Horizont und darüber hinaus erstreckte.
Doch er war nicht allein. Tingle sass auf auf dem Dach des kugelförmigen Hauses und lehnte sich an dem riesigen Hacken an.
Von weit weg konnte man Gejohle und Gebrülle vernehmen.
"Die Seeschlangen sind unruhig", murmelte der Professor, "sie spüren wohl, dass es mit der Welt zu Ende geht."
"Denken sie wirklich, dass die Welt untergehen wird?"
"Natürlich, Tingle. Hast du dir schon einmal den Mond angesehen?" Der Alte lachte über seinen eigenen Witz, bekam einen Hustenanfall und liess sich noch tiefer in seinen Stuhl sinken.
"Aber ich kenne da so eine Fee, eine grün gekleidete Fee. Sie wird uns retten, da bin ich ganz sicher!"
"Die Hoffnung stirbt zuletzt, hm? Doch es gibt einen Unterschied zwischen Hoffnung und Naivität. Die Welt wird sterben. Ich hatte ein erfülltes Leben. Dann sterbe ich halt ein paar Jahre früher, das macht auch keinen grossen Unterschied mehr."
Noch einmal inhalierte er den Rauch und entliess ihn in die kühle Nacht.

01:55, Kap Zora

Schwerfällig beaufsichtigte Toto die letzten Kontrollen an der Bühne und den Instrumenten. Er war stolz auf sich, denn er hatte als Manager der Indigo-Gos die Band weit gebracht, er konnte mit gutem Gewissen auf sein Leben zurückblicken.
"Na, Toto, sind wir bereit?", erkundigte sich der Keyboarder und gleichzeitige Bandleader Evan.
"Mach keinen Stress", gähnte der Bassist Japas.
"Du weisst schon, dass wir noch fünf Minuten haben, um das Konzert zu starten, oder?", kicherte die Sängerin Lulu.
"Na hört mal", mischte sich der Schlagzeuger Tijo ein, "immerhin ist das der letzte Auftritt der Indigo-Gos! Da muss alles perfekt laufen!"
"Okay", sagte nun Totos und lief in Richtung Ausgang, "ich lasse jetzt die Leute herein."
Traurig lächelnd drehte er sich noch einmal um.
"Es war mir eine Ehre, euch managen zu dürfen...danke, Leute!" Und ehrfürchtig zog er den Hut vor ihnen.
Die Band fing an zu lachen und ging in Position.
"Es war auch uns eine Ehre, Toto!"
Und so begannen sie ihr allerletztes Konzert.

02:55 Uhr, Goronendorf

Stumm stand der Älteste draussen in der Nacht und hielt seinen Sohn auf dem Arm.
"Nanu", machte er und blickte sein Kind an, "du weinst ja gar nicht."
Beleidigt schürzte dieser die Lippen.
"Link wird uns retten, das weiss ich, deshalb muss ich auch nicht weinen!"
Lächelnd blickte der Älteste wieder zum Himmel, wo der Mond greifbar nahe schien.
"Vielleicht hast du recht, mein Kleiner, Darmani wäre Stolz auf dich."
"Hehehehehe!"

03:25 Uhr, Ikana-Canyon

"Harharharhar", lachte Igos dumpf, "seht doch, meine Freunde, das Ende ist nah!"
"Da habt ihr recht, König", stimmten ihm seine Leibwächter zu.
"Aber wisst ihr was? Der Kleine ist so mutig wie sonst niemand! Bestimmt bietet er dem Ungeheuer genauso die Stirn wie uns! Wer hätte gedacht, dass ich eines Tages so viel Respekt vor einem Hylianer haben könnte? Ich jedenfalls nicht! Harharharhar!"
"Mein König", sprach einer der Leibwächter, "nun folgt uns die Welt nach."
Der Herrscher nickte.
"Ikana ist vor vielen Jahrhunderten gefallen, nun schliesst sich der Rest der Welt uns an! Mögen sie ein schnelles Ende erleiden, dann sehen wir uns alle im Jenseits wieder!"

03:55 Uhr, Sümpfe des Vergessens

"Sie doch Schwester", rief die Hexe und deutete zum Himmel, "der Mond kommt näher!"
"Da hast du recht Kotake", bestätigte Koume und schenkte sich und ihrer Schwester  noch etwas Sake ein.
Die beiden sassen auf ihrem Häuschen und genossen die letzten Stunden der Welt.
"Lass uns singen, lass uns tanzen, lass uns trinken und lass uns feiern", schrie Kotake in die sternenklare  Nacht hinein, "denn bald werden wir es nicht mehr können! Weglaufen nützt nichts, das Inferno wird uns eh verschlingen, hebt die Tassen, auf das wir noch einmal singen und es krachen lassen!"
"Richtig so, Schwester! Die Welt war gut zu uns, jetzt müssen wir ihr im Gegenzug auf dem Sterbebett Gesellschaft leisten! Doch macht es uns nichts aus, denn wir tun es gerne! Hihihihihihi!"

04:25 Uhr, Unruh-Stadt

"Ob er es wohl noch schaffen wird?"
"Sir! Was machen Sie noch hier?"
Ein junger Soldat war zu dem Maskenhändler geeilt und bedeutete ihm zu gehen.
"Was machen SIE noch hier?", erwiderte dieser trotzig, "Wir werden sowieso sterben, wenn das Ding da runterfällt", und lächelnd zeigte er auf den Mond.
"Ja, schon, aber-", doch weiter kam der Soldat nicht.
Dort, hoch am Himmel, schien etwas kleines, stoffartiges herabzufallen. Es kam vom Mond.
Hilflos plumpste es vor den Beiden auf den Boden.
Der Maskenhändler bückte sich und hob es auf.
Es war eine grüne Mütze, welche äusserst mitgenommen wirkte.
Dort, wo sie die Stirn des Tragenden bedecken würde, war sie mit Blut getränkt.
Bitter blickend verstaute der Händler sie in seinem grossen Rucksack.
"W-was war das?", fragte der Soldat bangend.
"Das, mein Junge, war das Zeichen für unseren Untergang. Eile zu deinen Liebsten und bleibe dort. Die Welt wird untergehen."

05:55 Uhr, Romani Ranch

Zitternd nippte Anju an der heissen Milch.
Sie machte sich selbst Vorwürfe, da sie Kafei nicht gefunden hatte. Vielleicht hätte sie sich einfach weniger auf den Gasthof und mehr auf die Suche nach ihrem Verlobten konzentrieren sollen, anstand die Sache Link zu überlassen. Link, der mutige Junge, welcher ihr versichert hatte, dass er Kafei finden und den Mond zurückschlagen würde.
Doch nun sass sie hier am Fenster und blickte hoffnungslos auf Unruh-Stadt. Nur noch wenige Sekunden und der Mond würde auf die Erde stürzen.
Cremia, Romani, Anjus Mutter und Grossmutter und schliesslich Anju selbst befanden sich alle im selben Zimmer.
Plötzlich ertönte ein ohrenbetäubendes Krachen von Unruh-Stadt zu ihnen hinüber und dort, wo der Mond aufgeprallt war, erhoben sich riesige Feuermassen, welche sich in rasendem Tempo über die Welt hermachten.
"Es ist vorbei, es ist vorbei, es ist vorbei....", murmelte Anjus Mutter immer wieder angsterfüllt und Anju und ihre Grossmutter schlossen sie in die Arme.
"Ist schon gut, Mama, ist schon gut", beschwichtigte ihre Tochter und eine einzelne Träne rann ihr über die Wange, "ist schon gut...ist schon gut..."
Und gnadenlos wurde die ganze Welt von der grinsenden Fratze des Mondes vernichtet...
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